Rezension: Die Unglaublichen

Bewertung: 5 von 5.

„Die Unglaublichen“ ist der sechste Film des Animationsstudios Pixar und kam in Deutschland am 09. Dezember 2004 auf die Kinoleinwände. Versehen ist er mit einem FSK von 6. Er geht rund 111 Minuten.

Einst gefeiert, müssen die Superhelden von damals sich nun verstecken, da die Bevölkerung sich nach ein paar Eskapaden gegen sie gewendet hat. Nun ist nichts Gutes mehr daran, Superkräfte zu haben. Es ist mehr ein Fluch denn ein Segen.
Mit schuldig an dem Verbot ist unter anderem „Mr. Incredible“, einer der titelgebenden Helden, der mit dem Verlust seines Images und seiner Berufung nicht so gut zurechtkommt wie beispielsweise seine Frau „Elastigirl“.
Die beiden haben damals, zur Zeit des Verbots, geheiratet und leben mittlerweile als Vorstadtfamilie mit ihren drei Kindern, auf der Flucht vor den Fehlern des Familienvaters, da die Regierung den Superhelden zumindest ein Inkognitoleben versprochen hat, sofern sie sich an einige Regeln halten.
„Mr Incredible“ vermisst so sehr sein altes Leben, dass er sich letztendlich auf ein sehr gewagtes Angebot eines Multimillionärs einlässt. Was als ruhmreiche Zeit beginnt, endet beinahe mit der Zerstörung einer Großstadt und der Auslöschung der Familie „Incredible“.

Mit diesem Film hege ich ganz besondere Erinnerungen. Damals, am 26. Dezember 2004, habe ich ihn mit meiner Schwester in einem Düsseldorfer Kino gesehen. Meine Schwester ist dreizehn Jahre älter als ich, aber ich habe sie schon immer sehr geliebt und es demnach immerzu äußerst genossen, wenn wir etwas gemeinsam unternommen haben. Noch dazu ist sie damals recht früh ausgezogen, um Medizin zu studieren, und meine Eltern und ich haben uns unseren Traum, nach Ostfriesland zu ziehen, bald darauf erfüllt.
Demnach waren solche Unternehmen immer etwas Besonderes, obwohl wir sie oft besucht haben oder sie oft bei uns war.
Aber es ist nicht nur die glückselige Nostalgie, die mich diesen Film so lieben lässt.
Zum einen liebe ich Comics und Superhelden – nicht genug, um mich riesig darüber zu unterhalten, doch sie hatten stets einen Platz in meinem Herzen. Diese glorreichen Übermenschen jedoch in einer solch verzwickten Lage zu sehen, sie teils mit so normalen Problemen kämpfen zu sehen, das war schon als Kind etwas ganz Großes. Noch dazu wuchs man mit der Geschichte.
Als der Film rauskam, war ich gerade einmal 12 ½ Jahre alt. Noch heute schaue ich meiner Lieblingssuperheldenfamilie dabei zu, wie ihre Geschichte sich wandelt. Nur hat sich meine Ansicht auf ihre Probleme geändert. Wo sie mir als Kind nur leid taten, kann ich heute so viel mehr darin verstehen. Im Frust, den der Vater spürt, den ich als Kind einfach nur abgetan habe. In der Entwicklung der Kinder, die der Welt endlich zeigen wollen, wer sie sind. Die Mutter, die einfach nur versucht, das Beste für ihre Familie zu erreichen, und dabei oft gegen eben jene kämpfen muss.
Das war für mich schon immer die Magie an Pixar. Die Filme haben eine gute Mischung, damit Zuschauer vieler Altersklassen etwas für sich finden können, und ich denke, nicht ohne Grund gibt es so viele Erwachsene, die immer noch begeistert reagieren, wann immer Pixar verlauten lässt, dass sie einen neuen Film in die Kinos bringen (oder, während Corona, direkt auf Disney+). Dass sie dabei Fortsetzungen nur dann angehen, wenn sie wirklich eine gute Idee haben, spürt man und man ehrt sie dafür.
Die Charaktere bei „Die Unglaublichen“ sind sehr toll gezeichnet. Menschlich, trotz Superkräften. Die Handlung ist ein chaotisches Auf und Ab, wie man es von Kinderfilmen gewohnt ist. Unterstrichen sind die, gerade für damals, bildgewaltig animierten Szenen mit einer schönen Soundatmosphäre. Es gibt etwas zum Lachen, etwas zum Weinen und allgemein viel Gefühl und Herz.
Wann immer ich diesen Film sehe, denke ich an meine Schwester. An die Palmen, die Düsseldorf an der Straße gepflanzt hat. An eine Szene in der Tiefgarage des Kinos, an einen großen Korb Popcorn und an Glück.

Mein Fazit

Ein Film für groß und klein, wie man es von Pixar gewohnt ist. Eine schöne Geschichte, voller Action und Handlung, aber auch Gefühl und Herz, zum besten gebracht durch wunderschöne Animationen und eine tolle Soundkulisse. Tiefe, wo Kinder sie nicht unbedingt sehen müssen, aber jeder kann an diesem Film wachsen.
Absolute Empfehlung von mir.


Geschrieben von Judith

1 Kommentar zu „Rezension: Die Unglaublichen“

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