Rezension: Flip My Heart (Liv Modes)

Liv Modes - Flip My Heart
(Copyright Cover: Carlsen Impress / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

»Flip My Heart« der deutschen Autorin Liv Modes erschien am 18. November 2021 bei Carlsen Impress. Passend zur Weihnachtszeit, in der die Geschichte zum großen Teil auch spielt. Das Taschenbuch mit 245 Seiten bekommt man für 12,99€, das Ebook bereits für 2,99€.
Uns wurde die Geschichte in Form eines Ebooks als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt, nachdem wir mit der Autorin ein wenig mehr ins Gespräch gekommen sind. Dennoch beeinflusst das wie immer natürlich in keiner Weise die hier dargelegte Meinung.

»Flip My Heart« wird angepriesen als »berührende Winter-Sports-Romance über das Sprengen von Grenzen« und meiner Meinung nach trifft diese Beschreibung gut zu.
Protagonistin Mels Leben besteht aus Eiskunstlauf. Am liebsten würde sie jede freie Minute auf dem Eis verbringen und für ihren großen Traum, eine Medaille bei den olympischen Winterspielen, trainieren. Dafür vernachlässigt sie sogar die Schule und insbesondere ihre Französisch-Noten, was bei den Eltern und vor allem ihrem Vater, der ihre Leidenschaft finanziert, nicht besonders gut ankommt. Er nimmt sie über die Weihnachtsferien für ein paar Tage in ein Wintersport-Resort mit. Er muss dort arbeiten, Mel soll Französisch lernen, um zum Abitur zugelassen zu werden. Die Bedingung, damit er ihre Sportlerkarriere weiterhin finanziert.
Niemand ist wirklich begeistert von dieser Situation, bis Mel im Hotel die gleichaltrige June Rovelier kennenlernt. Die beiden kommen sich rasch näher und verbringen viel Zeit miteinander, bis herauskommt, dass die Verbindung zu Junes Familie Mel die Olympia-Chance kosten könnte, von der sie so sehr träumt.

Ich persönlich bin eigentlich kein Fan von Romance und habe nur wenig Interesse an Wintersport. Nach den netten Gesprächen mit der sehr sympathischen Autorin haben wir uns aber dazu entschlossen, sie nach einem Rezensionsexemplar ihres Buches zu fragen und ich bin sehr froh darüber. »Flip My Heart« hat nicht nur ein wunderschönes Cover, das perfekt zur Geschichte passt und winterliche Stimmung aufkommen lässt, es hat mir auch trotz des Genres und dem Bezug zum Wintersport sehr viel Spaß gemacht. Tatsächlich bin ich jetzt ein bisschen neugierig auf Eiskunstlauf. Im Buch wird man nicht mit Begriffen überfordert, aber man merkt deutlich, dass Liv Modes weiß, worüber sie da schreibt. Zwar kann ich mit den Namen der Eiskunst-Figuren nichts anfangen, aber das muss man auch gar nicht. Irgendwie bekommt man trotzdem ein Gefühl für die Sache. Dass sich die Handlung nicht nur auf die anbahnende Liebesbeziehung zwischen Mel und June konzentriert, sondern auch das Eiskunstlaufen so wichtig ist, hat eine erfrischende Komponente mit eingebracht.
»Flip My Heart« ist zwar eine süße Liebesgeschichte mit viel Repräsentation, aber vor allem Letzteres steht nicht so im Vordergrund. Vielmehr geht es hier wirklich um den Sport an sich, um das Erwachsenwerden, die erste große Liebe und eben das Sprengen von Grenzen. Konflikte entstehen eher aus den familiären Situationen, denn beide Mädchen haben es nicht so leicht Zuhause und Junes Verbindung zur Jury des Wettbewerbes, bei dem Mel mit ihrem besten Freund antreten möchte, macht die ganze Situation nicht einfacher.
So ist Homophobie zum Beispiel auch gar kein Problem, was ich als schöne Abwechslung empfunden habe, da das sonst oft Konflikt-Thema Nummer 1 ist.
Ebenso erfrischend fand ich, dass am Ende nicht alles gut und rosarot war. In der Geschichte wird nebenbei ein Schicksal thematisiert, dass alles andere als ein schönes Ende nimmt. Junes kleiner Bruder Armand Rovelier war mir aber so sympathisch, dass ich gerne noch mehr von ihm lesen würde (noch dazu hat er einen unfassbar schönen Namen, wie ich finde). Er ist auf jeden Fall mein Liebling und der heimliche Held dieser Geschichte.
Auch Mel und June mochte ich wirklich gerne. Sie sind mit ihren 18 Jahren noch sehr jung und treffen eben manchmal dumme Teenie-Entscheidungen, aber das macht sie sehr authentisch.

Das ganze Ende ist sehr herzerwärmend, obwohl ich hier auch einen Kritikpunkt anbringen muss. Ich mochte es sehr, dass die Figuren am Ende ihr Ding durchziehen, aber die Reaktionen ein, zwei anderer Charaktere darauf finde ich nicht so nachvollziehbar. Das ist etwas schade, da hätte ich mir noch ein wenig mehr Konflikt gewünscht.
Ansonsten hätte der Schreibstil für meinen Geschmack an manchen Stellen noch etwas ausgearbeiteter sein können, aber das mag daran liegen, dass ich dieses Genre normalerweise nicht lese und eher aus dem Phantastikbereich komme. Der locker-flockige Schreibstil passt aber gut zur Protagonistin Mel und das ist für mich letztendlich immer das Wichtigste.

Diese beiden kleinen Kritikpunkte kann ich aber getrost außen vor lassen. »Flip My Heart« hat mir sehr viel Spaß gemacht. Mehr, als ich bei dem Genre erwartet hatte.

Mein Fazit

»Flip My Heart« von Liv Modes ist eine süße und herzerwärmende Geschichte über das Erwachsenwerden, das Sprengen von Grenzen und den Eiskunstlauf. Vor allem zur Weihnachtszeit eine äußerst passende Geschichte, aber auch in anderen Monaten kann man sie sehr gut lesen. Ich habe sie zu Weihnachten begonnen, aber erst im März zu Ende gelesen, da ich aus verschiedenen Gründen vorher nicht dazu kam.
Und obwohl ich normalerweise weder Romance lese, noch mich groß für den Wintersport interessiere, hat mir »Flip My Heart« wirklich viel Spaß gemacht. Es ist leichte Lektüre für zwischendurch, an der man sich einfach erfreuen kann, obwohl es auch einige weniger schöne Themen behandelt.
Von meiner Seite gibt es hier eine klare Kaufempfehlung. Natürlich für alle Romance- und Eiskunstlauf-Fans, aber auch für alle anderen, die gewillt sind, sich auf diese Themen einzulassen.


Geschrieben von Roberta


Verlagsseite des Buchs
Website der Autorin Liv Modes

„Flip My Heart“ bei Thalia*

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