Interviewrunde 2: Udo Schober – Coverdesigner

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Wenn Du Beispielwerke hast, die Du uns ohne Urheberprobleme zukommen lassen kannst, dann kannst Du das gerne (mit Angaben des Copyrights) machen. Du übernimmst allerdings die Urheberverantwortung!
  • Solltest Du selber schreiben, steht es Dir im angemessenen Rahmen zu, in der ersten Frage und wo es passt, Werbung zu machen.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen.


    Ich mach es kurz, verheiratet, keine Kinder, dafür aber eine Hund, hauptberuflich in der Baubranche hauptsächlich mit Consulting und Messtechnik beschäftigt. Über das Hobby Fotografie bin ich vor über 20 Jahren zur Bildbearbeitung und Adobe Photoshop gekommen und beschäftige mich seither mit Digital Art und Digital Design. Besonders viel Spaß macht es mit auch Stadtkarten oder allgemeine Fantasykarten zu entwerfen.
    Meinen „Künstlernamen“ Arkis oder auch Sirarkis besitze ich schon seit Mitte der 90er Jahre, es war auch der Name meines vorherigen Hundes.
  1. Wie bist Du dazu gekommen, Cover zu erstellen?

    Vor ein paar Jahren ist eine gute Freundin an mich herangetreten, mit der Bitte, ein paar Entwürfe für ihre Geschichten zu machen, das hat dann wohl so gut gepasst, dass aus den Entwürfen gleich fertige E-Book-Cover, später auch Cover für Printbücher wurden. Seither sind noch ein paar mehr entstanden und es werden sicher noch weitere dazukommen.
  1. Welches war Dein erstes Cover? Wie entstand es und warum durftest gerade Du es machen?

    Das erste Cover (das veröffentlicht wurde, da gab es vorher noch unzählige schlechte Entwürfe) war für eine Kurzgeschichte für besagte Freundin. Nachdem sie aber unter einem Pseudonym veröffentlicht und ich hier keinen irgendwie möglichen Konnex herstellen wollte, verwenden wir ihr Pseudonym als Coverdesigner.
  1. Welche Angaben wünschst Du Dir von Beginn an vom Autor?

    Ganz wichtig ist das Genre, zweitens was die Autor:innen primär möchten, ein tolles einzigartiges Cover oder ein gut verkäufliches Cover. Das ist zwangsläufig nicht immer das Gleiche.
    Hilfreich sind auch immer etwaige Vorlagen oder auch Fotos oder andere Cover. Vor allem aber Ehrlichkeit, wenn ich mich in eine Richtig bewege, die den Autor:innen nicht passen oder die sie „meh“ finden, sollten sie das sofort mitteilen, ich kann hier durchaus mit Kritik umgehen. Im Endeffekt sind es ja die Autor:innen, die mit ihren Namen auf dem Cover stehen, und nicht ich. Sie sollten sich also mit dem Endergebnis identifizieren können.
  1. Uns würde auch der Schöpfungsprozess an sich interessieren! Wie genau läuft das ab, von den ersten Entwürfen hin zum fertigen Cover?

    Das ist sehr schwer zu beantworten, manchmal nähert man sich langsam Schritt für Schritt dem Enddesign an, manchmal dauerts es ein paar Entwürfe, bis es passt, und manchmal ist es einfach ein „Zack-Bomm“, das ist es.
    Wichtig dabei ist sehr viel Kommunikation und des Öfteren auch viel Überredungskunst von beiden Seiten.
  1. Selbstredend kann man keine genaue Durchschnittszeit sagen, jedes Cover ist einzigartig. Aber wenn Dich ein Kunde nach der ungefähren Zeit fragt, kannst Du mit den ersten Ideen eine Einschätzung tätigen und wenn ja, wie sieht das ungefähr aus?

    Würde ich davon leben, also hauptberuflich machen, hätte ich da dann sicher Benchmark Werte, aber so ist da zwischen 10 und 100 Stunden Arbeitszeit alles drinnen.
  1. Wünschst Du Dir oft freie kreative Hand oder magst Du es lieber, genauere Angaben zu haben?

    Ja und Nein Natürlich ist es toll, frei arbeiten zu können und wenn man seine eigenen Ideen umsetzen kann. Funktioniert aber leider nicht mit jeder Designer/Autor-Kombination.
    Je weiter das Projekt jedoch fortgeschritten ist, desto genauer sollten die Angaben sein. Aber vor allem ganz am Anfang ist es schön, etwas freier arbeiten zu können. Schließlich ist es ein kreativer Prozess und als Künstler muss man einfach auch mal viel ausprobieren dürfen, auch Entwürfe kreieren, die ohnehin für die Tonne sind, aber einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum fertigen Cover darstellen.
    Oft sind es gerade Details in verworfenen Designs, die sich als zündende Idee herausstellen – der Hintergrund von Entwurf A, die Schrift von Entwurf B und das Hauptmotiv von Entwurf C ergeben oft Design D, bei dem dann alles passt.
  1. Gibt es ein Cover, auf das Du besonders stolz bist?

    Ja, aber um das Pseudonym des Autors zu schützen kann ich es nicht zeigen.
  1. Gibt es ein Cover, Du musst es nicht nennen, bei dem Du doch nicht so zufrieden warst, aber der Kunde fand es toll?

