Interviewrunde 2: Gabriella Queen – Autorin

Autorin Gabriella Queen
(Copyright Gabriella Queen)

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Schick uns gerne noch Fotos von Dir oder Deinen Werken dazu. Links ebenso (diese speisen wir dann vernünftig mit ein). Bitte gib uns die Copyright-Angaben dazu.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂

1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
Wieso schreibst Du? Welche war Deine erste Geschichte? Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen. Immerhin bist Du der interessanteste Charakter in Deiner ganz eigenen Geschichte.

Ich sag erst mal Aloha! Ich bin Gabby und schreibe Gay Romance und Fantasy. Angefangen habe ich mit Fanfictions zu Digimon und Yu-Gi-Oh!, und bin von da aus über Textrollenspiele zum Romaneschreiben gekommen.
Ich lebe mit Hund und Partner im schönen Sachsen Anhalt und schreibe Vollzeit. In meiner Freizeit findet man mich vor allem in diversen Videospielwelten. Ich zocke leidenschaftlich gerne alle möglichen Games, lese natürlich, liebe Musik und Achterbahnen.
Ich bin ein sehr introvertierter Mensch, aber ein paar Mal im Jahr fahre ich auf Anime Conventions und bin dort entweder als Cosplayerin oder Fotografin mit meinen Freunden unterwegs.

2. Was hast Du bereits veröffentlicht? Wo kann man etwas von Dir finden? Verlag, Selbstverlag, gemischt, alles kostenfrei auf Deiner Website? Oder doch auf Seiten wie Fanfiktion?

Ich habe bereits über 15 Romane veröffentlicht, davon zwei in einem Verlag. Die findet ihr unter meinem anderen Pseudonym „Vidora Black“ am besten direkt im Verlagsshop von dead soft.
Meine anderen Romane erscheinen im Selfpublishing, weil ich die Flexibilität, die mir dieser Weg bietet, sehr gefällt. Hier findet ihr sie.

3. Gibt es Mitautoren? Stell sie ruhig vor! Haben sie auch etwas einzeln veröffentlicht? Du darfst gerne etwas Werbung machen! Wenn nicht, kannst Du es Dir vorstellen oder hattest einmal welche?

Tatsächlich arbeite ich im Moment an einem sehr spannenden Team-Projekt mit einer Schreibfreundin. Und zwar zeigen wir unseren kompletten Arbeitsprozess vom Brainstorming bis zur Veröffentlichung auf Youtube. Es wird ein queerer und etwas düsterer Urban Fantasy Roman mit Dämonen und Exorzisten. Unser YouTube-Kanal ist hier erreichbar.

4. Kennst Du den NaNo? Wenn ja, wie machst Du dort mit? Welche Erfolge hattest Du bereits? Oder siehst Du nur gerne zu, wie wir anderen Autoren uns im Schlamm wälzen? Hast Du noch nie davon gehört?

Mein erster Verlagsroman entstand in einem NaNoWriMo. Ich finde das Event super, nehme aber heutzutage nicht mehr daran teil, weil ich sowieso jeden Monat sehr viel schreibe.

5. Bist Du in einem Schreibforum aktiv? Warst Du es? Oder hältst Du nichts davon?

Gaaaanz früher war ich im Deutschen Schriftsteller Forum aktiv. Inzwischen hat es mich in den Tintenzirkel verschlagen, wo ich aber auch eher ruhig bin. Forencommunities finde ich toll, aber ich tue mir immer schwer, dort Anschluss zu finden.

6. Welche Art Schreiber bist Du? Plotter? Pantser? Plantser? Oder doch eher etwas anderes?

Definitiv Plotter. Ich habe als Pantser angefangen, aber dieser Roman war das reine Chaos 😀 Ich kann heutzutage nicht mehr ohne Plan loslegen.

7. Gehörst Du zu den Schreibern, die alles in einem Dokument runter rattern und dann korrigieren oder zu denen, die für jedes Kapitel ein eigenes Dokument haben? Oder wie machst Du das?

Ich schreibe in Papyrus. Alles hintereinander weg, aber mit Kapitelgliederung.

