Rezension: Dorfromantik

Bewertung: 5 von 5.

„Dorfromantik“ ist erst am 25. März 2021 erschienen, trotzdem ist das von Toukana Interactive entwickelte Indiegame bereits in aller Munde. Es handelt sich um ein Aufbauspiel für Windows, das von den vier Berliner Gamedesign-Studenten Luca Langenberg, Sandro Heuberger, Timo Falcke und Zwi Zausch entwickelt und vom Medienboard Berlin-Brandenburg mit einem Zuschuss in Höhe von 110.00€ gefördert wurde. Die entspannende Musik stammt von Laryssa Okada und einer Person, die in den Credits als pygoscelis geführt wird.


Wie ich bereits öfter auf Twitter angemerkt habe, haben Roberta und ich einen neuen Spieletipp für uns und für euch gefunden.
Geheim ist er jetzt nicht gerade, denn am 25. März erschienen, trendet Dorfromantik, ein Studentenprojekt aus Berlin, international.


Was genau ist Dorfromantik?
Dorfromantik ist ein Spiel, das stark an den analogen Klassiker Carcassonne erinnert. Der Spieler bekommt ein Deck aus zufällig gemischten Karten und muss diese aneinanderlegen. Die Kärtchen sind sechseckig, animiert und in einem berauschenden Aquarellstil gehalten.
Dem Spieler werden dabei immer wieder neue Aufgaben gestellt. So will das neu freigeschaltete Reh gerne einen Wald mit mindestens 150 Bäumen haben, also ist es unsere Aufgabe, einen Wald zu finden oder zu schaffen, der diesen Ansprüchen gleichkommt.
Aber Achtung! Das Spiel geht nur so weit, wie man auch Karten hat, ist ja logisch. Die Aufgaben bringen, neben Punkten, neue Karten, genauso wie wenn man die Flaggen, die bei großen Gruppen erscheinen, nicht ignoriert. Die Gruppe (beispielsweise ein Wald) ist zu groß geworden und möchte geschlossen werden. Geht man auf das Aufgabenschildchen oder auf die Flagge, wird auch angezeigt, wo man noch an den Wald anlegen kann. Man kann, muss aber nicht die Gruppe schließen, immerhin gibt es immer neue Rehe oder Bäume, die einen immer größeren Wald haben wollen, und oben rechts findet man auch zufällige Aufgaben, die man absolvieren muss, um neue Kärtchen freizuschalten.
Die Sache: Je größer der Wald ist, desto höher sind auch die Anforderungen von einem neuen Reh. Schließt man die Gruppe, wird diese Anforderung zumeist wieder kleiner. Statt 800 Bäume ist man wieder mit 120 zufrieden. Und schließt man die Gruppe, bekommt man ebenso Punkte und neue Karten.

Dorfromantik ist mit solchen Kniffen gut bestückt. Allein die Karten, auf denen sowohl Fluss als auch Schiene zu finden sind, sind manchmal sehr knifflig und wenn man noch nicht herausgefunden hat, dass der Wasserbahnhof beides abschließt, dann klaffen schnell Löcher in der Karte, die man nicht stopfen kann.
Auch die Karten, die bei Zeiten auf der Map spawnen und die man erreichen und freischalten muss, können knifflig werden, denn auch diese verlangen nach der Absolvierung einer Aufgabe (zum Beispiel dreißig Flusselemente anbringen).
Hat man dies geschafft, hat man neue Dinge freigeschaltet. Darunter auch neue Herausforderungen, die zu neuen Skins und somit zu neuen Karten führen.

Hinzu kommen jene Karten, die eine Richtung fürs Anlegen angeben und zumeist auch eine präzise Anzahl bestimmter Objekte verlangen (als Beispiel Häuser). Dann ist es nicht gut genug, drei Häuser anzulegen, wenn noch zwei fehlen. Ein Einzelnes kann man selbstredend zur Gruppe hinzufügen, aber immer muss man darauf achten, nicht aus Versehen die Gruppe zu schließen.


Was ist so toll an Dorfromantik?
Dorfromantik hat auf eine sehr meditative Weise einen kleinen Suchtfaktor. Klein? Na ja, eigentlich nicht.
Aber ich hole gerne nochmals aus. Wie die Twitterlinge unter euch vielleicht wissen, habe ich leider starke psychische Probleme und zurzeit auch erneut eine sehr anstrengende Zeit, da mal wieder etwas sehr Gutes in meinem Leben auseinanderbricht.
Da ich am 7. April allein und völlig fertig mit den Nerven war, wollte ich mich erneut einem alten Spiel auf Steam widmen, konnte mich allerdings nicht so ganz überzeugen und scrollte deswegen lieber durch die Aktivitäten meiner Freunde.
Bereits ein paar Tage vorher hatte ich mir durch meine beste Freundin Anke das Spiel „Dorfromantik“ angesehen, war aber von der Highscore-Sache etwas abgeschreckt, da ich kein Konkurrenzmensch bin.
Auch auf den sozialen Plattformen kam mir der Name immer wieder unter.
Ja, es ging mir schlecht und schlussendlich ließ ich mich von dem kommenden Satz verlocken:

„Dorfromantik ist ein entspanntes Aufbaustrategie- und Puzzlespiel, bei dem du nach und nach idyllische Dorflandschaften aus Kärtchen aufbaust. Mit Dorfromantik kannst du jederzeit in eine ruhige, friedliche Welt eintauchen und dir eine Auszeit vom Alltag nehmen.“

Zitat Beschreibung auf Steam


Obwohl das Geld einmal mehr sehr knapp war, nahm ich diese knappen 9€ in die Hand und kaufte es mir.
Seit Tagen war ich nicht mehr so fokussiert und abgelenkt von Problemen. Ich konnte eintauchen in eine friedliche Welt, in der ich um Punkte spielen konnte, jedoch nicht musste. Man treibt sich immer mehr zur besseren Leistung an und lernt auch immer mehr Kniffe dazu.
Dazu diese Atmosphäre!
Dorfromantik hat nicht nur eine bildschöne Grafik und die Ruhe, sich nicht stressen zu müssen – wirklich eine tolle Abwechslung zum Alltag – die Soundkulisse ist auch malerisch und himmlisch.
Passend zu den Kärtchen, die man legt, hört man Geräusche von beispielsweise Pferden oder Fröschen. Die Fahrzeuge geben ebenfalls kleine Geräusche von sich, wenn sie über die Karte fahren.
Jedes Legen einer Karte wird mit einem kleinen „Plopp“ unterstrichen und wenn man etwas gut gemacht hat, bekommt man einen belohnenden Sound (ja, ich bin mir bewusst, dass das wie beim Clickertraining klingt).


Mein Fazit

Dorfromantik ist noch im Early Access und ich kann es kaum erwarten, bis neuer Content dazukommt. Allein ein Creative Mode, den ich zum Schreiben missbrauchen werde, ist schon angekündigt.
Ansonsten? Die PC-Anforderungen sind nicht sehr hoch. Mein Laptop macht zwar dennoch Probleme, weil er Probleme hat, aber selbst auf der niedrigen Grafikeinstellung sieht das Spiel absolut hinreißend aus!
Wir haben hier also ein Spiel, das den Geist einmal zur Ruhe bringt, für 9€ bietet sich eine Welt der Entspannung, die sogar auf schwächeren PCs gut aussieht und mit Sound und Grafik den Spieler in die Romantik des Dorflebens versetzt.
Mehr als eine absolute Kaufempfehlung!


Geschrieben von Judith

1 Kommentar zu „Rezension: Dorfromantik“

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