Eingestreutes Interview: Linda Rottler – Autorin

Willkommen in der zweiten Runde der Interviews. Dieses Mal haben wir die Fragebögen je nach Tätigungsfeld umgestellt. Wenn Du Inspiration beim Ausfüllen brauchst, so stehen Dir eine Menge Autoreninterviews auf dem Blog zur Verfügung.
Behalte im Kopf: Das hier ist Dein Interview und Du darfst jeder Zeit Fragen auslassen!
Was Du allerdings nicht darfst – und da gab es in der letzten Runde teilweise wirklich Probleme mit:

  • Fragen auslassen ist in Ordnung, aber bitte lösche sie nicht aus dem Dokument, sondern lass sie stehen.
  • Verändere nichts an der Formatierung. Also was kursiv ist, bleibt kursiv, was dick ist, bleibt dick etc.
  • Verändere nicht die Reihenfolge der Fragen und bitte sieh möglichst davon ab, Fragen miteinander zu kombinieren!
  • Bitte schick das Interview als .doc oder notfalls als .docx (oder Papyrus) Format ein und nicht als zum Beispiel Apple Format.
  • Schick uns gerne noch Fotos von Dir oder Deinen Werken dazu. Links ebenso (diese speisen wir dann vernünftig mit ein). Bitte gib uns die Copyright-Angaben dazu.
  • Lies es am besten Korrektur, wir werden es nämlich nicht machen 🙂
  1. Fangen wir klassisch an. Möchtest Du uns etwas – oder auch viel – über Dich verraten?
    Wieso schreibst Du? Welche war Deine erste Geschichte? Wie sieht es mit Deinem Alltag aus? Familie, Job, Heimat, Haustiere? Was auch immer Du uns wissen lassen möchtest! Dieser Punkt gibt Dir die Freiheit, über Dich selbst zu erzählen. Immerhin bist Du der interessanteste Charakter in Deiner ganz eigenen Geschichte.

Mein Name ist Linda Rottler, ich habe Germanistik studiert, arbeite jetzt als Werbetexterin und ich bin eine dieser Autorinnen, die behaupten, schon immer geschrieben zu haben. Es stimmt aber wirklich! Leute, die mich schon mein Leben lang kennen, erinnern mich immer wieder daran, dass ich schon immer Geschichten erzählt habe. Auch damals als Kind, als ich sie noch gar nicht aufschreiben konnte.

  1. Was hast Du bereits veröffentlicht? Wo kann man etwas von Dir finden? Verlag, Selbstverlag, gemischt, alles kostenfrei auf Deiner Website? Oder doch auf Seiten wie Fanfiktion?

Mein Debüt ist 2020 bei dtv erschienen und heißt Die Stadt der gläsernen Träume. Ich bin mal mehr und mal weniger aktiv auf Social Media. Man findet mich unter dem Namen Schreibselinda.

  1. Gibt es Mitautoren? Stell sie ruhig vor! Haben sie auch etwas einzeln veröffentlicht? Du darfst gerne etwas Werbung machen! Wenn nicht, kannst Du es Dir vorstellen oder hattest einmal welche?

Ich würde ja gerne mal ein Buch zusammen mit meinem Bruder schreiben, der schreibt nämlich viel besser als ich. Er schreibt in einem anderen Genre und hat einen ganz anderen Stil, aber da lässt sich bestimmt etwas finden.

  1. Kennst Du den NaNo? Wenn ja, wie machst Du dort mit? Welche Erfolge hattest Du bereits? Oder siehst Du nur gerne zu, wie wir anderen Autoren uns im Schlamm wälzen? Hast Du noch nie davon gehört?

Meistens passt es im November zeitlich einfach nicht, weil ich zu der Zeit in einer ganz anderen Schreibphase hänge. Mal die Überarbeitung, mal das Lektorat oder – wie dieses Jahr – das Exposé. Da sind 50.000 Wörter zu schreiben eher unrealistisch. Und manchmal, das gebe ich offen zu, fehlt mir einfach die Motivation und das ist auch ein valider Grund.

