Interviewrunde 2: Tanja Hanika – Autorin

Autorin Tanja Hanika

Tanja Hanika ist Autorin von Horror- und Schauerromanen und Verfasserin vom »Arbeitsbuch für Schriftsteller« sowie vom »Ideenbuch für Schriftsteller«. Geboren wurde sie 1988 in Speyer, studierte in Trier Germanistik und zog anschließend in die schaurig schöne Eifel, wo sie mit Mann, Sohn und Katze lebt.
Seit sie mit acht Jahren eine »Dracula«-Ausgabe für Kinder in die Hände bekam, schreibt und liebt sie Gruselgeschichten, die sie nun als überzeugte Self-Publisherin veröffentlicht.

(Copyright Foto: D. Pfingstmann)

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Schick uns gerne noch Fotos von Dir oder Deinen Werken dazu. Links ebenso (diese speisen wir dann vernünftig mit ein). Bitte gib uns die Copyright-Angaben dazu.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wieso schreibst Du? Welche war Deine erste Geschichte? Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen. Immerhin bist Du der interessanteste Charakter in Deiner ganz eigenen Geschichte.

Ich habe mit acht Jahren mit dem Schreiben angefangen, nachdem ich eine Kinderversion von Bram Stokers „Dracula“ in die Finger bekommen habe. Fortan wollte ich Horrorautorin werden und habe direkt mit den ersten Gruselgeschichten begonnen, wofür mir mein Opa seine Schreibmaschine ausgeliehen hatte.
Warum ich schreibe, darauf gibt es so viele Antworten. Kurz gefasst: Ich liebe es, meine Fantasie spielen zu lassen. Das Kopfkino zu erleben, das meine Geschichten auslösen, und mit Feinschliff am Text zu erleben, wie viel besser die Geschichte Stück für Stück werden kann. Es ist der Traumjob schlechthin für mich.
Ich lebe mit Mann, Sohn und Katze in der Eifel und bin hauptberufliche Autorin. Wenn ich gerade nicht lese oder schreibe, mag ich es zu reisen, Filme zu schauen oder im Garten zu arbeiten. Ich backe gerne und gehe gerne schwimmen oder Fahrrad fahren.

  1. Was hast Du bereits veröffentlicht? Wo kann man etwas von Dir finden? Verlag, Selbstverlag, gemischt, alles kostenfrei auf Deiner Website? Oder doch auf Seiten wie Fanfiktion?

Ich veröffentliche Horror- und Schauerromane sowie ein paar Autorenhelferlein („Arbeitsbuch für Schriftsteller“ bzw. „Writer’s Workbook“ und „Ideenbuch für Schriftsteller“) seit 2015 als Selfpublisherin bei Amazon und Tolino und seit Neustem auch bei BoD. Zwei meiner Bücher („The Fear Monger“ und „Writer’s Workbook“) sind auch auf Englisch erhältlich.
Auf meiner Website tanja-hanika.de ist ein Überblick über alle Veröffentlichungen zu finden.

  1. Gibt es Mitautoren? Stell sie ruhig vor! Haben sie auch etwas einzeln veröffentlicht? Du darfst gerne etwas Werbung machen! Wenn nicht, kannst Du es Dir vorstellen oder hattest einmal welche?

Meine Geschichten verfasse ich generell gerne alleine.
Mit Magret Kindermann habe ich für Janna und Kerstin vom wunderbaren Buchblog Wortrausch ein Mash Up zwischen unseren Protagonisten Chester und Carmen geschrieben, was eine wirklich spannende Erfahrung war.
Längere Projekte möchte ich weiterhin lieber alleine verfassen. Ich bin gerne für alles zuständig und unabhängig von anderen. Deswegen bin ich auch überzeugte Self-Publisherin. 🙂

  1. Kennst Du den NaNo? Wenn ja, wie machst Du dort mit? Welche Erfolge hattest Du bereits? Oder siehst Du nur gerne zu, wie wir anderen Autoren uns im Schlamm wälzen? Hast Du noch nie davon gehört?

