Interviewrunde 2: Marie Mönkemeyer – Autorin

Autorin Marie Moenkemeyer
(Copyright Marie Moenkemeyer)

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Schick uns gerne noch Fotos von Dir oder Deinen Werken dazu. Links ebenso (diese speisen wir dann vernünftig mit ein). Bitte gib uns die Copyright-Angaben dazu.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂

1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
Wieso schreibst Du? Welche war Deine erste Geschichte? Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen. Immerhin bist Du der interessanteste Charakter in Deiner ganz eigenen Geschichte.

Geschichten ausgedacht habe ich mir, bevor ich schreiben konnte. Da liegt es nahe, Autorin zu werden. Studiert habe ich dann erstmal Geschichte und Klassische Archäologie (alte Griechen und Römer, keine Dinos).
Danach war ich zwei Jahre als Redakteurin für das  Pen&Paper-Rollenspiel „Das Schwarze Auge“ angestellt und habe auch einiges für das Rollenspiel veröffentlicht.
Mittlerweile lebe ich mit meinem Mann, unseren Büchern, einem Basilikum und einem Kekse liebenden Hausdrachen im Rhein-Main-Gebiet.

2. Was hast Du bereits veröffentlicht? Wo kann man etwas von Dir finden? Verlag, Selbstverlag, gemischt, alles kostenfrei auf Deiner Website? Oder doch auf Seiten wie Fanfiktion?

Das ist bei mir sehr unterschiedlich. Alles, was ich für das Rollenspiel „Das Schwarze Auge“ geschrieben habe, ist natürlich im entsprechenden Verlag erschienen. Das gilt auch für meinen Roman „Kurs Südmeer“.
Ich habe aber auch in einer Selfpublishing-Anthologie veröffentlicht und bin grundsätzlich für weiteres Selfpublishing offen. Möglicherweise gibt es auch etwas von mir auf Patreon zu lesen. Eine gute Übersicht gibt es auf meiner Webseite.

3. Gibt es Mitautoren? Stell sie ruhig vor! Haben sie auch etwas einzeln veröffentlicht? Du darfst gerne etwas Werbung machen! Wenn nicht, kannst Du es Dir vorstellen oder hattest einmal welche?

Wenn man so wie ich in Anthologien veröffentlicht, kommt da einiges an Mitautoren zusammen.  😉
Besonders hervorheben will ich Eevie Demirtel und Roxane Bicker. Kauft ihre Bücher, sie sind toll!
Und ja, ich würde bzw. werde es wieder tun und mit anderen zusammen veröffentlichen.

4. Kennst Du den NaNo? Wenn ja, wie machst Du dort mit? Welche Erfolge hattest Du bereits? Oder siehst Du nur gerne zu, wie wir anderen Autoren uns im Schlamm wälzen? Hast Du noch nie davon gehört?

Beim NaNo mache ich meistens mit, wobei ich während der Camps teilweise mehr Schreibzeit finde als im November. Zwischen sehr erfolgreich abgeschlossen und grandios gescheitert war schon alles dabei.

5. Bist Du in einem Schreibforum aktiv? Warst Du es? Oder hältst Du nichts davon?

Ich schätze das Forum der Schreibnacht sehr, bin aber leider nicht so aktiv, wie ich es gerne wäre. Irgendwie hat der Tag immer nur 24 Stunden.
Daneben habe ich zahlreiche Schreibfreunde, die ich teilweise auf dem Literaturcamp kennengelernt habe.

Kurs Südmeer von Marie Moenkemeyer
(Copyright Marie Moenkemeyer)

6. Welche Art Schreiber bist Du? Plotter? Pantser? Plantser? Oder doch eher etwas anderes?

Ich gehöre ganz klar zu den Plantsern. Plotten ja, aber trotzdem bin ich offen für das, was sich unterwegs ergibt oder verändert.

