Interviewrunde 2: Matthias Thurau – Blogger

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Solltest Du selber schreiben, steht es Dir im angemessenen Rahmen zu, in der ersten Frage und wo es passt, Werbung zu machen.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
(Copyright Matthias Thurau)
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen.

Mein Namen ist Matthias Thurau, ich bin 1985 geboren, wohne in Dortmund und bin Autor und Blogger. Seit 2018 konzentriere mich weitestgehend auf meine Schreibarbeit und habe seitdem den Roman „Sorck: Ein Reiseroman“, „Alte Milch: Gedichte“ sowie „Das Maurerdekolleté des Lebens: Drei surreale Geschichten“ veröffentlicht. Diesmal werde ich aber als Blogger befragt. Ebenfalls seit 2018 betreibe ich den Blog Papierkrieg.Blog, auf dem ich hauptsächlich über Literarisches schreibe, also über grundsätzliche Ideen zur Literatur, über Texte, Passagen oder einzelne Wörter aus eigenen und fremden Werken, aber auch über Musik, Kultur oder Philosophisches. Rezensionen veröffentliche ich inzwischen als Mitglied des Buchensembles auf www.buchensemble.de.
Neben dieser Arbeit treibe ich gern Sport, besuche Konzerte (wenn es nicht gerade eine Pandemie verhindert) und diskutiere mit Freund*innen.

  1. Das geschriebene Wort fasziniert seit sehr langer Zeit die Menschheit und ermöglicht es uns, Wissen und Geschichten auch über lange Zeiträume hinweg zu bewahren. Was war der Funken der Inspiration, der Dich zum Bloggen brachte?

Papierkrieg.Blog ist kein Buchblog, sondern sollte ursprünglich nur dazu dienen, meine eigenen Gedanken zum Schreiben und zur Literatur allgemein zu teilen. Inspiriert wurde ich dazu durch die Lektüre der „Frankfurter Poetik-Vorlesungen“, in denen Autorinnen seit Jahrzehnten genau das gleiche tun, allerdings in Form von Vorlesungen, die später gedruckt werden. Für sowas bin ich (noch) nicht berühmt genug. Das Buchensemble wiederum ist ein Buchblog, auf dem alle Rezensentinnen auch Autor*innen sind. Ich wurde gefragt, ob ich mitmachen möchte, und habe sofort zugesagt. Team und Kommunikation sind super, was mir sehr wichtig ist. Ich lese gerne und habe festgestellt, dass Rezensionen meine Gedanken über ein Werk nochmals sortieren. Es hilft mir also selbst, über Bücher zu schreiben. Das Buchensemble bietet mir dafür eine großartige Gelegenheit.

  1. Wie viele Bücher rezensierst Du monatlich durchschnittlich? Hast Du einen festen Plan oder liest und rezensierst Du, wie es gerade passiert?

Da ich ausgesprochen langsam lese und das auch nur tue, wenn ich gerade nicht an größeren Projekten arbeite, komme ich maximal auf 3-4 gelesene Bücher pro Monat im Durchschnitt. Von denen wiederum rezensiere ich nicht alle. Für Papierkrieg.Blog sind Rezensionen nicht nötig und das Buchensemble macht auch keinen Druck. Daher liegt mein Durchschnitt vermutlich irgendwo zwischen 0,5 und 1 pro Monat, was Rezensionen angeht.

  1. Hast Du bereits Autoren, Reihe oder Werke durch Deinen Blog gefunden, die nun ganz hoch in Deinem Ansehen liegen, die Du ohne vermutlich aber nie gefunden oder angerührt hättest?

Nein. Allerdings hatte ich interessante Kontakte und Diskussionen durch den Blog. Beispielsweise rund um die Gastbeiträge von Michael Leuchtenberger und June T. Michael. Für mich neue Autor*innen habe ich bisher mehr über Social Media (Twitter besonders) oder Beiträge auf anderen Blogs gefunden.

  1. Liest Du mehr Genres, seit Du den Blog hast?
  1. Welche Genres liest Du überhaupt? Traust Du Dich hin und wieder in andere Gefilde oder belässt Du alles, wie es ist?

Hauptsächlich lese ich Romane, die man schwer in Genres einordnen kann. Man könnte es „Gegenwartsliteratur“ nennen. Ich mag auch surrealistische und magisch-realistische Werke. Romane müssen für mich anspruchsvoll sein, sonst langweile ich mich schnell und breche ab. Das Genre ist dafür nicht wichtig. Wenn mir Autor*innen irgendwoher (z.B. Twitter) bekannt sind und einen interessanten Eindruck machen, teste ich auch mal andere Genres. Sonst hätte ich die Bücher von Michael Leuchtenberger (Grusel/Horror) nie gelesen.
Neben Romanen lese ich auch Kurzgeschichten, Erzählungen, Lyrik, Graphic Novels, Comics und Sachbücher. Solange es mich fordert oder fasziniert, lese ich es.