Bei zwei NaNos habe ich mitgemacht. In einem entstand die Rohfassung von „Zwietracht“, im anderen mehrere Kurzgeschichten für eine Anthologie, die in den nächsten Jahren veröffentlicht werden soll. Die 50 000 Wörter habe ich nur beim zweiten NaNo voll bekommen, wenn ich mich richtig erinnere.
Aber mich setzt das Konzept eher unter Druck. Da es mir an Motivation sonst auch nicht mangelt, sondern ich generell so viel arbeite, wie der Alltag hergibt, artet so ein Nano eher in Stress für mich aus, weil ich den Fokus nicht mehr frei setzen kann, sondern eben .

  1. Bist Du in einem Schreibforum aktiv? Warst Du es? Oder hältst Du nichts davon?

Schreibforen sind wirklich toll. Ich habe mich früher vermehrt dort umgesehen, war aber nie wirklich aktiv. Inzwischen habe ich dafür leider keine Zeit mehr, aber ich denke, dass man dort viel lernen und nette Schreiberlinge kennenlernen kann.

  1. Welche Art Schreiber bist Du? Plotter? Pantser? Plantser? Oder doch eher etwas anderes?

Ich plotte, lasse mir aber auch manchmal ein paar Freiheiten. Ich entwerfe also die Kapitel vorab, am liebsten bis zur Szene hin, aber nicht immer bis ins kleinste Detail. Manchmal lasse ich sogar das Ende offen, um zu schauen, was sich dann beim Schreiben am besten anfühlt. Aber generell habe ich schon gerne einen guten Plan, das gibt mir Sicherheit und spart beim Überarbeiten viel Zeit.

  1. Gehörst Du zu den Schreibern, die alles in einem Dokument runter rattern und dann korrigieren oder zu denen, die für jedes Kapitel ein eigenes Dokument haben? Oder wie machst Du das?

Ich habe ein Dokument pro „Durchgang“. Ich schreibe also die Rohfassung, kopiere das Dokument und benenne es in Überarbeitung 1 um. Darin arbeite ich dann weiter am Text. Auch für jede folgende Überarbeitungsrunde benutze ich ein neues Dokument. Und so weiter. Ich gehe dabei auch ziemlich chronologisch vor. Dass ich Szenen vorschreibe oder eine Lücke für später lasse, ist die Ausnahme.

  1. Welche Freizeitaktivitäten hast Du, die Dir beim Schreiben helfen? Zum Beispiel Bogenschießen oder Reiten.

Burgen besichtigen zum Beispiel. Die sind oft für Schauerromane relevant. Ansonsten fließt oft ganz Alltägliches ein wie kochen oder Waldspaziergänge, zufälliges Wissen aus Dokumentationen, die ich schaue. Am wichtigsten ist wohl das Lesen, weil man da handwerklich sehr viel lernen kann.

  1. Welches Genre bedienst Du am Liebsten und weshalb eigentlich?

Ich bin, wie oben erwähnt, dem Horrorgenre verfallen, als ich acht Jahre alt war. Für mich ist es das beste Genre, denn kein anderes ist so vielfältig. Von paranormalen Geschichten, über Splatter, Psychohorror oder Monstergeschichten gibt es unzählige Arten von Geschichten, die einen erwarten können. Anders als die typischen Krimileichen haben die (meisten^^) Figuren auch eine Chance zu überleben. Man kann mit dem Protagonisten/Alltagshelden richtig mitfiebern, der möglicherweise ebenfalls überlebt, falls es ihm gelingt, über sich hinauszuwachsen. Es gibt eine große Spannbreite an möglichen Antagonisten bzw. wer oder was das Böse in der Geschichte spielt. Ich liebe die Atmosphäre, die Twists und die Monster, aber vor allem, dass man nie sicher weiß, was einen auf der nächsten Seite erwartet. Der Ablauf der Geschichte ist m. M. n. sehr viel weniger vorgegeben.
Es geht im Horror also nicht nur um Angst und die möglichen Albträume, die Nicht-Horrorleser fürchten, sondern darum, gemeinsam mit der Hauptfigur an den Schrecken zu wachsen, die einen erwarten. Und man weiß nie genau, was einen erwartet. Wie kann man das Genre nicht lieben?! ^^

  1. Papier, Laptop, Notebook, Notizblock, Sprachmemos, Handy, Tablet, Bleistift, Füller, Kuli, malst Du Portraits oder Karten? Nenn uns Deine kleinen Helferlein. Auch gerne Programme – wie Papyrus! Gerne mit Empfehlungen.