    Ja, davon gibt es auch ein paar, aber sofern es nicht ganz daneben ist und der Kunde zufrieden, ist das schon in Ordnung.
    Manchmal schreibt man halt seinen Namen dann nicht drauf.
  1. Schreibst Du eigentlich selbst?

    Oh Gott nein, das beantworten der Fragen ist schon fast eine Zumutung Ich tippe nicht gerne so viel. Außerdem kenn ich meine Fähigkeiten und schreiben zählt da überhaupt nicht dazu.
  1. Welche Referenzen willst Du uns mitteilen?

    Es gibt eine kleine Seite mit „abgelehnten“ und Probe-Coverentwürfen auf Wix und auf meinem Instagram-Account.
  1. Welche Farbkombination oder welche Designart ist Dein Favorit?

    Das ist immer ein bisschen Mode- und Genre-abhängig. Auch von den Vorlieben der Autor:innen, aber sehr gerne arbeiten ich mit Kontrastfarben, dafür aber dann eher mit konservativen Schriften. Wobei ich aber die Meinung vertrete die Typografie sollte schon allein Aufschluss über das Gene geben.
  1. Welche Farbkombination oder welche Designart sind nicht so Deins?

    Vor allem schlecht lesbar Cover sind mir ein Gräuel, also eine schlechte Typographie, aber vieles ist einfach Geschmacksache.
  1. Ich denke, das wird für viele Schreibende auf dem Blog auch interessant sein: Wie errechnen sich Deine Preise? Ein gutes Cover ist nicht billig, das sollte jeder wissen. Aber die Neugierde steigt da schon!

    Nachdem ich meine Cover ja nicht verkaufe (ich möchte damit nur befreundete Autor:innen und Selfpublischer:innen unterstützen), kann ich das nicht beantworten. Aber als Selbstständiger sollte das schon gut kalkuliert werden, damit am Ende auch was zum Leben übrigbleibt. Würde ich dafür Geld verlangen, wären es wohl mittlere bis sehr hohe 3-stellige Beträge, je nach Aufwand.
  1. Bist du selbstständig? Arbeitest Du auch für Verlage? Ist das ein Nebenverdienst? Bist Du eigentlich „normale“ (verzeih den Ausdruck bitte) Designerin und machst das hier nebenher?

    Ich mache das nur nebenher in meiner Freizeit, sozusagen zum Ausgleich meines doch sehr technischen Berufs. Ich verkaufe auch keine Cover, sondern mache das nur für mir bekannte Autor:innen, die ich damit unterstütze.
  1. Welche Werkzeuge benutzt Du?

    Hauptsächlich Photoshop, aber auch Affinity Designer und CorelDraw sind die hauptsächlichen Werkzeuge. Ganz viel am PC, manches auch am Tablett und manchmal gibt es Vorentwürfe und schnelle Skizzen auch mit Bleistift auf einem Blatt Papier.
  1. Wenn ein Autor sich ein Cover selbst gestalten möchte oder jemand mit dieser Sparte hier anfangen will und noch gar keine Erfahrung hat, welche Tipps kannst/willst Du ihm mit auf den Weg geben? Gibt es zum Beispiel Lektüre, die Du empfehlen willst? Oder (günstige/kostenfreie) Programme? Seiten, die einem Illustrationen verkaufen, wie zum Beispiel iStock? Oder wie sieht es mit Tipps bezüglich Urheberrecht aus?

    Erster Tipp: Beherrsche dein Werkzeug, nur so kannst du optimal arbeiten, das heißt mit dem Grafikprogramm umgehen, ganz wichtig ist die Typografie aber auch die Farbenlehre usw.
    Zweiter Tipp: Du solltest dich in der „Szene“ schon ein bisschen auskennen, wissen, welche Cover in welchen Genres zur Zeit modern sind bzw. sich gut verkaufen.
    Dritter Tipp: Nochmal Typografie – zu 70% steht und fällt ein Cover mit der Schrift!
    Vierter Tipp: Versteife dich nicht auf ein Programm oder eine Arbeitsweise, probiere so viel wie möglich aus, teste auch immer wieder neue Techniken und Programme, Photoshop ist viel aber nicht alles.
  1. Gehst Du manchmal durch Buchhandlungen und suchst Dir Inspiration? Wo kommt generell Deine Inspiration her? Was denkst Du darüber, dass sich viele Cover desselben Genres so gleichen?

    Ja, sehr gerne sogar – es gibt immer tolle Inspirationen
  1. Fallen Dir Dinge an anderen Covern direkt ins Auge? Besonders schöne Dinge, aber vielleicht auch Sachen, die in Deinen nicht so gelungen sind?

    Ja sicher, bei anderen ist das kritisieren ja auch viel einfacher, und manchmal denkt man auch „Gott ist das gut, wie haben sie das gemacht?“
  1. Gibt es Cover, bei denen Du Dir wünschst, Du hättest sie gestaltet?

    Nein, das zwar nicht, aber bei vielen Covern würde ich gerne beim Gestalten dabei gewesen sein, so als keines Mäuschen über die Schulter schauen.

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