Interviewrunde 2: Martina Kald – Autorin

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Schick uns gerne noch Fotos von Dir oder Deinen Werken dazu. Links ebenso (diese speisen wir dann vernünftig mit ein). Bitte gib uns die Copyright-Angaben dazu.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wieso schreibst Du? Welche war Deine erste Geschichte? Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen. Immerhin bist Du der interessanteste Charakter in Deiner ganz eigenen Geschichte.

Ich heiße Martina, bin 31 Jahre alt und lebe in einer WG mit zwei Menschen und fünf Katzen.
Schreiben und Lesen hat mir schon immer sehr viel Spaß gemacht- deswegen war es für mich immer klar, dass ich Autorin sein möchte.
Meine ersten Geschichten waren Pokemon-Fanfictions. Damals war ich 9 Jahre alt.
Meine erste Veröffentlichung war die Kurzgeschichte „Stein“, die nun in einer neuen Anthologie bald zum zweiten Mal erscheint.

  1. Was hast Du bereits veröffentlicht? Wo kann man etwas von Dir finden? Verlag, Selbstverlag, gemischt, alles kostenfrei auf Deiner Website? Oder doch auf Seiten wie Fanfiktion?

Ich habe früher Fanfictions online veröffentlicht bzw war für ein paar Jahre lang bei kleineren Verlagen als Herausgeberin und Autorin.
Mittlerweile habe ich meinen eigenen Verlag, Littera Magia, gegründet.
Meine Bücher gibt es in allen üblichen Shops als Print oder EBook.

  1. Gibt es Mitautoren? Stell sie ruhig vor! Haben sie auch etwas einzeln veröffentlicht? Du darfst gerne etwas Werbung machen! Wenn nicht, kannst Du es Dir vorstellen oder hattest einmal welche?

Ich schreibe alleine, würde aber gerne meine Autoren-Kolleginnen Katherina Ushachov, Anne Kleve und Anna Lisa Franzke empfehlen.
Ebenso arbeite ich mit Illustrator*innen wie Yunuyei, JuwiArt und Rebis in unregelmäßigen Abständen zusammen.

  1. Kennst Du den NaNo? Wenn ja, wie machst Du dort mit? Welche Erfolge hattest Du bereits? Oder siehst Du nur gerne zu, wie wir anderen Autoren uns im Schlamm wälzen? Hast Du noch nie davon gehört?

Ja, ich habe öfter am Nano teilgenommen und auch schon mehrere Bücher in der Zeit fertiggestellt. Dieses Jahr werde ich an „(Nec)Romantic: Der Totenbeschwörer ist in die Tochter des Bürgermeisters verliebt“ arbeiten.
Ich sehe das Thema Nano gelassen und freue mich einfach aufs schreiben.

  1. Bist Du in einem Schreibforum aktiv? Warst Du es? Oder hältst Du nichts davon?

Nein. Durch mein Genre habe ich oft das Gefühl nicht ganz dazuzugehören.
Aber ich bin in Light Novel Gruppen aktiv.

  1. Welche Art Schreiber bist Du? Plotter? Pantser? Plantser? Oder doch eher etwas anderes?

Ich bin eindeutig Plotterin 😊 Ich lasse mir zwar oft einen Spielraum und bin auch bereit meinen Plot bei neuen Ideen umzuwerfen oder anzupassen, aber wenn ich anfange zu schreiben, steht schon sehr viel.

  1. Gehörst Du zu den Schreibern, die alles in einem Dokument runter rattern und dann korrigieren oder zu denen, die für jedes Kapitel ein eigenes Dokument haben? Oder wie machst Du das?

Ich habe alles in einem Dokument. Dank Papyrus fällt es mir sehr leicht die Übersicht zu behalten.