Notizbücher ohne Ende. Stifte in allen Farben und Post-Ist ohne Ende. Ich plotte gerne mit meinem „Arbeitsbuch für Schriftsteller“ und sammle Ideen in meinem „Ideenbuch für Schriftsteller“. Bis vor Kurzem hat mir Word als Schreibprogramm komplett genügt, aber ich war auf einige Features wie die Stilanalyse von Papyrus neugierig, die ich jetzt gerne zum Überarbeiten einsetze. Und Kaffee, ganz viel Kaffee gehört zu meinen Helferlein. ^^

Da hatten wir nun die Fragen bezüglich Deiner Selbst. Je mehr Du uns erzählen willst, umso besser. Viele Autoren hatten in der letzten Runde Angst, dass sie viel zu viel geschrieben hätten. Aber das hat dann doch keiner geschafft (keine Herausforderung 😉 ).
Im Gegenteil hatten die meisten, die solche Angst hatten, kein außergewöhnlich langes Interview, also gibt es keinen Grund zur Sorge.

  1. Man kennt es ja, eigentlich sollte man niemals seine Helden treffen. Manchmal ist es jedoch ganz cool – uns ist das zum Beispiel ein Mal passiert – hast Du schon einmal Deinen (Buch-)Helden getroffen oder würdest Du gerne? Wie ist es gelaufen/ wie würdest Du es Dir vorstellen?

Leider sind die, die für mich wirklich Buchhelden sind, schon gestorben. Shirley Jackson, Edgar Allan Poe oder Richard Laymon zum Biespiel. Die zu treffen wäre also creepy. notiert sich ein Plotbunny
Aber ich glaube, dass ganz schnell eine Entzauberung stattfindet, wenn man seine Helden trifft. Nur weil die Geschichten toll sind, müssen das die Personen selbst noch lange nicht sein. Wer weiß, ob man sich sympathisch wäre – oder eher nicht?

  1. Wo wir gerade bei Helden sind. Die Charaktere sind unsere (Anti-)Helden und halten uns auf Trab. Wie wichtig ist Dir ihre Tiefe? Oder magst Du es beim Lesen/Schreiben eher, sich auf andere Dinge zu konzentrieren? Zum Beispiel die Reise an sich und all ihre Spannung?

Damit ich meinen Leserinnen einen möglichst gruselige Lesezeit bescheren kann, gehört es definitiv dazu, dass die Figuren realistisch und wie echte Menschen wirken, denn dann fiebern sie eher mit ihnen mit, versetzten sich in die hinein und werden so in die Geschichte eingesogen. Da gehört auch Tiefe dazu. Was ich selbst allerdings für überbewertet halte, sind solche Dinge wie Augen- oder Haarfarbe. Solche Details überlasse ich lieber der Vorstellung der Leserinnen und beschreibe nur, was auch handlungs- oder figurenrelevant ist.
Immer eine ganz wichtige Figur ist für mich der/die/das Böse in meiner Geschichte. Hier stecke ich gerne besonders viel Arbeit hinein.
Ansonsten sind auch Plot und Spannung und bei mir im Horror Twists besonders wichtig, um ein unvergessliches Leseerlebnis zu bieten.

  1. Wie viel Ärger bringen Dir Deine Figuren? Gehören sie, wie bei uns beim Bambusblatt, zu denen, die sich selbst benennen und Dir ihre Geschichte erzählen oder hast Du alles fest im Griff?

Da ich im Vorfeld nicht nur plotte, sondern auch die Figuren plane und mir genau überlege, wer was leisten können muss, um seine/ihre Rolle in der Geschichte zu spielen, habe ich die Figuren recht gut im Griff. Trotzdem überraschen sie mich manchmal, aber das passiert eher selten.
In »Der Angstfresser« war beispielsweise vorab nicht das hohe Maß an Gewalt, Blut und Brutalität geplant, aber mein Protagonist, der Horrorautor Chester Harris, hat danach verlangt, sonst wäre die Handlung weniger authentisch gewesen. Manchmal muss der Einsatz eben höher sein, als erwartet. Ich habe zwischendurch immer wieder überlegt, ob ich die Horrorgeschichte so schreiben soll, aber am Ende bin ich sehr zufrieden kann auch zu den Splatterszenen stehen. Sie machen die Geschichte rund.

  1. Oben wird es schon halb gefragt, aber: Nutzt Du Zeichnungen für Deine Charaktere? Programme, um sie genau zu erfassen, mit Stammbaum, Aussehen und dergleichen?

