Interviewrunde 2: Lena – Buchhändlerin

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Solltest Du selber schreiben, steht es Dir im angemessenen Rahmen zu, in der ersten Frage und wo es passt, Werbung zu machen.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen.

Mein Name ist Lena, ich bin 27 Jahre alt und arbeite schon 7 Jahre als Buchhändlerin. Ich wohne mit meinem Freund und unserern zwei Kaninchen im Allgäu. In den Allgäuer Bergen gehen wir auch gerne wandern, was ein guter Ausgleich zum Joballtag ist.

  1. In welcher Abteilung arbeitest Du?

Vor ca. 2 Jahren konnte ich die Belletristik- und Krimi- Abteilung übernehmen. Das war schon immer mein Ziel.

  1. Wie heißt der Laden, in dem Du arbeitest?

Ich arbeite in einer traditionsreichen, familiären Buchhandelskette, die vor allem in Süddeutschland ihre Standorte hat. Ich habe dort meine Ausbildung gemacht und konnte danach dort auch weiterhin arbeiten.

  1. Hast Du engen Kontakt zu Stammkunden?

Ja, es freut mich, wenn die Stammkunden immer wieder auf mich zukommen und neue Buchtipps suchen.

  1. Welche ist Deine liebste Aufgabe?

Mir zu überlegen, wo welcher Titel am besten im Laden platziert wird.

  1. Was hat Dich dazu bewogen, Buchhändler zu lernen?

Als Leseratte bleibt einem eigentlich nichts anderes übrig. Ich wollte schon immer etwas mit Büchern machen und es macht mir einfach Spaß meine Leidenschaft mit anderen zu teilen.

  1. Schreibst Du selbst? Oder träumst Du davon?

Leider nein. Die Kreativität wäre bestimmt da, aber ich könnte es nicht zu Papier bringen.

  1. Buchhändler lesen für ihren Job viel. Wie sieht es bei Dir aus? Liest Du noch mehr, als Du musst oder ist diese Passion ein wenig geschmälert worden?

Ich denke ich lese schon viel. Aber natürlich würde ich gerne noch viel viel mehr lesen. Nur leider fehlt meist die Zeit dazu.

  1. Wie sieht der Alltag eines Buchhändlers aus? Wie gliedern sich die verschiedenen Aufgaben auf?

Im Grunde hat man täglich die selben Aufgaben, morgens die Kundenbestellungen vom Vortag bearbeiten, Kunden benachrichtigen, Lagerware auspacken und dann im Laden verteilen, Telefonbestellungen entgegennehmen und Titel nachdisponieren. Die allerwichtigste Aufgabe ist natürlich die Kundenberatung. Genau die Kundengespräche sind es, die Abwechslung und Freude in den Alltag eines Buchhändlers bringen.

  1. Hat Dich Dein Job dazu verleitet, zu bloggen?

Es war nicht direkt der Job, der mich dazu verleitet hat, gelegentlich auf Instagram zu posten, sondern einfach die Liebe zu Büchern.

  1. Was nervt Dich an Deiner Arbeit (gelegentlich)?

Wenn überhaupt etwas nervig ist, dann sind es die Arbeitszeiten. Unter der Woche lange Öffnungszeiten und Samstagsarbeit. Viel vom Wochenende hat man da nicht. Das muss einem auf jeden Fall klar sein, bevor man einen Job im Einzelhandel antritt.

  1. Was wünschst Du Dir, wäre anders und wie sollte es Deiner Meinung nach sein?

Ich würde mir wünschen, dass die Leute wieder viel mehr lokal einkaufen, anstatt alles im Internet zu bestellen. Ich will jetzt nicht sagen, dass Internet macht die Läden kaputt, sondern man kann das super kombinieren. Schließlich haben wir auch einen Onlineshop, in dem man bestellen und sich die Bücher versandkostenfrei nach Hause liefern lassen kann. Aber das sollte man immer bei seinem örtlichen Buchhändler machen und nicht bei Internetriesen, die hier keine Steuern zahlen.

  1. Wie stehst Du das Weihnachtsgeschäft durch?

Das Weihnachtsgeschäft ist zwar körperlich anstrengend und man fällt abends tot ins Bett, aber eigentlich ist es im Buchladen die schönste Zeit des Jahres. Man hat so viele tolle Verkaufsgespräche und kann den Kunden so viele Lieblingsbücher ans Herz legen wie sonst nicht unter dem Jahr, da vergeht die Zeit eigentlich wie im Flug.

  1. Was würdest Du jungen Menschen sagen, die selber in die Branche möchten? Bitte kein „Mach das bloß nicht!“

Buchhändler ist ein abwechslungreicher Job, der mehr von einem fordert als man denkt! Man sollte nur daran denken, dass es nicht reicht nur gerne und viel zu lesen. Man muss auch die Bücher gut verkaufen können und gerne Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen haben. Es ist eben doch auch ein kaufmännischer Beruf.

  1. Haben sich Deine Lesevorlieben geändert?

Ja, aber das liegt nur daran, dass sich, wenn man älter wird, die Interessen ändern und so eben auch die Bücher, die man dann gern liest.

  1. Hat das Genre, das Du früher gern gelesen hast, etwas mit der Abteilung zu tun, in der Du arbeitest, oder wieso bedienst Du gerade diese?

Früher habe ich gerne Jugendfantasy gelesen, doch es war schon immer mein Traum und meine Leidenschaft, irgendwann die Belletristik-Abteilung zu leiten.

  1. Welches ist Dein Lieblingsgenre? Stöberst Du gern in einem ruhigeren Moment während der Arbeit?

Das ist definitiv die Belletristik. Ich schaue mir aber auch gerne die Bücher anderer Abteilungen an, vor allem wenn sie schöne Illustrationen haben oder wundervoll gestaltet sind.

  1. Was hältst Du von Bibliotheken?

Ohne Bibliotheken wären meine Eltern früher arm geworden, so viel wie ich als Kind gelesen habe. Deswegen nehmen Büchereien einen großen kulturellen Wert ein, da sie jedem Zugang zu der Welt der Bücher gewähren.

  1. Bist Du gut im Geschenke verpacken?

Oh ja, auf jeden Fall. Ich stelle mich auch gerne jeder Herausforderung, wenn zum Beispiel mal wieder jemand mit einem Hoola-Hoop-Reifen oder einem Papierkorb an die Kasse kommt und es als Geschenk verpackt haben möchte.

  1. Habt ihr Bücher von Selfpublishern im Programm? Wenn ja: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, wie kann ein SPler bei euch verkauft werden? Was sollte ein Autor beachten, wenn er sich an euch wendet und euch fragt, ob ihr die Werke ins Regal aufnehmen wollt? Oft hört man ja, dass Autoren (erfolgreich) mit einem Probeexemplar oder eine Leseprobe in den Laden kommen und nachfragen.

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