  1. Welche Freizeitaktivitäten hast Du, die Dir beim Schreiben helfen? Zum Beispiel Bogenschießen oder Reiten.

Ich lese sehr gerne Light Novels, bin ein großer Anime-Fan, zeichne, male, baue Modelkits zusammen… ich habe zu viele Hobbys.

  1. Welches Genre bedienst Du am Liebsten und weshalb eigentlich?

Ich schreibe am liebsten Fantasy und Scifi, weil ich diese Genre auch am liebsten lese.
Momentan hat es mir Fantasy-Comedy und Isekai sehr angetan.

  1. Papier, Laptop, Notebook, Notizblock, Sprachmemos, Handy, Tablet, Bleistift, Füller, Kuli, malst Du Portraits oder Karten? Nenn uns Deine kleinen Helferlein. Auch gerne Programme – wie Papyrus! Gerne mit Empfehlungen.

Ich schreibe auf meinem Surface Pro 7 und nutze Papyrus. So kann ich überall schreiben 😊 Für Ideen habe ich ein kleines Notizbuch mit.

Da hatten wir nun die Fragen bezüglich Deiner Selbst. Je mehr Du uns erzählen willst, umso besser. Viele Autoren hatten in der letzten Runde Angst, dass sie viel zu viel geschrieben hätten. Aber das hat dann doch keiner geschafft (keine Herausforderung 😉 ).
Im Gegenteil hatten die meisten, die solche Angst hatten, kein außergewöhnlich langes Interview, also gibt es keinen Grund zur Sorge.

  1. Man kennt es ja, eigentlich sollte man niemals seine Helden treffen. Manchmal ist es jedoch ganz cool – uns ist das zum Beispiel ein Mal passiert – hast Du schon einmal Deinen (Buch-)Helden getroffen oder würdest Du gerne? Wie ist es gelaufen/ wie würdest Du es Dir vorstellen?

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  1. Wo wir gerade bei Helden sind. Die Charaktere sind unsere (Anti-)Helden und halten uns auf Trab. Wie wichtig ist Dir ihre Tiefe? Oder magst Du es beim Lesen/Schreiben eher, sich auf andere Dinge zu konzentrieren? Zum Beispiel die Reise an sich und all ihre Spannung?

Meine Figuren sind mir größtenteils sehr wichtig. Wenn ich also die Möglichkeit habe, versuche ich ihnen eine eigenen Persönlichkeit und einen ausgeprägten Charakter zu geben. Was nicht ganz einfach ist, da ich hauptsächlich Novellen schreibe und diese nur einen kleinen Augenblick im Leben meiner Figuren wiedergeben.

  1. Wie viel Ärger bringen Dir Deine Figuren? Gehören sie, wie bei uns beim Bambusblatt, zu denen, die sich selbst benennen und Dir ihre Geschichte erzählen oder hast Du alles fest im Griff?

Ich habe alles fest im Griff. Im Laufe des Schreibens entwickle ich oft ein Gefühl dafür, wie ich die Figuren besser umsetzen kann und ergänze dann manches. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass meine Charaktere ein „Eigenleben“ entwickeln.
Das kann aber auch daran liegen, dass ich an manchen von ihnen über Jahre plane, ehe sie einen Auftritt in einem meiner Bücher haben.

  1. Oben wird es schon halb gefragt, aber: Nutzt Du Zeichnungen für Deine Charaktere? Programme, um sie genau zu erfassen, mit Stammbaum, Aussehen und dergleichen?

Ich zeichne meine Charaktere selbst und da meine Bücher meistens illustriert sind, gibt es mehrere Illustrationen von ihnen.
Am liebsten zeichne ich persönlich mit Papier und Stiften.
Ihr Aussehen und Charakter steht also fest- Stammbaum haben die Wenigsten.

  1. Die Frage gab es bereits beim letzten Mal, doch: Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

Nein.