Nein, ich brauche keine Bilder von ihnen, sie entstehen in meinem Kopf und da bleiben sie. Stammbäume habe ich bisher nicht gebraucht, aber Figurenkonstellationen habe ich schon ab und zu aufgezeichnet.

  1. Die Frage gab es bereits beim letzten Mal, doch: Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

Nein, wer nicht in meine Geschichte passt, hat keinen Platz darin. Und wer nicht zur Geschichte passt, muss überarbeitet werden oder wird herausgestrichen. Man könnte sagen, ich mache ein Casting, bevor ich losschreibe. Da wird festgelegt, wen ich für die Geschichte in welcher Rolle brauche. Das hat bislang sehr gut funktioniert.

  1. Wie sieht es mit realen Vorbildern aus?

Ganz selten lehne ich Nebenfiguren an reale Menschen an. Aber einerseits kam das bisher so gut wie nie vor oder nur in winzigen Auszügen vor und andererseits bleibt das mein Geheimnis. Erkannt hat sich noch niemand oder es zumindest mir gegenüber nicht erwähnt.

  1. Welche ist Deine beste Figur? Beziehungsweise Deine am meisten Geliebte? Und welche ist genau das Gegenteil?

Eigentlich sind das immer die aktuellen Figuren, über die ich gerade schreibe.
Für mich nach wie vor herausragend ist der bereits erwähnte Chester Harris (»Der Angstfresser»), aber auch die drei Horrorhexen und die Kinder oder der Teufel selbst aus »Hexenwerk – Die gestohlenen Kinder von Schwarzbach« sind mir sehr in Erinnerung geblieben.
Dann wäre noch der leicht trottelige und gleichzeitig überhebliche Milton aus »Scream Run Die«. Keine typische Identifikationsfigur, aber das hat beim Schreiben umso mehr Spaß gemacht.
Oder der Manteltyp – der das ganze Buch über ohne Namen bleibt und auch bei mir nie einen hatte – aus »Roadkill«. Seine Vorlieben und Messerspiele sprechen mehr für ihn als ein Name es könnte.
Zu Halloween 2020 ist meine Zombiekurzgeschichte »Ich verwese« erschienen. Darin verwandelt sich die Protagonistin zu einem Zombie und die zweite Hälfte der Geschichte aus Zombieperspektive zu erzählen, war ein besonderes Erlebnis.
Großen Spaß hatte ich auch bei »Werwölfe in Aremsrath«: Hier habe ich Teile der Geschichte aus Werwolf-Perspektive geschrieben und die Leser*innen lange rätseln lassen, wer der Werwolf ist. Diese Figur zu schreiben (und ich verrate den Namen absichtlich nicht), hat mir ebenfalls gefallen.
Eine meiner Figuren, die ich hasse? Da fällt mir wirklich keine ein. Ich lege die Antagonisten gerne so an, dass sie entweder nachvollziehbar oder zumindest aber interessant sind. Sie sind nicht einfach nur Böse, sondern selbst vielseitig. Da gibt es niemanden, den ich einfach nur hasse, auch wenn ich Vieles verabscheue, was sie tun.

  1. Wenn Du ungehorsame Figuren hast, wie würdest Du sie manchmal am liebsten „bestrafen“ (oder machst es im Buch sogar) oder was würdest Du ihnen gerne einmal freundlich ins Gesicht schreien?

Bisher musste es noch nicht soweit kommen. Ich bin die Chefin mit der Tastatur. ^^ Bedürfnisse der Figuren werden gerne zur Kenntnis genommen, aber soweit habe ich sie im Griff. ^^

  1. Hast Du schon mal einen Charakter getötet, bei dem Du das eigentlich nicht wolltest? Denkst Du da an Konsequenzen? Oder hat doch mal einer überlebt, der eigentlich seine Zeit hinter sich hatte?

Ja, oft. Generell sterben ja im Horror recht viele Figuren und auch nicht nur Nebenfiguren. Bei zwei Figuren hat es mir besonders leidgetan. Bei einer davon handelt es sich um einen Twist, deswegen kann ich nur sagen, dass es um das Buch »Hexenwerk« geht. Die andere Figur war … Mist, auch das ist ein Twist. Lest meine Bücher, dann findet ihr es heraus. 🙂

  1. Hat eine traurige Szene in Deinen eigenen Werken Dich wirklich, und nicht nur so dahin gesagt, zu Tränen gerührt, weil die Figuren Dir so am Herzen lagen? Muss auch keine negative Szene sein, vielleicht haben sie sich endlich geküsst oder gar geheiratet? Vielleicht hast Du auch nicht mit ihnen gefühlt, sondern warst einfach nur sehr erleichtert, dass sie es gebacken bekommen haben?

