Rezension: Brooklyn Nine-Nine

Bewertung: 5 von 5.

„Brooklyn Nine-Nine“ ist eine US-amerikanische Comedyserie, die ihren Start am 17. September 2013 fand. Die Idee stammt von Dan Goor und Michael Schur, produziert wurde sie von Andy Samberg, der auch die Hauptrolle Jake Peralta spielt.
Bislang kann man sich 6 Staffeln ansehen, eine Siebte und Achte sind aber bereits geplant.

„Brooklyn Nine-Nine“ ist eine humoristische Serie über das Leben der Detectives im neunundneunzigsten Revier in Brooklyn und lehnt sich stark an Serien wie „Scrubs – Die Anfänger“ an.
Für mich kam die 6. Staffel vor wenigen Tagen erstmals im deutschsprachigen Raum an (wir haben gerade Mitte Januar), während in den USA bereits ein Vertrag für die 8. unterschrieben worden ist.
Im Zuge dieser Staffeln lernen wir eine dynamische Gruppe an Detectives kennen, deren Beziehungen sich nicht nur untereinander verändern, sondern auch ihre Umwelt sich anpasst. Es kommt in jeder Folge dazu, dass mehrere Handlungsstränge parallel erzählt werden und oftmals auch zusammenlaufen. Dabei hat man sowohl „Verbrecher of the week“ Stränge als auch langfristige oder immer wieder auftauchende Gangster.

Auf diese Serie stieß ich, da ich gerne auf 9Gag unterwegs bin und auf einmal viele Bilder dazu gepostet worden sind. Bilder und einzelne Szenen und weil ich von Natur aus sehr neugierig bin und mich gerne informiere, habe ich in den Kommentaren herausgefunden, wie diese immer wieder erwähnte Serie heißt, worum es geht und wo man sie streamen kann. Netflix ist in Deutschland der Ansprechpartner dafür und Netflix habe ich sogar.
Ein paar Tage nach dieser Entdeckung hatte ich meine Arbeit zu früh erledigt und mir war langweilig, also dachte ich, könnte ich der Serie eine Chance geben.
Die ersten Folgen haben mich dabei so gar nicht überzeugt. Es waren, glaube ich, damals drei Staffeln in Deutschland verfügbar und ich dachte mir, dass ich das niemals so lange aushalten würde.
Aber ab Folge fünf oder so habe ich angefangen, es richtig zu genießen, und in nur wenigen Tagen habe ich die Staffeln beendet und musste sehnsüchtig auf die Nächste warten.
Pünktlich zu Staffel vier habe ich die Serie dann bei Roberta angeschleppt – das war noch gar nicht so lang, seit ich die Serie angefangen habe – und damit alle nochmals gesehen.
Mittlerweile sind wir natürlich mit den Folgen oben auf, das bedeutet, wir haben sehr lange auf Staffel 6 gewartet und, bis auf zwei Folgen, alle an einem Tag geschaut. Auch die Staffeln davor haben wir beide nun schon so oft gesehen, dass es vielen zu langweilig werden würde, aber wir geben Brooklyn Nine-Nine immer wieder erneut den Lauf.

Es ist die Dynamik der Welt und der Charaktere und dieser subtile Humor, gemischt aus Scherzen, über die man nachdenken muss, und Scherzen, die an „Kokosnuss auf dem Kopf“ erinnern, die wir so lieben. Dass es dann auch noch eine sehr süße Liebesbeziehung gibt, tut ihr Übriges.
Wir können uns nie so ganz entscheiden, wer der beste Charakter ist, aber sie haben alle etwas.
Ob es Jake mit seiner treuherzigen Dumpfbackigkeit ist.
Amy mit ihren Neurosen.
Gina, die man am Anfang einfach verachtet, die aber zu einem wichtigen Teil geworden ist, mit ihrem mehr als ausgeprägten Selbstbewusstsein.
Charles Boyle, der nicht nur merkwürdige Essgewohnheiten hat, sondern auch alle regelmäßig mit seinen Formulierungen in Ekel versetzt.
Sculley und Hitchcock, die man nicht mal beschreiben kann.
Rosa, die gefühlskalte Frau, die dann doch immer austickt.
Terry, der in der dritten Person von sich spricht und Joghurt und Sport liebt.
Oder doch Holt mit seiner sehr speziellen, roboterartigen Art.

Die Figuren bleiben sehr in ihren Stereotypen, aber das ist vollkommen in Ordnung, denn die Dynamik um sie her passt sich dennoch perfekt an.
Sie erzeugen Gefühle im Zuschauer und lassen auch mit hoffen und bangen.

Natürlich aber gibt es auch Kritik.
Die ersten Staffeln haben Cliffhanger, von denen sich die Macher irgendwann dann zum Glück abgewandt haben. Es wird über Folgen hinweg eine Riesenspannung aufgebaut, nur damit dann die ersten Folgen der neuen Staffel alles aufklären.
Und noch ein großer Kritikpunkt: Muss es denn immer sein, dass mindestens einmal in der Staffel irgendetwas unternommen wird, um die Gruppe scheinbar auseinanderzureißen? Dass Gina in der 6. Staffel erst einmal geht und auch in der 5. wenig zu sehen war, lag an der Schauspielerin, die sich etwas zurücknehmen wollte (und das meine ich nicht mal mit dem Kritikpunkt. Gina fehlt zwar, aber das kann ich akzeptieren).
Aber Holt wird versetzt, Terry soll versetzt werden, Charaktere landen im Gefängnis und so weiter. Irgendwann ist dieses „Drama“ ausgelutscht. Spätestens in der sechsten Staffel hat man kaum mehr darauf reagiert, weil man wusste, dass es eh geklärt wird.
Die sechste Staffel war für mich übrigens auch die Schwächste. Nein, schlecht war sie wirklich nicht, aber es gab weniger Folgen, ein doch sehr abruptes Ende und vor allem haben die Figuren auf einmal geflucht – was so vorher nie vorkam – und das wurde auch noch sehr gut unterstrichen damit, dass es herausgepiept und dabei sogar ein Filter über den Mund der jeweiligen Figur gelegt wurde.
So weit ich informiert bin, musste nach der fünften Staffel ein anderer Sender die Serie retten und dafür sind wir auch sehr dankbar. Dennoch ist das ein neues Element, das so gar nicht hineinpasst und einfach nur stört, vor allem, da es doch sehr oft vorkommt.

Mein Fazit

Viele mögen oder lieben Brooklyn Nine-Nine. Oder viele kennen es auch nicht.
Von der ein oder anderen Person habe ich schon gehört, dass sie (oft gezwungen) der Serie eine Chance gegeben haben und sie dann nicht mochten. Das kann ich gut nachvollziehen. Erstens findet man eine Serie oft nicht gut, die nur in den allerhöchsten Tönen gelobt wird und zu der man dann gedrängt wird. Zum anderen habe ich auch Roberta damals schon vorgewarnt, dass die ersten Folgen nur dann gut sind, wenn man sie nochmals sieht. Bzw. habe ich ihr gesagt, dass die nicht sehr gut waren, weil ich sie tatsächlich erst da zum zweiten Mal gesehen habe.
Sie stimmte mir zu. Aber wer den ersten Folgen eine Chance gibt, kann eine sehr gute Serie finden, die zwar mit Schwächen aufwartet (wer tut das nicht?), aber alles in allem sehr überzeugen kann.

Geschrieben von Judith

2 Kommentare zu „Rezension: Brooklyn Nine-Nine“

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