Interviewrunde 2: Alexandra Schopnie – Autorin

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Schick uns gerne noch Fotos von Dir oder Deinen Werken dazu. Links ebenso (diese speisen wir dann vernünftig mit ein). Bitte gib uns die Copyright-Angaben dazu.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wieso schreibst Du? Welche war Deine erste Geschichte? Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen. Immerhin bist Du der interessanteste Charakter in Deiner ganz eigenen Geschichte.

Mein Leben in Kürze zusammengefasst: Liebe, Arbeit, Schreiben (das ist sowohl Liebes- als auch Arbeitsbestandteil)! 😉
Ich lebe mit meinem Lieblingsmenschen zusammen in der Nähe der Ostsee und bin über meine Studienzeit in Kiel zu einer echten Nordpflanze geworden. Zurzeit habe ich zwei Jobs: ich arbeite in einer Schule und betreue dort den Nachmittagsbereich und in einem Spielzeuggeschäft – so einem, wo einem auch als Erwachsene die Augen übergehen, weil die Dinge dort so schön sind. Die Arbeit als ausgebildete Entspannungstrainerin und Autorin läuft nebenberuflich, doch insbesondere das Schreiben füllt mich zeitlich und gedanklich deutlich mehr aus. Aus Schulzeit, Studium und Chor begleiten mich einige tolle Menschen in meinem Leben und meine Eltern und Großeltern sind immer ein Ankerpunkt für mich. Ich versuche insbesondere seit diesem Jahr meine Zeit mehr mit Dingen zu verbringen, die mich gesund lassen und zufrieden machen. Und, wie soll ich sagen: es klappt ganz gut!

  1. Was hast Du bereits veröffentlicht? Wo kann man etwas von Dir finden? Verlag, Selbstverlag, gemischt, alles kostenfrei auf Deiner Website? Oder doch auf Seiten wie Fanfiktion?

Meine ersten Werke finden sich alle auf Fanfiktion.de unter dem Namen Shantih – wow, dass ihr danach fragt! Ich hätte glatt vergessen, so etwas zu erwähnen, obwohl es die Fanfiktions waren, die mich zum Schreiben gebracht haben.
Im Jahr 2019 erschien dann mein Debütroman „Ben & Charlie – Ein Dialog ohne Hände“ bei dem Selfpublishing-Verlag tredition. Es ist eine Liebesgeschichte, in welcher das Verlieben in einem Emailchat passiert und mein ganzer Stolz: mein erstes, richtiges Buch!
Das zweite Buch „Oceanside Affairs“ rückt dann auch wieder näher an die Fanfiktions heran, denn es ist eine Liebesgeschichte zwischen einem Fan und einem Schauspieler. Beide Bücher schrammen noch ganz leicht am Genre New Adult vorbei, sind aber klassische Liebesromane.

  1. Gibt es Mitautoren? Stell sie ruhig vor! Haben sie auch etwas einzeln veröffentlicht? Du darfst gerne etwas Werbung machen! Wenn nicht, kannst Du es Dir vorstellen oder hattest einmal welche?

Obwohl ich in meinem Jobs ausgesprochen gern im Team arbeite, gilt das nicht fürs Schreiben… Ich genieße es, einfach für mich denken, schreiben und planen zu können, auch wenn es sicher sehr viele tolle PartnerInnen für Projekte in der Autorenwelt gibt!

  1. Kennst Du den NaNo? Wenn ja, wie machst Du dort mit? Welche Erfolge hattest Du bereits? Oder siehst Du nur gerne zu, wie wir anderen Autoren uns im Schlamm wälzen? Hast Du noch nie davon gehört?

Der NaNo begegnet mir immer wieder und das Konzept finde ich faszinierend! Wenn er läuft, lese ich auf Twitter bei meinen Kollegen und Kolleginnen mit. Ernsthaft mitmachen wollte ich bisher nicht, da ich (noch) die Verbindlichkeit scheue. Da ich mich aber gerade in meinem Schreiben professionalisiere und mir auch mehr Zeit dafür einräume, hoffe ich ein Stück weit, dass sich meine Einstellung dahingehend ändert. Neugierig bin ich nämlich schon!

