Interviewrunde 2: Medra Yawa – Autorin

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Schick uns gerne noch Fotos von Dir oder Deinen Werken dazu. Links ebenso (diese speisen wir dann vernünftig mit ein). Bitte gib uns die Copyright-Angaben dazu.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
Das Autorenbild Logo von Medra Yawa
(Copyright Medra Yawa)
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wieso schreibst Du? Welche war Deine erste Geschichte? Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen. Immerhin bist Du der interessanteste Charakter in Deiner ganz eigenen Geschichte.

Hallo! Ich bin Medra Yawa aus Berlin und liebe es zu schreiben! (Ich weiß. Was für eine Überraschung C;)
Als ich vier war, hatte meine Mutter keine Lust mehr, mir jeden Abend Geschichten vorzulesen. Also musste ich mir selber Abhilfe schaffen: Und so dachte ich mir Märchen und Fabeln in Hülle und Fülle aus. Zehn Jahre später begann ich, diese Stories auf Papier festzuhalten. Erst nur, um zu sehen, wie viele Geschichten es eigentlich waren. Dann um sie zu verbessern. Ich wollte die fantastischen Welten anderen zugänglich machen. Ich wollte ihnen Leben einhauchen!
Und als meine Zwillinge dann 2019 auf die Welt kamen, stand für mich fest, dass ich nichts davon eingestaubt verkümmern lassen möchte.
Das bringt mich in die Gegenwart zurück: Heutzutage besteht mein Alltag aus meiner chaotischen Familie, einem anstrengenden Brotjob, viel lernen und einigen Discordservern, die ich unter anderem auch leite.
Es ist ein stressiges Leben. Das will ich nicht leugnen. Aber ich bin glücklich mit der Chance, abends/nachts schreiben zu können und tagsüber das normale Leben zu bewältigen.

  1. Was hast Du bereits veröffentlicht? Wo kann man etwas von Dir finden? Verlag, Selbstverlag, gemischt, alles kostenfrei auf Deiner Website? Oder doch auf Seiten wie Fanfiktion?

Puh. Das wäre dann bei mir sehr bunt durchgemischt. So erscheint jeden Montag ein Lesebeitrag auf meinem Blog. Immerhin könnte ich all die Welten, die ich mir seit über zwanzig Jahren in meinem Kopf ausspinne, niemals in ein paar Büchern abhandeln. Deswegen kommen alle zusätzlichen und nicht direkt storyrelevanten Szenen oder Gedichte dorthin.
Meine Merichavenreihe (September 2019, Mai 2020, März 2021) und Die kleine Wolke Fuji (November 2020) sind/werden jedoch SP Bücher. Ich wollte hier ursprünglich den Weg über eine Agentur gehen, nur fühlte sich der Prozess falsch an. Nichts gegen die Leute, die es so machen! Es hatte einfach nicht zu meinen Büchern gepasst. Und bei Fuji hätte ich die Illustrationen bei den meisten Verlagen/Agenturen aus der Hand legen müssen. Das wollte ich aus persönlichen Gründen nicht …
Dafür habe ich bereits zwei Kurzgeschichten für Verlagsanthologien beisteuern dürfen. Das eine war die Meerjungfrauenanthologie vom Independent Bookworm Verlag (Juni 2020), das andere der BER darf nicht sterben vom Dirk Laker Verlag (September 2021). Beides sind/waren wunderbare Erfahrungen, die ich nur weiterempfehlen kann!
Alle veröffentlichten Werke sind auf meinem Blog unter der Rubrik Bücher zu finden.

  1. Gibt es Mitautoren? Stell sie ruhig vor! Haben sie auch etwas einzeln veröffentlicht? Du darfst gerne etwas Werbung machen! Wenn nicht, kannst Du es Dir vorstellen oder hattest einmal welche?

In den Anthologien gibt es weitere Autoren, jedoch hatte ich mit ihnen nicht direkt zu tun. Ansonsten schreibe und korrigiere ich meine Texte größtenteils allein.

  1. Kennst Du den NaNo? Wenn ja, wie machst Du dort mit? Welche Erfolge hattest Du bereits? Oder siehst Du nur gerne zu, wie wir anderen Autoren uns im Schlamm wälzen? Hast Du noch nie davon gehört?