  1. Bist Du in einem Schreibforum aktiv? Warst Du es? Oder hältst Du nichts davon?
  1. Welche Art Schreiber bist Du? Plotter? Pantser? Plantser? Oder doch eher etwas anderes?

Das versuche ich noch herauszufinden, aber ich tendiere ganz klar Richtung Plotter. Ich baue mir mein Grundgerüst auf, überlege mir die groben Meilensteine und die Charakterentwicklung und die meisten Kapitel brauchen dann noch einen detaillierten Plan. Aber den überlege ich mir oftmals erst kurz vor dem Kapitel. Oder ich schreibe einfach wild drauflos. Das ist von Szene zu Szene unterschiedlich. Natürlich kommt es auch immer auf das Genre an. Bei einer epischen und komplexen Fantasygeschichte braucht es einen ausgefeilteren Plan als bei einem seichten zeitgenössischen Jugendroman.

  1. Gehörst Du zu den Schreibern, die alles in einem Dokument runter rattern und dann korrigieren oder zu denen, die für jedes Kapitel ein eigenes Dokument haben? Oder wie machst Du das?

Ich fange andauernd neue Dokumente an, damit ich keine einzige Szene aus einer früheren Fassung verliere, obwohl ich sie sowieso nie wieder anschaue. Der Computer ist dadurch zwar voller Müll, aber ich fühle mich wohler so. Ich weiß auch nicht, was das über mich aussagt.

  1. Welche Freizeitaktivitäten hast Du, die Dir beim Schreiben helfen? Zum Beispiel Bogenschießen oder Reiten.

Nordic Walking. Am liebsten durch den Wald. Das regt meine Fantasie am meisten an. Ich kann mich teilweise völlig in Tagträumen verlieren. Beim Zugfahren und Musikhören funktioniert das übrigens auch, aber Bewegung ist zusätzlich noch gesund!

  1. Welches Genre bedienst Du am Liebsten und weshalb eigentlich?

Urban Fantasy. Ja, weshalb eigentlich? Ich mag, dass Urban Fantasy das Potential hat, die Grenzen zwischen Realität und Schein zu verwischen. Ich mag die Vorstellung, dass in unserer echten Welt Magie existiert. Ich bin sowieso ein Fan von Illusion und Desillusionierung. Das taucht immer wieder in meinen Geschichten (und eigentlich jeder Geschichte) auf.

  1. Papier, Laptop, Notebook, Notizblock, Sprachmemos, Handy, Tablet, Bleistift, Füller, Kuli, malst Du Portraits oder Karten? Nenn uns Deine kleinen Helferlein. Auch gerne Programme – wie Papyrus! Gerne mit Empfehlungen.

Noch bin ich ganz klassisch mit Word unterwegs, manchmal nehme ich auch Sprachmemos auf oder tippe in meiner Notizen-App herum. Zur Orientierung habe ich auch schon Karten mit Paint gemalt. Ich würde ja gerne mehr Notizen per Hand machen – das ist einfach romantischer. Aber dafür bin ich zu faul.

Da hatten wir nun die Fragen bezüglich Deiner Selbst. Je mehr Du uns erzählen willst, umso besser. Viele Autoren hatten in der letzten Runde Angst, dass sie viel zu viel geschrieben hätten. Aber das hat dann doch keiner geschafft (keine Herausforderung 😉 ).
Im Gegenteil hatten die meisten, die solche Angst hatten, kein außergewöhnlich langes Interview, also gibt es keinen Grund zur Sorge.

