Interviewrunde 2: Trio Ars Sistendi – 2 Autoren, 1 Coverdesignerin

Als anfängliche Anmerkung: Dieses Interview weicht ein wenig von der Norm ab, da wir es hier mit einem Trio zu tun haben. Zwei sind Co- Autoren, die Dritte im Bunde ist Coverdesignerin, die ebenfalls schreibt. Wir haben zunächst ihr Interview. Das der beiden Autoren ist zusammengefügt (von den Autoren selbst). Viel Spaß!

Interview Runde 2 Coverdesigneredition

Das Dreiergespann
(Copyright Sandra Limberg/ Von Links nach rechts: Sandra, Martina und Werner)

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Wenn Du Beispielwerke hast, die Du uns ohne Urheberprobleme zukommen lassen kannst, dann kannst Du das gerne (mit Angaben des Copyrights) machen. Du übernimmst allerdings die Urheberverantwortung!
  • Solltest Du selber schreiben, steht es Dir im angemessenen Rahmen zu, in der ersten Frage und wo es passt, Werbung zu machen.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen.

Da ich lieber meine Bilder sprechen lasse und mich als Person eher gerne im Hintergrund sehe sowie auch mein Privatleben möglichst im Detail außen vor lasse, gibt es nur ein paar wenige Grundinformationen über mich zu lesen. In erster Linie bin ich Mama und Partnerin, dann bin ich Fotografin und Künstlerin. Als gebürtige Schweizerin lebe ich seit 2005 in Deutschland. Mal hier und mal dort. Seit 2012 im Wiesbadener/Mainzer-Raum.

  1. Wie bist Du dazu gekommen, Cover zu erstellen?

Eigentlich hat alles mit der Fotografie angefangen. Und mit der ersten Anfrage von Martina & Werner kam dann auch das erste Cover. Davor waren die grafischen Exkurse höchstens mal im Bereich eines Flyers oder Ähnlichem. Und mit jedem Cover greift ein neuer Lerneffekt. Mit Kritik und positivem Feedback ebenso.

  1. Welches war Dein erstes Cover? Wie entstand es und warum durftest gerade Du es machen?

Die Frage übergebe ich an Martina & Werner weiter. Denn das erste Cover aus meiner Hand war die „Engelsklinge“ der O´Leary Saga, welche deren Köpfen entsprungen ist.

  1. Welche Angaben wünschst Du Dir von Beginn an vom Autor?

Am liebsten ist es mir, wenn ich grundsätzlich weiß, worum es sich im Roman handelt. Was für eine Art Mensch als Model gewünscht ist, gehört mit zu den wichtigen Informationen, die ich brauche.
In der Zusammenarbeit mit Tina & Werner verhält es sich aber eh so, dass wir uns eng absprechen und in der Regel Tina mit beim Covershooting vor Ort ist.

  1. Uns würde auch der Schöpfungsprozess an sich interessieren! Wie genau läuft das ab, von den ersten Entwürfen hin zum fertigen Cover?

Als erstes steht die Idee der Autoren. Daraus resultiert dann die Wahl des/der Models. Daraufhin mache ich bzw. machen wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Location und besprechen die eine oder andere Schlüsselszene, denn auf diesen baut ein Cover auf. Erste Entwürfe gibt es – zumindest hier im Team – in der Regel nicht. Da gleichzeitig auch die Fotos aus den Shootings für die Werbekampagnen genutzt werden, ist es lediglich wichtig darauf zu achten, dass von jeder Einstellung auch ein Hochformat-Bild dabei ist, mit Raum für Schrift. Aus den finalen Bildern suchen die Autoren dann „ihr“ Cover aus.

In der Zusammenarbeit mit anderen Autoren wurde mir bis dato komplett freie Hand gelassen, so dass es ebenfalls keine ersten Entwürfe gab, sondern das Vertrauen komplett in mich gelegt wurde und ich schalten und walten konnte, wie ich wollte. Da ich in der Regel nach Bauchgefühl arbeite und mich auch während eines Shootings auf meine Intuition verlassen kann, waren bisher auch alle meine Kunden mehr als zufrieden mit den Endergebnissen.

  1. Selbstredend kann man keine genaue Durchschnittszeit sagen, jedes Cover ist einzigartig. Aber wenn Dich ein Kunde nach der ungefähren Zeit fragt, kannst Du mit den ersten Ideen eine Einschätzung tätigen und wenn ja, wie sieht das ungefähr aus?

Bei dieser Frage spielen zu viele Faktoren eine zu große Rolle, um eine pauschale Antwort darauf zu haben.

  1. Wünschst Du Dir oft freie kreative Hand oder magst Du es lieber, genauere Angaben zu haben?

Aus meinen Erfahrungen habe ich gelernt, dass eine Zusammenarbeit mit mir am einfachsten funktioniert, wenn mir komplett freie Hand gelassen wird.

  1. Gibt es ein Cover, auf das Du besonders stolz bist?

Eins meiner liebsten Cover ist der „Todesatem“ – denn in groß ausgedruckt kann es mit diversen Kino-Plakaten mithalten. Und gerade weil ich weiß, wie es entstanden ist, gehört es definitiv zu meinen Lieblingen.

