Rezension: Troja

Bewertung: 2 von 5.

„Troja“ aus dem Jahr 2004 ist ein englischsprachiger Historienfilm, dessen Handlung sich auf Homers „Die Ilias“ stützt. Regie führte der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen, das Drehbuch stammt aus der Feder von David Benioff, die Musik kommt von James Horner.
In den Hauptrollen bekommen wir Brad Pitt als Achilles, Eric Bana als Hektor, Orlando Bloom als Paris und Diane Kruger als Helena zu sehen.

Der schöne Paris aus Troja verfällt der schönsten Frau der Welt: Helena. Sie erwidert seine Liebe und Nacht für Nacht ergeben sie sich ihrer Leidenschaft.
Allerdings gibt es ein großes Problem daran, dass ihre Herzen zueinander sprechen. Helena ist verheiratet und das nicht nur mit irgendwem, sondern mit Menelaos. Ein sehr mächtiger und bekannter König, der die griechischen Völker vereint und unter der Flagge seines Bruders König Agamemnon die Kampfkräfte vor die Tore Trojas vereint, um seine Frau zurückzuholen und den Brautdieb und dessen Stadt in die Flammen zu führen.
Mit dabei ist der mächtige Achilles. Der Beste der Griechen, unkontrollierbar und stur. Es kommt zum Streit und der Sieg scheint für die Griechen in weite Ferne zu rücken. Bis es zu einem gewissen Ereignis kommt.

Ähnlich wie bei der Verfilmung von „Die Königin der Verdammten“ scheinen sich die Macher auch hier eine schlechte Fanfiktion basierend auf einer miserablen Hausaufgabe als Vorlage genommen zu haben. Mit dem Original ist da nicht sehr viel übereinstimmend. Fangen wir allein damit an, dass der Krieg keine zehn Jahre dauert. Dass die Götter und ihre Funktionen komplett ignoriert worden sind und die Charaktere jetzt auch nicht dem „Original“ entsprechen.
Eigentlich sieht der Raub der Helena so aus:
Der König von Troja hat fünfzig Söhne und fünfzig Töchter (fleißiger Mann), doch als seine Königin mit Paris schwanger ist, hat diese kurz vor der Niederkunft eine Vision im Schlaf. Ihr Sohn, der, den sie gerade unter dem Herzen trägt, wird der Untergang für Troja sein.
Schweren Herzens bringt sie ihren Sohn zwei Monate später zur Welt und übergibt ihn einem Soldaten, der das Neugeborene weit außerhalb der Stadtmauern seinem Schicksal zuführen soll. Der faule Soldat jedoch lässt das Baby in der Wildnis liegen und nimmt an, dass sich schon bald ein Wolf dem schreienden Bündel annehmen wird. Sich selbst feiernd, reitet der Mann zurück nach Troja und hinterlässt ein schreiendes Neugeborenes, das jedoch keinen Wolf anlockt, sondern genau das Gegenteil. Ein Schäfer findet das Kind. Und wenn man sich mal die Medien, die sich mit dem antiken Griechenland auseinandersetzen, so ansieht, dann scheint es üblich, damals Babys zu finden und als das eigene Kind auszugeben, statt erst einmal zu schauen, ob die Eltern in der Nähe in Not geraten sind.
Gesagt, getan. Der alte Schäfer hat endlich einen Erben und das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Als die Götter die Hochzeit von Thetis und Peleus (ausgerechnet die Eltern des Achill) feiern, kommt die nicht eingeladene Göttin der Zwietracht daher und möchte sich rächen. Sie übergibt Zeus, ausgerechnet Zeus, einen goldenen Apfel und lässt ihn entscheiden, welche der Göttinnen die Schönste sei. Sie soll den Apfel bekommen.
Aphrodite, Hera und ausgerechnet Athene versinken daraufhin in Zank. Sie alle wollen den Apfel und Zeus, mal wieder ratlos, drückt ihn Hermes in die Hand. Dieser soll einen Sterblichen ausfindig machen und das Problem lösen lassen.
Hermes findet ausgerechnet Paris und die drei Göttinnen umwerben den jungen Mann. Allerdings scheinen sie nicht verstanden zu haben, was Schönheit bedeutet, denn sie machen ihm alle drei ein Angebot.
Aphrodite, mit dem Angebot, dass die schönste Frau der Welt sich in Paris verliebt, gewinnt und bringt damit den Stein ins Rollen.
Der Krieg war übrigens vom Schicksal gewollt, da Mutter Gaia unter all den Menschen leidet. Es sind einfach zu viele. Die Götter positionieren sich. Manche kämpfen auf der Seite Trojas – so wie Trojas Schutzgott Apollon – andere auf der Seite der Griechen – so wie Poseidon, der übrigens für das Pferd verantwortlich ist.
Unter anderem darum geht dieser Krieg 10 Jahre.