  1. Bist Du in einem Schreibforum aktiv? Warst Du es? Oder hältst Du nichts davon?
  1. Welche Art Schreiber bist Du? Plotter? Pantser? Plantser? Oder doch eher etwas anderes?

FunFact über mich: sobald ich das Wort „Plotter“ lese, formt mein inneres Auge daraus erst einmal „Potter“ und schon bin ich gedanklich im Harry-Potter-Universum… Wenn ich die Frage jetzt aber einmal richtig lese, kann ich sie auch klar beantworten: Ich bin eine Pantserin! Meine Planung geht soweit, dass ich die grobe Idee einer Story im Kopf habe, grundlegende Eigenschaften und das Aussehen der Hauptcharaktere niederschreibe und loslege. Bei „Oceanside Affairs“ habe ich mir auch einen zeitlichen Ablauf aufgeschrieben, der aber beim Schreiben total durcheinander geworfen wurde. Manchmal glaube ich, dass meine Protagonisten mich nicht ernst nehmen, denn sowohl Ben und Charlie als auch Maddie und Chase aus „Oceanside Affairs“ haben sich selbst ein anderes Ende gestaltet, als das, was ich für sie vorgesehen hatte. 😉

  1. Gehörst Du zu den Schreibern, die alles in einem Dokument runter rattern und dann korrigieren oder zu denen, die für jedes Kapitel ein eigenes Dokument haben? Oder wie machst Du das?

Es gibt ein Dokument, an dem ich ziemlich chronologisch schreibe. Wenn es mit dem Kreativ-Sein mal nicht klappt, überarbeite ich, sodass sich am Ende des Schreibprozesses (theoretisch) kein überdimensionales Überarbeitungsmonster auftürmt.

  1. Welche Freizeitaktivitäten hast Du, die Dir beim Schreiben helfen? Zum Beispiel Bogenschießen oder Reiten.

Tanzen übt eine gewisse Faszination auf mich aus, das habe ich vor Corona längere Zeit gemacht und es ist schon in manche Charaktere eingeflossen. Auch wenn ich „Seriengucken“ nicht zu meinen Hobbys zählen würde, mache ich es gern und ziehe, wenn mich eine Serie richtig packt, auch Inspiration aus den Charakteren, den Handlungssträngen oder Beziehungsmustern. Ich liebe es, dass Serien inzwischen so gut und zahlreich produziert werden!
Mein wöchentliches Schwimmen hilft mir nicht beim Schreiben, aber gegen die Rückenschmerzen, die mir die Schreibtischarbeit verursacht – das ist ja auch was.

  1. Welches Genre bedienst Du am Liebsten und weshalb eigentlich?

Ursprünglich wäre ich gern Fantasieautorin geworden, weil ich tolle Fantasiegeschichten als Leserin so sehr schätze. Und dann habe ich einen Liebesroman geschrieben. Und dann noch einen. Und jetzt plane ich den nächsten. Was will mir mein Schreiberherz damit sagen? Ich habe mich in meiner unverhofften Rolle eingefunden und fühle mich inzwischen sehr wohl damit.
Eine kleine Ausnahme sind kurze Texte: auf eine Kindergeschichte über ein Einhorn und einen Goldfisch bin ich besonders stolz! Vielleicht gerade weil ich aus gewohnten Mustern ausgebrochen bin.
Was besonders viel in mir bewegt, ist die Art und Weise, wie zwei Menschen sich ineinander verlieben – was sehen sie ineinander? Arbeiten sie dabei gegen innere oder äußere Widerstände? Und das Schöne an der Liebe ist ja auch, dass sie niemals ausgeht. Es wird immer Menschen geben, die sich verlieben und Leser und Leserinnen, die sich danach sehnen, die Liebe auch in einem Buch zu erleben. Das freut mich, denn die Welt könnte noch sehr viel mehr Liebe gebrauchen!

