Rezension: Interview mit einem Vampir (Film)

Bewertung: 5 von 5.

„Interview mit einem Vampir“ ist die Buchverfilmung von 1994 des gleichnamigen Romans von Anne Rice, dem ersten Teil ihrer Chronik der Vampire. Das Drehbuch wurde von der Autorin selbst geschrieben, Direktor war Neil Jordan und die Musik wurde von Elliot Goldenthal komponiert.
In den Hauptrollen können wir Tom Cruise als Lestat de Lioncourt, Brad Pitt als Louis de Pointe du Lac, Kirsten Dunst als Claudia und Christian Slater als Reporter Daniel Molloy bewundern.

Daniel ist Reporter und trifft im San Francisco der 1970er Jahre auf den Vampir Louis, der ihm anbietet, ihm seine Lebensgeschichte zu erzählen. Daniel glaubt ihm zunächst kein Wort, ist aber dennoch zu neugierig, um dieses Interview abzulehnen.
Und Louis erzählt ihm, wie er mit 25 Jahren bereits Herr über die Plantage Pointe du Lac war, aber keinen Lebenswillen mehr besaß, nachdem seine Frau und sein Kind im Kindbett gestorben waren. Wie der Vampir Lestat zu ihm kam, um ihm ein Angebot zu machen und ihn zu verwandeln. Wie sie von da an zusammen auf der Plantage und später in New Orleans lebten und Louis mit seiner neuen Natur zu kämpfen hatte. Die Verwandlung in einen Vampir hatte ihn nicht von seiner Trauer errettet, sondern ihn nur noch tiefer in die Verzweiflung gestürzt.
Letztendlich macht Lestat ein kleines Mädchen zu ihresgleichen und fesselt Louis somit an sich. Beide überhäufen Claudia mit Zuneigung, doch während sie im Geiste älter wird, bleibt ihr Körper immer der eines Kindes. Dass diese Tatsache letztendlich zu einer Katastrophe führt, wird wohl niemanden überraschen – außer vielleicht Louis und Lestat.

„Interview mit einem Vampir“ gehört seit dem ersten Anschauen vor vielen, vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Dadurch, dass Anne Rice das Drehbuch selbst geschrieben hat, hält der Film sich sehr an seine Romanvorlage. Nur hier und da weicht er von einigen eigentlich wichtigen Details ab, was dem Film meiner Meinung nach aber keinen Abbruch tut. Dennoch wäre es natürlich schön gewesen, hätten auch diese Details ihren Weg in den Film gefunden.
Die Geschichte an sich wird allerdings sehr stimmig und atmosphärisch erzählt, ist natürlich recht düster und ebenso wie bei der Romanvorlage spürt man auch hier Louis‘ Melancholie in jeder Szene.
Die Musik trägt ihr Übriges dazu bei und passt perfekt.
Auch das Casting ist meiner Meinung nach größtenteils gut gelungen. Tom Cruise ist zwar eigentlich ein bisschen zu alt, um perfekt auf Lestat zu passen, spielt seine Rolle aber ebenso überzeugend wie Brad Pitt als Louis. Die damals noch sehr junge Kirsten Dunst überzeugt als Claudia vermutlich am meisten, denn obwohl sie natürlich immer etwas Kindliches an sich hat, spielt sie die im Geiste erwachsene Frau äußerst glaubhaft. Christian Slater als Reporter Daniel gefällt mir auch sehr gut, obwohl auch er eigentlich etwas zu alt für die Rolle ist. Nur mit Antonio Banderas als Armand kann ich mich nicht anfreunden. Seine Leistung ist dabei keinesfalls das Problem, aber er passt leider absolut nicht zur Figur, wenn man sich an den Büchern orientiert, denn dort ist Armand ein alter Vampir in der Gestalt eines 17-jährigen Knaben mit kastanienfarbenen Locken und unschuldigem Blick. Das ist tatsächlich allerdings auch mein größter Kritikpunkt am ganzen Film.

Mein Fazit

„Interview mit einem Vampir“ ist bis auf ein paar kleine Mängel ein absolut gelungener Film, der sich sehr nah an der Romanvorlage orientiert. Die Schauspieler überzeugen in ihren Rollen vollkommen – bis auf eine Ausnahme. Die Musik ist wunderschön und passt perfekt und der ganze Film fängt die düstere, melancholische Stimmung des gleichnamigen Buches sehr gut ein. Für mich einer meiner absoluten Lieblingsfilme, den ich jedem ans Herz legen möchte, der Lust auf Vampire hat. Vor allem dann, wenn es keine Teenieromanze oder ein trashiger Film aus den frühen 2000ern sein soll.


Geschrieben von Roberta


Linksektion

„Interview mit einem Vampir“ bei Thalia*

2 Kommentare zu „Rezension: Interview mit einem Vampir (Film)“

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