7. Gehörst Du zu den Schreibern, die alles in einem Dokument runter rattern und dann korrigieren oder zu denen, die für jedes Kapitel ein eigenes Dokument haben? Oder wie machst Du das?

Ich habe eine Schreibdatei und ein Notizbuch für unterwegs. Aber ich lagere alles, was nicht funktioniert oder an der Stelle nicht passt, in extra Dateien aus. Ich könnte es ja nochmal brauchen. Entsprechend kommen da schon einige Dateien zusammen.

8. Welche Freizeitaktivitäten hast Du, die Dir beim Schreiben helfen? Zum Beispiel Bogenschießen oder Reiten.

9. Welches Genre bedienst Du am Liebsten und weshalb eigentlich?

Ich schreibe vorwiegend Fantasy, weil mich die Frage „was wäre wenn“ immer wieder beschäftigt und mir die meisten Ideen gibt. Das ist nicht immer klassische Fantasy mit Elfen und Zwergen, aber eben keine reale Abbildung unserer Welt.
Ich schreibe aber auch gerne Romance. Oder Kombinationen aus Fantasy + Romance.

10. Papier, Laptop, Notebook, Notizblock, Sprachmemos, Handy, Tablet, Bleistift, Füller, Kuli, malst Du Portraits oder Karten? Nenn uns Deine kleinen Helferlein. Auch gerne Programme – wie Papyrus! Gerne mit Empfehlungen.

Ich nutze immer noch ganz simpel LibreOffice als Schreibprogramm. Außerdem habe ich unterwegs üblicherweise ein Notizbuch dabei, um schreiben zu können oder mir spontane Einfälle zu notieren. Zuhause schreibe ich die spontanen Geistesblitze oder Überlegungen auch gerne mal auf irgendwelche Schmierzettel, die ich dann ab und an abtippe. Überhaupt sind Zettel großartig, auch für Plotdiagramme eignen sie sich sehr gut.

Da hatten wir nun die Fragen bezüglich Deiner Selbst. Je mehr Du uns erzählen willst, umso besser. Viele Autoren hatten in der letzten Runde Angst, dass sie viel zu viel geschrieben hätten. Aber das hat dann doch keiner geschafft (keine Herausforderung 😉 ). Im Gegenteil hatten die meisten, die solche Angst hatten, kein außergewöhnlich langes Interview, also gibt es keinen Grund zur Sorge.

11. Man kennt es ja, eigentlich sollte man niemals seine Helden treffen. Manchmal ist es jedoch ganz cool – uns ist das zum Beispiel ein Mal passiert – hast Du schon einmal Deinen (Buch-)Helden getroffen oder würdest Du gerne? Wie ist es gelaufen/ wie würdest Du es Dir vorstellen?

12. Wo wir gerade bei Helden sind. Die Charaktere sind unsere (Anti-)Helden und halten uns auf Trab. Wie wichtig ist Dir ihre Tiefe? Oder magst Du es beim Lesen/Schreiben eher, sich auf andere Dinge zu konzentrieren? Zum Beispiel die Reise an sich und all ihre Spannung?

Für mich gilt: Ohne Charaktere keine Geschichte. Darum schreibe ich auch sehr charakterzentriert beziehungsweise treiben die Figuren und ihre Bedürfnisse die Geschichte vorwärts.

13. Wie viel Ärger bringen Dir Deine Figuren? Gehören sie, wie bei uns beim Bambusblatt, zu denen, die sich selbst benennen und Dir ihre Geschichte erzählen oder hast Du alles fest im Griff?

Das ist immer eine Kooperation zwischen mir und den Figuren.

14. Oben wird es schon halb gefragt, aber: Nutzt Du Zeichnungen für Deine Charaktere? Programme, um sie genau zu erfassen, mit Stammbaum, Aussehen und dergleichen?

Keine Zeichnungen, aber ich lege mir Charakterblätter und Tabellen an, um den Überblick über Details und Angewohnheiten zu behalten.

