Rezension: „Fate: The Winx Saga“

Bewertung: 2 von 5.

„Fate: The Winx Saga“ ist eine von Netflix und Archery Pictures produzierte Dramaserie, die auf der bekannten Zeichentrickserie „Winx Club“ basiert. Die weltweite Erstausstrahlung erfolgte am 22. Januar 2021 beim Streaminganbieter Netflix.
Die Idee stammt von Brian Young, einem ehemaligen Drehbuchautor für „The Vampire Diaries“, und Regie führten Lisa James Larsson und Hannah Quinn.
Die Hauptfiguren werden von Abigail Cowen, Hannah van der Westhuysen, Elisha Applebaum, Precious Mustapha und Eliot Salt gespielt.
Am 18. Februar 2021 gab Netflix bekannt, dass es eine weitere Staffel geben soll.


Muss man noch etwas zum Inhalt sagen? Vermutlich ja, man kann nicht davon ausgehen, dass jeder immer alles kennt.
Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass es in diesem Universum verschiedene Reiche gibt und die meisten davon beherbergen Magie. Unsere Erde hatte einst ebenfalls Magie, aber diese wurde eliminiert und umso entsetzter ist jeder, als genau dort ein junges Mädchen gefunden wird, das nicht nur zu den Feen gehört, sondern auch noch äußerst mächtig ist.
Sie kommt nach Alfea, den Ort, an dem junge Feen lernen, ihre Magie zu nutzen. Dieses Mädchen ist Bloom und schon bald muss sie feststellen, dass ihre Familie nicht ihre Familie ist und in ihr ein größeres Geheimnis liegt, als sie selber angenommen hatte.

Während viele Aspekte mit der eigentlichen Serie von damals übereinstimmen, muss ich gestehen, waren mir aber auch zu viele Dinge zu unterschiedlich. Teilweise unnötig unterschiedlich. Ich muss aber gleich auch erwähnen, dass ich weiß, dass es unterschiedliche Zeichentrickversionen gibt und ich kein Experte auf dem Gebiet bin.
Als Kind und junges Mädchen haben mich solche Sachen eigentlich weniger verlockt, aber Winx habe ich dann doch heimlich geschaut (keine Ahnung, warum ich dachte, es heimlich machen zu müssen, denn meine Eltern haben mich sich frei entwickeln lassen). Manchmal ist man wohl so.
Umso enttäuschter war ich dann, was aus der Serie geworden war, die ich sogar noch ein paar Jahre vorher auf Netflix gesehen habe. Wenn ich zum Beispiel betrachte, dass Flora nun Terra heißt, aber eine Cousine mit diesem Namen hat, die jedoch nur in einem Nebensatz erwähnt wird, dann ist das mehr als schade. Aber, da ich nun durch die Rezension sehe, dass Brian Young auch „Tagebuch eines Vampirs“ verfilmt hat, wundert es mich, ehrlich gesagt, nicht mehr, denn zum Beispiel Elenas Tante heißt in den Büchern tatsächlich Judith, worauf ich als Teenie sehr stolz war und dementsprechend beleidigt in der Serie reagierte.
Doch es sind nicht nur diese Änderungen, die mich ärgern. Die ganze Dynamik zwischen den Charakteren wurde dadurch zerstört, dass sie nun so waren, wie sie eben sind. Auch die Hexenschule mit den drei Hexen hat mir gefehlt und letztendlich haben die ganzen Figuren nicht ansatzweise eine Tiefe bekommen.
Tatsächlich haben sie mich eher verwirrt.
So ein Charakter, wie ich selber bin, war froh, dass aus den Teenies aus der Originalserie etwas mehr geworden ist als diese kichernden Modepüppchen, die animemäßig ihre Freundschaft bekunden, aber selbst das wäre mir lieber gewesen, als in jeder Folge alles durchzurushen und den Zuschauer in eine Verwirrung zu setzen, an welchem Punkt aus „nicht mögen“ und „wir sind doch die besten Freunde“ die Figuren gerade stecken.
Allein die Sache mit Stella, die in der Originalserie zwar eine Zicke ist, aber noch irgendwo ihre Funktion hatte, hier jedoch von allen nicht gemocht wurde, jeden herumkommandiert, sich mit Bloom anlegt und gleichzeitig auf einmal meint, sie alle wären doch Freundinnen und diesen Zuspruch von den anderen findet, hat mich maßlos verwirrt.

Zwar wurde versucht, eine spannende Geschichte aufzubauen, doch auch diese wurde in meinen Augen sehr zerstückelt und gehetzt. So laufen die Folgen immer wieder darauf hinaus, dass die Schüler herumheulen, Eltern und Lehrer hätten ihnen einmal die Wahrheit sagen können. Sie stellen sich sogar vor die Lehrer und sagen ihnen, dass der Betrug, den sie selber begangen haben, gerechtfertigt sei, immerhin wären sie selber angelogen worden.
Irgendwann geben die Erwachsenen diesen Forderungen sogar nach und rechtfertigen das Verhalten der Schüler. Welcher Standpunkt damit unterstrichen werden soll, da bin ich mir, ehrlich gesagt, noch nicht so sicher, aber es hat mich doch sehr stark genervt und, da dieses Schema andauernd neu aufgebaut wird, die Spannung herausgenommen.


Mein Fazit

Die Serie hat mich doch eher enttäuscht, vor allem, da ich eher Gutes gehört habe.
Warum so kleine Details wie Namen geändert werden, das verstehe ich schon nicht. Dafür verliert die Figur aber irgendwie ihren Wert in meinen Augen und noch dazu frage ich mich: Sie stellen Terra als coolen, doch typisch unsicheren, unbeliebten und dicklichen Charakter da, der nicht wirklich jemanden zum Reden hat, außer Familie und Pflanzen. Der Typ, für den sie sich interessiert, verarscht sie selbstredend (und natürlich tut es ihm auch leid) und hat eher Interesse an Männern. Haben die Macher darin nicht Flora gesehen und sich deswegen so sehr geschämt? Fühlte es sich falsch an, ein liebes, beliebtes Mädchen dicker werden zu lassen, eigentlich eine gute Nachricht damit schicken zu wollen, aber gleichzeitig deswegen den Namen zu ändern?
Warum dann nicht bei den anderen Figuren? Bloom aus dem Original ist eine sehr gute Freundin, zeitweise verwirrt, ja, aber sie kümmerte sich immer gern um alle. Bloom aus dieser Serie ist eine Zicke und kümmert sich lediglich aus Pflichtbewusstsein um irgendwen anderen als sich selbst (oder weil sie das zu Antworten bringen kann). Trotzdem ist der Name gleich geblieben.
Musa, die nun komplett andere Kräfte hat, hat ebenfalls ihren Namen behalten.
Dazu kommt, dass die Teenies sich in einem Schema verfangen haben, das spätestens nach der dritten Episode den Reiz verloren hat.
Die Geschichte, die darum gewickelt wurde, hätte deutlich spannender sein können, wurde aber eher für schnelles, kurzes Drama geopfert, ohne, dass man die Figuren genug mögen konnte, um mit irgendwem mitzuleiden. Schade.


Geschrieben von Judith

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s