  1. Man kennt es ja, eigentlich sollte man niemals seine Helden treffen. Manchmal ist es jedoch ganz cool – uns ist das zum Beispiel ein Mal passiert – hast Du schon einmal Deinen (Buch-)Helden getroffen oder würdest Du gerne? Wie ist es gelaufen/ wie würdest Du es Dir vorstellen?
  1. Wo wir gerade bei Helden sind. Die Charaktere sind unsere (Anti-)Helden und halten uns auf Trab. Wie wichtig ist Dir ihre Tiefe? Oder magst Du es beim Lesen/Schreiben eher, sich auf andere Dinge zu konzentrieren? Zum Beispiel die Reise an sich und all ihre Spannung?

Ohne Charaktere keine Geschichte. Am liebsten mag ich Geschichten mit vielen bunten Figuren, die eigentlich grundverschieden sind und dazu gezwungen sind, das Abenteuer gemeinsam zu bestreiten. Ich möchte, dass meine Figuren mir wie echte Menschen erscheinen, deshalb bin ich schnell mal frustriert, wenn es nicht gelingt oder ich die Figuren einfach noch nicht so gut kenne. Mit den Figuren anzufangen und ausgehend davon den Plot aufzubauen, ist eine sehr langatmige Angelegenheit, aber meiner Meinung nach viel authentischer!

  1. Wie viel Ärger bringen Dir Deine Figuren? Gehören sie, wie bei uns beim Bambusblatt, zu denen, die sich selbst benennen und Dir ihre Geschichte erzählen oder hast Du alles fest im Griff?

Tja, ich sag mal so… Eine Figur, die nur in einer Szene vorkommen sollte, hat sich kurzerhand zum Antagonisten gemausert. Meine Charaktere haben eher mich im Griff.

  1. Oben wird es schon halb gefragt, aber: Nutzt Du Zeichnungen für Deine Charaktere? Programme, um sie genau zu erfassen, mit Stammbaum, Aussehen und dergleichen?

Meistens basiert das Aussehen meiner Figuren auf Promis, die ich selbst gerne mag. Ich stöbere auch gerne auf Pinterest, aber dort finde ich nie die passenden Gesichter. Um ein Gefühl für die Charaktere zu bekommen, finde ich Moodboards aber wirklich hilfreich.

  1. Die Frage gab es bereits beim letzten Mal, doch: Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?
  1. Wie sieht es mit realen Vorbildern aus?
  1. Welche ist Deine beste Figur? Beziehungsweise Deine am meisten Geliebte? Und welche ist genau das Gegenteil?

Ryan Manzano aus Die Stadt der gläsernen Träume ist mein Schätzchen. In meinem Kopf ist er so real wie ein echter Mensch. Ich weiß alles über ihn, von kleinen Macken bis zu seinen größten Ängsten. Er ist ein wahnsinnig einfühlsamer Mensch, leider auch ein bisschen naiv. Ich fürchte, im Buch kommt das nicht so durch, aber ich denke, wenn es 200 Seiten länger wäre und einen anderen Fokus hätte, hätte ich ihn noch viel besser darstellen können.

  1. Wenn Du ungehorsame Figuren hast, wie würdest Du sie manchmal am liebsten „bestrafen“ (oder machst es im Buch sogar) oder was würdest Du ihnen gerne einmal freundlich ins Gesicht schreien?
  1. Hast Du schon mal einen Charakter getötet, bei dem Du das eigentlich nicht wolltest? Denkst Du da an Konsequenzen? Oder hat doch mal einer überlebt, der eigentlich seine Zeit hinter sich hatte?
  1. Hat eine traurige Szene in Deinen eigenen Werken Dich wirklich, und nicht nur so dahin gesagt, zu Tränen gerührt, weil die Figuren Dir so am Herzen lagen? Muss auch keine negative Szene sein, vielleicht haben sie sich endlich geküsst oder gar geheiratet? Vielleicht hast Du auch nicht mit ihnen gefühlt, sondern warst einfach nur sehr erleichtert, dass sie es gebacken bekommen haben?

Ja. Ich habe einmal einen Ausschnitt der Vorgeschichte von Ryan geschrieben und habe wirklich geweint, weil er mir leidtat. Abgesehen davon war die Szene wirklich super geschrieben, hehe. Ist leider nicht veröffentlicht.

