Rezension: Sanitöter (Hannes Niederhausen)

Hannes Niederhausen - Sanitöter
(Copyright Cover: Hannes Niederhausen / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

„Sanitöter“ des Leipziger Schriftstellers Hannes Niederhausen ist ein der 5. Edition am 11. Juni 2020 im Eigenverlag über epubli erschienen. Das Buch umfasst in der gebundenen Ausgabe 420 Seiten und wird für ein Lesealter ab 18 Jahren eingestuft und wurde uns als Rezensionsexemplar überlassen.

Im Jahr 2035 ist Deutschland von der Klimakrise gezeichnet. Die Ernten werden weniger, die Bevölkerung ist zu zahlreich, um sie noch zu ernähren.
Darum entschloss sich die rechte Regierung, dieses Problem anzugehen. Ohne triftigen Grund darf es zu keiner Patientenbehandlung mehr kommen.
Das führt zu viel Leid und grausamem Tod. Wer dem entgehen möchte, kann sich an einen Euthanasisten wenden.
„Sanitöter“ nennt man sie, die Menschen, die anderen Menschen beim Sterben helfen.
Sie tragen bei den meisten Mitbürgern das Image eines Geiers oder gar eines Teufels, dabei sind auch sie nichts anderes als Menschen, die versuchen, das Richtige zu machen.

Die bereits sehr interessant klingende Inhaltsangabe und die Leseprobe, die vom guten Schreibstil spricht, haben uns dazu überzeugt, dem Werk eine Chance zu geben und eine Rezension dazu zu verfassen.
Normalerweise wäre das der Punkt, an dem ich weiter auf die drei Säulen „Schreibstil“, „Charaktere“ und „Handlung“ eingehen würde, aber ich kann tatsächlich hauptsächlich etwas zum Schreibstil sagen, und zwar, dass er sehr flüssig und gut zu lesen ist und sehr gut zu dem Setting passt.
Ansonsten bin ich leider nicht sehr weit in der Geschichte vorangekommen. ABER, nicht weil mir „Sanitöter“ nicht zugesagt hätte. Ganz im Gegenteil. Ich finde es richtig schade, dass ich es nicht weiterlesen konnte, nur kam es zu einer bei mir doch eher seltenen Situation: Ich fühlte mich so unwohl, dass ich das Buch abbrechen musste. Und das meine ich in diesem Fall als Kompliment, denn meiner Meinung nach hat Hannes Niederhausen einen sehr atmosphärischen Roman geschrieben, so weit ich es jedenfalls beurteilen konnte, aber die Gedanken und Handlungen bezüglich Kinder waren zu viel für mich.
Mit jeder Seite wurde der Kampf für mich schwerer. Einerseits hatte ich ja die Leseprobe gehabt und ich wollte auch wissen, wie es weiterging. Andererseits weiß ich, wenn mir etwas nicht gut tut, sollte ich es lassen.
Nach einer Weile habe ich dann eine schwierige, doch für mich richtige Entscheidung getroffen.
Was heißt das in dem Moment für „Sanitöter“ und euch Leser?
Ich denke, dass jeder Mensch sich von unterschiedlichen Sachen aus der Bahn werfen lässt. Hannes Niederhausen hat jedenfalls ein Buch geschrieben, das bereits am Anfang mit einer interessanten Idee aufwartet. Soweit ich die Charaktere beurteilen konnte, waren sie tiefgründig und menschlich und auch der Schreibstil hat mich gut in die Geschichte gebracht.
Atmosphäre wurde ebenfalls aufgebaut und hat mir bereits auf den ersten Seiten die Härchen auf den Armen hochgestellt.

Von daher mein bündiges, kurzes Fazit

Du magst Werke mit düsterer Zukunft und moralischen Aspekten? Du suchst ein atmosphärisches Werk mit gutem Schreibstil? Nach interessanter Handlung und Charakteren?
So weit ich es jetzt beurteilen konnte, könnte „Sanitöter“ genau das sein, was du suchst!
Ich würde mich freuen, wenn mein Abbruch nicht dafür sorgen würde, dass andere diesem Buch keine Chance mehr geben, denn ich bin der festen Überzeugung, dass „Sanitöter“ genau das verdient hat. Die sehr guten Bewertungen auf zum Beispiel Amazon kommen gewiss nicht umsonst zusammen.

Geschrieben von Judith


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Website des Autoren
„Sanitöter“ bei epubli

1 Kommentar zu „Rezension: Sanitöter (Hannes Niederhausen)“

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