Au ja! Seit 2017 nehme ich jedes Jahr daran teil und habe bislang immer meine Wortanzahl geknackt! Ich muss auch gestehen, dass der NaNoWriMo einen sehr großen Platz in meinem Herzen einnimmt, seitdem er meine Schreibblockade 2017 gelöst und mir wieder Mut gemacht hat.
Jedes Jahr warte ich nun sehnsüchtig auf den November, hoffe, dass mir nicht noch einmal der Rechner mit knapp 6k vermissten Wörtern abstürzt und animiere meine Freunde und Familienmitglieder, selbst mitzuschreiben!
(Falls ihr noch nicht dran teilgenommen habt, versucht es ruhig! Es macht riesigen Spaß!)

  1. Bist Du in einem Schreibforum aktiv? Warst Du es? Oder hältst Du nichts davon?

Da ich zum Schreiben kam, weil es mir schlichtweg Spaß machte, sah ich keinen Sinn darin, ein solches Forum aufzusuchen. Ich war mir unsicher, ob ich es nicht verkomplizieren würde, wenn ich verschiedene Theorien mit anderen Autoren durchnahm.
Mittlerweile finde ich die abgewandelte Version davon aber ganz interessant. Ich bin in verschiedenen Discordservern unterwegs, die sich mit Schreiben oder Lesen auseinandersetzen. Vor allem interessieren mich dabei die Meinungen der Leser, mit denen ich im „Fluss der Fantasie“ austauschen kann. Hier begegnen sich Leser und Autoren freizeitlich – mit Lesungen, Spielen und freundlichen Gesprächen.

  1. Welche Art Schreiber bist Du? Plotter? Pantser? Plantser? Oder doch eher etwas anderes?

Meine Bücher plotte ich bis ins allerkleinste Detail durch. Jede Beschreibung ist bewusst gewählt. Die Werke quellen über mit subtilen Anmerkungen, die erst beim zweiten Mal alle verstanden werden sollen. Damit will ich den Lesern eine Chance geben, das Ende zu erahnen, damit sie mitfiebern können.
Aber im November ist alles anders.
Ich hatte oben schon einmal erwähnt, dass der NaNoWriMo 2017 eine Schreibblockade gelockert hatte. Nun, dass war dem damaligen Panstern zu verdanken. Denn ich wollte einfach mal drauf losschreiben, um meine damaligen Probleme ausblenden zu können.
Daraus entwickelte sich eine vielschichtige Geschichte. Eine, die jedes Jahr erweitert wird. In dieser Story schreibe ich alles so, wie es sich richtig anfühlt. Es wird nichts vorhergeplant. Es wird nichts aufgebaut. Es wird nur erzählt. Es ist ein kreatives Outlet, das ich sehr genieße und nur wärmstens weiterempfehlen kann!

  1. Gehörst Du zu den Schreibern, die alles in einem Dokument runter rattern und dann korrigieren oder zu denen, die für jedes Kapitel ein eigenes Dokument haben? Oder wie machst Du das?

Da ich schon mal mit Datenverlust zu kämpfen hatte und mein alter Rechner sehr langsam war, musste ich mir ein praktisches System angewöhnen:
Die Kapitel werden in einzelnen Dokumenten verfasst, aber wenn sie die erste Rohüberarbeitung überstanden haben, werden sie in einem Sammeldokument mit den vorherigen Kapiteln abgespeichert.
So habe ich beim Überarbeiten alles druckreif zusammen und die kleineren Dateien dienen als Backup/Schnellöffnungen bei langsamen Computern.

  1. Welche Freizeitaktivitäten hast Du, die Dir beim Schreiben helfen? Zum Beispiel Bogenschießen oder Reiten.

Neben dem Lesen zeichne und musiziere ich gern. Außerdem macht mir das Lernen Spaß, weswegen ich mich gern mit Linguistik, Psychologie oder seltsamen Fakten befasse, die ich anschließend in meine Werke einfließen lasse.
Seit ein paar Jahren habe ich nun auch ein Fable für Musicals entwickelt und höre mir gerne Hamilton, Dear Evan Hansson oder In the Heights an. Die klassischen Musicals bleiben dabei aber leider außen vor. Auch mache ich mir immer wieder Hörbücher an, wenn ich auf meine Kinder aufpasse. Sie freuen sich, dass Mamas Handy lustige Dinge erzählt und Mama erfährt nebenbei wie His Dark Materials endet.

