Interviewrunde 2: Karen Wenzel – Autorin

Autorin Karen Wenzel
(Copyright Karen Wenzel)

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Schick uns gerne noch Fotos von Dir oder Deinen Werken dazu. Links ebenso (diese speisen wir dann vernünftig mit ein). Bitte gib uns die Copyright-Angaben dazu.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wieso schreibst Du? Welche war Deine erste Geschichte? Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen. Immerhin bist Du der interessanteste Charakter in Deiner ganz eigenen Geschichte.

Hallo, ich bin 96er Jahrgang, komme aus Bayern und wohne mit meinem Lebenspartner zusammen. Ich habe Germanistik studiert und vor Kurzem mit einer Dissertation angefangen. Neben zu arbeite ich bei einem Forschungsprojekt an der Universität.
Ich schreibe seit ich ungefähr 12 Jahre alt bin an verschiedenen Geschichten. Ursprünglich hatte ich nicht geplant, richtige Romane zu schreiben geschweige denn zu veröffentlichen. Die ersten Ideen habe ich kurioserweise einigen Einschlafproblemen als Kind zu verdanken. Weil ich immer lange wach lag, habe ich mich gelangweilt und mir irgendwann Geschichten ausgedacht. Irgendwann fand ich es schade, wenn diese Ideen einfach verschwinden könnten, also habe ich sie aufgeschrieben. Anfangs nur so für mich selbst, aber nachdem ich mit mehreren Personen darüber gesprochen habe und sehr positives Feedback erhalten habe, kam ich auf die Idee, mehr daraus zu machen. So habe ich angefangen, die Geschichten ernsthafter anzugehen. Für mich ist das Schreiben mehr als ein Hobby und bedeutet inzwischen eine Freiheit.

  1. Was hast Du bereits veröffentlicht? Wo kann man etwas von Dir finden? Verlag, Selbstverlag, gemischt, alles kostenfrei auf Deiner Website? Oder doch auf Seiten wie Fanfiktion?

Im September 2019 habe ich meinen Debütroman „Memories, nichts wird je vergessen“ im Eigenverlag über Books on Demand veröffentlicht. Das bedeutet, dass er überall im Handel, sowohl über Buchhandlungen, größere Ketten als auch Amazon erhältlich ist. Auf meiner Website http://www.karen-wenzel.de finden sich alle Informationen zu meinen Büchern, denn in Kürze werden noch einige weitere folgen.

  1. Gibt es Mitautoren? Stell sie ruhig vor! Haben sie auch etwas einzeln veröffentlicht? Du darfst gerne etwas Werbung machen! Wenn nicht, kannst Du es Dir vorstellen oder hattest einmal welche?

Ich habe bisher noch nie mit jemand anderem zusammen an einem Projekt geschrieben. An sich kann ich es mir auf jeden Fall vorstellen, stelle es mir nur auch recht schwierig vor, sich mit einer anderen Person auf eine Idee zu einigen und zusammen zu schreiben.
Allerdings habe ich mich eine ganze Weile mit ein paar Kommilitonen getroffen und wir haben in einem Café zusammen an unseren jeweiligen Werken geschrieben. Dabei konnte man sich total gut motivieren und produktiv arbeiten.

  1. Kennst Du den NaNo? Wenn ja, wie machst Du dort mit? Welche Erfolge hattest Du bereits? Oder siehst Du nur gerne zu, wie wir anderen Autoren uns im Schlamm wälzen? Hast Du noch nie davon gehört?

Ich kenne den NaNo und mache einigermaßen regelmäßig mit. Durch Abschlussarbeiten in der Uni, die irgendwie immer genau in diese Zeit gefallen sind, konnte ich leider nicht so oft mitmachen wie ich es gerne getan hätte. Ich habe über eine Kommilitonin davon erfahren und 2016 das erste Mal mitgemacht. Dort habe ich die 50.000 Wörter-Marke geknackt und dabei ist tatsächlich auch das Grundgerüst für meinen Debütroman entstanden.
Beim Camp NaNo mache ich ab und zu mit, doch da kann ich mich irgendwie weniger motivieren, deshalb liegt mein Hauptaugenmerk im Jahr tatsächlich auf dem November.