  1. Gibt es ein Cover, Du musst es nicht nennen, bei dem Du doch nicht so zufrieden warst, aber der Kunde fand es toll?

Es gibt eine ganze Cover-Fotoreihe, die meinem persönlichen Geschmack nicht entspricht, die aber meine Kundin sehr glücklich gemacht hat. In der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern ist es wichtig, das eigene Empfinden in Sachen Detail-Ästhetik auch mal zurückschrauben zu können und dennoch hinter der eigenen Arbeit zu stehen.

  1. Schreibst Du eigentlich selbst?

Ja ich schreibe in der Tat selber. Vorzugsweise jedoch Blogartikel. Ein kleines Buch ist erschienen, ein zweites ist in Planung. Jedoch bin ich nicht in der Roman-Richtung unterwegs, sondern eher im Bereich „Fachliteratur“.

  1. Welche Referenzen willst Du uns mitteilen?

Da ich ungern mit Namen um mich werfe, um mich damit zu profilieren, lasse ich diese Frage im Detail unbeantwortet.

  1. Welche Farbkombination oder welche Designart ist Dein Favorit?

Dunkel und gleichzeitig bunt gefällt mir. Entsättigt und gleichzeitig kraftvoll. Kontrastreich und eher nostalgisch. Ich mag vieles, was fernab von Pastelltönen und rosa Zuckerwölkchen erarbeitet worden ist.

  1. Welche Farbkombination oder welche Designart sind nicht so Deins?

Siehe Frage 12.

  1. Ich denke, das wird für viele Schreibende auf dem Blog auch interessant sein: Wie errechnen sich Deine Preise? Ein gutes Cover ist nicht billig, das sollte jeder wissen. Aber die Neugierde steigt da schon!

Ich habe einen Stundensatz für mich festgelegt. Und je nach Aufwand für Vorbereitung, Umsetzung und Nachbereitung errechnet sich der Grundpreis. Parallel dazu kann sich der Preis auch erhöhen, wenn mehr als nur ein Cover gewünscht ist. Wichtig ist diesbezüglich für jene, die sich gerne Cover erstellen lassen möchten, dass hier viele Stunden Arbeitszeit dahinterstecken. Wenn meine Kunden die Stundenauflistung sehen, wonach ich abrechne, sind sie zumeist sehr überrascht.

  1. Bist du selbstständig? Arbeitest Du auch für Verlage? Ist das ein Nebenverdienst? Bist Du eigentlich „normale“ (verzeih den Ausdruck bitte) Designerin und machst das hier nebenher?

Ich habe meine Gewerbe angemeldet und arbeite selbständig – allerdings ohne Verlagsarbeiten. Bisher. Es sind freie Autoren, die sich mit mir vernetzen. Und bis auf Werner und Tina auch ausnahmslos aus dem nicht-deutschen Raum.

  1. Welche Werkzeuge benutzt Du?

Meine Kamera, mein Objektiv, meine Augen, mein Herz und Photoshop.

  1. Wenn ein Autor sich ein Cover selbst gestalten möchte oder jemand mit dieser Sparte hier anfangen will und noch gar keine Erfahrung hat, welche Tipps kannst/willst Du ihm mit auf den Weg geben? Gibt es zum Beispiel Lektüre, die Du empfehlen willst? Oder (günstige/kostenfreie) Programme? Seiten, die einem Illustrationen verkaufen, wie zum Beispiel iStock? Oder wie sieht es mit Tipps bezüglich Urheberrecht aus?

Ich rate jedem davon ab, ein Cover selbst zu gestalten, wenn man vorher noch nie mit Grafik oder Bildbearbeitung zu tun gehabt hat. Das Cover ist das, was Menschen dazu bringt, ein Buch in die Hand zu nehmen. Ebenfalls halte ich nichts von kostenfreien Programmen. Lieber etwas Geld investieren und dafür ein gutes Produkt erhalten. Stock-Fotografie ist natürlich ein guter Anfang – hier sollte sich aber ein jeder bewusst sein, dass genau das eine Bild was man ausgesucht hat, vielleicht auch auf einem anderen Buch oder in anderen Berichten zu sehen ist. Und am Ende stellt sich immer die Frage, ob ein exklusives Bild nicht hochwertiger ist als ein Stockfoto, das vielleicht schon an diversen anderen Stellen genutzt worden ist.

Bezüglich Urheberrecht kann ich nur raten, kauft die Motive auf legale Art und Weise. Entweder über Stockagenturen oder bei den Künstlern direkt. Lasst euch einen Vertrag aushändigen, der ganz klar die gekaufte Lizenz / die vereinbarten Rechte ausweist. Illegale Bildnutzung kann teuer werden.

  1. Gehst Du manchmal durch Buchhandlungen und suchst Dir Inspiration? Wo kommt generell Deine Inspiration her? Was denkst Du darüber, dass sich viele Cover desselben Genres so gleichen?

Meine Inspiration kommt aus dem täglichen Leben. Aus Musik, aus Filmen. Die Gestalter und Hintergrundgeschichten von Buchcover interessieren mich nur bei den Büchern, die ich tatsächlich auch lesen möchte. Da forsche ich gerne mal nach, wer was wie erstellt hat und woher die möglichen Motive kommen.

Was die Ähnlichkeit aus den diversen Genres angeht, glaube ich, dass dies auf den Menschen als „Gewohnheitstier“ zugeschnitten ist. Jemand der gerne Arzt-Groschenromane liest, der wird sich kein Buch kaufen, auf dem Cover eher düster gestaltet ist. Jemand der auf Liebesromane steht, wird sich kein Buch kaufen, was mit „Blutflecken“ übertüncht ist. Das Cover eines jeden Buches zieht den möglichen Leser an – und je nach Genre ist daher auch die Umsetzung immer wieder ähnlich.