8. Welche Freizeitaktivitäten hast Du, die Dir beim Schreiben helfen? Zum Beispiel Bogenschießen oder Reiten.

Ich habe sehr viele Interessen, vom Fremdsprachenlernen bis zum Zaubern, und das fließt auch regelmäßig in meine Romane ein. So bekomme ich immer neue Inspiration für coole Hobbys, die meine Buchhelden haben könnten 🙂

9. Welches Genre bedienst Du am Liebsten und weshalb eigentlich?

Ich schreibe vor allem Liebesromane, die aber immer auch Entwicklungsromane sind – es geht also viel um die charakterliche Veränderung des Protagonisten. Das ist etwas, das mich einfach sehr interessiert, warum Menschen sich so oder so verhalten, oder wie bestimmte Erfahrungen sie beeinflussen.

Außerdem schreibe ich hin und wieder auch Erotik.

10. Papier, Laptop, Notebook, Notizblock, Sprachmemos, Handy, Tablet, Bleistift, Füller, Kuli, malst Du Portraits oder Karten? Nenn uns Deine kleinen Helferlein. Auch gerne Programme – wie Papyrus! Gerne mit Empfehlungen.

Papyrus habe ich ja oben schon erwähnt. Hin und wieder schreibe ich auch per Hand in eins meiner tausend Notizbücher. Außerdem lerne ich diktieren, damit ich nicht immer dabei vorm Laptop sitzen muss.

Da hatten wir nun die Fragen bezüglich Deiner Selbst. Je mehr Du uns erzählen willst, umso besser. Viele Autoren hatten in der letzten Runde Angst, dass sie viel zu viel geschrieben hätten. Aber das hat dann doch keiner geschafft (keine Herausforderung 😉 ). Im Gegenteil hatten die meisten, die solche Angst hatten, kein außergewöhnlich langes Interview, also gibt es keinen Grund zur Sorge.

11. Man kennt es ja, eigentlich sollte man niemals seine Helden treffen. Manchmal ist es jedoch ganz cool – uns ist das zum Beispiel ein Mal passiert – hast Du schon einmal Deinen (Buch-)Helden getroffen oder würdest Du gerne? Wie ist es gelaufen/ wie würdest Du es Dir vorstellen?

Ich hatte am Gymnasium einen Lieblingslehrer, der für mich eine wichtige Bezugsperson war. Als meine Schule vor einigen Jahren einen Tag der offenen Tür hatte, habe ich ihn wiedergetroffen und war dann sehr enttäuscht, dass er sich nicht mehr an mich erinnern konnte … eigentlich hätte ich damit ja rechnen müssen, aber es hat mich doch irgendwie enttäuscht.

Buchtechnisch gab es auch eine Begegnung. Als Brandon Sanderson auf der Leipziger Buchmesse zu Besuch war, habe ich ihn drei seiner Romane signieren lassen. Er war zu der Zeit mein absoluter Lieblingsautor und ich war so aufgeregt, dass ich kaum sprechen konnte 😀

12. Wo wir gerade bei Helden sind. Die Charaktere sind unsere (Anti-)Helden und halten uns auf Trab. Wie wichtig ist Dir ihre Tiefe? Oder magst Du es beim Lesen/Schreiben eher, sich auf andere Dinge zu konzentrieren? Zum Beispiel die Reise an sich und all ihre Spannung?

Charaktertiefe ist mir wichtig, und wie gesagt auch die Entwicklung der Figuren. Manche Leser finden meine Geschichten langweilig, weil ich den Schwerpunkt eher dort setze als auf Action oder krasse Wendungen. Aber ich versuche zu lernen, alle Bereiche gut zu balancieren.

13. Wie viel Ärger bringen Dir Deine Figuren? Gehören sie, wie bei uns beim Bambusblatt, zu denen, die sich selbst benennen und Dir ihre Geschichte erzählen oder hast Du alles fest im Griff?

Am Anfang habe ich sie gut im Griff, aber im Verlauf des Rohentwurfs verselbstständigen sie sich. Ich halte das für ein gutes Zeichen.

14. Oben wird es schon halb gefragt, aber: Nutzt Du Zeichnungen für Deine Charaktere? Programme, um sie genau zu erfassen, mit Stammbaum, Aussehen und dergleichen?