  1. Welches Genre bedienst Du am Liebsten und weshalb eigentlich?

Puh. Genres sind so eine fiese Sache: So schreibe ich gerne düster, aber nicht Horror. So schreibe ich gerne spannend, aber nicht Action. So schreibe ich gern von Beziehungen, aber nicht Romanzen. So schreibe ich gern mit fantastischen Elementen, aber nicht klassisches Fantasy.
Vielleicht könnte man es im Englischen als Dark Suspense Young/New Adult zusammenfassen. Oder Urban Fantasy Suspense? In Deutsch habe ich leider noch keine passende Bezeichnung gefunden. Jedoch gefällt es mir, auch düstere Themen mit einfließen zu lassen und so sind triggernde Elemente in jedem meiner Werke vorhanden.
(Triggerliste auf meinem Blog einsehbar – in Zukunft wird es auf den Covern immer einen QR-Code geben, der einen direkt auf die Seite führt.)

Da hatten wir nun die Fragen bezüglich Deiner Selbst. Je mehr Du uns erzählen willst, umso besser. Viele Autoren hatten in der letzten Runde Angst, dass sie viel zu viel geschrieben hätten. Aber das hat dann doch keiner geschafft (keine Herausforderung 😉 ).
Im Gegenteil hatten die meisten, die solche Angst hatten, kein außergewöhnlich langes Interview, also gibt es keinen Grund zur Sorge.

  1. Papier, Laptop, Notebook, Notizblock, Sprachmemos, Handy, Tablet, Bleistift, Füller, Kuli, malst Du Portraits oder Karten? Nenn uns Deine kleinen Helferlein. Auch gerne Programme – wie Papyrus! Gerne mit Empfehlungen.

Jede meiner Geschichten hat anfangs maximal ein A4 Blatt, das es sein eigenen nennen darf. Darauf kommen alle wichtigen Informationen: Stammbäume, Personenkonstellationen, wichtiges Vokabular, Eckdaten zu Charakteren oder dem Setting, kurzer Themenabriss oder sogar ein Kapitelplan. Manchmal finden Landkarten oder Skizzen ihren Weg auf den Zettel.
Dieser Zettel ist die Grundlage einer jeden Geschichte.
Danach wird der Rest am Computer erledigt: In Word werden die ersten Textdokumente erstellt, in Excel einige Personenlisten (die Formeln helfen super dabei, das Alter auszurechnen oder nach bestimmten Informationen zu filtern. Zur Überarbeitung erstelle ich alles nochmal in Papyrus. In dieser Überarbeitungsphase werden alle Daten eingehend geprüft und überarbeitet.
Weiterhin arbeite ich auch mit Ancestry und ClipStudio, um Cover oder Stammbäume zu erstellen. Allerdings sind das dann eher die Randprojekte.

  1. Man kennt es ja, eigentlich sollte man niemals seine Helden treffen. Manchmal ist es jedoch ganz cool – uns ist das zum Beispiel ein Mal passiert – hast Du schon einmal Deinen (Buch-)Helden getroffen oder würdest Du gerne? Wie ist es gelaufen/ wie würdest Du es Dir vorstellen?

Da mein Buchheld ein wandelndes Skelett ist, komme ich auch ohne ein traumatisierendes Treffen aus. Danke, aber nein danke. C;
(Ich würde mich bei so einem Treffen nur als Flummi lächerlich machen.
Jau… Muss definitiv nicht sein.)

  1. Wo wir gerade bei Helden sind. Die Charaktere sind unsere (Anti-)Helden und halten uns auf Trab. Wie wichtig ist Dir ihre Tiefe? Oder magst Du es beim Lesen/Schreiben eher, sich auf andere Dinge zu konzentrieren? Zum Beispiel die Reise an sich und all ihre Spannung?

Mir geht es bei jeder Geschichte – egal ob meine eigene, eine, die ich lese oder die ich lektoriere – immer um die Verständlichkeit der Figuren. Von daher ist mir die Tiefe überlebenswichtig. Des Weiteren glaube ich eh, wenn man einen ordentlichen Plot hat und die Charaktere ausgereift sind, entwickelt sich der Spannungsbogen beinahe von allein.

  1. Wie viel Ärger bringen Dir Deine Figuren? Gehören sie, wie bei uns beim Bambusblatt, zu denen, die sich selbst benennen und Dir ihre Geschichte erzählen oder hast Du alles fest im Griff?

