Rezension: Mythen der Antike 02 – Die Ilias (Graphic Novel) (Luc Ferry)

Graphic Novel: Die Mythen der Antike - Die Ilias (Luc Ferry)
(Copyright Cover: Splitter Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

„Die Ilias“ ist eine Graphic Novel des Splitter Verlags aus der Reihe „Mythen der Antike“ und am 13. Dezember 2019 mit 168 Seiten als Hardcover für 35,00€ erschienen. Das unter der Leitung von Luc Ferry erschienene Werk listet ebenfalls Clotilde Bruneau als Beteiligung am Szenario und Pierre Taranzano als Zeichner.

In diesem Werk wird sich mit der „Ilias“, also der Geschichte um den trojanischen Krieg, aus der Feder von Homer befasst.
Wer an den Filmen, Mythen und Werken dazu vorbeigeschlittert ist: Der junge Prinz Paris stahl die schönste Frau der Welt, Helena, aus den Gemächern ihres Mannes und brachte sie in seine Heimat, Troja.
Die griechischen Mächte verbünden sich daraufhin und greifen die Stadt an, doch auf Grund einer Prophezeiung und der Einmischung der Götter auf beiden Seiten hält die Stadt der Belagerung zehn Jahre stand. Bis ein eher unwichtig wirkender Mann stirbt und somit eine Kettenreaktion losgelöst wird.
Nach dem Comic gibt es übrigens noch einen Wissensteil.

Nachdem ich „Das Lied des Achill“ gelesen habe, komme ich zurzeit nicht um die griechische Mythologie drum herum. Besonders die Geschichte von Achill und Patroklos hat es mir dabei angetan und somit musste ich natürlich auch nach diesem Comic greifen. Auch die Ilias samt der Odyssee sind in meinem Besitz und werden bald noch von mir gelesen werden.
Die Zeichnungen sind natürlich weniger romantisch, aber da ich früher schon sehr gerne Comicbücher und Graphic Novels in die Hand genommen habe, war das für mich selbstredend keine Überraschung. Wunderschön gestaltet ist es dennoch und es bringt die Geschichte wundervoll rüber, wenn ich auch gerne ein wenig mehr Tiefe (sicher, es ist ein Comic/eine Graphic Novel, die sich eher um die Gesamtsituation dreht) gesehen und die Rückblicke geschickter eingebracht hätte.

Mein allerdings größter Kritikpunkt ist ein sehr umstrittener Kritikpunkt: Ich bin mir sicher, dass es viele Leute geben wird, die mir sagen, dass Achill und Patroklos in meinen Augen ein Liebespaar und nicht einfach nur beste Freunde oder Cousins waren, weil ich „Das Lied des Achill“ gelesen habe. Tatsache ist aber, dass Homer es nie klar umrissen hat (manche Sätze sind allerdings sehr eindeutig) und es natürlich viele Übersetzungen gibt. Alexander der Große hat die beiden selbst als Paar „geshippt“, wie es so schön heißt, und heutzutage sind die meisten Historiker nicht mehr so sicher, wo es damals sehr wahrscheinlich war, dass die Geschichtsschreiber dem großen Achill keine Homosexualität „anhängen“ wollten. Sehr schade, dass die Beziehung auch hier sehr unter den Tisch fällt und die beiden einerseits kein Paar sind, gleichsam Achill jedoch sagt, dass Patroklos jener ist, den er mehr als jeden anderen geliebt hat.
Allein schon, dass ihre Asche vermengt werden soll, dass Achill ohne Patroklos nicht leben möchte und dass die Götter selbst fürchten, dass ein Halbsterblicher das Schicksal selbst verändern könnte, dass Achill mit seinem Weinen und seinen Schreien den Erdboden zum Beben bringt, spricht schon sehr für sich.

Ansonsten ist diese Graphic Novel eine ganz klare und sehr, sehr dicke Kaufempfehlung. Die Zeichnungen sind liebevoll, es ergibt endlich eine Übersicht über viele Geschehnisse, es gibt einen großen Wissensteil und das Buch fühlt sich sehr gut in der Hand an. Ich war sehr nostalgisch, wann immer ich „Die Ilias“ aufgeschlagen habe. Zum einen, weil ich bereits als Kind die griechische Mythologie sehr mochte und zum anderen, weil das Buchformat mich irgendwie an meine Kindheit erinnert hat. Damals, als Asterix noch nicht so winzig in meinen Händen aussah.

Mein Fazit

Das Patroklos-Achill-Thema schieben wir nun mal ganz schön beiseite. Hier geht es eher um die Gesamtsituation und die wurde mit sehr guten Grafiken und sehr viel Wissen schön in Szene gesetzt. Die Rückblicke waren meiner Meinung nach nicht ganz so geschickt eingestreut und ich persönlich hätte mir etwas mehr Tiefe gewünscht (so bin ich halt), aber für 35€ bekommt man hier eine außergewöhnlich informative und gute Graphic Novel, die ganz viel Spaß und, zumindest bei mir, Nostalgie hervorruft.


Geschrieben von Judith


Links zu „Mythen der Antike 02 – Die Ilias“

Verlagsseite der Graphic Novels
„Mythen der Antike 02 – Die Ilias“ bei Thalia*

Unsere Rezension zu Band 01 „Daedalus und Ikarus“
Unsere Rezension zu Band 05 „Perseus und Medusa“
Unsere Rezension zu Band 08 „Theseus und der Minotaurus“
Unsere Rezension zu Band 09 „Antigone“

6 Kommentare zu „Rezension: Mythen der Antike 02 – Die Ilias (Graphic Novel) (Luc Ferry)“

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