Nein. Ich finde das Aussehen auch oft nicht wichtig. Die Leserin stellt sich die Helden sowieso so vor, wie sie will 😉 Meine Charakternotizen bestehen oft eher aus der Hintergrundgeschichte und ein bisschen Trivia.

15. Die Frage gab es bereits beim letzten Mal, doch: Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

16. Wie sieht es mit realen Vorbildern aus?

17. Welche ist Deine beste Figur? Beziehungsweise Deine am meisten Geliebte? Und welche ist genau das Gegenteil?

18. Wenn Du ungehorsame Figuren hast, wie würdest Du sie manchmal am liebsten „bestrafen“ (oder machst es im Buch sogar) oder was würdest Du ihnen gerne einmal freundlich ins Gesicht schreien?

19. Hast Du schon mal einen Charakter getötet, bei dem Du das eigentlich nicht wolltest? Denkst Du da an Konsequenzen? Oder hat doch mal einer überlebt, der eigentlich seine Zeit hinter sich hatte?

20. Hat eine traurige Szene in Deinen eigenen Werken Dich wirklich, und nicht nur so dahin gesagt, zu Tränen gerührt, weil die Figuren Dir so am Herzen lagen? Muss auch keine negative Szene sein, vielleicht haben sie sich endlich geküsst oder gar geheiratet? Vielleicht hast Du auch nicht mit ihnen gefühlt, sondern warst einfach nur sehr erleichtert, dass sie es gebacken bekommen haben?

Ich sage das nicht nur so dahin: Ich hab regelmäßig Tränen in den Augen oder weine sogar richtig, wenn ich dramatische Szenen schreibe. Wenn mein Freund dann ins Zimmer kommt, ist er immer ganz bestürzt 😀

Dann gehen wir nun einmal in die letzte Etappe!

21. Als Autor bist Du vermutlich selbst Leser. Beschreibe uns doch gerne Deinen perfekten Leseabend, Lesemorgen oder wie auch immer Du liest. Ist das Notizbuch dabei stets gezückt? Stürzt Du Dich direkt auf jedes neue Werk Deines Lieblingsautors oder bist Du da eher „gildenfrei“ oder entspannt?

Ich beobachte meine Lieblingsautoren natürlich ganz besonders und kaufe eher deren Bücher als die von anderen. Es ist aber generell schwierig, etwas zu finden, das mich auf Anhieb interessiert. Ich bin sehr anspruchsvoll geworden und kann beim Lesen nur noch schwer den inneren Autor abschalten. Dennoch: Am liebsten lese ich abends vor dem Schlafen.

22. Hast Du Dich schon einmal an eine Lesung getraut? Vielleicht ja nicht in einer Buchhandlung, aber eine Wohnzimmerlesung oder über einen Discordserver für Autoren? Das alles kommt ja immer mehr. Oder willst Du – verständlicherweise – niemanden einfach in Deine Wohnung lassen? Traust Du Dich laut vorzulesen?

Ich lese sogar gerne laut vor, meinem Freund zum Beispiel oder Freundinnen im Sprachchat. Eine richtige Live-Lesung hatte ich noch nicht, aber einmal habe ich eine für ein Event auf Instagram aufgezeichnet. Ich glaube, ich wäre live vor Publikum momentan noch zu nervös.

23. Wo wir gerade bei Mut sind: Hast Du Dich schon einmal etwas getraut zu schreiben, bei dem Du am Ende dennoch da gesessen und Dich für mutig gehalten hast oder dumme Kommentare befürchten musstest?

Das passiert mir öfters, weil sich bei mir häufig Ideen einnisten, die schwierige oder kontroverse Themen einschließen. Ich habe zum Beispiel einen Roman geschrieben, in dem es unter anderem um Überwältigungsfantasien geht. Es hat mich sehr überrascht, dass die Rückmeldungen bisher ausschließlich positiver Natur waren.

24. Frage an (ehemalige) Selfpublisher: Machst Du Deine Cover selber oder leistest Du Dir einen Designer? Wie läuft es bei Dir in die ein oder andere Richtung ab?

