Rezension: Witchmark – Die Spur der Toten (C. L. Polk)

C. L. Polk - Witchmark: Die Spur der Toten
(Cover Copyright: Hobbit Presse bei Klett-Cotta / Foto Copyright: Das Bambusblatt)

„Witchmark – Die Spur der Toten“ von C. L. Polk erschien am 23. März 2019 in der Hobbit Presse bei Klett-Cotta und stellt das Fantasy-Debüt der US-amerikanischen Schriftstellerin dar, die bisher mehrere Kurzgeschichten und die erfolgreiche Webserie „Shadow“ veröffentlicht hat.

In der 380 Seiten starken Geschichte geht es um den Arzt Miles Singer, der in der psychiatrischen Abteilung eines Veteranen-Hospitals arbeitet. Allerdings hat er ein kleines Geheimnis: Er ist ein Magier.
Als der sterbende Nick Elliot von einem Fremden zu ihm gebracht wird, fangen die Probleme für Miles jedoch erst richtig an. Nicht nur umgibt den Sterbenden die Aura einer Hexe, nein, er erkennt auch noch Miles als eine solche. Und dann beginnt auch noch der fremde Retter, Fragen zu stellen, und will nicht mehr gehen. Nick Elliot sprach vom Krieg und wurde vergiftet und Miles bleibt keine andere Wahl, als den Mord aufzuklären, wenn er seinen Patienten helfen will. Gemeinsam mit dem Fremden.

Ich habe das Buch bei Vorablesen gewonnen, nachdem mich Cover und Leseprobe darauf aufmerksam gemacht hatten, aber ich muss zugeben, „Witchmark“ hatte bei mir keinen leichten Start. Ich hatte gerade erst ein anderes Buch beendet, das mich absolut gefesselt hat, und das hat es „Witchmark“ wohl ein wenig schwer gemacht. Ich habe eine Weile gebraucht, um wirklich in die Geschichte rein zu kommen, aber letztendlich wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen und habe es nach dem ersten Drittel an einem Stück gelesen.

Der Schreibstil ist an manchen Stellen etwas wirr und man bekommt nach und nach sehr viele wichtige Infos vorgesetzt, die man erst einmal miteinander verbinden und sich merken muss. Zumal die Geschichte nicht in der Welt spielt, wie wir sie kennen. Zwar lebt Miles in einer Stadt namens Kingston, die ich zunächst für die jamaikanische Hauptstadt hielt, doch das Land nennt sich Aeland und befindet sich im Krieg mit Laneer. Fortschritt kommt hier durch den sogenannten Aether zustande, im Grunde wohl ein Pendant zur Elektrizität. All das wird einem aber kaum erklärt.
Es wird viel wörtliche Rede genutzt, um Informationen einzubringen und die Handlung voranzutreiben, was ich generell sehr gut finde. Manchmal ist man sich allerdings nicht ganz sicher, wer gerade spricht.
Mit der Zeit hatte ich mich jedoch an den Schreibstil gewöhnt und in die Welt eingefunden und ab diesem Punkt konnte ich es sehr gut lesen.

Die Handlung ist zwar, wie erwähnt, manchmal verwirrend, aber durchaus spannend. Eine Mischung aus Krimi, in dem der mysteriöse Mord aufgeklärt werden muss, und politischen Intrigen. Und natürlich Fantasy. Auch Fans von Liebesgeschichten kommen auf keinen Fall zu kurz. Die Handlung spielt sich zwar in einem sehr begrenzten Zeitraum ab, allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass es zu schnell geht, was bei eingebrachten Romance-Elementen oft der Fall ist. Hier haben natürlich auch die Umstände ein bisschen geholfen, über die ich an dieser Stelle jedoch nichts verraten möchte.
Die Charaktere handeln in sich sehr authentisch und schlüssig und machen es einem damit leicht, sie zu mögen.
Die Handlung selbst hat sich relativ langsam aufgebaut und dadurch wirkte das Finale für meinen Geschmack etwas zu überstürzt und schnell abgehandelt. Die letzten Seiten waren aber sehr süß und haben das für mich wieder entschädigt.

Mein absolutes Highlight an diesem Buch ist jedoch das Cover (inkl. Buchrücken und Rückseite). Es ist nicht nur wirklich hübsch gestaltet, sondern schaltet man am Abend nach dem Lesen das Licht aus, fluoresziert die Schrift darauf und trägt sehr zu der mysteriösen und etwas unheimlichen Atmosphäre eines Hexenbuchs bei.

Mein Fazit

Trotz meiner anfänglichen Schwierigkeiten und dem einen oder anderen Makel kann ich „Witchmark – Die Spur der Toten“ nur jedem empfehlen, der gerne Fantasy liest, vor allem wenn es sich mit einer spannenden Kriminalhandlung mischt. Meiner Meinung nach merkt man, dass es ein Debüt-Roman ist. Einen ganzen Roman zu schreiben, ist immer noch etwas anderes als Kurzgeschichten oder eine Webserie. Und demnach kann man auch ein Auge zudrücken. Sehr viel Potenzial hat es auf jeden Fall und ich hatte viel Freude beim Lesen!

Geschrieben von Roberta

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Verlagsseite des Buchs
„Witchmark – Die Spur der Toten“ bei Thalia*

1 Kommentar zu „Rezension: Witchmark – Die Spur der Toten (C. L. Polk)“

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