Rezension: Spellslinger – Karten des Schicksals 01 (Sebastien de Castell)

Sebastien de Castell - Spellslinger: Karten des Schicksals
(Copyright Cover: dtv Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

„Spellslinger“ von Sebastien de Castell erschien am 21. Februar 2020 im dtv Verlag unter dem Titel „Spellslinger – Die Karten des Schicksals“ und erzählt auf seinen 416 Seiten die Geschichte des jungen Magiers Kellen, dessen Schicksal sich bald entscheiden soll.

Im Volk von Kellen gibt es genau zwei Dinge, die in der Zukunft auf dich warten können. Entweder bist du gut genug und hast zu deinem 16. Geburtstag hin die Magieprüfung erfolgreich absolviert oder du wirst als Diener deinem Volk dienen, deine Magie wird versiegelt und deine Familie ist nicht mehr deine Familie.
Kellen packt bei dieser Vorstellung regelmäßig die Furcht, denn nicht nur war er nie sehr mächtig, noch dazu versiegt seine Magie immer mehr, während er kurz vor seinem Geburtstag steht. Nur kann er sich einfach nicht in der Rolle eines Dieners ohne Familie und Magiernamen sehen, dessen ganzes Leben von anderen bestimmt wird. Also beginnt er, zu tricksen. So intelligent Kellen aber ist, so viel Pech hat er auch im Leben und so stolpert er rasch in eine Verschwörung, die mehr als sein eigenes Leben bestimmt. Und während Kellen sich durch all die Gefahren boxen muss, hat seine Magie die Unverschämtheit, tatsächlich noch mehr zu versiegen, statt endlich aufzublühen. Gut, dass er Verbündete gesammelt hat, die ihm beweisen: Es gibt immer mehr als einen Weg und nur weil einer versperrt ist, heißt es nicht, dass man nicht mehr nach vorne gehen kann.

„Spellslinger“ war, so weit ich das bereits beurteilen kann, eines der Highlights meines Buchjahres 2020. Dementsprechend erfreut war ich, bei der Recherche für diese Rezension zu erfahren, dass die Reihe im Englischen bereits sechs Bände hat und der Zweite im Oktober 2020 erscheinen soll!
Angelockt hat mich „Spellslinger“ übrigens mit diesem unglaublich schönen Cover. Wir besuchten mal wieder unsere Buchhändlerfreundin. Und jedes einzelne Mal strahlte mir das perfekte Rot-Weiß dieses Buches entgegen und als ich kurz den Schreibstil überprüft hatte, musste es endlich mit.
Und ich bereue es zu keiner Sekunde.

Aber fangen wir einmal von vorne an:
Kellen ist beinahe 16 Jahre alt, frech, intelligent und er weiß, wenn er nicht als Diener enden möchte, muss er sein Gehirn statt seiner Magie gebrauchen. Erzählt ist die Geschichte aus der Ich–Perspektive, aber „Spellslinger“ gehört zu den ganz wenigen Werken, die dabei keinen Murks bauen, sondern damit eine gute Geschichte aufbauen. Gespickt sind Kellens Gedanken von Witz und Ironie. Zwar werden seine frechen Gedanken hin und wieder allzu sehr auf die Spitze getrieben, aber wirklich negativ kann mich das nicht beeinflussen. Ich liebe Kellen einfach und er hat mich durch eine Geschichte gezogen, die spannend war. Ja, hin und wieder war sie ein wenig zu unkonzentriert, zog sich hier und dort, schrumpfte an manchen Stellen, wechselte zu sehr hin und her. Man kennt es. Aber die Spannung war da und es gab auch überraschende Momente, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Die Figuren waren zum größten Teil gut gearbeitet, doch sehr unsympathisch oder wandelten sich dorthin. Das war jedoch vollkommen in Ordnung und so gewollt. Kellen dagegen war einfach großartig. Die einzige Figur, die mich wirklich gestört hat, ist ironischerweise die Baumkatze, mit der Kellen ein Bündnis eingeht. Sie erzählt mir zu frech, zu dreist. Sie ist ein wenig zu Klischee mit ihrem „Ich reiß dir die Ohren ab“, etc. Das finde ich ein wenig schade, vor allem, da man mit ihr noch eine ganze Menge Zeit verbringen muss.
Wenn man es genau nimmt, war ihre Sprache tatsächlich der größte Kritikpunkt, den ich an „Spellslinger“ finden kann.

Gesteigert wird die Geschichte vor allem durch eine Fantasywelt, die sehr lebendig und interessant gestaltet worden ist und von der man in den Fortsetzungen gewiss mehr sehen wird.
Das Ende war übrigens noch einmal eine schöne Steigerung und ich freue mich absolut auf die Fortsetzungen.

Mein Fazit

„Spellslinger“ war unglaublich. Vom Aussehen und der Geschichte her, aber vor allem wegen Kellen. Ein guter Ich-Erzähler ist sehr selten. Die Welt lädt zum Stöbern ein. Das Magiesystem ist sehr schön ausgearbeitet. Ein Buch mit einer absolut klaren Empfehlung meinerseits.
Zu kaufen gibt es „Spellslinger“ in folgenden Formaten:
Hardcover für 16,95€ (meine Empfehlung bei dem Cover), als eBook für 14,99€, Hörbuch (auf MP3 CDs) für 18,99€ und als Hörbuch Download für 13,99€.

Geschrieben von Judith

Linksektion

Verlagsseite des Buches
„Spellslinger – Karten des Schicksals“ bei Thalia*

1 Kommentar zu „Rezension: Spellslinger – Karten des Schicksals 01 (Sebastien de Castell)“

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