  1. Fallen Dir Dinge an anderen Covern direkt ins Auge? Besonders schöne Dinge, aber vielleicht auch Sachen, die in Deinen nicht so gelungen sind?

Ich urteile ungerne über andere Menschen und deren Arbeiten. Natürlich gibt es Cover die gefallen mir besser als andere. Schlussendlich sehe ich aber auch meine eigenen Arbeiten in einem steten Prozess und würde aus heutiger Sicht selber über meine Cover-Anfänge eher kritisch berichten.

  1. Gibt es Cover, bei denen Du Dir wünschst, Du hättest sie gestaltet?

Nicht Cover – aber Film- oder Serienplakate. Da gibt es so einige. Es wären aber definitiv zu viele, sie hier aufzulisten.

Shooting zu Undorn
(Copyright Sandra Limberg / Shooting zum Undorn)

Interview Runde 2 Autorenedition

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Schick uns gerne noch Fotos von Dir oder Deinen Werken dazu. Links ebenso (diese speisen wir dann vernünftig mit ein). Bitte gib uns die Copyright-Angaben dazu.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
Martina  Noble, Werner Diefental und Sandra Limberg
(Copyright Sandra Limberg/ Links Martina, Hintergrund Werner, rechts Sandra)
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wieso schreibst Du? Welche war Deine erste Geschichte? Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen. Immerhin bist Du der interessanteste Charakter in Deiner ganz eigenen Geschichte.

WD: Ok, macht´s euch gemütlich, nehmt nen Keks, kann länger dauern. Nein, im ernst, warum ich schreibe? Ich könnte jetzt natürlich einen ellenlangen Monolog halten über „weil ich der Welt etwas mitteilen will“ oder so nen Krampf. Goethe und Shakespeare werden ja von allen möglichen „Experten“ analysiert, was sie uns denn nun mitteilen wollten. Am Ende werden auch unsere Werke vielleicht auch mal auseinandergerupft, um zu sehen, welche tieferen Botschaften darin versteckt sind. Aber in Wahrheit ist es einfach: Weil in meinem Kopf Geschichten sind, die raus wollen. Weil es mir Spaß macht. Weil ich anderen Menschen ein paar Stunden Ablenkung geben möchte.
Ich bin ja der Oldtimer bei uns im Trio mit mittlerweile 57 Jahren. Das gibt mir vielleicht auch die nötige Gelassenheit, um das alles zu managen.
Mein Alltag hat sich 2011 verändert, vorher war ich im Qualitätsmanagement, dann wurde ich krank und seit 2012 Rentner, also hab ich theoretisch Zeit. Über meine Familie, nun, die möchte sich, so weit es geht, heraushalten, das ist und bleibt privat. Ansonsten koche ich gerne, hab 3 Katzen, lese selber sehr viel und bin das, was man einen Träumer nennt.
Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten in Irland, da, wo meine Seele zu Hause ist.

MN: Wieso schreibe ich. Wahrscheinlich, weil in meinem Kopf zu viele Geschichten sind, die einfach raus müssen. Was meine erste Geschichte war, weiß ich gar nicht mehr, weil ich schon als Kind, bevor ich schreiben konnte, Geschichten erzählt und Comics gezeichnet habe. Mit zehn habe ich dann eine Schreibmaschine bekommen (das Geklapper hat meine Eltern schier zur Verzweiflung getrieben), und seitdem habe ich immer geschrieben.
Ich bin gerade frisch geschieden und lebe mit meinem Hund in der Nähe von Mainz am Rhein. Zu meiner Familie, besonders meinen Eltern, habe ich ein sehr enges Verhältnis und arbeite bei der US-Armee als Übersetzungsassistentin.

  1. Was hast Du bereits veröffentlicht? Wo kann man etwas von Dir finden? Verlag, Selbstverlag, gemischt, alles kostenfrei auf Deiner Website? Oder doch auf Seiten wie Fanfiktion?

WD: Mein erstes Buch „Das Schwert der Druiden“ erschien 2010 im „Acabus-Verlag“, gefolgt von „Die Rückkehr des Schwertes“. Nachdem ich Martina getroffen habe, waren wir zuerst bei zwei kleineren Verlagen, aber nach einigen Dingen, die uns beiden nicht behagten, haben wir uns 2016 dazu entschlossen, alles in Eigenregie herauszubringen. Seitdem sind wir als Selfpublisher unterwegs. Auf meiner Webseite findet man Leseproben und einige Kurzgeschichten.
Insgesamt haben wir (Stand August 2020) 11 Bücher veröffentlicht. „Der Henker von Rothenburg“, bestehend aus „Mord in Rothenburg“, „Verrat in Rothenburg“ und Inquisition in Rothenburg“, dann „Die O´Leary Saga“, bestehend aus „Engelsklinge“, „Todesatem“, „Teufelspfad“ und „Höllenangst. Die dritte Reihe ist die indirekte Fortsetzung der Rothenburg-Reihe, „Gewalt des Glaubens“, bestehend aus „Im Schatten des Todes“, „Blut für die Kirche“ und „Kampf um die Freiheit“. Dazu kommt noch der erste Teil der neuen Trilogie „Die Vergessenen“, wo der erste Band „Gefangen“ erhältlich ist.