  1. Papier, Laptop, Notebook, Notizblock, Sprachmemos, Handy, Tablet, Bleistift, Füller, Kuli, malst Du Portraits oder Karten? Nenn uns Deine kleinen Helferlein. Auch gerne Programme – wie Papyrus! Gerne mit Empfehlungen.

Als Tippgeberin bin ich nicht zu gebrauchen: ich kriggele in irgendwelchen Werbenotizblöcken mit Baggern drauf (die verkauft mein Lieblingsmensch) herum und schreibe dann im DIN A4-Format in Word, ohne darin ein besonderer Fuchs zu sein. Na, ein Helferlein habe ich doch noch: eine Decke! Warm und kuschelig schreibt es sich für mich am besten.

Da hatten wir nun die Fragen bezüglich Deiner Selbst. Je mehr Du uns erzählen willst, umso besser. Viele Autoren hatten in der letzten Runde Angst, dass sie viel zu viel geschrieben hätten. Aber das hat dann doch keiner geschafft (keine Herausforderung 😉 ).
Im Gegenteil hatten die meisten, die solche Angst hatten, kein außergewöhnlich langes Interview, also gibt es keinen Grund zur Sorge.

  1. Man kennt es ja, eigentlich sollte man niemals seine Helden treffen. Manchmal ist es jedoch ganz cool – uns ist das zum Beispiel ein Mal passiert – hast Du schon einmal Deinen (Buch-)Helden getroffen oder würdest Du gerne? Wie ist es gelaufen/ wie würdest Du es Dir vorstellen?

Ob ich schon einmal meinen Helden getroffen habe… Genaugenommen: ja. Mit der Gefahr, jetzt ein bisschen nerdy zu sein: ich bin großer Supernatural-Fan. Das ist eine Serie, in der zwei Brüder (und im späteren Verlauf auch ein etwas schräger Engel) gegen den bösen Anteil des Übernatürlichen kämpfen. Ich mochte den erwähnten Engel schon als Seriencharakter, stellte dann aber bald fest, dass der Schauspieler dahinter noch viel toller ist. Misha Collins engagiert sich zu verschiedensten wohltätigen Zwecken und hat mit seiner Charity-Organisation Random Acts eine internationale Online-Schnitzeljagd ins Leben gerufen: eine verrückte Projektwoche, in welcher man mit Teamkollegen aus der ganzen Welt total absurde Dinge macht und für gute Taten spendet. Darüber und über die Fangemeinschaft an sich, habe ich tolle Menschen kennengelernt und viel Trost und Stärke in schwierigen Zeiten gefunden. Dass er dann auch noch so sorgsam mit den Themen junger Menschen umgeht: Depressionen, Mobbing und Co., sich für gesunde Ernährung von Kindern und für Demokratie einsetzt UND unfassbar gut aussieht… All diese Aspekte haben dazu geführt, dass dieser Schauspieler für mich eine wichtige Vorbildrolle eingenommen hat. Ich habe zu ihm aufgesehen und ihn mit meinem ganzen, großen Fanherzen geliebt, weil er mir Mut gemacht und mich Inspiriert hat. Und den habe ich auf einigen Supernatural-Conventions getroffen. Inzwischen haben sich diese intensiven Fangefühle auf ein alltagsnahes Maß reduziert, weil auch Schwärmen Zeit kostet. 😉 Diese Erfahrung ist jetzt ein wichtiger Teil von mir.

  1. Wo wir gerade bei Helden sind. Die Charaktere sind unsere (Anti-)Helden und halten uns auf Trab. Wie wichtig ist Dir ihre Tiefe? Oder magst Du es beim Lesen/Schreiben eher, sich auf andere Dinge zu konzentrieren? Zum Beispiel die Reise an sich und all ihre Spannung?