  1. Wie sieht es mit realen Vorbildern aus?

Ich habe im Laufe der Jahre ein paar meiner Helden getroffen, oder hatte die Möglichkeit mit ihnen online zu schreiben (zb. Jo Kaps von Altraverse und der Manga-Zeichner Rebis, mit dem ich momentan auch arbeiten darf).
Andere Helden habe ich kennengelernt und sie sind dadurch zu meinen Helden geworden (zb. meine beste Freundin Yunuyei oder die Autorin Anne Atsusa).
Ich habe keine Erwartungen an meine Helden. Deswegen waren alle Begegnungen sehr positiv.

  1. Welche ist Deine beste Figur? Beziehungsweise Deine am meisten Geliebte? Und welche ist genau das Gegenteil?

Mein Liebling wechselt regelmäßig. Momentan sind es Theodor (Theodor aus Riesenthal), Lieselotte und Arbogast (beide aus Girlem: Wiedergeboren als Golem?! Monsterfriseurin in einer anderen Welt!). Das kann aber auch daran liegen, dass ich an beiden Büchern arbeite.
Von meinen Charakteren hasse ich niemanden. Ein paar Sidecharaktere sind mir aber relativ egal.

  1. Wenn Du ungehorsame Figuren hast, wie würdest Du sie manchmal am liebsten „bestrafen“ (oder machst es im Buch sogar) oder was würdest Du ihnen gerne einmal freundlich ins Gesicht schreien?

Habe ich nicht.

  1. Hast Du schon mal einen Charakter getötet, bei dem Du das eigentlich nicht wolltest? Denkst Du da an Konsequenzen? Oder hat doch mal einer überlebt, der eigentlich seine Zeit hinter sich hatte?

Nein.

  1. Hat eine traurige Szene in Deinen eigenen Werken Dich wirklich, und nicht nur so dahin gesagt, zu Tränen gerührt, weil die Figuren Dir so am Herzen lagen? Muss auch keine negative Szene sein, vielleicht haben sie sich endlich geküsst oder gar geheiratet? Vielleicht hast Du auch nicht mit ihnen gefühlt, sondern warst einfach nur sehr erleichtert, dass sie es gebacken bekommen haben?

Ich weine relativ häufig, wenn etwas emotionales in meinen Büchern passiert- dahier ist dies kein Qualitätsmerkmal.

Dann gehen wir nun einmal in die letzte Etappe!

  1. Als Autor bist Du vermutlich selbst Leser. Beschreibe uns doch gerne Deinen perfekten Leseabend, Lesemorgen oder wie auch immer Du liest. Ist das Notizbuch dabei stets gezückt? Stürzt Du Dich direkt auf jedes neue Werk Deines Lieblingsautors oder bist Du da eher „gildenfrei“ oder entspannt?

Ich lese viel zu langsam und es passiert selten, dass ich neue Bücher sofort lese (mein Stapel der Schande ist meistens +/- 10 Bücher groß)
Wenn ich lese, dann höre ich nebenbei meistens Musik.
Wo ich lese ist mir dabei relativ egal.

  1. Hast Du Dich schon einmal an eine Lesung getraut? Vielleicht ja nicht in einer Buchhandlung, aber eine Wohnzimmerlesung oder über einen Discordserver für Autoren? Das alles kommt ja immer mehr. Oder willst Du – verständlicherweise – niemanden einfach in Deine Wohnung lassen? Traust Du Dich laut vorzulesen?

Ja, ich hatte mehrere Lesungen, in Cafes, einer Bibliothek, Shops, auf Messen, online… es macht mir aber keinen besonderen Spaß. Deswegen bin ich froh, wenn ich nicht lesen muss.

  1. Wo wir gerade bei Mut sind: Hast Du Dich schon einmal etwas getraut zu schreiben, bei dem Du am Ende dennoch da gesessen und Dich für mutig gehalten hast oder dumme Kommentare befürchten musstest?

Dumme Kommentare kommen immer- egal was ich mache. Von daher versuche ich wenig über diese pro-aktiv nachzudenken.