15. Die Frage gab es bereits beim letzten Mal, doch: Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

Nein, aber ändern. Dragio sollte in „Kurs Südmeer“ eigentlich ein paar Szenen mehr bekommen und hat sich geweigert.

16. Wie sieht es mit realen Vorbildern aus?

Ah puh … reale Vorbilder für meine Figuren? Jein, es gibt Personen, die mich zu Figuren inspirieren. Das schwankt von historischer Persönlichkeit bis zur Filmfigur. Mal ist es das Aussehen, mal ein Charakterzug oder etwas, das sie getan oder gesagt haben, das mich inspiriert oder ich aufgreife.

17. Welche ist Deine beste Figur? Beziehungsweise Deine am meisten Geliebte? Und welche ist genau das Gegenteil?

18. Wenn Du ungehorsame Figuren hast, wie würdest Du sie manchmal am liebsten „bestrafen“ (oder machst es im Buch sogar) oder was würdest Du ihnen gerne einmal freundlich ins Gesicht schreien?

Sie bestrafen? Nein. Aber ihnen freundlich ins Gesicht schreien, das kommt schon vor. „Warum machst du nicht, was du sollst? Warum interessiert dich das nicht?“

19. Hast Du schon mal einen Charakter getötet, bei dem Du das eigentlich nicht wolltest? Denkst Du da an Konsequenzen? Oder hat doch mal einer überlebt, der eigentlich seine Zeit hinter sich hatte?

Mit etwas zeitlichem Abstand fällt mir immer etwas ein, das ich hätte anders schreiben können. Dazu gehören auch nicht-stattgefundene Charaktertode. Aber die Geschichte ist in der Welt, ich kann es nicht ändern oder zurücknehmen. Ich merke mir das einfach für die nächste Geschichte und versuche, daraus zu lernen.

20. Hat eine traurige Szene in Deinen eigenen Werken Dich wirklich, und nicht nur so dahin gesagt, zu Tränen gerührt, weil die Figuren Dir so am Herzen lagen? Muss auch keine negative Szene sein, vielleicht haben sie sich endlich geküsst oder gar geheiratet? Vielleicht hast Du auch nicht mit ihnen gefühlt, sondern warst einfach nur sehr erleichtert, dass sie es gebacken bekommen haben?

Dann gehen wir nun einmal in die letzte Etappe!

21. Als Autor bist Du vermutlich selbst Leser. Beschreibe uns doch gerne Deinen perfekten Leseabend, Lesemorgen oder wie auch immer Du liest. Ist das Notizbuch dabei stets gezückt? Stürzt Du Dich direkt auf jedes neue Werk Deines Lieblingsautors oder bist Du da eher „gildenfrei“ oder entspannt?

Das kommt sehr darauf an. Mein perfekter Lesemoment besteht aus einem Tee, Schokokeksen, einem gemütlichen Sitzplatz und einem Buch, das mich so reinzieht, dass ich die Zeit vergesse.
Bei mittelmäßigen Büchern analysiere ich im Kopf den Plot, aber richtig gute Bücher sind für mich Pause, auch vom Schreiben.

22. Hast Du Dich schon einmal an eine Lesung getraut? Vielleicht ja nicht in einer Buchhandlung, aber eine Wohnzimmerlesung oder über einen Discordserver für Autoren? Das alles kommt ja immer mehr. Oder willst Du – verständlicherweise – niemanden einfach in Deine Wohnung lassen? Traust Du Dich laut vorzulesen?

Ich lese gerne, wobei es mir bei Online-Lesungen ein bisschen fehlt, mein Publikum direkt ansehen zu können. Auch mit Gesten lässt sich online nicht so gut arbeiten, ich habe Sorge, das Mikro runterzuwerfen.

23. Wo wir gerade bei Mut sind: Hast Du Dich schon einmal etwas getraut zu schreiben, bei dem Du am Ende dennoch da gesessen und Dich für mutig gehalten hast oder dumme Kommentare befürchten musstest?