MN: Es wurden mittlerweile elf Romane veröffentlicht, die man überall finden bzw. bestellen kann, wo es Bücher gibt. 😊 Mein Co-Autor und ich veröffentlichen über einen Selbstverlag.

  1. Gibt es Mitautoren? Stell sie ruhig vor! Haben sie auch etwas einzeln veröffentlicht? Du darfst gerne etwas Werbung machen! Wenn nicht, kannst Du es Dir vorstellen oder hattest einmal welche?

WD: Ja, Martina Noble und ich schreiben zusammen. Wir sind uns 2014 in einem Internetforum über den Weg gelaufen. Dort konnte man Kurzgeschichten oder Auszüge aus Romanen lesen und unter einem hatte sie geschrieben, dass sie ja auch gerne ein Buch schreiben würde, aber irgendwie würde sie es nie bis zum Ende schaffen. Aus dem Bauch raus habe ich sie angeschrieben und gefragt, was sie sich so vorstellen könnte. Dann kam sie mit der Idee für den „Henker von Rothenburg“, die mir gefallen hat. Also haben wir angefangen und das Buch wuchs und wuchs und wuchs. Nach einigen Wochen waren wir bei fast 1500 Seiten, also mussten wir kürzen und aufteilen. Das war die Geburtsstunde des Duos.

MN: Ich schreibe zusammen mit Werner Diefenthal, weil ich sonst dazu neige, mitten in der Geschichte aufzuhören und etwas Neues anzufangen, weil ich gerade eine neue Idee habe. 😊 Er hat vor unserer Zusammenarbeit „Das Schwert der Druiden“ und vor einiger Zeit noch eine Fortsetzung dieses Romans, „Die Rückkehr des Schwertes“, veröffentlicht.

  1. Kennst Du den NaNo? Wenn ja, wie machst Du dort mit? Welche Erfolge hattest Du bereits? Oder siehst Du nur gerne zu, wie wir anderen Autoren uns im Schlamm wälzen? Hast Du noch nie davon gehört?

WD: Weder mitgemacht noch Interesse daran.

MN: Nein, habe noch nie davon gehört.

  1. Bist Du in einem Schreibforum aktiv? Warst Du es? Oder hältst Du nichts davon?

WD: Nein. Halte ich auch nichts von. Ich habe mir mal eines angesehen und festgestellt, dass dort sehr viele Selbstbeweihräucher ihren Platz suchen.

MN: Nein, bin ich nicht. Habe damit aber auch keine Erfahrungen.

  1. Welche Art Schreiber bist Du? Plotter? Pantser? Plantser? Oder doch eher etwas anderes?

WD: Es ist eine Mischung. Wenn wir gemeinsam schreiben, dann wird zuerst ein Plot geschrieben, der die grobe Handlung aufweist, damit wir etwas haben, auf das wir hinarbeiten. Dann, wenn wir mittendrin sind, wird oft nur Szenenweise entschieden, wie es weitergeht. Denn wenn wir eines gelernt haben: Unsere Protagonisten entscheiden oft anders, als wir es uns denken. Und oft müssen wir den Plot ändern, wenn wir unterwegs merken, dass es etwas anderes, etwas Besseres gibt.

MN: Wenn mir jemand erklären könnte, was ein Plotter, Pantser oder Plantser ist, könnte ich diese Frage beantworten! 😀

  1. Gehörst Du zu den Schreibern, die alles in einem Dokument runter rattern und dann korrigieren oder zu denen, die für jedes Kapitel ein eigenes Dokument haben? Oder wie machst Du das?

WD: Eigentlich alles in einem Dokument. Das macht es leichter, die Handlung nachzuvollziehen. Bei einem Projekt, das ich noch als Alleinautor in Arbeit habe, gehe ich allerdings den anderen Weg, weil es da durch die spezifische Art des Buches einfacher ist.

MN: Wir haben ein Dokument für den gesamten Roman, speichern aber davon verschiedene Versionen, wenn wir dem Roman hin und her schicken und uns beim Schreiben so abwechseln.

  1. Welche Freizeitaktivitäten hast Du, die Dir beim Schreiben helfen? Zum Beispiel Bogenschießen oder Reiten.

WD: Die besten Ideen kommen mir, wenn ich koche. Ich steh gern am Herd, probiere Sachen aus. Mein Irish Stew ist rekordverdächtig …

MN: Die Spaziergänge mit meinem Hund entspannen mich und sorgen dabei für viel Inspiration.

  1. Welches Genre bedienst Du am Liebsten und weshalb eigentlich?

WD: Mit Martina schreibe ich, wenn wir das mal so nennen wollen, „Historische Fiktion“. Das macht uns am meisten Spaß. Vor allem, weil die Zeit so reich an Dingen ist, mit denen man herrlich im Buch den Lesern auch etwas Geschichte nahebringen kann.

MN: Ich schreibe am liebsten historische Romane. Warum weiß ich nicht, vermutlich, weil es sich wie eine andere Welt anfühlt, die aber trotzdem einen gewissen Rahmen hat, was zum Beispiel auf Fantasy nicht zutrifft. Fantasy führt oft dazu, dass ich mich verzettele. Ich habe mich auch einfach schon immer für Geschichte interessiert.

  1. Papier, Laptop, Notebook, Notizblock, Sprachmemos, Handy, Tablet, Bleistift, Füller, Kuli, malst Du Portraits oder Karten? Nenn uns Deine kleinen Helferlein. Auch gerne Programme – wie Papyrus! Gerne mit Empfehlungen.