  1. Bist Du in einem Schreibforum aktiv? Warst Du es? Oder hältst Du nichts davon?

Bisher nicht, weil ich einfach kaum Erfahrung damit habe und meist sehr unregelmäßig zum Schreiben komme.

  1. Welche Art Schreiber bist Du? Plotter? Pantser? Plantser? Oder doch eher etwas anderes?

Eigentlich eine gute Mischung. Die Grundidee, den Anfang sowie Schlüsselszenen meiner Geschichten plane ich meist sehr detailliert, doch im weiteren Verlauf passiert viel spontan. Es kommt auch häufig vor, dass sich bereits festgelegte Ideen verändern und die Geschichte einen anderen Verlauf nimmt, als ursprünglich geplant.

  1. Gehörst Du zu den Schreibern, die alles in einem Dokument runter rattern und dann korrigieren oder zu denen, die für jedes Kapitel ein eigenes Dokument haben? Oder wie machst Du das?

Ich habe, was die Geschichte betrifft, alles in einem Dokument zusammen. Dort schreibe ich dann der Reihe nach die Story. Manchmal kommt es vor, dass ich bestimmte Szenen schon ausformuliere, obwohl sie erst viel später in der Handlung vorkommen. Diese setze ich dann ins gleiche Dokument ans Ende und grenze sie mit der Markierung Zeitsprung oder Szene xy ab.
Separat erstelle ich dann noch eine Liste mit allen handelnden Figuren der Story und ein Dokument mit allgemeinen Notizen zur jeweiligen Geschichte.
Wenn die Geschichte fertig ist, erstelle ich neue Dokumente, um verschiedene Überarbeitungsschritte dokumentieren zu können.

  1. Welche Freizeitaktivitäten hast Du, die Dir beim Schreiben helfen? Zum Beispiel Bogenschießen oder Reiten.

Ich würde sagen ganz direkt hilft mir fürs Schreiben hauptsächlich das Lesen als Inspirations- und auch Motivationsquelle.
Was als Hobby für mich auch noch sehr nützlich ist, ist der Selbstverteidigungs-Kampfsport Allkampf-Jitsu. Ich bin seit ungefähr 17 Jahren dabei und habe inzwischen den 2. Dan (Meistergrad) erreicht, was den meisten als schwarzer Gürtel bekannt sein dürfte. Dieser Sport dient nicht nur als körperlicher Ausgleich zu den vielen Stunden vor dem Laptop-Bildschirm, sondern ich habe dadurch auch ein gewisses Verständnis von der menschlichen Anatomie erhalten. Gerade für Kampfszenen hilft mir das Wissen um die richtigen Schlag-, Tritt- und Abwehrtechniken enorm.
Ansonsten schaffe ich in meiner Freizeit noch kleine Kunstwerke aus Filz, indem ich Nadelfilze. Das hat zwar mit dem Schreiben oder Ausdenken von Geschichten nichts zu tun, ist aber eine sehr kreative Beschäftigung. Meine Werke kann man sich auf meiner Website neraks-filzwelt.jimdofree.com oder auf meinem Instagram-Account NeraksFilzwelt anschauen.

  1. Welches Genre bedienst Du am Liebsten und weshalb eigentlich?

Obwohl mein Debütroman ein Krimi ist, schreibe ich hauptsächlich Fantasy. Warum genau kann ich kaum beschreiben, aber schon als Kind haben mich fantastische oder magische Geschichten immer mehr angesprochen. Ich fühle mich in diesem Genre einfach frei, noch mehr Möglichkeiten zu entwickeln und liebe fantastische Aspekte.
Trotzdem bin ich den anderen Genres in keinsterweise abgeneigt.

  1. Papier, Laptop, Notebook, Notizblock, Sprachmemos, Handy, Tablet, Bleistift, Füller, Kuli, malst Du Portraits oder Karten? Nenn uns Deine kleinen Helferlein. Auch gerne Programme – wie Papyrus! Gerne mit Empfehlungen.