Ich habe inzwischen festgestellt, dass es mir unglaublich schwer fällt, unreflektierte Charaktere aufs Papier zu bringen. In meinen Texten findet sich daher immer so einiges über das Innenleben der Figuren. Als Leserin liebe ich auch sphärische Texte sehr, bei der man in eine verwobene, stimmungsvolle Welt mitgenommen wird – an so einem Stil möchte ich gern weiter arbeiten, das liegt mir noch nicht.

  1. Wie viel Ärger bringen Dir Deine Figuren? Gehören sie, wie bei uns beim Bambusblatt, zu denen, die sich selbst benennen und Dir ihre Geschichte erzählen oder hast Du alles fest im Griff?

Um es mal zu sagen, wie es ist: Die ollen Heinis machen doch alle, wonach ihnen gerade der Sinn steht. Aber ich lasse mich jetzt nicht weiter darüber aus, das hören sie und dann tanzen sie mir nur noch mehr auf der Nase herum. Seufz.

  1. Oben wird es schon halb gefragt, aber: Nutzt Du Zeichnungen für Deine Charaktere? Programme, um sie genau zu erfassen, mit Stammbaum, Aussehen und dergleichen?
  1. Die Frage gab es bereits beim letzten Mal, doch: Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

Bisher nicht – wenn mich etwas in die Knie zwingt, dann mein dürftiges Plotten.

  1. Wie sieht es mit realen Vorbildern aus?

Ich habe bei meinen Protagonisten tatsächlich immer eine echte Person vor Augen! Diese Person, in der Regel eine aus dem öffentlichen Leben oder ein Gesicht aus einer Zeitschrift, etc., passt dann äußerlich genau zu dem, was ich mir vorstelle und das hilft mir, meine Charaktere beim Schreiben klar vor mir zu sehen.
An einigen Stellen meiner Bücher sind Eigenschaften von Menschen meines Umfelds eingeflossen, manches geschieht sicher auch unbewusst. Dass ich das innere Wesen einer Figur auf eine Person meines Privatlebens aufgebaut habe, ist aber noch nie vorgekommen.

  1. Welche ist Deine beste Figur? Beziehungsweise Deine am meisten Geliebte? Und welche ist genau das Gegenteil?

Mein Liebling ist wohl Lea aus „Oceanside Affairs“ – sie ist ehrlich, lustig und der Protagonistin eine absolut loyale Freundin. Wenn man so jemanden an der Seite hat, kann gar nicht viel schiefgehen!
Richtige Antagonisten, die man leidenschaftlich verabscheut, tauchen in meinen Romanen bisher nicht auf, weil sie nicht in mein Konzept passen. Da sind allerhöchstens ein paar Disharmonien, aber ich möchte nicht lästern.

  1. Wenn Du ungehorsame Figuren hast, wie würdest Du sie manchmal am liebsten „bestrafen“ (oder machst es im Buch sogar) oder was würdest Du ihnen gerne einmal freundlich ins Gesicht schreien?

Als Entspannungstrainerin bin ich über solche Gefühlsausbrüche natürlich total erhaben. (Und das ist total gelogen. Einmal hätte ich Ben aus „Ben & Charlie – Ein Dialog ohne Hände“ am liebsten erwürgt! Das passte leider nicht in den Handlungsstrang des Buches…)

  1. Hast Du schon mal einen Charakter getötet, bei dem Du das eigentlich nicht wolltest? Denkst Du da an Konsequenzen? Oder hat doch mal einer überlebt, der eigentlich seine Zeit hinter sich hatte?

    Bei mir leben alle noch!
  1. Hat eine traurige Szene in Deinen eigenen Werken Dich wirklich, und nicht nur so dahin gesagt, zu Tränen gerührt, weil die Figuren Dir so am Herzen lagen? Muss auch keine negative Szene sein, vielleicht haben sie sich endlich geküsst oder gar geheiratet? Vielleicht hast Du auch nicht mit ihnen gefühlt, sondern warst einfach nur sehr erleichtert, dass sie es gebacken bekommen haben?

