Rezension: Die ersten Bewerbungen für Schüler und Studierende: Ein persönlicher Ratgeber für Ausbildung, Gap Jahr, (Duales) Studium und Praktika (Tamara Schrammel)

Tamara Schrammel - Die ersten Bewerbungen für Schüler und Studierende
(Copyright Cover: Springer Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

„Die ersten Bewerbungen für Schüler und Studierende: Ein persönlicher Ratgeber für Ausbildung, Gap Jahr, (Duales) Studium und Praktika“ von Tamara Schrammel ist bereits am 02. Oktober 2019 im Springer Gabler Verlag erschienen und wurde uns von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Ein Rezensionsexemplar, wie wir es noch nie auf dem Blog hatten, und eigentlich ist es schon eine schöne Sache, dass gerade der Bewerbungsratgeber bei uns Anklang gefunden hat, gleich ob wir normalerweise Rezensionen zu einem solchen Genre verfassen.

Gleich beim ersten Blick ins eBook kann ich schon einmal sagen: Wow! Das hier ist kein normaler Ratgeber. Ich hatte damals in der Schule das Unterrichtsfach »Bewerbungstraining« und muss sagen, dass wir alle davon eher überfordert und verwirrt waren. Wir waren mitten in der Pubertät. In der neunten Klasse (von insgesamt zehn). Der Schulstress nahm damals ordentlich zu und wir mussten jeden Mittwoch in einer nullten Stunde erscheinen, um einer alten Frau zuzuhören, wie der Bewerbungsmarkt funktioniert. Das war nicht innovativ oder hilfreich. Es war eher verstörend, denn faktisch hat uns die Dame wissen lassen »dass wir als Realschüler eh nichts machen können«.
Später hatte ich einen Kurs zu diesem Thema. Zwei volle Schultage der Langeweile und der wenigen guten Tipps.
Hier? Anders. Hier wird keine feste Anzahl an Phrasen runtergerattert, die demotivierend und zu viel für den jungen Kopf sind.

Frau Schrammel hat in ihrem Werk nicht nur persönliche Einflüsse genutzt – und wenn man sich ihren Lebenslauf mal so ansieht, kann man nur den Hut ziehen – sie hat auch Sparten eingerichtet, die viele andere Ratgeber vollkommen ignorieren. Mentale Vorbereitung. Tipps, wie man sein Ziel im Auge behält. Weise Worte für die Eltern/Erziehungsberechtigten.
Während sie über die einzelnen Schulabschlüsse redet und statistische Listen erörtert, welche Ausbildungsberufe die beliebtesten sind, schlägt die Autorin zwar die ganze Zeit über einen sachlichen, aber nicht distanzierten Schreibstil an.

Den ganzen Ratgeber über werden alle Lesenden gut abgeholt. Ob dies nun jene Personen sind, die selbst gerade mit einer Bewerbung hadern, oder jene, die zum Beispiel für das Kind die Daumen drücken wollen. Sogar ich, als Rezensentin, bin mittlerweile sehr motiviert und die »große Furcht vor der Bewerbung« schwindet dahin. Furcht, die mir von »Experten« eingesprochen wurde. Dort wurde einem nie die Möglichkeit gegeben, dass man sich selbst erkennt und demnach auch das Richtige findet. ICH MÖCHTE NICHT ALLE ÜBER EINEN KAMM SCHEREN! Ich kann lediglich über meine eigenen Erfahrungen berichten. Mich hat diese große Person damals eingeschüchtert. Wieso wäre ich nicht so und so? Einen Job bekommst du so ohnehin nicht …
Viele reden jungen Menschen die Herzenswünsche aus. Hier jedoch fühle ich mich wirklich gut aufgehoben und abgeholt.

Frau Schrammel legt offenkundig Wert darauf, dass der Job nicht einfach nur eine Pflichtveranstaltung ist – wie sie es so schön sagt. Im besten Fall ist es nicht nur eine Art, sich zu ernähren, es ist auch eine Berufung. Man hasst nicht den Montag an sich, man hasst es, wieder zu einem Job gehen zu müssen, der nicht das Richtige ist. Vielen wird der Mut zur Berufung abgesprochen. Du musst studieren oder du bist nicht intelligent. Du musst dies und das, ansonsten findest du keinen Job!
Die Welt versinkt im Grau und wir tunken unsere Kinder in diesen Einheitsbrei und erwarten nicht einmal, dass sie glücklich werden. Stattdessen empfinden wir es normal, wie viele sich von uns zu ihrer Arbeit quälen und sich darüber auslassen.
Umso schöner, wenn es endlich einen Ratgeber gibt, der versucht, nicht alles in ein Einheitsmuster zu quetschen.

Mein Fazit

Einen Ratgeber habe ich noch nie rezensiert und dementsprechend klingt diese Rezension auch ein wenig holprig. Negatives ist mir nicht aufgefallen. Das ganze Werk spricht von eigenen Erfahrungen, wendet sich zwar höflich und sachlich, jedoch nicht distanziert an alle Leser.
Frau Schrammel nimmt die Aufgabe, derer sie sich mit diesem Buch angenommen hat, sehr ernst und führt junge Menschen, Menschen, die einen Neuanfang wollen, oder Begleiter (wie Eltern) gut an der Hand durch das Buch und somit auch durch das Bewerbungsverfahren. Allein schon all jenen, die bald ihren Abschluss – in welcher Form auch immer – machen oder gerade gemacht haben, möchte ich dieses Werk ans Herz legen. Und sicherlich kann man auch als Lehrer das ein oder andere daraus lernen.
Absolute und dicke Kaufempfehlung!


Geschrieben von Judith


Links zu „Die ersten Bewerbungen für Schüler und Studierende“

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„Die ersten Bewerbungen für Schüler und Studierende“ bei Thalia*

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