Die Vorbereitungen für neue Ideen schreibe ich meist auf irgendeinen Block und hefte diese dann in einer Mappe ab. Wenn die Idee ein wenig konkreter wird oder ich mich ans Ausformulieren und Schreiben machen möchte, habe ich bisher immer ein eigenes, kleines Notizbuch genommen und alle Informationen (Personen, Setting, Worldbuilding, Story, etc.) darin einigermaßen geordnet aufgeschrieben. Dazu benutze ich hauptsächlich einen Kugelschreiber, weil Füller bei mir vermutlich ziemlich in Geschmiere enden würde. Ansonsten verwende ich dazu noch ein paar Buntstifte oder Marker, denn ich brauche unbedingt immer Farbe in meinen Notizen, und Post-its.
Danach schreibe ich die Geschichte am Laptop in Word.
Nur ganz notfalls, wenn mir unterwegs etwas einfällt und ich nichts zu Hand habe, nehme ich die Notizfunktion am Handy in Anspruch. Aber für genau solche Momente habe ich eigentlich immer einen kleinen Block in meiner Tasche dabei.

Da hatten wir nun die Fragen bezüglich Deiner Selbst. Je mehr Du uns erzählen willst, umso besser. Viele Autoren hatten in der letzten Runde Angst, dass sie viel zu viel geschrieben hätten. Aber das hat dann doch keiner geschafft (keine Herausforderung 😉 ).
Im Gegenteil hatten die meisten, die solche Angst hatten, kein außergewöhnlich langes Interview, also gibt es keinen Grund zur Sorge.

  1. Man kennt es ja, eigentlich sollte man niemals seine Helden treffen. Manchmal ist es jedoch ganz cool – uns ist das zum Beispiel ein Mal passiert – hast Du schon einmal Deinen (Buch-)Helden getroffen oder würdest Du gerne? Wie ist es gelaufen/ wie würdest Du es Dir vorstellen?

Nein, bisher ist das noch nie passiert und einige davon leben leider gar nicht mehr, was es auch für die Zukunft ein wenig unwahrscheinlich macht, aber man soll ja niemals nie sagen.

  1. Wo wir gerade bei Helden sind. Die Charaktere sind unsere (Anti-)Helden und halten uns auf Trab. Wie wichtig ist Dir ihre Tiefe? Oder magst Du es beim Lesen/Schreiben eher, sich auf andere Dinge zu konzentrieren? Zum Beispiel die Reise an sich und all ihre Spannung?

Ich finde, es kommt ein wenig darauf an, was für eine Art von Geschichte man schreibt und wie essentiell die Charaktere dabei sind. Für einen Reiseroman sind beispielsweise eher die Beschreibungen der Landschaften extrem wichtig.
Natürlich ist es immer schöner, wenn die Figuren Tiefe haben und zumindest bei den Hauptpersonen in meinen Geschichten versuche ich dem auch nachzukommen. Gerade bei den Antagonisten finde ich es toll, wenn sie nicht einfach nur der böse Gegenspieler sind, sondern eine Erklärung geliefert wird, welche deren Handeln plötzlich nachvollziehbar macht. Dann kommt der Leser ein wenig in die moralische Zwickmühle, ob der Antagonist nun wirklich so böse ist oder was unter anderen Umständen mit ihm geschehen wäre. Genau dann fiebert man mit der Geschichte mit und beschäftigt sich auch intensiver damit.

  1. Wie viel Ärger bringen Dir Deine Figuren? Gehören sie, wie bei uns beim Bambusblatt, zu denen, die sich selbst benennen und Dir ihre Geschichte erzählen oder hast Du alles fest im Griff?

Benennung und Grundzüge steuere ich schon noch selbst, aber die Aussage, dass Figuren ihr eigenes Leben entwickeln können, kann ich nur unterstreichen. Mir ist es auch schon immer wieder passiert, dass die Figuren plötzlich Entwicklungen durchgemacht haben oder Beziehungen eingegangen sind, die ich so gar nicht für sie vorgesehen hatte. In diesem Fall lasse ich den Figuren auch ihren Lauf und schaue, wie es am besten zur Story passt. In den meisten Fällen ist das auch die richtige Entscheidung und alles fügt sich passend zusammen.

  1. Oben wird es schon halb gefragt, aber: Nutzt Du Zeichnungen für Deine Charaktere? Programme, um sie genau zu erfassen, mit Stammbaum, Aussehen und dergleichen?