24. Frage an (ehemalige) Selfpublisher: Machst Du Deine Cover selber oder leistest Du Dir einen Designer? Wie läuft es bei Dir in die ein oder andere Richtung ab?

25. Wie holst Du Dir Rezensenten? Wo findest Du sie? Welche Tipps (auch Blogs, wenn diese die Empfehlungen erlauben) hast Du?

Da ich auch schon auf der Blogseite (bei Teilzeithelden.de) gesessen habe, ein Tipp: Informiere dich genau, welche Blogs du für Rezensionszwecke anschreibst. Auf einem Blog für Krimis wird ein Kinderbuch nicht besprochen. Punkt. Und sei nett, Blogger sind auch Menschen, auf „lieber Blog“ reagieren die eher nicht.

26. Wie gehst Du mit Rezensionen, negativ und positiv, um? Welche Tipps oder Anmerkungen hast Du für andere Autoren?

Ich hebe mir gute Rezensionen auf, um sie an schlechten Tagen voller Zweifel wieder rauszuholen und zu lesen.
Schlechte Rezensionen lese ich einmal. Dabei schaue ich, ob da inhaltliches Feedback drin ist, das mir weiterhelfen kann oder ob da jemand nur herumstänkern wollte. Wenn es inhaltliches Feedback ist, schreibe ich es mir auf und versuche, daraus zu lernen. In einer ausführlichen Rezension, die gute und schlechte Punkte aufführt, ist immer etwas enthalten, aus dem sich lernen lässt.

27. Für alle, die schon mal beim Verlag veröffentlicht haben: Wie läuft dieser Prozess ab? Gibt es Tipps von Deiner Seite? Vor allem Geheimtipps und „nicht nur“, dass man es immer weiter versuchen soll? Wie ist das Gefühl, sein Werk in einer Buchhandlung zu sehen?

Informiere dich sehr genau, ob der Verlag zu deinem Buch passt. Nur weil du denkst, dass es passen könnte, tut es das noch lange nicht. Akzeptiere, dass es im Verlag Menschen gibt, die die Branche besser kennen als du. Auch wenn es doof klingt, ein Verlag ist auch ein Wirtschaftsunternehmen und sie müssen auch aus wirtschaftlichen Gründen Entscheidungen für und gegen Bücher/Cover/Autor*innen etc treffen. Wenn du abgelehnt wirst, ist das nichts persönliches.
Und – eine Verlagsveröffentlichung macht ein Buch nicht automatisch zum Bestseller.
Es ist toll, das eigene Werk in der Buchhandlung zu sehen. Aber meistens ist man dann gedanklich schon beim nächsten oder übernächsten Projekt.

28. Auch an die Selfpublisher, wie ist das Gefühl, sein Buch in der Handlung zu sehen? Und wie kommt ihr dorthin? Sprecht ihr zum Beispiel die Händler an?

29. Möchtest Du jemanden grüßen? Menschen danken? Ihnen hier eine Spalte zur Verfügung stellen?

Ich möchte an dieser Stelle auf die Challenge #WirlesenFrauen und auf Indie-Bücher aufmerksam machen. Für einen bunten Buchmarkt!

30. Wie beim letzten Mal möchten wir Dir hiermit die Möglichkeit geben, Dich anzubringen, Deine Werke anzupreisen, Werbung zu machen. Und/oder ein Schlusswort hinzuzufügen.

Da ich hier Werbung machen darf: geht auf meine Seite, lest meine Artikel dort und informiert euch, ob meine Bücher nicht in euer Bücherregal gehören.
Kauft und lest mehr gute Bücher. Unterstützt eure Lieblingsautor*innen, indem ihr ihre Bücher kauft, sie auf Social Media mit Lob überhäuft und sie mit Keksen versorgt.

Die Anthalogie Kürbis Gemetzel
(Copyright Münchener Schreiberlinge)

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