Bei der Geschichte von Ben und Charlie gab es einen Punkt, an dem Charlie so getroffen, so verletzt war und sich so zurückgewiesen gefühlt hat, dass ich Taschentücher gebraucht habe. Die emotionalen Szenen, wie die mit Verletzungen, Glück oder auch Intimität, lasse ich nicht durchgehen, wenn sie mich nicht selbst berühren. Ich glaube, wenn sie mich kalt lassen, erreiche ich vielleicht auch meiner LeserInnen nicht damit. Das Schreiben solcher Szenen kann sehr anstrengend sein, ist für mich aber eine viel tollere, wertvollere Erfahrung, als eine Füllszene zu schreiben, in der man nur zwei Handlungsstränge verknüpft.

Dann gehen wir nun einmal in die letzte Etappe!

  1. Als Autor bist Du vermutlich selbst Leser. Beschreibe uns doch gerne Deinen perfekten Leseabend, Lesemorgen oder wie auch immer Du liest. Ist das Notizbuch dabei stets gezückt? Stürzt Du Dich direkt auf jedes neue Werk Deines Lieblingsautors oder bist Du da eher „gildenfrei“ oder entspannt?

Ich lese wie ich schreibe: möglichst kuschelig! Die Tageszeit ist dabei egal. Leider habe ich im Alltag Phasen, in denen ich mich auf ein Buch nicht einlassen kann, weil die Schreiberei zu präsent ist in meinem Kopf oder das echte Leben zu stressig. Wenn es dann wieder klappt, sitze ich mehrere Stunden regungslos auf dem Sofa oder auf dem Bett und bin ganz woanders. Das ist wunderbar!

  1. Hast Du Dich schon einmal an eine Lesung getraut? Vielleicht ja nicht in einer Buchhandlung, aber eine Wohnzimmerlesung oder über einen Discordserver für Autoren? Das alles kommt ja immer mehr. Oder willst Du – verständlicherweise – niemanden einfach in Deine Wohnung lassen? Traust Du Dich laut vorzulesen?

Oh Mann, diese Frage weckt gerade mein Angstmonster. Ich plane in den nächsten Monaten meine erste Lesung in einem Hofcafé in der Nachbarschaft, welches in der kalten Zeit ein buntes Kulturprogramm aufstellt. Wie ich das meistern werde, weiß ich noch nicht, aber ich bin auf jeden Fall das pure Gegenteil von „cool“ in dieser Sache! Wenn ich das überlebe, mache ich vielleicht auch online mal etwas.

  1. Wo wir gerade bei Mut sind: Hast Du Dich schon einmal etwas getraut zu schreiben, bei dem Du am Ende dennoch da gesessen und Dich für mutig gehalten hast oder dumme Kommentare befürchten musstest?

Jup. Und dann habe ich es unter einem Pseudonym veröffentlicht. 😉

  1. Frage an (ehemalige) Selfpublisher: Machst Du Deine Cover selber oder leistest Du Dir einen Designer? Wie läuft es bei Dir in die ein oder andere Richtung ab?

Ich bin ganz offen: Mich kostet das Schreiben noch weit mehr, als es mir einbringt. Die einzigen Kosten, die ich nicht scheue, sind die für ein Korrektorat – alles andere mache ich selbst. Aber das Cover gehört definitiv zu den Dingen, die ich als nächstes „auslagere“, wenn das finanziell passt. Das Basteln macht mir schon Spaß, aber ich komme einfach lange nicht an das Können versierter Menschen heran. Mir fällt da zum Beispiel Catherine Strefford ein, die scheinbar mühelos wunderschöne Dinge zaubert.

  1. Wie holst Du Dir Rezensenten? Wo findest Du sie? Welche Tipps (auch Blogs, wenn diese die Empfehlungen erlauben) hast Du?

Dass Rezensionen als Selfpublisherin so wichtig sind, habe ich leider etwas spät begriffen. Inzwischen habe ich ein, zwei Male ein Bloggergesuch gestartet, Exemplare verlost und auch meine erste Leserunde bei Lovelybooks abgehalten. Das macht Spaß, denn zu schenken ist etwas Schönes! Die Resonanz ist noch ausbaufähig (was okay ist, denn ich stehe noch am Anfang), aber wenn solche Kooperationen klappen, bin ich immer ganz begeistert und freue mich auf ehrliches Feedback.