Meistens nicht, was einfach daran liegt, dass ich überhaupt nicht zeichnen kann. Ich verfasse zu allen wichtigen Figuren Steckbriefe und würde auch gerne Zeichnungen von ihnen beifügen, aber das kann ich leider nicht umsetzen.
Ich kenne auch KollegInnen, die im Internet zu ihren Figuren passende Bilder von realen Menschen suchen, aber davon war ich persönlich nie so begeistert. Meistens entsprechen die Personen nie so wirklich meiner Vorstellung und für stundenlange Suchen für einzelne Figurenbilder habe ich dabei nicht die Geduld oder Motivation. In dieser Zeit beschäftige ich mich lieber mit dem Charakter oder der Hintergrundgeschichte meiner Figuren.
Außerdem macht es doch gerade Bücher aus, dass zwar alles Wichtige beschrieben wird, sich aber jeder Leser die Figuren oder Szenerie ein klein wenig anders vorstellt.

  1. Die Frage gab es bereits beim letzten Mal, doch: Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

Nein, bisher noch nie.

  1. Wie sieht es mit realen Vorbildern aus?

Für meine Figuren habe ich nie reale Vorbilder oder zumindest nie bewusst. Natürlich fließen manche Aspekte von wirklich existierenden Personen mit ein, weil die Menschen aus meinem Umfeld ja auch meine persönlichen Erfahrungen prägen. Ich schaue aber, dass es nicht zu offensichtlich auf jemanden hindeutet, selbst wenn es zufällig passiert.

  1. Welche ist Deine beste Figur? Beziehungsweise Deine am meisten Geliebte? Und welche ist genau das Gegenteil?

Eine direkte Lieblingsfigur habe ich überhaupt nicht. In jeder meiner Geschichten gibt es mehrere Figuren, welche ich unglaublich mag und bei jeder davon hat es andere Gründe.
Es gibt eine Figur, die dich ich gar nicht ausstehen kann, aber die ist in einem noch unveröffentlichtem Werk und hat dort (zum Glück) auch keine tragende, sondern eine sehr kleine Rolle. Es handelt sich dabei knapp gesagt um einen eingebildeten Schnösel, der kriecherisch und wenig intelligent ist und ziemlich nervig ist.

  1. Wenn Du ungehorsame Figuren hast, wie würdest Du sie manchmal am liebsten „bestrafen“ (oder machst es im Buch sogar) oder was würdest Du ihnen gerne einmal freundlich ins Gesicht schreien?

Innerhalb der Geschichten bestrafe ich keine meiner Figuren dafür, dass sie sich anders entwickeln als geplant. Wie oben erwähnt, gehört es meiner Meinung nach auch dazu und eigentlich finde ich es immer sehr lustig, wenn ich feststelle, was da plötzlich passiert. Meistens rege ich mich kurz aber belustigt auf und dann geht es einfach weiter.

  1. Hast Du schon mal einen Charakter getötet, bei dem Du das eigentlich nicht wolltest? Denkst Du da an Konsequenzen? Oder hat doch mal einer überlebt, der eigentlich seine Zeit hinter sich hatte?

Ich bin kein Freund von vielen Toden, vor allem nicht, wenn sie einfach um ihrer selbst willen geschehen. Wenn vor allem in der Story tragende Rollen sterben, dann sollte es auch Gründe dafür geben, indem es etwas bestimmtes verdeutlicht oder der Tod ein Auslöser für etwas ist. Es gibt eine Figur, an die ich spontan denken muss, deren Tod mir sehr ans Herz geht, doch es war tatsächlich von Beginn an geplant, dass diese Figur stirbt, ohne zu viel zu verraten.
In solchen Fällen bin ich auch versucht, eine Hintertür für diese Person zu finden, indem sie noch überleben kann, aber das lasse ich dann doch. Ich möchte dabei nicht riskieren, dass es unglaubwürdig wird oder zu erzwungen erscheint.
Allgemein denke ich zu Thema Tod von Figuren: Es muss sein, was sein muss, aber alles in Maßen (vor allem nicht in Massen).

  1. Hat eine traurige Szene in Deinen eigenen Werken Dich wirklich, und nicht nur so dahin gesagt, zu Tränen gerührt, weil die Figuren Dir so am Herzen lagen? Muss auch keine negative Szene sein, vielleicht haben sie sich endlich geküsst oder gar geheiratet? Vielleicht hast Du auch nicht mit ihnen gefühlt, sondern warst einfach nur sehr erleichtert, dass sie es gebacken bekommen haben?