Zurück zum Film. Was bietet dieser?
Nun, sicher, erwartet habe ich eigentlich nichts. Demnach wurde ich eher amüsiert, jedoch nicht enttäuscht. Paris und Hektor scheinen hier die einzigen Kinder des trojanischen Königs zu sein und sie sind wie ein Herz und eine Seele zusammen aufgewachsen. Paris und Helena verlieben sich einfach und er schmuggelt sie auf dem Schiff, das sie von der Friedenssetzung mit Menelaos zurückbringen soll.
Es wird auf beiden Seiten auch mal ungerecht gekämpft und der ganze Krieg ist schlussendlich nach ca. zwei Wochen reif für die Geschichtsbücher. Die Götter haben eher eine indirekte Rolle.
Obwohl der Film sehr lang geht, sagt er faktisch nichts aus. Achill wird als unkontrollierbarer Kämpfer dargestellt, der auf einmal kein Prinz mehr zu sein scheint (?), und die Figuren bekommen keine Tiefe. So weit, so gut. Wenn denn alternativ noch etwas passieren würde. Hauptsächlich wird eigentlich gezeigt, wie Hektor und Achill beide keine Lust auf diesen Krieg haben. Hektor muss, Achill ist dann doch irgendwie dabei und ja, dann stirbt eine wichtige Figur, wie im Original und Achills Wut – die in der Sage davon spricht, dass er zehntausend Trojaner an einem Tag erschlug und sich mit einem Flussgott anlegte – wird auf einen Achill reduziert, der ein wenig vor einer Mauer herumbrüllt. Dann gibt es einen gut dargestellten Kampf zwischen ihm und Hektor und danach ist Achill ohnehin wieder von seiner Dame des Herzens abgelenkt.
Die Choreographen und die Schauspieler haben gute Arbeit geleistet und der Film konnte trotz allem gut unterhalten, selbst wenn er, ohne das Original zu kennen, nur mäßig Sinn ergeben hat. Die Figuren waren nicht in sich schlüssig und die Zeitlinie des Verliebens hat mich auch eher durcheinandergebracht.

Mein Fazit

Choreographen und Schauspieler haben ihre Sache gut gemacht und der Film hat Popcornkino geboten, so wie er wohl sollte. Ansonsten … Eher unterer Durchschnitt. Wenn man sich schon nicht an die Ilias halten möchte, dann kann man wenigstens einen Film machen, der in sich schlüssige Charaktere und Zeitlinien hat.
Dennoch hat er auf eine amüsante Art unterhalten. Das hat „Die Königin der Verdammten“ allerdings auch geschafft und der Film hat sich auch kaum mehr als kleine Insider und die Namen geklaut und ansonsten alles in einen undankbaren Mixer geworfen, um dabei halbgares Püree zu gewinnen.


Geschrieben von Judith


Links zu „Troja“

Troja“ bei Thalia*

Unsere Rezension zur Graphic Novel „Die Ilias (Mythen der Antike 2)“ aus dem Splitter Verlag

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