WD: Am liebsten mit Papyrus. Grund: In meinen Augen eines der komfortabelsten Schreibprogramme, die Möglichkeiten, sich zu verbessern, sind dort nahezu unendlich. Perfekt für den Buchsatz, der Duden-Korrektor dort ist der beste, den ich kenne. Dazu die Möglichkeit, eine Figurendatenbank zu integrieren, eine Mindmap, Post-its als Hinweise für Martina und vieles mehr.
Laptop mit externer Tastatur (weil ich die immer durchhobel, hält im Schnitt ein Jahr. Wird beim Laptop zu teuer) sowie externer Monitor und Trackball. (Monitor wegen Größe)
Wenn ich allerdings unterwegs bin, also Irland unsicher mache, habe ich immer mein Notizbuch und Stift dabei, um Ideen oder Ansätze zu notieren. Die fotografiere ich dann mit dem Smartphone und schick es an Tina, die dann über meine Sauklaue verzweifelt.

MN: Ich nutze Papyrus auf meinem Laptop. Sehr nützlich besonders beim Korrekturlesen, weil man da so wunderbar Denkhilfen, Anmerkungen etc. setzen kann.

Da hatten wir nun die Fragen bezüglich Deiner Selbst. Je mehr Du uns erzählen willst, umso besser. Viele Autoren hatten in der letzten Runde Angst, dass sie viel zu viel geschrieben hätten. Aber das hat dann doch keiner geschafft (keine Herausforderung 😉 ).
Im Gegenteil hatten die meisten, die solche Angst hatten, kein außergewöhnlich langes Interview, also gibt es keinen Grund zur Sorge.

  1. Man kennt es ja, eigentlich sollte man niemals seine Helden treffen. Manchmal ist es jedoch ganz cool – uns ist das zum Beispiel ein Mal passiert – hast Du schon einmal Deinen (Buch-)Helden getroffen oder würdest Du gerne? Wie ist es gelaufen/ wie würdest Du es Dir vorstellen?

WD: Oh, einige Male. Nämlich immer dann, wenn wir die Cover shooten und wir versuchen, die Menschen so darzustellen, wie sie im Buch sein sollen. Dabei wächst auch immer das Verhältnis zu ihnen. Gelegentlich geht dann die Fantasie ein wenig durch … aber nur die Fantasie!

MN: Im Grunde genommen treffe ich meine Buchhelden jedes Mal, weil wir sie auf dem Cover abbilden. Wenn dann die Fotoaufnahmen mit den ausgewählten Models gemacht werden, fühlt es sich jedes Mal so an, als würde man den Buchhelden treffen. Sehr oft inspirieren mich die Models dann sehr, und ich stelle den Charakter ein wenig so dar, wie sie sich verhalten. Macht jedes Mal wieder Spaß. 😊

  1. Wo wir gerade bei Helden sind. Die Charaktere sind unsere (Anti-)Helden und halten uns auf Trab. Wie wichtig ist Dir ihre Tiefe? Oder magst Du es beim Lesen/Schreiben eher, sich auf andere Dinge zu konzentrieren? Zum Beispiel die Reise an sich und all ihre Spannung?

WD: Ohne eine gewisse Tiefe sind die Figuren doch nur eindimensional. Ich brauche diese Tiefe, um sie auch dann in der Handlung fortführen zu können. Für mich ist es wichtig, die Personen emotional greifbar zu machen, damit der Leser sich in die Situation hineinversetzen kann.

MN: Die Tiefe der Helden ist das Wichtigste an der Geschichte. Wie sie fühlen, warum sie tun, was sie tun, gibt der Geschichte überhaupt erst Sinn und zieht die Leser in ihren Bann.

  1. Wie viel Ärger bringen Dir Deine Figuren? Gehören sie, wie bei uns beim Bambusblatt, zu denen, die sich selbst benennen und Dir ihre Geschichte erzählen oder hast Du alles fest im Griff?

WD: Ich habe gelernt, dass unsere Protagonisten ein Eigenleben führen. Wir geben ihnen einen Namen, ein Gesicht, einen Körper, einen Charakter. Und dann machen sie irgendwann, was sie wollen. Und ab und zu überraschen sie uns sogar. In einer Szene kam es zu, nun ja, Intimitäten, die an dieser Stelle noch gar nicht vorgesehen waren. Aber die beiden konnten einfach nicht mehr warten.

MN: Ich würde gerne sagen, dass wir die Geschichte immer im Griff haben, aber es ist schon häufiger passiert, dass die Protagonisten ein unheimliches Eigenleben entwickelt haben.

  1. Oben wird es schon halb gefragt, aber: Nutzt Du Zeichnungen für Deine Charaktere? Programme, um sie genau zu erfassen, mit Stammbaum, Aussehen und dergleichen?

WD: Meistens ist es Martina, die im Netz Bilder sucht, die ihrer Vorstellung entsprechen. So kamen wir dann auch zu einem Titelmodell. Ich bin eher der Typ, der sich die Gesichter vorstellt. Tina hingegen bastelt dann immer eine Art Steckbrief, den ich dann in die Papyrus Figurendatenbank übernehme. Das funktioniert im Grunde genommen recht gut, aber ab und zu, siehe Frage 13, denkt eine der Figuren, dass ihr das nicht passt und ändert einfach seinen Charakter. Es kommt auch immer auf die jeweilige Position der Figur an, wie tief wir gehen, und ob die Vorgeschichte wichtig für die Handlung ist. Dementsprechend bauen wir das auf.