Ich glaube nicht, dass ich mich schon selbst zum Weinen gebracht habe. Durch den Plot bin ich ja gut vorbereitet auf das, was passieren wird. Sehr gerührt bin ich tatsächlich, denn ich schreibe ja nicht nur über Killer, sondern beschreibe auch manchmal (hoffentlich) ergreifende Sterbeszenen oder Trauerszenen, falls man das so sagen kann. Aber ich wüsste auch nicht, wann mich mal ein Film zum Weinen gebracht hatte.

Dann gehen wir nun einmal in die letzte Etappe!

  1. Als Autor bist Du vermutlich selbst Leser. Beschreibe uns doch gerne Deinen perfekten Leseabend, Lesemorgen oder wie auch immer Du liest. Ist das Notizbuch dabei stets gezückt? Stürzt Du Dich direkt auf jedes neue Werk Deines Lieblingsautors oder bist Du da eher „gildenfrei“ oder entspannt?

An meinem perfekten Leseabend habe ich es mir mit einer kuscheligen Decke auf der Couch gemütlich gemacht. Ich habe Tee oder heiße Schokolade sowie Snacks griffbereit und leise rockige Musik an, die zum Buch passt. Wenn mich ein Buch richtig fesselt, schaffe ich es endlich, den Autorenblick auszuschalten und nur ins Lesen zu versinken. (Ich kann ja später nochmal durchblättern und analysieren.)
Ich stürze mich nach Laune auf die Bücher, die zuhause bereitliegen, aber bevorzuge tatsächlich ein paar bestimmte Autoren. Koontz, Laymon und Shirley Jackson lese ich gerade besonders gerne. Und ich versuche, viele Selfpublisher-Titel zu lesen. Vom Genre her scheiden da leider Krimis, (High) Fantasy und Liebesromane/Erotik aus. Da muss ich schon eine besondere Leseempfehlung von Freund*innen bekommen, damit ich eine Ausnahme mache.

  1. Hast Du Dich schon einmal an eine Lesung getraut? Vielleicht ja nicht in einer Buchhandlung, aber eine Wohnzimmerlesung oder über einen Discordserver für Autoren? Das alles kommt ja immer mehr. Oder willst Du – verständlicherweise – niemanden einfach in Deine Wohnung lassen? Traust Du Dich laut vorzulesen?

Eine Lesung habe ich (Stand Oktober 2020 bei Beantwortung des Interviews) noch nicht gehalten, aber das könnte sich bald ändern.

  1. Wo wir gerade bei Mut sind: Hast Du Dich schon einmal etwas getraut zu schreiben, bei dem Du am Ende dennoch da gesessen und Dich für mutig gehalten hast oder dumme Kommentare befürchten musstest?

Obwohl ich wirklich viel tolles Feedback bekommen, ist bei jeder Veröffentlichung der Gedanke an unpassende, unsachgemäße oder »dumme« Kommentaren da. Immerhin bringe ich (fiktiv!) Leute um und das nicht immer auf die nette und saubere Weise. Ich versuche aus Kritik zu lernen und unsachgemäße Kommentare zu ignorieren, aber das Feedback der Leserinnen ist mir sehr wichtig. Ich finde es schwierig um Rezensionen zu bitten und dann offen zu sagen: Ich lese die aber generell nicht. Nicht nur andere Leser sollen etwas davon haben, mir ist die Meinung meiner Leserinnen auch sehr wichtig, um mich zu verbessern, aber auch besser einschätzen zu lernen, was genau die Leser*innen wollen.

  1. Frage an (ehemalige) Selfpublisher: Machst Du Deine Cover selber oder leistest Du Dir einen Designer? Wie läuft es bei Dir in die ein oder andere Richtung ab?

