Rezension: Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland (Christina Henry)

Christina Henry - Die Chroniken von Peter Pan: Albtraum im Nimmerland
(Copyright Cover: Penhaligon Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

»Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland«, eine Adaption von J. M. Barries Kurzgeschichten, aus der Feder von Christina Henry ist der erste Band der Dunklen Chroniken, der sich nicht um Alice dreht, sondern eben um Peter Pan und Captain Hook. Er erschien am 28. Juni 2021 als Hardcover und eBook bei penhaligon und wurde uns über das Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Captain Hook und wer unseren Blog und uns ein bisschen verfolgt, der weiß wohl, dass alleine das gereicht hätte, um mich auf dieses Buch aufmerksam zu machen, denn bekanntermaßen ist Captain Hook Pirat.
Um Peter Pans Geschichte ranken sich viele Theorien. Den meisten wird wohl vor allem auch die Disney-Verfilmung im Gedächtnis sein, in der Peter Pan der Gute ist und Captain Hook eben der Böse.
Christina Henry stellt diese Geschichte mal wieder ein wenig anders dar und schon das hat mich neugierig gemacht. Hook will uns erzählen, dass Peter nicht der strahlende Held ist, sondern eigentlich sogar ziemlich wahnsinnig. Er berichtet in diesem Buch, wie er zu dem Piratencaptain wurde, den wir alle kennen.

Peter Pan lebt in Nimmerland und holt regelmäßig andere Jungen zu sich, damit sie ihm Gesellschaft leisten und mit ihm spielen und Abenteuer erleben können. Die sind oft etwas brutaler und gefährlicher, als man das gemeinhin vielleicht erwarten würde.
Jamie, unser Protagonist, der die Geschichte erzählt, ist schon viele, viele Jahre auf der Insel und hat gemeinsam mit Peter schon sehr viel erlebt. Er ist sozusagen seine rechte Hand und er ist auch der Beschützer der Jungen, denn Peter kümmert sich außerhalb der Spiele nicht groß um seine Kameraden. Das ist Jamie schon immer sauer aufgestoßen, aber als Peter dann auch noch einen fünfjährigen Jungen namens Charlie auf die Insel holt, der sich nur an Jamie hängt und sehr ängstlich ist, scheint die Situation langsam zu eskalieren. Eines kommt zum anderen und letztendlich ist Jamie nicht mehr so sicher, was er von Peter halten soll.

»Du denkst, du fliegst ins Glück … und landest im Netz eines Monsters.«

Dieser Satz rahmt die Handlung ein (und gliedert sich nebenbei wunderbar in die Gestaltung ein) und hat mich gemeinsam mit dem Klappentext äußerst neugierig auf diese Geschichte gemacht.
Mir haben schon die drei Bände um Alice und Hatcher gut gefallen und eigentlich war ich trotz Captain Hook nie ein Fan von Peter Pan, aber die Geschichte erwachsener und aus der Sicht des Piraten erzählt? Das war dann schon ein Köder.
Ich hatte ja ein bisschen Sorge, dass ich zu viel von diesem Buch erwarte, weil ich mich so sehr darauf gefreut habe, aber ich kann sagen, dass ich absolut nicht enttäuscht wurde.
Es ist anders als Alice. Es fängt seichter an und die Grundgeschichte ist natürlich auch schon weniger verrückt. Man lernt erst einmal ein bisschen die Figuren kennen und durch all diese Dinge wirkt es am Anfang vielleicht, als würde die Tiefe fehlen. Ich fand es allerdings sehr passend, da diese Geschichte eine andere Ausgangslage hat als bei Alice, die aus einer Irrenanstalt entkommt. Jamie hat ein eher gefestigtes Leben und erst nach und nach tun sich Dinge auf, die ihn zum Nachdenken bringen.
Die Art der Geschichte ist also anders, natürlich auch weniger verrückt, aber dennoch passt »Albtraum im Nimmerland« wunderbar in die »Dunklen Chroniken«. Christina Henry spart nicht an Brutalität und hier sollte man im Kopf haben, dass es sich um Kinder handelt, um die es in dem Buch geht. Wenn man damit also nicht gut umgehen kann, sollte man vielleicht einen Bogen um ihre Adaption von Peter Pan machen. Ich fand es allerdings an keiner Stelle unnötig brutal. Wenn ich Christina Henry lese, weiß ich in den meisten Fällen wohl mittlerweile, was mich erwarten könnte.

Mir hat die Geschichte sehr viel Spaß gemacht und nach einer kleinen Leseflaute, die sowohl Unlust als auch zu viel Arbeit geschuldet war, konnte »Albtraum im Nimmerland« meine Leselust wieder wecken.
Wie auch die beiden vorherigen Bücher habe ich es in einer Leserunde mit Kristin vom Blog Roman-Tipps und Vivka von A Winterstory gelesen und keiner wollte so richtig auf die anderen warten, wenn er schon mit einem Abschnitt durch war.

Einzig die Titel der Buchabschnitte hätte ich anders gewählt, denn manchmal könnten sie doch recht spoilernd sein. Wenn man also gänzlich unvoreingenommen an die Geschichte herangehen möchte, sollte man nicht durchblättern, sondern sich einfach überraschen lassen.
Natürlich kann man sich manche Dinge aber auch denken, wenn man das Original kennt.

Sowohl gestalterisch als auch erzählerisch steht »Albtraum im Nimmerland« den Bänden um Alice in nichts nach. Es reiht sich perfekt in die Vorgänger ein und passend zum oben genannten Spruch zieren Spinnenweben den Buchschnitt.

Mein Fazit

Ich habe viel von »Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland« erwartet und wurde nicht enttäuscht. Es ist zwar anders als Alice, aber nicht weniger gut. Wie gewohnt bietet Christina Henry uns eine düstere Adaption eines Klassikers und ich habe die gesamte Zeit gerätselt, wie Jamie sich zu Captain Hook entwickelt und ob er seine Hand wohl auch hier an ein Krokodil verliert.


Geschrieben von Roberta


Links zu „Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland“

Verlagsseite des Buches
„Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland“ bei Thalia*

Unsere Rezension zu „Die Chroniken von Alice 01 – Finsternis im Wunderland“
Unsere Rezension zu „Die Chroniken von Alice 02 – Die schwarze Königin“
Unsere Rezension zu „Die Chroniken von Alice 03 – Dunkelheit im Spiegelland“

Weitere Rezensionen zu „Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland“

Bei Roman-Tipps

5 Kommentare zu „Rezension: Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland (Christina Henry)“

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