MN: Keine Zeichnungen, Fotos. Für die Hauptprotagonisten casten wir extra Models, die dann auch auf das Cover kommen. Die Nebenprotagonisten suchen wir aus dem Internet. Wenn man zu zweit schreibt, ist es wichtig, dieselbe Person zu beschreiben.

  1. Die Frage gab es bereits beim letzten Mal, doch: Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

WD: Nein

MN: Nein.

  1. Wie sieht es mit realen Vorbildern aus?

WD: Wie ist die Frage gemeint? Ob wir eine Figur nach einem realen Vorbild erschaffen haben? In dem Fall nicht wirklich. Es gibt eine Figur im Henker, und zwar den Inquisitor, bei dem ich eine reale Person (als Schauspieler, wenn es denn verfilmt würde) im Kopf hatte.

MN: Hatte ich bisher nicht, könnte ich mir aber schon vorstellen.

  1. Welche ist Deine beste Figur? Beziehungsweise Deine am meisten Geliebte? Und welche ist genau das Gegenteil?

WD: Oh, das ist schwierig. Ich liebe im Grunde alle meine Figuren. Aber einer meiner Lieblingscharaktere ist Tante Margret aus der „O´Leary Saga“. Sie ist verschmitzt, hat einen hintergründigen Humor und lässt sich, wie man so schön sagt, nicht die Butter vom Brot nehmen. Als ich sie geschrieben habe, hatte ich eine Mischung aus Margret Rutherford (aka Miss Marple) und Queen Mom im Kopf. Eine Figur, bei der ich letztlich irgendwie froh war, dass sie umgebracht wurde, kam in „Im Schatten des Todes“ vor. Ein ekliger, hinterhältiger Charakter. Aber er hat seine Strafe verdient.

MN: Meine am meisten geliebte Figur ist Sarah O’Leary. Sie ist vielschichtig, spannend, Gut und Böse zugleich.
Ein Gegenteil gibt es eigentlich nicht. Wir haben einige fiese Figuren in unseren Romanen, aber die haben alle ihre Berechtigung.

  1. Wenn Du ungehorsame Figuren hast, wie würdest Du sie manchmal am liebsten „bestrafen“ (oder machst es im Buch sogar) oder was würdest Du ihnen gerne einmal freundlich ins Gesicht schreien?

WD: Küsst euch endlich und labert net so blöde!! lach

MN: Das wollte ich noch nie. Ungehorsame Figuren sind gut. Es bedeutet, dass die Figur sich entwickelt und eigenständig „leben“ kann.

  1. Hast Du schon mal einen Charakter getötet, bei dem Du das eigentlich nicht wolltest? Denkst Du da an Konsequenzen? Oder hat doch mal einer überlebt, der eigentlich seine Zeit hinter sich hatte?

WD: Das ist immer so ein Punkt. Wir überlegen uns meist beim Plotten, wen wir töten wollen. Aber es kam auch vor, dass wir das geändert haben, weil die Entwicklung in eine Richtung ging, die das Töten unmöglich machte. Andererseits würde ich gerne auch mal jemanden töten, der eine wichtige Rolle spielt, aber da streikt Martina immer. Das Problem ist, jeder von uns hat so seine „Lieblinge“, und da müssen wir uns absprechen. Klappt nicht immer …

MN: Ungeplant getötet haben wir noch niemanden, wir überlegen uns vorher, wer warum über die Schippe springen muss. Aber es haben schon drei Charaktere überlebt, die wir eigentlich töten wollten. Zwei, weil wir ihn bzw. sie zu sehr mochten, der andere, weil Werner meinte, es wäre zu grausam, ihn zu töten. 😀

  1. Hat eine traurige Szene in Deinen eigenen Werken Dich wirklich, und nicht nur so dahin gesagt, zu Tränen gerührt, weil die Figuren Dir so am Herzen lagen? Muss auch keine negative Szene sein, vielleicht haben sie sich endlich geküsst oder gar geheiratet? Vielleicht hast Du auch nicht mit ihnen gefühlt, sondern warst einfach nur sehr erleichtert, dass sie es gebacken bekommen haben?

WD: Bei den Charakteren? Nicht wirklich. Ich habe mal eine Kurzgeschichte geschrieben, „Hamwee“, in der es um einen Kindersoldaten geht, der sich auf die Reise macht, um seine Familie wiederzufinden. Diese Geschichte hat mich beim Schreiben so emotional aufgewühlt, dass ich tagelang nicht schlafen konnte. Aber auch in unseren Büchern gibt es immer wieder Szenen, die mich berühren, wenn ich das Werk überarbeite. Beim Schreiben eigentlich weniger, aber wenn ich dann die Überarbeitung mache und das Werk im Ganzen lesen, dann kommen schon die Gefühle manchmal hoch.

MN: Häufiger. Wenn ich ehrlich bin, tut es immer ein bisschen weh, eine Geschichte zu Ende zu bringen. Es fällt schwer, sich von den Charakteren zu trennen. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum aus der ursprünglich als Einzelroman geplanten „Engelsklinge“ am Ende eine Reihe mit vier Büchern geworden ist.

Dann gehen wir nun einmal in die letzte Etappe!

  1. Als Autor bist Du vermutlich selbst Leser. Beschreibe uns doch gerne Deinen perfekten Leseabend, Lesemorgen oder wie auch immer Du liest. Ist das Notizbuch dabei stets gezückt? Stürzt Du Dich direkt auf jedes neue Werk Deines Lieblingsautors oder bist Du da eher „gildenfrei“ oder entspannt?

