Interviewrunde 2: Alice – Buchhändlerin

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Solltest Du selber schreiben, steht es Dir im angemessenen Rahmen zu, in der ersten Frage und wo es passt, Werbung zu machen.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen.


    Ich heiße Alice, lebe allein mit meiner Katze und meinen vielen Büchern im wunderschönen Allgäu. Ich bin grade mitten in der Ausbildung zur Buchhändlerin, lese berufsbedingt und hobbymäßig viel und schreibe selbst. Ich arbeite derzeit an meinem Debütroman „Keine Geschichte eines Helden“, der unter dem Pseudonym Alice Faymorgan 2021 erscheinen soll.
  1. In welcher Abteilung arbeitest Du?

    Im Moment arbeite ich in der Abteilung Kinder- und Jugendbuch. In meiner Filiale hängen da noch die Lernhilfen, Elternpädagogik, Fantasy, Comics/Manga und Spiele dran. In der Ausbildung durchläuft man im Bestfall alle Abteilungen in der Filiale. Vor dem Kinderbuch war ich daher in der Belletristik- und Krimi-Abteilung.
  1. Wie heißt der Laden, in dem Du arbeitest?

    Ich bin in einer der Filialen eines traditionsreichen Familienunternehmens.
  1. Hast Du engen Kontakt zu Stammkunden?

    Ich bin noch nicht so gut wie meine Kolleginnen, die sich merken können, was die Stammkundinnen als letztes gekauft haben, aber ich kenne die Kund*innen, die oft vorbeikommen.
  1. Welche ist Deine liebste Aufgabe?

    Ware verräumen 😀 als wir im April wegen der Pandemieverordnung ein paar Wochen schließen mussten, hab ich zuhause mein Regal komplett umsortiert, weil es mich beruhigt hat, die Bücher einzuräumen.
  1. Was hat Dich dazu bewogen, Buchhändler zu lernen?

    Ich wollte schon immer mit Büchern arbeiten. Ich hab Vergleichende Literaturwissenschaft studiert und da gab es einen Moment, in dem das Studium auf der Kippe stand. Schon da war klar: Falls ich abbreche, werde ich Buchhändlerin. Ich hatte auch darüber nachgedacht, Lektorin zu werden, aber ich wollte unbedingt in meiner Heimat bleiben und hier sind Verlage rar gesät. Da war Buchhändlerin die nächstliegende „Alternative“und ich bereue es keine Sekunde. Dazu trägt mit Sicherheit auch das tolle Team in meiner Buchhandlung bei.
  1. Schreibst Du selbst? Oder träumst Du davon?

    Ja, ich schreibe schon sehr lange. Während des Studiums hatte ich sehr viel Zeit dafür. Mit der Ausbildung hab ich leider nicht mehr so viel Zeit für’s Schreiben, weil ich mehr lesen muss als früher, aber ich arbeite zurzeit an einer Veröffentlichung. „Keine Geschichte eines Helden“ ist die Geschichte um den Helden Francis, seinen besten Freund Tohma und die Hexe Winry. Wie der Titel verrät, steht ausnahmsweise nicht der Held im Mittelpunkt, sondern sein bester Freund. Das Buch soll 2021 als Selfpublishing-Buch erscheinen. Meine Ausbildung hat die Suche nach einem Distributor für mein Projekt beeinflusst. Da ich in einer Buchhandlung arbeite, sollte mein Buch auch dort zu kaufen sein. Hoffentlich bestellt es meine Kollegin auch als Lagerware. Mein Buch als Stapel in einer Buchhandlung liegen zu sehen, ist einer meiner Träume.
  1. Buchhändler lesen für ihren Job viel. Wie sieht es bei Dir aus? Liest Du noch mehr, als Du musst oder ist diese Passion ein wenig geschmälert worden?

    Ich lese sehr viel mehr als früher, aber die Freude am Lesen ist mir nicht vergangen. Erst seit Beginn der Ausbildung kann ich halbwegs überblicken, wie viele tolle neue Bücher erscheinen. Allerdings hab ich nicht genug Zeit, um all die tollen Bücher zu lesen. Mein Stapel ungelesener Bücher wächst und wächst.
  1. Wie sieht der Alltag eines Buchhändlers aus? Wie gliedern sich die verschiedenen Aufgaben auf?

    Unser Tag beginnt schon vor Ladenöffnung. Wir buchen Kundenbestellungen ein und packen Lagerware aus. Ab Ladenöffnung muss die Lagerware in die Regale oder auf Tischen verteilt werden. Parallel kassieren wir ab, beraten Kund*innen und nehmen Bestellungen am Telefon an.
  1. Hat Dich Dein Job dazu verleitet, zu bloggen?