Meine Cover gestaltet in der Regel die wunderbare Catherine Strefford. Sie kann zaubern und schafft es immer wieder mir ein Cover zu erstellen, das perfekt zur Geschichte passt.
Normalerweise kündige ich Cathy frühzeitig meinen Bedarf an. Da sie auch eine meiner Testleserinnen ist, kennt sie meist auch die Geschichte schon, wenn sie das Cover erstellt. Ich bekomme ein paar Entwürfe zugeschickt, kann mir einen aussuchen und dann erarbeiten wir gemeinsam die Details. Die Zusammenarbeit mit ihr ist ein Traum. Sie ist zuverlässig, kreativ und ich schwöre es: Sie kann meine Covergedanken lesen! ^^

  1. Wie holst Du Dir Rezensenten? Wo findest Du sie? Welche Tipps (auch Blogs, wenn diese die Empfehlungen erlauben) hast Du?

Ja, Rezensionen sind ein unglaublich wichtiger Marketingfaktor. Ich bitte am Ende eines Buches darum, veranstalte Leserunden und verteile Rezensionsexemplare an ausgewählte Blogger*innen. Über die Jahre und mit jeder Veröffentlichung gewinnt man Stammleser dazu und die sind meist auch so wunderbar und hinterlassen Bewertungen.

  1. Wie gehst Du mit Rezensionen, negativ und positiv, um? Welche Tipps oder Anmerkungen hast Du für andere Autoren?

Positive Rezensionen sind natürlich eine große Freude. Sie können einem den Tag versüßen, Schreibmotivation liefern oder einen auch wirklich stolz machen.
Mit negativen Rezensionen kann ich inzwischen recht gut umgehen. Natürlich ist es schade, wenn es soweit kommt, aber ich versuche genau zu verstehen, was los ist. War der Leser vielleicht nicht die Zielgruppe? Ist es persönlicher Geschmack? Oder muss ich an meinem Schreibhandwerk arbeiten? Oder hat der Leser einfach etwas nicht verstanden?
Ein Tipp für andere Autor*innen: Erstmal durchatmen. Eine Rezension ist eine persönliche Meinung. Sowohl im Guten als auch im Schlechten wird sie nicht deine Schreibwelt verändern. Selbst das tollste Buch kann nicht jedem gefallen. Weiterschreiben! 🙂

  1. Für alle, die schon mal beim Verlag veröffentlicht haben: Wie läuft dieser Prozess ab? Gibt es Tipps von Deiner Seite? Vor allem Geheimtipps und „nicht nur“, dass man es immer weiter versuchen soll? Wie ist das Gefühl, sein Werk in einer Buchhandlung zu sehen?
  1. Auch an die Selfpublisher, wie ist das Gefühl, sein Buch in der Handlung zu sehen? Und wie kommt ihr dorthin? Sprecht ihr zum Beispiel die Händler an?

BoD macht es möglich, dass die Buchhandlungen über ihre gewohnten Partner (Libri etc.) bestellen und remittieren können. Stichwort: Barsortiment. Bisher bin ich auf sehr freundliche Buchhändlerinnen gestoßen, die mein »Roadkill« gerne in ihr Sortiment aufnehmen wollten. Sobald die nächste Veröffentlichung ansteht, werde ich ihnen dann auch diesen Roman vorstellen.

  1. Möchtest Du jemanden grüßen? Menschen danken? Ihnen hier eine Spalte zur Verfügung stellen?

So viele!
Cathy Strefford, Mimi, Jessica Bradley, die gesamte BlutgruppeH, Nicole Siemer, Vivka, Helen, Magret sowie Janna und Kerstin vom lesenswerten Blog Wortrausch, die wunderbare Buchbubble, alle meine Leser*innen und jede/n, die/der das Interview bis hierher gelesen hat. ^^

  1. Wie beim letzten Mal möchten wir Dir hiermit die Möglichkeit geben, Dich anzubringen, Deine Werke anzupreisen, Werbung zu machen. Und/oder ein Schlusswort hinzuzufügen.

Vielen Dank für die schönen Fragen und das Interview. Dann möchte ich zuletzt die Gelegenheit nutzen und darauf hinweisen, dass eine Übersicht meiner Bücher auf tanja-hanika.de zu finden ist.
Neben meinen bereits erwähnten Autorenhelferlein habe ich viele verschiedene Gruselgeschichten veröffentlicht, sodass für jede*n etwas dabei sein könnte. Traut euch, manchmal lohnt es sich, dem Horror eine Chance zu geben. ^^

Tanja Hanika findet ihr auch hier:

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