WD: Klar lese ich gerne. Am liebsten bei nem gute Kaffee oder Tee. Und ich bin ehrlich: Der Stapel an Büchern, die ich noch lesen will, ist hoch. Allerdings jage ich nicht den Neuerscheinungen hinterher. Alles dann, wenn dafür die Zeit ist.

MN: Mein perfekter Leseabend ist im Urlaub, gemütlich im Bett vor dem Schlafengehen. Anders komme ich zum Lesen gar nicht. Ein Notizbuch besitze ich nicht, würde auch keins brauchen, wenn ich etwas lese.
Ich habe eine Lieblingsautorin, ihre Bücher sind die einzigen, die ich noch lese (mangels mehr Zeit), und ich bestelle sie immer sofort vor, wenn es geht, damit ich sie gleich habe.

  1. Hast Du Dich schon einmal an eine Lesung getraut? Vielleicht ja nicht in einer Buchhandlung, aber eine Wohnzimmerlesung oder über einen Discordserver für Autoren? Das alles kommt ja immer mehr. Oder willst Du – verständlicherweise – niemanden einfach in Deine Wohnung lassen? Traust Du Dich laut vorzulesen?

WD: Ja, mehrmals. Hier in Lichtenfels ist das allerdings vergebliche Liebesmüh, denn hier ist Kultur die drei großen „B“: Bier, Bratwurst, Blasmusik. Aber dann bitte auch umsonst. In Leipzig habe ich auch schon gelesen, aber für recht unbekannte Selfpublisher ist das ne undankbare Geschichte. Im Moment denke ich über eine Online-Lesung nach. Mal sehen. Auf meinem YouTube-Kanal habe ich einige Videos hochgeladen, bei denen ich etwas über uns und unsere Bücher erzähle. Und da kam die Rückmeldung, ich hätte ne tolle Mikrofonstimme … Vielleicht mach ich doch mal was in der Richtung.

MN: Ich habe bisher noch keine Lesung gemacht, Werner aber schon. Bisher habe ich mich noch nicht herangetraut. Ich lese auch nicht besonders gerne vor, noch nicht Mal Kindern. 😀

  1. Wo wir gerade bei Mut sind: Hast Du Dich schon einmal etwas getraut zu schreiben, bei dem Du am Ende dennoch da gesessen und Dich für mutig gehalten hast oder dumme Kommentare befürchten musstest?

WD: Ja, das war Hamwee. Es war für eine Anthologie, die wir mit mehreren Autoren für einen guten Zweck schreiben wollten, das Thema war „Reisen“. Als ich es fertig hatte, war ich mir unsicher, ob das überhaupt passt und was dann als Kommentar kommen würde. Aber ich muss sagen, diese Befürchtungen waren unnötig. Im Gegenteil. Wenn man es in ein Bild fassen müsste, wäre es ein Gesicht mit weit aufgerissenen Augen und einem sprachlosen Mund.

MN: Dumme Kommentare muss man immer befürchten. Aber bei manchen Sachen weiß ich schon im Voraus, dass sie wahrscheinlich kommen werden. Davor darf man beim Veröffentlichen keine Angst haben. Man kann es nie recht machen.

  1. Frage an (ehemalige) Selfpublisher: Machst Du Deine Cover selber oder leistest Du Dir einen Designer? Wie läuft es bei Dir in die ein oder andere Richtung ab?

WD: Dafür haben wir, im Grunde genommen schon vor unserem Wechsel zum Selfpublisher, Sandra Limberg. Und sonst kommt uns keiner an unsere Bücher, da sind wir eigen. Auch wenn einige uns das schon krummgenommen haben. Und sie ist jetzt die berühmte „Dritte im Bunde“, also im Trio Ars Sistendi.

MN: Wir haben eine Fotografin im Team, die sich um unsere Cover kümmert. Früher haben wir sie bezahlt, mittlerweile wird sie am Gewinn beteiligt.

  1. Wie holst Du Dir Rezensenten? Wo findest Du sie? Welche Tipps (auch Blogs, wenn diese die Empfehlungen erlauben) hast Du?

WD: Wir suchen keine. Ich persönlich halte auch nichts von diesen Leserunden. Ich habe mir das angesehen und festgestellt, dass über 75% der „Rezensionen“ entweder „Nettigkeitsrezensionen“ sind oder aber die Rezensenten das Buch gar nicht gelesen haben. Ebenso Blogger. Da ist es leider inzwischen so, dass viele scheinbar nur Bücher abgreifen wollen. Und da spiele ich nicht mit. Sorry. Wenn ich von einem Blog und der Person dahinter allerdings überzeugt bin, dass er/sie es wirklich ernst nimmt, dann bin ich da offen.

MN: Bisher haben wir nur vereinzelt Buchausgaben an Rezensenten von Blogs gegeben. Wir könnten uns aber vorstellen, das zu intensivieren. Bisher kommen unsere Rezensionen hauptsächlich von ganz normalen Lesern, die unsere Bücher kaufen.