Während des NaNoWriMos verfallen sie in pure Anarchie. Ansonsten sind die restlichen eigentlich artig.
(Und wenn nicht, wissen sie, was ihnen blüht. Muhahahaw!)

  1. Oben wird es schon halb gefragt, aber: Nutzt Du Zeichnungen für Deine Charaktere? Programme, um sie genau zu erfassen, mit Stammbaum, Aussehen und dergleichen?

Für den Stammbaum möchte ich noch einmal auf Ancestry verweisen. Ansonsten zeichne ich manchmal aus Langeweile einige Figuren mit Kuli oder Bleistift. Allerdings bleiben diese Bilder meist Skizzen, die als Motivation dienen.
Zeichnungen für das fertige Buch entstehen hauptsächlich über Clip Studio. Darunter fallen hauptsächlich Covers oder Bilderbuchseiten.
Früher habe ich auch mal mit Photoshop gearbeitet. Und obwohl ich freizeitlich immer wieder darauf zurückgreife, benutze ich es irgendwie nicht mehr für die großen Projekte.

  1. Die Frage gab es bereits beim letzten Mal, doch: Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

Nein. Es gab Fälle, in denen der Charakter fehl am Platze wirkte, aber das fiel mir meist schon im Plotten (dieser Prozess dauert bei mir teilweise mehrere Jahre) auf. Von daher konnte ich die Probleme herauskitzeln und eines nach dem anderen lösen, bis das Gesamtwerk wieder stimmte.

  1. Wie sieht es mit realen Vorbildern aus?

Als Kind habe ich immer meinen Großvater bewundert. Er hat selber Gedichte geschrieben und vorgetragen. Das hat mich damals sehr beeindruckt und ich habe eifrig den Erlkönig oder Zauberlehrling mit fünf Jahren geübt, bis ich die Texte fehlerfrei zitieren konnte.
Später habe ich dann Derek Landy als Vorbild zum Schreiben gefunden. Seine Geschichten haben einfach zu viele Lacher aus mir heraus gekitzelt. Ich liebe seine Widmungen und die Art und Weise, wie er aktuelle Themen in seinen Büchern aufgreift. (So wird der Hype von Twilight genial angeschnitten sowie ein gewisser Präsident.)

  1. Welche ist Deine beste Figur? Beziehungsweise Deine am meisten Geliebte? Und welche ist genau das Gegenteil?

Persönlich mag ich Lucifer aus Merichaven wirklich sehr. Er hat eine lange Entwicklung hinter sich und musste so viel durchmachen, dass ich mich beinahe ein wenig dafür schäme.
Beinahe.
Aber meine schlechteste Figur … Bislang haben weder meine Leser noch ich mich entscheiden können. Hm … Ich mag Ellinore aus Merichaven nicht sonderlich, weil sie ihre Kinder wissentlich verdammt hat. Aber sie hatte ihre Gründe und da ich diese kenne, kann ich ihr nicht wirklich böse sein …
Das ist das Problem beim intensiven Plotten. Ich kann keinen Charakter hassen, weil ich sie alle irgendwo verstehen kann.

  1. Wenn Du ungehorsame Figuren hast, wie würdest Du sie manchmal am liebsten „bestrafen“ (oder machst es im Buch sogar) oder was würdest Du ihnen gerne einmal freundlich ins Gesicht schreien?

Beim NaNoWriMo habe ich schon mehrfach geflucht, weil Charaktere aufeinander gestoßen sind und es nicht mehr gut enden KONNTE.
Dann wurde der Laptop zugeklappt. Es wurde durchgeatmet. Fluchtpläne wurden geschmiedet. Sie wurden verworfen.
Und das Medra hat sich einen Boxsack gewünscht. :C

  1. Hast Du schon mal einen Charakter getötet, bei dem Du das eigentlich nicht wolltest? Denkst Du da an Konsequenzen? Oder hat doch mal einer überlebt, der eigentlich seine Zeit hinter sich hatte?

Die Konsequenzen sind mir leider bei jedem Tod schmerzlich bewusst. Deswegen wird dieser Schritt von Anfang an geplant und nur mit Vorsicht genießend begangen.
Trotzdem habe ich bereits mehreren Figuren hinterher geheult.

