Testbericht: Subnautica

Bewertung: 4.5 von 5.

Subnautica ist ein sogenanntes Early Access Game. Das bedeutet, dass die Spieler gegen einen, in dieser Phase meistens noch günstigeren, Preis bereits Zugang zu den frühen Phasen des Spieles bekommen, sodass ihre Meinungen gleich mit ins Spiel integriert werden können.
Early Access Games feiern zum Teil gigantische Verkaufszahlen, haben zugleich jedoch ein schlechtes Image, da viele Entwickler sich gar nicht ausreichend um die Weiterentwicklung des Spiels kümmern. Subnautica gehört zu dem nicht gerade kleinen Anteil Early Access Games, die es jedoch zu einer guten Vollversion geschafft haben.
Hier berichte ich über meine Meinung.
Erschienen ist Subnautica folgendermaßen:

PC:
Early Access: 16. Dezember 2014
Vollversion: 23. Januar 2018

Konsole:
Early Access: 17. Mai 2016
Vollversion: 4. Dezember 2018

Als Studio und Publisher ist in beiden Fällen „Unknown Worlds Entertainment“ zu nennen.

Mit Subnautica habe ich bereits eine lange Geschichte. So habe ich damals die ersten Anfänge bei einem Let’s Player gesehen, habe dann bei dem Streamer, bei dem ich als Mod gearbeitet habe, die Story verfolgt und einen Fisch nach mir benannt (jeder Zuschauer durfte sich einen Fisch aussuchen und ich wählte den Glotzfisch, der sogar wichtig in der Geschichte wird) und dann irgendwann Roberta davon berichtet, die immerzu nach Games sucht, die etwas mit dem Meer zu tun haben. So habe ich ihr damals Abzû empfohlen und vor kurzem dann Subnautica, das wir uns gebraucht für die PS4 geholt haben.

Aber was ist Subnautica eigentlich?
Subnautica ist durch die große Welle der Early Access Survival Games angespült worden. Doch es ist auch deutlich anders als der Großteil. Und wenn man sich den Trend damals so ansieht, dann weiß man auch, dass nur die Games, die wirklich etwas eigenes zu bieten hatten, bekannt blieben oder sogar erst bekannt geworden sind. So sind Spiele wie Stranded Deep, Subnautica, The Forest und The long Dark bekannte Namen geworden und geblieben.
Subnautica bietet dem Spieler das Eintauchen in eine andere Welt an. Und Eintauchen ist hier wortwörtlich gemeint.
Das Raumschiff, auf dem man gearbeitet hat, stürzt ab und man rettet sich noch gerade so in eine Rettungskapsel, die einen sicher auf den Planeten bringt, über dem man abgestürzt ist. Nur ist es anscheinend ein Planet, der komplett mit Wasser bedeckt ist.
Gut, dass die KI uns wissen lässt, dass unsere spielbare Figur „Schwimmen“ als Hobby hat und demnach der Körper darauf ausgelegt ist. Unsere KI begleitet uns, während wir die ersten Materialien sammeln, um zu überleben.
Wir bauen Basen, erkunden Biome und Lebensformen und versuchen, andere Überlebende zu finden, während wir das zerstörte Raumschiff, die Aurora, immerzu direkt vor Augen haben.
Schnell lernen wir, wie wir zum Beispiel an das erste Wasser kommen (Blasenfische) und was wir essen können. Unsere Technologien entwickeln sich weiter und wir bauen eine Seemotte, um durch die Wellen zu schießen und noch mehr vom Planeten erkunden zu können.
Aber das nächste Übel steht schon bevor. Nicht nur explodiert die Aurora und wir finden keine anderen Überlebenden, sondern nur gemeine Kreaturen, die unsere Seemotte immer wieder zerreißen, wenn wir nicht aufpassen, wir sehen auch immer mehr Pusteln an den Fischen in der Gegend und stellen dank Selbstscan fest: Auch wir sind krank. Mist …
Mit der Krankheit kommt Subnautica eigentlich erst ins Rollen. Unterstützt wird die ganze Atmosphäre von den Geräuschen, dem Forscherdrang, der sich augenblicklich einschaltet (da man auf einem anderen Planeten ist, ist wirklich alles unbekannt) und der wunderschönen Grafik.
Am Anfang hat man es noch mit Knallerfischen zu tun, die, ganz wie ein Creeper in Minecraft, neben einem explodieren (anders als ein Creeper hört man diese Tiere aber wenigstens vorher) und mit sogenannten Pirschern, die mich immer ein wenig an Barrakudas erinnern. Aber schon bald kommt man wegen anderer Tiere in Bedrängnis.