  1. Wie gehst Du mit Rezensionen, negativ und positiv, um? Welche Tipps oder Anmerkungen hast Du für andere Autoren?

WD: Über positive freue ich mich immer. Und negativ, nun ja, man kann es nicht allen recht machen. Wenn sie sachlich begründet sind, gut, dann setze ich die Kritik um. Wenn aber nur da steht: „Gefällt mir nicht“, dann ist das keine Rezension. Und da würde ich mir wünschen, diese auch löschen lassen zu können. Normalerweise reagiere ich nicht auf schlechte Rezis, als jedoch eine Dame mal meinte, sie habe den „Henker von Rothenburg“ gelesen und sie war entsetzt, dass der ja Leibstrafen vollziehe und Köpfe abschlage, konnte ich nicht anders und musste die Frage stellen: „Was soll ein Henker sonst machen? Kaninchen züchten?“ Aber ernsthaft, ich lese sie und reagiere eigentlich selten darauf. Man bekommt auch ein dickes Fell.

MN: Ich freue mich natürlich immer über positive Rezensionen. Bei negativen gibt es einen Unterschied zwischen konstruktiven und nicht-konstruktiven. Wenn sich jemand ein Buch kauft, das „Der Henker von Rothenburg“ heißt, und sich dann beschwert, dass darin Hinrichtungs- und Folterszenen vorkommen, dem kann ich beim besten Willen nicht helfen! Da fragt man sich doch, was sich eine solche Person denkt, was genau ein Henker tut! 😊
Konstruktive Kritik kann aber sehr hilfreich sein.
Insgesamt gilt einfach, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Wie schon gesagt, man wird es nie recht machen können.

  1. Für alle, die schon mal beim Verlag veröffentlicht haben: Wie läuft dieser Prozess ab? Gibt es Tipps von Deiner Seite? Vor allem Geheimtipps und „nicht nur“, dass man es immer weiter versuchen soll? Wie ist das Gefühl, sein Werk in einer Buchhandlung zu sehen?

WD: Verlagssuche ist müßig. Und im Grunde genommen ist es für mich nicht mehr das, was ich will. Wenn es jedoch jemand will: Checkt ab, ob euer Werk ins Portfolio passt. Nicht mit der Gießkanne bewerben, also überall hinschicken. Seht euch die Webseiten an, was die sonst so veröffentlichen. Und vor allem: Rechnet mit Absagen.

MN: Was die Veröffentlichung angeht, bin ich der falsche Ansprechpartner. Das ist Werners Metier. 😊

  1. Auch an die Selfpublisher, wie ist das Gefühl, sein Buch in der Handlung zu sehen? Und wie kommt ihr dorthin? Sprecht ihr zum Beispiel die Händler an?

WD: Ich habe das getan und muss sagen, es gibt anscheinend immer noch die Meinung bei den Buchhändlern, dass Bücher von Selfpublishern keine Bücher sind. Man wird wie ein Mensch dritter Klasse behandelt. Und dann verlangen sie mindestens 30% Rabatt. Und da wir eh zum größten Teil E-Books verkaufen, erspare ich mir das.

MN: Bisher haben wir Bücher nicht aktiv über Buchhandlungen verkauft, obwohl wir immer wieder sehen, dass unsere Bücher auch vom Buchgroßhandel bestellt werden.

  1. Möchtest Du jemanden grüßen? Menschen danken? Ihnen hier eine Spalte zur Verfügung stellen?

WD: Moment, ich hol noch Papier … Also, es gäbe da einige. Aber die sind leider schon nicht mehr da. Da wäre Sabine, der beste Freund, den ich jemals hatte und die mich immer ermutigt hat, zu schreiben. Und Heiko, der immer für Kaffeenachschub sorgte.
Bei den Lebenden sind es eigentlich nur zwei. Nämlich Martina Noble, die es immer wieder schafft, mich zu motivieren und es trotz aller meiner Macken mit mir immer noch aushält und natürlich Sandra Limberg, die mir mit ihren tollen Bildern (und damit meine ich nicht nur die Cover) immer ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Und dann noch bei all unseren Lesern: Ihr seid die Besten. Danke euch.

MN: Natürlich auf jeden Fall Werner und Sandra, ohne die das alles gar nicht möglich wäre. 😊 Und meine Familie, die mich in dem unterstützt was ich tue, sowie unsere Fans, von denen wir tatsächlich ein paar sehr treue haben. 😊

  1. Wie beim letzten Mal möchten wir Dir hiermit die Möglichkeit geben, Dich anzubringen, Deine Werke anzupreisen, Werbung zu machen. Und/oder ein Schlusswort hinzuzufügen.

WD: Es war mir ein Fest. Wer mehr über uns wissen will, dem kann ich folgende Seiten ans Herz legen:
Meine Webseite mit Leseproben, Terminen etc.
Das ist die Seite von uns allen dreien
Das ist Tina
Dann noch Unsere Gesichterfee und Coverdesignerin. Natürlich auch mein Youtube-Kanal, auch auf Twitter und Instagram findet man uns.
Doch das allerwichtigste: Es erscheint in Kürze „Undorn“, das erste gemeinsame Werk von Trio-Ars-Sistendi. Ein Bildband mit einem dazugehörenden Roman. Wer darüber mehr erfahren möchte, der schaut einfach mal auf meinem YouTube-Kanal rein.

MN: Neue Leser sind immer toll. 😊 Wer historische Romane mit ein bisschen Love-Story, Krimi und Abenteuer mag, ist bei uns gut aufgehoben. Einfach mal nach Martina Noble und Werner Diefenthal suchen und reinschauen. Man kann uns auch über Facebook erreichen, wir sind für Fragen und Anregungen immer offen. 😊

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s