Wirklich geweint habe ich bei meinen eigenen Geschichten noch nie, trotzdem fiebere ich beim Schreiben immer total mit. Bei lustigen Szenen kann ich mir das Dauergrinsen nicht verkneifen oder wenn ich etwas dramatisches schreibe, habe ich danach noch Herzklopfen. Da kommt es schon einmal vor, dass ich meinen Lebenspartner ziemlich verwirre, wenn ich plötzlich das Kichern anfange.

Dann gehen wir nun einmal in die letzte Etappe!

  1. Als Autor bist Du vermutlich selbst Leser. Beschreibe uns doch gerne Deinen perfekten Leseabend, Lesemorgen oder wie auch immer Du liest. Ist das Notizbuch dabei stets gezückt? Stürzt Du Dich direkt auf jedes neue Werk Deines Lieblingsautors oder bist Du da eher „gildenfrei“ oder entspannt?

Bei meiner Auswahl der Bücher orientiere ich mich eher weniger an den Autoren. Zuerst schaue ich, welches Buch mich anspricht und wenn es dann noch von einem Autor ist, den ich mag, ist es eher eine Bestätigung es zu lesen als entscheidungsgebend.
Es gibt zwei Situationen, die ich für mich perfekt fürs Lesen finde:
Erstens: Für den perfekten Leseabend ist das Wetter draußen leicht ungemütlich (trüb, kühl, feucht). Ich kann mich in meine Decke wickeln, liege auf der Couch und habe eine Tasse Chai Latte oder einen warmen Kakao neben mir stehen.
Zweitens: Im Sommer tagsüber auf einer Liege oder einer Decke unter einem Baum und der Wind trägt eine leicht kühlende Brise heran.
Wenn ich lese, habe ich kein Notizbuch dabei, denn in diesen Momenten will ich ganz in der Geschichte versinken und mir keine Gedanken über mögliche Ideen für meine Werke machen.

  1. Hast Du Dich schon einmal an eine Lesung getraut? Vielleicht ja nicht in einer Buchhandlung, aber eine Wohnzimmerlesung oder über einen Discordserver für Autoren? Das alles kommt ja immer mehr. Oder willst Du – verständlicherweise – niemanden einfach in Deine Wohnung lassen? Traust Du Dich laut vorzulesen?

Bisher habe ich noch keine eigene Lesung gegeben, ich habe mir aber schon einmal Gedanken darüber gemacht. Vorher möchte ich jedoch erst gewaltig üben und ein wenig scheue ich mich vor dieser großen Aufgabe. Aktuell finde ich es in meiner Wohnung (über Discord oder Ähnliches) nicht ganz passend und für eine Lesung in einer Buchhandlung oder so fehlt mir vielleicht noch das richtige Publikum. Für die Zukunft spiele ich aber durchaus mit diesem Gedanken.

  1. Wo wir gerade bei Mut sind: Hast Du Dich schon einmal etwas getraut zu schreiben, bei dem Du am Ende dennoch da gesessen und Dich für mutig gehalten hast oder dumme Kommentare befürchten musstest?

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  1. Frage an (ehemalige) Selfpublisher: Machst Du Deine Cover selber oder leistest Du Dir einen Designer? Wie läuft es bei Dir in die ein oder andere Richtung ab?

Bisher habe ich das Cover von einem freiberuflichen Designer machen lassen, den ich über eine Kollegin kenne.
Ich habe auch schon einmal überlegt, mich zum Beispiel in Photoshop einzuarbeiten, aber aktuell scheue ich noch die Kosten und den Aufwand des Einarbeitens, weil ich mich mit solchen Programmen überhaupt nicht auskenne. Wie oben erwähnt, geht mein künstlerisches Talent beim Zeichnen auch gegen null. Deswegen werde ich meine Cover wohl immer in Auftrag geben. Ich mache aber Skizzen beziehungsweise laienhafte Covervorschläge über Microsoft PowerPoint oder Gimp als Anhaltspunkt für den Designer.
Das heißt, die Ideen stammen von mir und die Umsetzungen dann von einem Profi.

  1. Wie holst Du Dir Rezensenten? Wo findest Du sie? Welche Tipps (auch Blogs, wenn diese die Empfehlungen erlauben) hast Du?