  1. Hat eine traurige Szene in Deinen eigenen Werken Dich wirklich, und nicht nur so dahin gesagt, zu Tränen gerührt, weil die Figuren Dir so am Herzen lagen? Muss auch keine negative Szene sein, vielleicht haben sie sich endlich geküsst oder gar geheiratet? Vielleicht hast Du auch nicht mit ihnen gefühlt, sondern warst einfach nur sehr erleichtert, dass sie es gebacken bekommen haben?

Bislang habe ich diesen Effekt zweimal am eigenen Leib erfahren dürfen. Einmal bei dem Tod einer Mutter, die in den Armen ihrer Tochter stirbt (das dazugehörige Buch ist in Bearbeitung – es sollte Ende nächsten Jahres fertig sein) und ein weiteres Mal als eine Frau ihren Ziehvater retten will und er sie nach jahrelanger Pein um Erlösung vom Leben bittet.
Letztere Szene musste ich leider im fertigen Werk stark kürzen, weil das Buch sonst kein Jugendbuch mehr gewesen wäre …

Dann gehen wir nun einmal in die letzte Etappe!

  1. Als Autor bist Du vermutlich selbst Leser. Beschreibe uns doch gerne Deinen perfekten Leseabend, Lesemorgen oder wie auch immer Du liest. Ist das Notizbuch dabei stets gezückt? Stürzt Du Dich direkt auf jedes neue Werk Deines Lieblingsautors oder bist Du da eher „gildenfrei“ oder entspannt?

Wenn ich kann, würde ich den ganzen Tag lesen. Am liebsten lege ich mich dafür bäuchlings auf den Boden oder aufs Bett. Daneben brauche ich von Anfang an etwas zu trinken oder zu essen, das Handy wird vom Internet getrennt und dann wird die Geschichte verschlungen.
Wenn ich auf dem Kindle lese, markiere ich mir sogar ab und zu Phrasen oder Worte, die ich besonders schön finde. Bei richtigen Büchern lass ich es jedoch bleiben, weil ich strikt gegen Schmierereien in Werken bin. Dadurch muss ich sie mir dann selber merken und mal meine grauen Zellen fördern!
Sonst lerne ich ja nichts.

  1. Hast Du Dich schon einmal an eine Lesung getraut? Vielleicht ja nicht in einer Buchhandlung, aber eine Wohnzimmerlesung oder über einen Discordserver für Autoren? Das alles kommt ja immer mehr. Oder willst Du – verständlicherweise – niemanden einfach in Deine Wohnung lassen? Traust Du Dich laut vorzulesen?

Ich habe schon einige Male beim Fluss der Fantasie Lesungen gegeben. Aber meine erste „richtige“ Lesung findet im September an einer Schule statt. Darauf freue ich mich bereits riesig!

  1. Wo wir gerade bei Mut sind: Hast Du Dich schon einmal etwas getraut zu schreiben, bei dem Du am Ende dennoch da gesessen und Dich für mutig gehalten hast oder dumme Kommentare befürchten musstest?

Das wäre mein NaNoWriMo Projekt 2017, Im Kreise der Jahreszeiten. Da ich damals zum allerersten Mal das Pantstern versucht hatte, war ich entsprechend unsicher und verängstigt.
Da am Ende aber alles geklappt hatte und die negative Kritik meiner Testleser ausblieb, konnte ich meinen spontanen Ideen wieder mehr vertrauen.

  1. Frage an (ehemalige) Selfpublisher: Machst Du Deine Cover selber oder leistest Du Dir einen Designer? Wie läuft es bei Dir in die ein oder andere Richtung ab?

Für Merichaven habe ich Requisiten gebastelt und diese für das Cover entsprechend angeordnet. Es wurden Fotos geschossen. Farben angepasst. Kleinigkeiten ausgebessert. Format angepasst. Titel und Buchrücken eingefügt …
Und dann war ich auch schon zufrieden! C:
Für Fuji habe ich es kurzerhand selber gezeichnet. Es musste ja zum restlichen Stil des Kinderbuches passen und wenn ich schon den Rest in dem Buch zeichne, muss ich da ja nicht aufhören C;

  1. Wie holst Du Dir Rezensenten? Wo findest Du sie? Welche Tipps (auch Blogs, wenn diese die Empfehlungen erlauben) hast Du?

