Rezension: Shadow and Bone – Legenden der Grisha

Bewertung: 3 von 5.

„Shadow and Bone – Legenden der Grisha“ ist eine Fantasy-Serie, die auf den bekannten und beliebten Buchreihen des GrishaVerse von Leigh Bardugo basiert. Sie wurde von Eric Heisserer und 21 Laps Entertainment für Netflix entwickelt, die Musik wurde von Joseph Trapanese komponiert.
Die Rezension bezieht sich nur auf die erste Staffel, deren Pilotfolge weltweit am 23. April 2021 auf Netflix veröffentlicht wurde.
In den Hauptrollen sehen wir Jessie Mei Li als Alina Starkov, Ben Barnes als General Kirigan, Archie Renaux als Malyen Oretsev, Freddy Carter als Kaz Brekker, Amita Suman als Inej Ghafa und Kit Young als Jesper Fahey.

Im vom Krieg zerrütteten Ravka leben neben den normalen Menschen auch die Grisha, die die Elemente manipulieren können. Einer von ihnen schuf einst die Schattenflur, eine Art dunkle Wolkenwand, die sich einmal durch das ganze Land zieht und es damit durchtrennt. Eine Durchquerung scheint unmöglich, denn die Wesen, die dort leben, stürzen sich auf jene, die es wagen, die Schattenflur zu betreten.
Eine Legende besagt, dass eines Tages eine Sonnenkriegerin auftauchen wird, um die Schattenflur zu zerstören.
Als bei einer Durchquerung des Streifens das Sandskiff angegriffen wird, auf dem auch Alina Starkov, eine Kartographin der Ersten Armee, und ihr Kindheitsfreund Malyen Oretsev, ein Fährtenleser derselben Armee, reisen, bricht aus Alina Licht hervor. Natürlich hält man sie für die mögliche Sonnenkriegerin und so wird sie zum Kleinen Palast gebracht, dem Ort, an dem die Grisha unter General Kirigans Befehl ausgebildet werden. Aufgrund ihrer Fähigkeiten und der Ereignisse zieht Alina sehr viel mehr Aufmerksamkeit auf sich, als ihr lieb wäre, und noch dazu scheint General Kirigan seine ganz eigenen Pläne zu verfolgen.

Ich muss zugeben, dass es mir schwerfällt, meine Meinung zu „Shadow and Bone“ in sinnvolle Worte zu fassen. Diese erste Staffel hat mich sehr zerrissen zurückgelassen.
Ich liebe die Bücher. Sowohl die Grisha-Trilogie als auch die Krähen und King of Scars/Rule of Wolves. Dementsprechend habe ich mich sehr auf diese Serie gefreut und jeder neuen Enthüllung entgegengefiebert, während ich gleichzeitig versucht habe, nicht zu viele Erwartungen hineinzulegen. Vor allem, nachdem bekannt wurde, dass sie „Goldene Flammen“, den ersten Band der Grisha-Trilogie, und die Krähen-Dilogie in einer Staffel unterbringen wollen, denn eigentlich spielen diese beiden Geschichten nacheinander.
Ich habe aber beschlossen, erst einmal abzuwarten und möglichst unvoreingenommen an die Sache heranzugehen.

Und nun weiß ich wirklich nicht, an welchem Punkt ich ansetzen soll. Rein visuell ist diese Produktion in den meisten Fällen sehr gut. Es hat mir Spaß gemacht, sie zu schauen. Aber ich war auch immer hin und her gerissen, ob es mir tatsächlich gefällt. Das hat von Szene zu Szene sehr geschwankt.
Ich teile nicht die Überzeugung, dass es eine gute Idee war, die Trilogie und die Krähen zu mischen. Leigh Bardugo hat in ihren Büchern eine wunderbare Storyline geschaffen, wieso sie also nur für die Serie ändern? Die Geschichte von Alina und Malyen blieb dabei bisher größtenteils unverändert, obwohl sie natürlich mit den Krähen in Berührung kommen. Aber die Geschichte der Krähen ist bis auf ein paar grundlegende Eckpunkte eine vollkommen andere, was ich sehr schade finde. Ich kann mir noch nicht vorstellen, wie sie das mit den späteren Geschehnissen in Einklang bringen möchten, aber ich bin durchaus gewillt, mich überzeugen zu lassen.

Auch beim Casting bin ich gemischter Gefühle. Manche Figuren passen für mich richtig gut wie zum Beispiel Kaz, Jesper, Inej, Zoya oder General Kirigan. Mit anderen wie Malyen kann ich mich leider gar nicht anfreunden. Dasselbe gilt für den Charakter der Figuren. Manche sind in meinen Augen sehr gut getroffen, andere eher nicht so.

Ich liebe das Worldbuilding des GrishaVerse. Wie viele Gedanken Leigh Bardugo sich über diese Welt gemacht hat, fasziniert mich bei jedem Buch aufs Neue. Wie gut das in der Serie für diejenigen umgesetzt ist, die die Bücher nicht gelesen haben, kann ich nur schwer beurteilen. An vielen Stellen kam es mir für Nichtkenner sehr verwirrend vor, aber das mag auch an meinem Empfinden liegen.

Ich kann keine klare Empfehlung für die Serie aussprechen, kann aber auch nicht behaupten, dass sie mir keinen Spaß gemacht hätte. Tatsächlich wurde es von Folge zu Folge besser und manche Dinge, die mich zu Beginn störten, wurden aufgeklärt.
Die wirklich große Frage, die wir uns gestellt haben, ist aber: Warum tragen die Drüskelle Wolfsfelle, wenn Wölfe ihnen heilig und ihre Gefährten sind?

Mein Fazit

„Shadow and Bone – Legenden der Grisha“ sorgt bei mir für sehr durchmischte Gefühle. Teils hat mir die erste Staffel gut gefallen und Spaß gemacht und ich bin wirklich gespannt darauf, wie sie den Rest umsetzen werden – teils hat sie mich aber auch stark enttäuscht und ich verstehe viele Entscheidungen nicht.
Für Leute, die die Bücher nicht gelesen haben, könnte sie vielleicht etwas verwirrend im Worldbuilding sein, aber sicher auch Spaß machen. Allerdings habe ich aber auch von vielen Fans der Buchreihe gehört, dass sie die Verfilmung lieben, wie sie ist. Am besten bildet ihr euch also wie immer selbst eine Meinung. Wir bleiben Buchverfilmungen gegenüber wohl kritisch, aber ich versuche auch, immer offen an diese heranzugehen. Gespannt auf Staffel 2 bin ich aber allemal.


Geschrieben von Roberta


Links zu „Shadow and Bone – Legenden der Grisha“

Unsere Rezension zu Band 1 der Grisha-Trilogie „Goldene Flammen“
Unsere Rezension zu Band 2 der Grisha-Trilogie „Eisige Wellen“
Unsere Rezension zu Band 3 der Grisha-Trilogie „Lodernde Schwingen“

Unsere Rezension zu Band 1 der Krähen-Dilogie „Das Lied der Krähen“
Unsere Rezension zu Band 2 der Krähen-Dilogie „Das Gold der Krähen“

Unsere Rezension zu Band 1 der King of Scars-Dilogie „King of Scars – Thron aus Gold und Asche“

Unsere Rezension zum Märchenband „Die Sprache der Dornen: Mitternachtsgeschichten“

9 Kommentare zu „Rezension: Shadow and Bone – Legenden der Grisha“

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