    Ich hatte darüber nachgedacht, es dann aber schnell wieder verworfen. Ich verplane jetzt schon meine freie Zeit für’s Schreiben und die Veröffentlichung. Da sehe ich im Moment keine Zeit für’s Bloggen.
  1. Was nervt Dich an Deiner Arbeit (gelegentlich)?

    Gelegentlich gibt es anstrengende oder unfreundliche Kundinnen, das nervt mich am meisten, ist bei Umgang mit Kundinnen aber nicht zu vermeiden. Zum Beispiel fragen manche explizit nach Beratung, um dann nicht zuzuhören. Andere sind an der Kasse sehr unfreundlich und behandeln uns von oben herab.
  1. Was wünschst Du Dir, wäre anders und wie sollte es Deiner Meinung nach sein?
  1. Wie stehst Du das Weihnachtsgeschäft durch?

    Mit sehr viel Schokolade 😀
  1. Was würdest Du jungen Menschen sagen, die selber in die Branche möchten? Bitte kein „Mach das bloß nicht!“

    Wenn möglich, macht ein Praktikum oder geht Probearbeiten. Am besten in der Buchhandlung, in der ihr anfangen möchtet. Zum einen, um in den Alltag zu schnuppern und zum anderen, um das Team kennenzulernen. Am Anfang werden euch die Füße weh tun, aber mit bequemen Schuhen gewöhnt man sich nach zwei Wochen an die Anstrengung 😀
  1. Haben sich Deine Lesevorlieben geändert?

    Ja, aber nur in dem Sinn, dass ich jetzt noch mehr Genres lese als vorher.
  1. Hat das Genre, das Du früher gern gelesen hast, etwas mit der Abteilung zu tun, in der Du arbeitest, oder wieso bedienst Du gerade diese?

    Da ich wie gesagt noch in der Ausbildung bin und verschiedene Abteilungen durchlaufe, kann ich mir die Abteilung nicht aussuchen. Allerdings passt es derzeit sehr gut zu meinen Vorlieben 😀
  1. Welches ist Dein Lieblingsgenre? Stöberst Du gern in einem ruhigeren Moment während der Arbeit?

    Meine Liebingsgenre sind Fantasy und Krimi. Ich stöbere regelmäßig, wenn der Kundenansturm es zulässt, auch um in den anderen Abteilungen einigermaßen den Überblick zu behalten. Lesen ist zwar nicht drin, aber wie gesagt: Mein Stapel ungelesener Bücher wächst schneller, als ich lesen kann.
  1. Was hältst Du von Bibliotheken?

    Ich finde Bibliotheken toll. Vor allem für Familien mit Kindern, die schneller lesen, als man Nachschub beschaffen kann. Klar wäre es für unser Unternehmen besser, wenn all die Bücher bei uns gekauft werden würden, aber nicht jede*r hat das Geld dazu. Bibliotheken sind daher ein gutes und günstiges Angebot für Vielleser mit kleinem Budget.
  1. Bist Du gut im Geschenke verpacken?

    Ich bin noch nicht so geübt und schnell darin wie meine Kolleg*innen, aber bisher hab ich alles verpacken können 😀
  1. Habt ihr Bücher von Selfpublishern im Programm? Wenn ja: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, wie kann ein SPler bei euch verkauft werden? Was sollte ein Autor beachten, wenn er sich an euch wendet und euch fragt, ob ihr die Werke ins Regal aufnehmen wollt? Oft hört man ja, dass Autoren (erfolgreich) mit einem Probeexemplar oder eine Leseprobe in den Laden kommen und nachfragen.

    Wir haben Selfpublisher in den Regalen stehen, ja. Am wichtigsten ist, dass die Bücher für uns bestellbar sind, sprich eine ISBN haben und im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) gelistet sind, damit die Großhändler Zugriff darauf haben. Wir haben hauptsächlich SP-Bücher von Autorinnen aus der Region im Sortiment. Toll ist es, wenn Autorinnen persönlich vorbeikommen und sich und ihr Buch vorstellen. Am besten mit einer Leseprobe oder sogar einem Leseexemplar im Gepäck. Oft bestellen wir dann ein paar Exemplare, um zu testen, wie das Buch von Kund*innen angenommen wird. Verkauft es sich gut, bestellen wir natürlich weitere Exemplare nach.

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