  1. Wo veröffentlichst Du Deine Rezensionen?

Inzwischen auf www.buchensemble.de, aber es gibt auch noch einige auf https://papierkrieg.blog. Andere Seiten nutze ich derzeit nicht.

  1. Bist Du noch dazu auch Booktuber? Oder hast Du noch nie davon gehört?
  1. Wie holst Du Dir Deine Bücher zusammen? Wie viele kaufst Du selbst, wie viele leihst Du (Freunde, Bibliothek)? Und bekommst Du Rezensionsexemplare oder nutzt Du Leserunden und Seiten wie Vorablesen? Können Autoren sich direkt bei Dir melden? Wenn ja, was sollten sie mitbringen?

Üblicherweise kaufe ich meine Bücher selbst oder lasse sie mir schenken. Ausgeliehene Bücher schränken mich ein, weil ich sie nicht mit Notizen und Anstreichungen füllen kann. Rezensionsexemplare hatte ich bisher keine. Das Buchensemble kann man kontaktieren, um rezensiert zu werden. Dann werden alle Rezensent*innen gefragt, ob sie Interesse haben. Es gibt natürlich keine Garantien.
Damit ich selbst Interesse bekomme, sollte ein Buch etwas Besonderes an sich haben, interessant mit Sprache und Struktur umgehen und natürlich inhaltlich auch nichts sein, das es schon tausendmal gegeben hat.

  1. eBook? Print? Gemischt? Selfpublisher, Verlag oder auch hier Mixtur?

Gedruckte Bücher bevorzuge ich. Einmal weil ich einfach altmodisch bin bei sowas. Aber mehr noch markiere ich gerne Passagen und schlage immer wieder nach. Das ist schwieriger bei E-Books. Wer die Bücher veröffentlicht, ob Selfpublisher oder Verlag, ist mir egal. Ich lese beides. Allerdings bin ich, glaube ich, kritischer bei Verlagswerken, weil diese die finanziellen Mittel für Korrektorat, Lektorat, Buchsatz usw. haben (sollten). Das ist schließlich der Grund, warum es Verlage gibt.

  1. Wer sind Deine großen Bloggervorbilder oder Deine Empfehlungen? Was lesen diese Blogs?

Geht es um reine Buchblogs, fand ich das Buchensemble immer super. Geht es aber um Blogs allgemein, bin ich inzwischen ein Fan von 54books.de. Dort sind sämtliche Artikel interessant, gut recherchiert und informativ. Dabei sind sie anspruchsvoll, wirken aber nie „von oben herab“, sondern geben allen Lesenden die Möglichkeit, dem Sachverhalt zu folgen. Wer sich für Kultur, besonders Literatur, interessiert, sollte dort vorbeischauen.

  1. Legst Du Wert auf schöne Blogfotos oder reichen Dir die Cover, die man sich beim Verlag runterladen kann? Wenn Du Bilder liebst: Wie gestaltest Du sie? Hast Du Instagram? Wo findet man Dich noch?

Was Fotos (ob Blogfotos oder Autorenfotos) angeht, bin ich ein Versager. Da fehlen mir meist völlig die Ideen. Allerdings halte ich das auch nicht unbedingt für nötig. Es geht um Texte – sogar um Texte über Texte. Bilder schmücken das alles, aber sind kein entscheidender Faktor für mich. Sie werden nicht dafür sorgen, dass ich einen Artikel anders lese, oder auch nur dafür, dass ihn überhaupt lese/nicht lese.
Trotzdem habe ich einen Instagram-Account, den ich sporadisch füttere. Man findet mich dort unter MT_Papierkrieg.

  1. Woher stammt Dein Bloggername?

„Papierkrieg“ stammt aus den schwierigen Anfängen als Autor. Jede Stunde, die ich an meinen Texten gearbeitet hatte, war bitter erkämpft und kostete Kraft. Inzwischen ist es einfacher geworden, aber der Kampf ist niemals ganz verschwunden. Lesen kostet Konzentration, also geistige Kraft. Schreiben noch mehr. Ich muss mich manchmal dazu, also zu meinem Glück, zwingen. Eigentlich kämpfe ich also nicht mit dem Papier, sondern mit mir selbst (und für das Papier).

  1. Würdest Du sagen, dass Du durch das Bloggen aufmerksamer bei der Büchersuche bist? Dass Du mehr schon im Vorfeld auf Schreibstil und Co. achtest?

