Rezension: Die Königin der Verdammten (Film)

Bewertung: 2 von 5.

„Die Königin der Verdammten“ ist nicht nur der dritte Teil der Chronik der Vampire von Anne Rice, sondern auch ein Film aus dem Jahr 2002. Er vermischt den modernen Handlungsteil des Romans „Der Fürst der Finsternis“ mit den modernen Geschehnissen aus dem Roman „Die Königin der Verdammten“. Direktor war Michael Rymer, das Drehbuch stammt von Michael Petroni und Scott Abbott.
Die Hauptrollen spielen Stuart Townsend als Lestat, Marguerite Moreau als Jesse Reeves, Vincent Perez als Marius de Romanus und die R&B Sängerin Aaliyah als Akasha.

Wie auch in den Büchern erwacht Lestat in den 1980er Jahren aus einem jahrzehntelangen Schlaf und beschließt, Rockstar zu werden, um seine Gefährten zu sich zu locken. Er schreibt Songs über sein untotes Leben als Vampir und zieht damit den Zorn seiner Artgenossen auf sich, die sich alle beim großen Konzert versammeln, um ihn zu vernichten.
Zu seinem Glück hat seine Musik aber auch Akasha, die Mutter aller Vampire, geweckt, die schon seit Jahrtausenden geschlafen hat. Sie kommt zu ihm und rettet ihn, nachdem sie die meisten anderen Vampire verbrannt hat, um ihn zu ihrem neuen Gefährten zu machen, zu ihrem neuen König.
Die anderen Vampire wie Marius sind davon alles andere als begeistert und letztendlich wird auch noch die Sterbliche Jesse Reeves mit hineingezogen.

Den Inhalt dieses Films zusammenzufassen, ist tatsächlich alles andere als leicht, wenn man dabei auch das Buch vor Augen hat, denn der Film hält sich nur in den Grundzügen seiner Idee an die Romanvorlagen.
Früher mochte ich den Film, da ich ihn als eigenständiges Werk betrachtet habe, obwohl ich die Buchreihe schon damals kannte. Nun haben wir ihn an Silvester nach vielen Jahren noch einmal gesehen und ich empfand ihn wirklich nicht mehr als gut.
Wer die Bücher nicht kennt, wird Schwierigkeiten haben, der sehr zerstückelten Handlung zu folgen oder die Figuren zuzuordnen, von denen bei Weitem nicht alle mit Namen erwähnt werden. Hier und da ist das Casting gut getroffen, so zum Beispiel bei Jesse Reeves und Maharet, bei anderen Figuren wie Lestat, Armand (dessen Anwesenheit man sich eher zusammenreimen muss, da er zu den Nichterwähnten gehört) oder Marius passt es allerdings gar nicht. Die meisten Figuren erscheinen in diesem Film sehr unwichtig, obwohl sie oft genug gezeigt werden, um etwas Tiefe verdient zu haben.
Wer die Bücher kennt, wird enttäuscht sein, was die Filmemacher aus der Vorlage gemacht haben – sowohl was die Handlung angeht als auch die Charaktere. So ist es im Film zum Beispiel Marius, der Lestat gegen seinen Willen in einen Vampir verwandelt und ihn dann ohne jede Erklärung einfach sitzen lässt. In der Vorlage ist das ein anderer Vampir und Lestat und Marius treffen sich erst Jahre später, als Marius ihn rettet. Die beiden verbindet von Anfang an etwas.
Bei solchen schwerwiegenden Patzern helfen so kleine eingebrachte Details wie die Tatsache, dass Marius stets Rot trägt, auch nicht mehr.
Bei der Musik geht es einem ebenso. An manchen Stellen ist sie sehr gut, an anderen wieder nicht. Genauso die schauspielerische Leistung.
Der Film ist 2002 erschienen, dementsprechend sind natürlich auch die Special Effects nicht die Besten, und mir ist bewusst, dass „Interview mit einem Vampir“ 8 Jahre zuvor ein deutlich höheres Budget hatte, aber die mittelmäßigen Effekte tun eben leider ihr Übriges.

Mein Fazit

Alles in allem hinterlässt die Verfilmung von „Die Königin der Verdammten“ kein sonderlich positives Bild, was wirklich schade ist, da die Romanvorlage so viel zu bieten hat. Die Geschichte ist wirr zusammengestückelt, viele Dinge stimmen einfach nicht mit der Vorlage überein, das Casting war nur bei der Hälfte der Schauspieler passend und die schauspielerische Leistung hielt sich in den meisten Fällen leider auch in Grenzen.
Wir hatten zwar Spaß beim Ansehen, aber leider eher, weil wir uns gut darüber amüsieren konnten. Empfehlen würde ich den Film weder Leuten, die die Bücher nicht kennen, noch Fans der Reihe.


Geschrieben von Roberta


Linksektion

„Die Königin der Verdammten“ bei Thalia*

Aber ganz ehrlich, schaut euch lieber unsere Rezension zum ersten Film „Interview mit einem Vampir“ an.

Oder unsere Rezension zur Romanvorlage „Die Königin der Verdammten“

1 Kommentar zu „Rezension: Die Königin der Verdammten (Film)“

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