Rezension: Pandora (Neue Chronik der Vampire 01) (Anne Rice)

Anne Rice - Pandora (Neue Chronik der Vampire 01)
(Copyright Cover: Fischer Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

»Pandora« ist der Erste von zwei Bänden aus der Nebenreihe der Chronik der Vampire von Anne Rice, die sich »Neue Chronik der Vampire« nennt. Im Original erschien das Buch 1998, unsere Version ist die Zweitauflage von Fischer aus dem September 2002.
Chronologisch gesehen ist »Pandora« zwischen »Merrick« und »Armand der Vampir« angesiedelt und ich würde auch jedem empfehlen, es zwischen diesen beiden Bänden der Hauptreihe zu lesen, damit man das volle Erlebnis hat und hinterher nicht vielleicht verwirrt ist, obwohl beides auch unabhängig voneinander lesbar ist.

In »Pandora« erzählt die namensgebende Bluttrinkerin ihre Geschichte. Diese reicht ebenso wie bei Marius bis in das antike Rom vor zweitausend Jahren zurück. Wie schon in der Rezension zu »Blut und Gold« vermutet, erfahren wir hier tatsächlich mehr über die damalige Zeit und das Leben in Rom, wenngleich Pandora alles recht knapp zusammenfasst. Aber es reicht, um einen groben Einblick zu bekommen. Sowohl was ihr eigenes Leben betrifft als auch einiges bezüglich Marius. Denn der tritt sehr früh in das Leben der damals noch äußerst jungen Pandora und hinterlässt dort einen bleibenden Eindruck.
Als erwachsene Frau ist Pandora schließlich dazu gezwungen, aus Rom zu fliehen, und gelangt nach Antiochia. Schon auf dem Weg dorthin quälen sie Albträume von einem Bluttrinker. Sie glaubt an Wiedergeburt, denn diese Träume kehren immer zurück. In Antiochia wird sie erneut mit dem Thema konfrontiert und letztendlich tritt auch Marius wieder in Erscheinung.

Wer »Blut und Gold« gelesen hat, weiß in etwa, wie diese Begegnung endet, für alle anderen spoiler ich jetzt nicht. Ohnehin gibt es über Pandoras Geschichte, auch wenn diese nur recht knapp erzählt ist, einiges zu sagen. Erst einmal lernen wir natürlich sehr viel mehr über die Namensgeberin des Buches, die vorher immer nur eher am Rande vorkam. Über die man durch Marius hörte. Die, wenn man es chronologisch liest, bis dahin eher wenige Auftritte hatte. Man lernt mehr über die Antike und auch Marius darf man einmal wieder aus einem anderen Blickwinkel betrachten, der ihm nicht immer elegant zu Gesicht steht. Was keineswegs bedeutet, dass ihn das unsympathischer macht. Marius-Fans sollten sich also nicht abgeschreckt fühlen.
Und man erfährt auch noch mehr über die göttlichen Eltern, über Jene, die bewahrt werden müssen.

Bei Pandora selbst bin ich mir nie ganz sicher, ob ich sie mögen soll oder nicht. Anne Rice hat einen passenden Charakter aus ihr geschaffen, aber ich persönlich finde sie auch oft anstrengend. Dennoch hat mir ihr Buch sehr viel Spaß gemacht. Im Gegensatz zu den anderen Büchern um die Vampire stellt es eher ein kurzweiliges Lesevergnügen dar. Das liegt zum einen an der überschaubaren Länge, zum anderen an dem lockeren Erzählton, der einen starken Kontrast zu Marius‘ Art und Weise, die Dinge zu schildern, bildet. So wie die beiden auch charakterlich absolut gegensätzlich sind und sich dennoch immer wieder anziehen.
Mein größter Kritikpunkt ist aber wohl der Buchsatz, denn aus irgendeinem Grund schafft der Fischer Verlag es bei manchen Büchern, die Zeilen nicht einzurücken, wenn es nötig wäre. Das macht es manches Mal etwas anstrengend zu lesen, bis man sich wieder daran gewöhnt hat.

Mein Fazit

»Pandora« fällt nicht nur etwas aus der Reihe, weil es kein Band der Hauptchronik ist, sondern auch weil der Erzählstil in diesem Buch sehr von den anderen Bänden abweicht. Das sorgt für ein kurzweiliges Lesevergnügen, ist aber auch ein wenig schade, da so die Geschichte sehr schnell und an den meisten Stellen nur recht knapp erzählt ist.
Dennoch hat mir »Pandora« viel Spaß gemacht und es fiel mir schwer, vielleicht auch gerade durch das Kurzweilige, das Buch für längere Zeit zur Seite zu legen.
Nur auch hier noch einmal die Anmerkung: Es ist zwar ein Band der Nebenreihe, aber wenn man Interesse an dem Buch hat, sollte man es am besten direkt nach »Merrick« lesen, wo es chronologisch angesiedelt ist.


Geschrieben von Roberta


Website der Autorin

Dazugehörig unsere Rezension zur Chronik der Vampire Band 1 „Gespräch mit einem Vampir“
Dazugehörig unsere Rezension zur Chronik der Vampire Band 2 „Der Fürst der Finsternis“
Dazugehörig unsere Rezension zur Chronik der Vampire Band 3 „Die Königin der Verdammten“
Dazugehörig unsere Rezension zur Chronik der Vampire Band 4 „Nachtmahr“
Dazugehörig unsere Rezension zur Chronik der Vampire Band 5 „Memnoch der Teufel“
Dazugehörig unsere Rezension zur Chronik der Vampire Band 6 „Armand der Vampir“
Dazugehörig unsere Rezension zur Chronik der Vampire Band 7 „Merrick“
Dazugehörig unsere Rezension zur Chronik der Vampire Band 8 „Blut und Gold“

8 Kommentare zu „Rezension: Pandora (Neue Chronik der Vampire 01) (Anne Rice)“

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