Ganz zu Anfang habe ich meine Cover selbst gestaltet; inzwischen lege ich diese wichtige Aufgabe in die Hände von Designern. Sobald ich den Titel weiß und das Buch wenigstens halb fertig ist, kontaktiere ich denjenigen (ich habe verschiedene Anlaufstellen, je nachdem, was ich gerade brauche), und meistens haben die dann einen Fragebogen zum Buch, den ich ausfülle.

25. Wie holst Du Dir Rezensenten? Wo findest Du sie? Welche Tipps (auch Blogs, wenn diese die Empfehlungen erlauben) hast Du?

Die meisten meiner Rezensionen kommen direkt von „wilden“ Lesern. Manchmal veranstalte ich gezielt eine Leserunde zu meinem neuen Buch, und in letzter Zeit habe ich hin und wieder mit Bookstagrammern zusammengearbeitet. Im Allgemeinen verlasse ich mich aber auf den normalen Leser, der einfach mein Buch findet, und von selbst eine Rezension schreibt.

26. Wie gehst Du mit Rezensionen, negativ und positiv, um? Welche Tipps oder Anmerkungen hast Du für andere Autoren?

Ich weiß genau, wie das ist, wenn man das erste Buch draußen hat. Ich hab gefühlt alle 4 Sekunden die Seite aktualisiert und auf neue Rezensionen gegeiert. Heute lese ich sie nur noch sporadisch. Natürlich freue ich mich über positive Rückmeldungen.
Früher oder später bekommt jeder auch mal eine schlechte Rezension. Anfangs hat mich das sehr in Aufruhr versetzt, inzwischen bin ich gelassener. Ich denke, das passiert automatisch mit der Zeit. Wirklich aufregen tun mich nur ungekennzeichnete Spoiler oder Falschbehauptungen. Alles andere verbuche ich unter persönliche Meinung. Es kann nicht jeder alles toll finden 😉

27. Für alle, die schon mal beim Verlag veröffentlicht haben: Wie läuft dieser Prozess ab? Gibt es Tipps von Deiner Seite? Vor allem Geheimtipps und „nicht nur“, dass man es immer weiter versuchen soll? Wie ist das Gefühl, sein Werk in einer Buchhandlung zu sehen?

Geheimtipps? Man sollte sich ganz genau ansehen, was der Verlag sucht und verlegt und sich nur bewerben, wenn man da wirklich reinpasst. Ich denke, daran scheitern schon viele Bewerbungen. Ansonsten denke ich, dass eine charakteristische Erzählstimme viele Türen öffnen kann.

28. Auch an die Selfpublisher, wie ist das Gefühl, sein Buch in der Handlung zu sehen? Und wie kommt ihr dorthin? Sprecht ihr zum Beispiel die Händler an?

29. Möchtest Du jemanden grüßen? Menschen danken? Ihnen hier eine Spalte zur Verfügung stellen?

Ich möchte meinen lieben Testleserinnen danken, die mich so tatkräftig unterstützen. Außerdem grüße ich Lea und Scarlett, die ebenfalls Geschichten lieben und meine besten Freundinnen sind.

30. Wie beim letzten Mal möchten wir Dir hiermit die Möglichkeit geben, Dich anzubringen, Deine Werke anzupreisen, Werbung zu machen. Und/oder ein Schlusswort hinzuzufügen.

Wenn ihr neugierig geworden seid, oder euch die „normalen“ Liebesromane langweilen, dann schaut doch gerne mal auf meiner Website vorbei. Dort findet ihr eine Übersicht über meine Bücher und könnt sogar nach Themen filtern.
Ich denke, viele Leser*innen wissen gar nicht, dass es das Genre Gay Romance gibt, oder schrecken davor zurück, weil sie glauben, nur Coming-Out-Geschichten zu finden oder von platten Klischees erschlagen zu werden. Natürlich gibt es beides … aber eben nicht nur.
In vielen der Romane geht es nicht vorrangig ums Schwulsein, aber die Bücher sind dennoch anders. Männerbeziehungen haben oft etwas andere Dynamiken als die des typischen Liebesromans, weshalb es euch sicher nicht so schnell langweilig wird. Traut euch einfach.

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