  1. Wie gehst Du mit Rezensionen, negativ und positiv, um? Welche Tipps oder Anmerkungen hast Du für andere Autoren?

Bei Amazon kommentiere ich nichts und niemanden, bei Lovelybooks und Instagram hingegen schon. Kürzlich habe ich meine erste 1-Sternebewertung bei Amazon kassiert von jemandem, der offenbar nur die Leseprobe zu meinem Buch gelesen hatte. Das tat schon weh, zumal der- oder diejenige mich auch für einen Post bei Twitter als unprofessionell dargestellt hat. Aufgrund dieser persönlichen Ebene, die auf mich zielte, habe ich mich entschlossen, die Bewertung bei Amazon zu melden – keine Ahnung, ob da etwas passiert. Kritik nehme ich mir immer sehr zu Herzen und ich freue mich darüber, wenn sich dafür jemand die Zeit nimmt (und dabei die Etikette wahrt). Instagram-Buchmenschen, die über meine Bücher was schreiben, folge ich und teile ihren Beitrag auch immer in einer Story. Ich kommentiere die Rezensionen in der Regel und bedanke mich – auch bei denen, die meine Bücher nicht so toll fanden. Das tut nie weh und meine Mama sagt, das gehört sich so.

  1. Für alle, die schon mal beim Verlag veröffentlicht haben: Wie läuft dieser Prozess ab? Gibt es Tipps von Deiner Seite? Vor allem Geheimtipps und „nicht nur“, dass man es immer weiter versuchen soll? Wie ist das Gefühl, sein Werk in einer Buchhandlung zu sehen?
  1. Auch an die Selfpublisher, wie ist das Gefühl, sein Buch in der Handlung zu sehen? Und wie kommt ihr dorthin? Sprecht ihr zum Beispiel die Händler an?

Mein Buch steht in einer Buchhandlung in Schleswig, von der ich weiß, weil ein toller Buchhändler auf mich via Twitter aufmerksam geworden ist. Neulich habe ich mich getraut und bin nach Flensburg gefahren, habe dort alle Buchhandlungen aufgesucht, mich kurz vorgestellt und einen Flyer zu meinem Debütroman dagelassen. Das sollte ich noch viel mehr machen, kostet mich aber schon Überwindung. Als ich später dann nochmal nach Schleswig fuhr und mein Buch dort in den Reihen sah, war das aber wirklich ein absolutes Süßigkeitenglücksgefühl!

  1. Möchtest Du jemanden grüßen? Menschen danken? Ihnen hier eine Spalte zur Verfügung stellen?

Ohja, ein Dankeswort ist angebracht! Vielen Dank an das Bambusblatt, dass ihr schreibenden Stimmen Gehör verschafft und dass ich mitmachen durfte. Zusätzlich zu euch gibt es noch einige andere Menschlein, die der digitalen Autorenbubble ein Gesicht verleihen, die immer ein liebes Wort/GIF bereithalten, nicht genervt sind von Eigenwerbung und spannende Geschichten erschaffen. Jede und jeder darf sich angesprochen fühlen: es ist schön, dass wir uns kennen und dass es euch gibt.

  1. Wie beim letzten Mal möchten wir Dir hiermit die Möglichkeit geben, Dich anzubringen, Deine Werke anzupreisen, Werbung zu machen. Und/oder ein Schlusswort hinzuzufügen.

Ich beende dieses Interview mit einem Zitat aus „Ben und Charlie – Ein Dialog ohne Hände“, das eigentlich aus Charlies Dialoganteil stammt und an Ben gerichtet ist. Wenn man die Anrede von einem „Sie“ in ein „sie“ umwandelt, beschreibt es meine bisherigen Bücher ganz gut: „Sie können witzig sein. Und charmant. Und sie sind ehrlich. Und ein bisschen sexy.“
Es war mir eine Freude!

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