Nein. Ich habe immer gezielt nach anspruchsvoller, interessanter Literatur gesucht. Was mich anspricht, teste ich. Allerdings bin ich durch meine Kontakte zu Autorinnen und Bloggerinnen, der ganzen Buchbubble, dazu gekommen, dass ich literarisch breiter aufgestellt bin. Das heißt, ich lese beispielsweise internationaler und mehr von Autorinnen als früher. Damit hat nicht das Bloggen die Auswahl der Lektüre verändert, sondern eher das Lesen von Blogs.

  1. Bist Du mit anderen Bloggern vernetzt? Empfindest Du dies als wichtig? Wie hast Du Dich vernetzt? Oder bist Du doch eher der Soloblogger?

Mit Papierkrieg.Blog mache ich mein eigenes Ding, ohne Einmischungen oder Kooperationen mit anderen Bloggern. Damit fahre ich für dieses Projekt am besten. Das Buchensemble ist ja bereits eine Gruppe von Blogger*innen, wenn man so will. Diese Vernetzung hilft mir. Diskussionen (öffentlich und privat) wie die mit Magret Kindermann über „Pixeltänzer“ von Berit Glanz sind faszinierend für mich und erweitern meine Perspektive auf die Literatur.
Mit Sicherheit würden mir Kooperationen mit anderen Blogs auch für Papierkrieg.Blog helfen, was die Reichweite und neue Ideen angeht. Sollte sich eine geeignete Zusammenarbeit ergeben, bin ich nicht abgeneigt, ihr eine Chance zu geben.

  1. Hast Du ein Sternesystem (stell es gerne vor)? Wenn ja: Warum? Wenn nein: Wieso?

Beim Buchensemble verwenden wir 5 Sterne, allerdings mit der Option auf halbe Sterne. Im Endeffekt hat man also eine 10er-Skala. Das finde ich gut so. 5 Sterne sind zu grobschrittig, aber 10 geben schon eher die Möglichkeit, präziser zu bewerten. In Kombination mit dem Text ergibt sich daraus ein rundes Bild, so rund es eben geht bei solchen Dingen.
Für die wenigen Buchbesprechungen auf Papierkrieg.Blog nutze ich keine Sterne, Punkte etc., sondern lege den Fokus auf den Text. Damit muss ich kein finales Urteil fällen und mich festlegen. Meist geht es mir außerdem um bestimmte Aspekte der Bücher und nicht unbedingt um das gesamte Werk. Für diese Artikel wäre eine Bewertungsskala zu unflexibel.

  1. Bist Du Team „SuB explodiert“ oder Team „Alles durchorganisiert, ist ein kleiner SuB da, existiert auch schon der Abbauplan!“

Beides. Im Augenblick habe 5 Stapel ungelesener Bücher, die ich der Reihe nach abarbeite, während in den Regalen noch weitere Bücher warten, und natürlich löst jedes gelesene Buch wieder Lust aus auf andere Lektüre. Daher habe ich zusätzlich noch eine Kaufliste. Also ja, der SuB explodiert, aber wird organisiert abgebaut, während er im Hintergrund wieder ausgebaut wird.

  1. Wo legst Du die Schwerpunkte? Sowohl bei Büchern (was müssen sie bieten) als auch bei Deinen Rezensionen?

Ästhetische Spannung. Bücher müssen für mich auf sprachlicher, struktureller oder atmosphärischer Ebene besonders sein. Ich brauche keine Action, keine riesige inhaltliche Spannung, sondern eine ästhetische. Gedanken und Bilder, die mich festhalten und an denen ich mich festhalte. Natürlich weiß ich auch eine tolle Handlung zu schätzen, aber ein Buch braucht für mich mehr als das.

  1. Liest Du bestimmte Themen zu bestimmten Zeiten? Also Meeresbücher eher im Sommer, Horrorbücher eher zu Halloween, Vampire eher im Herbst etc.?

Nein, darauf achte ich überhaupt nicht. Neulich habe ich „Schattenfuchs“ von Sjón gelesen. Das spielt im Winter in Island. Meine Wohnung hatte dabei mindestens 28° Raumtemperatur. Ist ein Buch so gut wie dieses, vergesse ich ohnehin, welche Jahres- oder Tageszeit, welche Temperatur oder Saison wir gerade haben.

  1. Bist Du allein oder seid ihr ein Team? Wieso seid gerade ihr zusammen? Habt ihr euch durch das Bloggen kennengelernt und zusammengeschlossen? Kommst Du einfach besser allein zurecht?

Mit Papierkrieg.Blog bin ich allein, das Buchensemble ist ein Team. Ich habe alle aus dem Team bereits vorher durch verschiedene Schreib-Projekte gekannt und über Social Media. Wie die Seite genau zustande gekommen ist, weiß ich nicht, schließlich bin ich der „Neuzugang“.
Für beide Projekte finde ich die jeweilige Konstellation – allein bzw. im Team – super.

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