  1. Frage an (ehemalige) Selfpublisher: Machst Du Deine Cover selber oder leistest Du Dir einen Designer? Wie läuft es bei Dir in die ein oder andere Richtung ab?

Ich arbeite mit Illustratoren, mache aber den grafischen Teil selbst. Zum einen, weil ich mittlerweile recht gut darin geworden bin, aber auch weil es nur sehr wenige Designer gibt, die mit meinen Genres vertraut sind.

  1. Wie holst Du Dir Rezensenten? Wo findest Du sie? Welche Tipps (auch Blogs, wenn diese die Empfehlungen erlauben) hast Du?

Rezensionen zu bekommen ist wahnsinnig schwer. Ich werde von Blogger*innen meistens geghosted, daher bin ich nicht besonders aktiv auf der Suche.
Meine Tipps wären ebooks zu verschicken, eine Blacklist zu führen und sich nicht zu viel zu erwarten.

  1. Wie gehst Du mit Rezensionen, negativ und positiv, um? Welche Tipps oder Anmerkungen hast Du für andere Autoren?

Ich freue mich sehr über positive Rezensionen. Negative nerven mich natürlich. Besonders, wenn ich der bloggenden Person das Buch gratis zur Verfügung gestellt habe. Natürlich verstehe ich, dass Blogger*innen ehrlich sein wollen und ihren Lesern gegenüber Verpflichtungen haben. Aber negative Rezensionen schaden den Verkaufszahlen. Also im Grunde das genaue Gegenteil von dem was ich eigentlich mit einer Rezension erreichen will. Von daher kommen negativ-rezensenten auf meine Blacklist. Auf den Inhalt der Rezensionen selbst gehe ich nicht öffentlich ein.

  1. Für alle, die schon mal beim Verlag veröffentlicht haben: Wie läuft dieser Prozess ab? Gibt es Tipps von Deiner Seite? Vor allem Geheimtipps und „nicht nur“, dass man es immer weiter versuchen soll? Wie ist das Gefühl, sein Werk in einer Buchhandlung zu sehen?

Als Verlegerin sind meine Tipps, dass es Sinn macht sich die Bewerbungs-Richtlinien genau anzuschauen und auch die Publikationen unter die Lupe zu nehmen.
Passt mein Buch dazu? Spricht mich die Qualität der Bücher an? Wie finde ich sie inhaltlich? Es macht ja keinen Sinn bei einem Verlag zu sein bei dem man denkt „Sind ja alles loser und die Bücher sind langweilig“.
Mich persönlich interessiert der Buchhandel relativ wenig. Ich verkaufe gerne auf Messen, weil ich dort meine Leser*innen in echt sehen kann. Das ist ein schönes Gefühl.

  1. Auch an die Selfpublisher, wie ist das Gefühl, sein Buch in der Handlung zu sehen? Und wie kommt ihr dorthin? Sprecht ihr zum Beispiel die Händler an?
  1. Möchtest Du jemanden grüßen? Menschen danken? Ihnen hier eine Spalte zur Verfügung stellen?

Danke an alle meine Leserinnen und Mitarbeiterinnen im Verlag, die mich so tatkräftig unterstützen.

  1. Wie beim letzten Mal möchten wir Dir hiermit die Möglichkeit geben, Dich anzubringen, Deine Werke anzupreisen, Werbung zu machen. Und/oder ein Schlusswort hinzuzufügen.

Die Seite meines Verlages.
Natürlich gibt es fast alle Bücher auch auf Amazon&Co, aber ich profitiere mehr, wenn man direkt über mich bestellt. Ende des Jahres erscheint dann auch mein nächstes Buch „Girlem: Wiedergeboren als Golem?! Monsterfriseurin in einer anderen Welt!“ in einer schicken Hardcover Limited-Edition.
Es würde mich also freuen, wenn ihr vorbeischaut und mein Werk bei euch einziehen darf.

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