Subnautica macht unglaublich viel Spaß und alles, was ich an diesem Spiel so liebe, habe ich oben, glaube ich, schon umrissen. Um mich nicht zwanzig mal zu wiederholen, fasse ich es einfach nur einmal zusammen: Es ist unter Wasser, auf einem fremden Planeten, der dadurch die Neugierde weckt. Man verliert sich in seiner Einsamkeit, gibt aber nie ganz die Hoffnung auf, in dieser unglaublich inszenierten Welt zu überleben und auch andere Überlebende auszumachen.
Tatsächlich gibt es nur zwei Schwachpunkte, warum ich Subnautica keine Höchstbewertung geben kann. Zum einen hat das Game zwar eine Geschichte, ist irgendwo aber auch unendlich, da man nicht gehetzt wird. Nur sind die Materialien leider nicht so programmiert worden, dass sie unendlich neu spawnen. Nur sagt das Spiel einem dies nicht und man muss es durch eine Internetsuche herausfinden (oder, indem man irgendwann nichts mehr findet). Das ist sehr schade. Als Ausgleich: Es gibt einen Sandboxmode.
Und da wir gerade schon bei Internetsuche sind: Da haben wir das zweite Problem. An sich lieben Roberta und ich es, dass das Spiel einen nicht an die Hand nimmt und überall hinführt. Aber Subnautica ist auch sehr ausschweifend mit seinem Bausystem.
Ein Beispiel:
Es gibt mehrere Arten, um an Wasser zu kommen. Wenn man kein Wasser hat, wird man selbstredend verdursten, da man ja schlecht das Salzwasser trinken kann.
Ein Weg ist der Blasenfisch (auch dies mussten wir per Internet herausfinden, kann aber auch sein, dass wir da nicht genau geschaut haben, wie dies funktioniert). Die Fische zu fangen, ist übrigens ein wenig anstrengend, da sie sehr wendig sind. Zumindest auf der Konsole. Sicher, man kann aus drei Titanbarren eine Unterwasserbasis bauen, aber einen Kescher zusammenschustern ist dann vermutlich zu primitiv für die Weltraumfahrer und ihre Super-KI.

Zurück zum Wasserproblem.
Blasenfische ergeben nur ein wenig Wasser. Sie respawnen zwar, sind aber dennoch keine sichere Wasserquelle. Also schaut man weiter und kann aus einer Röhrenmuschelprobe und Salz ein wenig mehr Wasser herstellen und das sogar noch, ohne im Riff wie ein Hai auf Drogen durch die Gegend zu eiern, um einen blöden Blasenfisch zu bekommen. Das ist schon mal toll! Nur ist auch Salz lediglich begrenzt vorhanden. Zwar gibt es alles erst einmal im Überfluss und es ist auch nicht so, als hätten Roberta und ich bisher groß den Mangel bemerkt, aber um Salz zu finden, müssen wir mittlerweile unsere Motte schon weiter weg bewegen und um das zu machen, braucht es eine Batterie und die muss man auch erst einmal wieder bauen.

Also wollen wir eine Filteranlage haben. Wir wissen, dass es die gibt, und faktisch wissen wir auch, dass man erst so und so viele Baupläne finden muss, um etwas bauen zu können.
Nur gibt es diese Baupläne nur an bestimmten Punkten.
Um da hinzukommen, brauchen wir wieder Gerätschaften. Für die wir Baupläne von anderen bestimmten Punkten brauchen. Und Materialien. Für die wir auch wieder den Ort wechseln müssen. Also eine Seemotte bauen lernen und tausende Batterien machen.
Unterwegs von einem Leviathan aufgeschnappt werden, der die Motte zu Matsche verwandelt.
Neue Materialien sammeln.
Losfahren und hoffen, dass der Leviathan heute eine schlechtere Sicht hat.
Die Baupläne nicht finden und nochmals schauen, wo man sie findet.
Feststellen, dass man erst einen bestimmten Raum braucht, um die Filterstation bauen und aufstellen zu können. Selbes Bauplanproblem. Vor allem braucht man endlich die Solaraufladestation für die Motte, damit man nicht an Materialmangel leidet und die Motte nur noch unnützer Schrott ist.
Selbes Problem wie bei der Filterstation.
Gleichsam nagen kontinuierlich der Hunger und der Durst an einem. Wofür wir Salz brauchen …

Dazu kommt, dass die Biome einfach da sind. Sie sind zwar immer am selben Ort und sehen gleich aus, aber sie zeigen einem nicht an, wie sie heißen.
Man verbringt also viel Zeit damit, nicht zu wissen, was man machen soll und deswegen befragt man Google, kommt vom Hunderstel ins Tausendstel und verliert dann wieder seine Seemotte.

Ich bin mir sicher, dass Roberta und ich ein paar Sachen übersehen haben, aber wenn man die Spielmechanik noch dazu lernen muss, ist es doch manchmal etwas viel auf einmal.
Und ja, die Kapseln haben wir zum größten Teil immer direkt abgeerntet und das bringt einen enorm weiter.

Mein Fazit

Das klang jetzt natürlich sehr negativ am Ende, aber das sollte es überhaupt nicht sein. Ich weiß aus Erfahrung, dass Subnautica deutlich einfacher wird. Der Streamer hatte allerdings schon Erfahrung in dem Spiel (er liebt es), wodurch ich die Anfänge nicht so wirklich mitbekommen habe.
Aber es gibt immer Möglichkeiten. Subnautica mag einen nicht so an die Hand nehmen, allerdings ist das Spiel es absolut wert, sich reinzufixen. Roberta und ich werden das Spiel jedenfalls weiterspielen, sobald Geld auf dem Konto ist und wir uns das inoffizielle Hilfsbuch kaufen können. Dann können wir ohne Internet alles erarbeiten. Und somit muss ich nicht alles aufschreiben.
Subnautica bekommt damit trotz allem eine absolute Kauf- und Spielempfehlung. Alles in den Schoß gelegt zu bekommen, ist ja auch langweilig, manchmal ist die Abwechslung ganz schön.

Geschrieben von Judith


Linksektion

„Das inoffizielle Handbuch zu Subnautica“ bei Thalia*

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