Ich bitte die Leute einfach darum, wenn sie mir erzählen, dass sie eines meiner Bücher gelesen haben oder lesen werden. Einmal habe ich auch eine Buchverlosung veranstaltet und dabei eine sehr oberflächliche und – in Teilen sogar – inhaltlich falsche Rezension zurückerhalten. Das fand ich sehr schade, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass diese Leserin das Buch wahrhaftig gelesen hatte. Seit jeher halte ich nicht viel von Buchverlosungen.
Gegen negative Rezensionen habe ich bislang nichts aktiv unternommen. Der oben erwähnten Leserin hat mein Buch nicht gefallen. Das war ihre Meinung. Und ich fand es gut, dass sie es ehrlich niederschrieb, auch wenn mich die falsche Wiedergabe geärgert hat.
Jedoch schreibe ich meine Bücher nicht, um mich anschließend mit den Lesern zu zanken.

  1. Wie gehst Du mit Rezensionen, negativ und positiv, um? Welche Tipps oder Anmerkungen hast Du für andere Autoren?

Bei sehr ungenügenden/unverständlichen Rezensionen, stelle ich meist eine kurze Nachfrage und bitte um eine Erklärung. Aber ansonsten belasse ich es dabei.
Ansonsten teile ich gern die Positiven über Twitter. Sie heitern mich auf und diese Freude soll nicht ungeachtet bleiben.

  1. Für alle, die schon mal beim Verlag veröffentlicht haben: Wie läuft dieser Prozess ab? Gibt es Tipps von Deiner Seite? Vor allem Geheimtipps und „nicht nur“, dass man es immer weiter versuchen soll? Wie ist das Gefühl, sein Werk in einer Buchhandlung zu sehen?

Ich denke, man sollte immer kritikfähig und ruhig bleiben.
Ja, im Lektorat wird es Anmerkungen geben. Teilweise sind vielleicht Dinge mit Fragezeichen markiert, die drei Seiten zuvor erklärt wurden. Teilweise dauern die einzelnen Prozesse ewig.
Von daher kann ich nur sagen: Ruhig bleiben und erst nachdenken, dann antworten. Der Verlag ist auch daran interessiert, dass das Buch ein Erfolg wird. C;

  1. Auch an die Selfpublisher, wie ist das Gefühl, sein Buch in der Handlung zu sehen? Und wie kommt ihr dorthin? Sprecht ihr zum Beispiel die Händler an?

Bislang hatte ich leider noch nicht dieses Glück. :C

  1. Möchtest Du jemanden grüßen? Menschen danken? Ihnen hier eine Spalte zur Verfügung stellen?

Dann wären wohl als erstes meine Alphatestleser an der Reihe: Die beiden haben bislang fast alles von mir gelesen und mir super weitergeholfen! Danke, Don und Madame! Ihr seid super!
Weiterhin bin ich meinen Kindern dankbar, dass ihre bloße Anwesenheit mich wachgerüttelt hat. Dank der Kleinen habe ich meine Bücher veröffentlicht sehen wollen!

  1. Wie beim letzten Mal möchten wir Dir hiermit die Möglichkeit geben, Dich anzubringen, Deine Werke anzupreisen, Werbung zu machen. Und/oder ein Schlusswort hinzuzufügen.

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr mich ja mal auf meinem Blog besuchen. Außerdem bin ich viel auf Twitter und Instagram unterwegs.
Bislang sind nur drei Bücher von/mit mir erschienen. Merichaven: Kidnapped, Merichaven: Getaway und die Meerjungfrauenanthologie vom Independent Bookworm Verlag.
Demnächst werden Der BER darf nicht sterben (September 2020), Die kleine Wolke Fuji (November 2020) und Merichaven: Reminiscing (März 2021) erscheinen – und ich fiebere schon jetzt jeder einzelnen Veröffentlichung entgegen. Cx
Zuletzt bliebe nur noch zu sagen:
Wen ich neugierig gemacht habe, der kann ja im November an meinem OBM Stand oder im Discordserver vom Fluss der Fantasie vorbeischauen. C:
Ich freue mich auf Euch!

Alle Links von Medra Yawa gibt es hier nochmals zusammengefasst.

(Copyright Merichaven Getaway und Merichaven Kidnapped: Medra Yawa
Copyrigt Meerjungfrauen: Katharina Kolata)

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