Bei den anfänglichen Versionen meiner Bücher frage ich einfach Familie und Freunde, ob sie einmal drüber lesen und ein Feedback abgeben wollen. Damit habe ich dann schon einmal ein paar unterschiedliche Geschmäcker und verschiedene Altersklassen abgedeckt.
Ansonsten suche ich zum Beispiel über Twitter mögliche Rezensenten.
Andersherum habe ich auch schon einmal für jemanden von Twitter ein paar Seiten probe gelesen.

  1. Wie gehst Du mit Rezensionen, negativ und positiv, um? Welche Tipps oder Anmerkungen hast Du für andere Autoren?

Auch meiner Familie und Freunden sage ich immer, dass das Wichtigste ein ehrliches Feedback ist. Von falschem Lob hat niemand etwas und als Autor kann man damit nicht arbeiten.
Bei negativen Rezensionen schaue ich, ob die Argumente Sinn machen; schon öfter habe ich bei anderen mitbekommen, dass sie negative Bewertungen erhalten haben, obwohl die Buchkäufer das Buch noch überhaupt nicht gelesen hatten. Wenn die Kriterien jedoch begründet sind und sich vielleicht sogar häufen, überlege ich mir schon, ob ich etwas ändern kann. Nicht immer genau so wie die Kritik es vorschlägt, sondern vielleicht auch noch einmal in eine ganz andere Richtung.
Über positives Feedback oder Rezensionen freue ich mich natürlich immer riesig. Ich kann auch tatsächlich sagen, dass ich für meinen Debütroman „Memories, nichts wird je vergessen“ eigentlich nur positive Rückmeldungen erhalten habe. Das bestärkt mich auch ungemein als Autorin insgesamt und nicht nur für das spezielle Werk.

  1. Für alle, die schon mal beim Verlag veröffentlicht haben: Wie läuft dieser Prozess ab? Gibt es Tipps von Deiner Seite? Vor allem Geheimtipps und „nicht nur“, dass man es immer weiter versuchen soll? Wie ist das Gefühl, sein Werk in einer Buchhandlung zu sehen?

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  1. Auch an die Selfpublisher, wie ist das Gefühl, sein Buch in der Handlung zu sehen? Und wie kommt ihr dorthin? Sprecht ihr zum Beispiel die Händler an?

Meinen Roman kann man leider nicht in Buchhandlugen ausgelegt sehen, weil er nur auf Bestellung gedruckt wird; so funktioniert das Konzept von Anbietern wie Books on Demand.
Wofür ich jedoch auf Buchhandlungen zugehe, sind meine Lesezeichen. Als Werbemittel habe ich Lesezeichen mit Cover und Buchinformationen drucken lassen. Diese verteile ich in Buchhandlungen in meiner Nähe, sofern diese sie annehmen. Die meisten sind aber sehr offen oder sogar dankbar und legen die Lesezeichen aus. Ich habe auch immer einen kleinen Stapel davon in meiner Handtasche, egal wo ich hingehe, falls ich mal zufällig über eine neue Buchhandlung stolpere.

  1. Möchtest Du jemanden grüßen? Menschen danken? Ihnen hier eine Spalte zur Verfügung stellen?

Die Menschen, die mich bei der Veröffentlichung meines Debütromans unterstützt haben, sind alle in der Danksagung von „Memories, nichts wird je vergessen“ verewigt. Wen es genauer interessiert, kann dort gerne nachschlagen 😉

  1. Wie beim letzten Mal möchten wir Dir hiermit die Möglichkeit geben, Dich anzubringen, Deine Werke anzupreisen, Werbung zu machen. Und/oder ein Schlusswort hinzuzufügen.

Vielen Dank für die Möglichkeit, mich in diesem Interview vorzustellen.
Wer sich für mich oder meine Werke interessiert, kann auf meiner Website nachschauen oder findet mich auch auf den üblichen Social Media Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram).
Mein Debütroman „Memories, nichts wird je vergessen“ (inzwischen habe ich den Titel ja schon das ein oder andere Mal genannt) ist der erste Teil einer Reihe von Kriminalromanen, die auch einen zarten Einschlag in Thriller und Fantasy haben. Man kann sich schon auf weitere Teile freuen, die in den nächsten Jahren veröffentlicht werden.
Aber ich habe auch noch viele andere Geschichten, die nur darauf warten, veröffentlicht zu werden, man darf also gespannt sein.

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