Dann gehen wir nun einmal in die letzte Etappe!

  1. Als Autor bist Du vermutlich selbst Leser. Beschreibe uns doch gerne Deinen perfekten Leseabend, Lesemorgen oder wie auch immer Du liest. Ist das Notizbuch dabei stets gezückt? Stürzt Du Dich direkt auf jedes neue Werk Deines Lieblingsautors oder bist Du da eher „gildenfrei“ oder entspannt?
  1. Hast Du Dich schon einmal an eine Lesung getraut? Vielleicht ja nicht in einer Buchhandlung, aber eine Wohnzimmerlesung oder über einen Discordserver für Autoren? Das alles kommt ja immer mehr. Oder willst Du – verständlicherweise – niemanden einfach in Deine Wohnung lassen? Traust Du Dich laut vorzulesen?

Schon zu Beginn der Pandemie musste leider die Buchmesse in Leipzig abgesagt werden. Mein Verlag hat dafür einige Online-Lesungen gemacht, unter anderem auf Instagram. Ich habe auch mitgemacht und es hat super funktioniert und Spaß gemacht. Auch wenn ich immer nervös bin, stehe ich eigentlich gerne auf einer Bühne und trage etwas vor.

  1. Wo wir gerade bei Mut sind: Hast Du Dich schon einmal etwas getraut zu schreiben, bei dem Du am Ende dennoch da gesessen und Dich für mutig gehalten hast oder dumme Kommentare befürchten musstest?
  1. Frage an (ehemalige) Selfpublisher: Machst Du Deine Cover selber oder leistest Du Dir einen Designer? Wie läuft es bei Dir in die ein oder andere Richtung ab?
  1. Wie holst Du Dir Rezensenten? Wo findest Du sie? Welche Tipps (auch Blogs, wenn diese die Empfehlungen erlauben) hast Du?
  1. Wie gehst Du mit Rezensionen, negativ und positiv, um? Welche Tipps oder Anmerkungen hast Du für andere Autoren?

Rezensionen sind in erster Linie für die Leser. Natürlich gehen Meinungen zu meinem Buch mir nahe – negativ wie positiv. Das muss man zulassen und dann muss man sich daran erinnern, dass alles subjektiv ist. Ich freue mich immer über Meinungen, egal welcher Art (es sei denn, es wird beleidigend, aber das war bisher noch nicht der Fall). Ich freue mich immer, wenn jemand mein Buch liest und ihm eine ehrliche Chance gibt.

  1. Für alle, die schon mal beim Verlag veröffentlicht haben: Wie läuft dieser Prozess ab? Gibt es Tipps von Deiner Seite? Vor allem Geheimtipps und „nicht nur“, dass man es immer weiter versuchen soll? Wie ist das Gefühl, sein Werk in einer Buchhandlung zu sehen?

Mein Weg zum Verlag war eher unkonventionell, da ich einen Wettbewerb gewonnen habe, den dtv zusammen mit der Schreibplattform Sweek ausgerichtet hat. Deshalb habe ich auch nicht viele Tipps bezüglich Exposés oder Agentursuche. Mein Geheimtipp ist: Augen offenhalten. Viele Verlage suchen neue Autoren über Wettbewerbe.
Hach, wie gerne würde ich das Gefühl, das Buch in der Buchhandlung zu sehen, beschreiben können. Aber ich habe es aufgegeben. Ich werde das NIE realisieren, dass ein Buch mit meinem Namen in meiner Lieblingsabteilung meiner Lieblingsbuchhandlung steht. Das übersteigt einfach meinen Horizont.

  1. Auch an die Selfpublisher, wie ist das Gefühl, sein Buch in der Handlung zu sehen? Und wie kommt ihr dorthin? Sprecht ihr zum Beispiel die Händler an?
  1. Möchtest Du jemanden grüßen? Menschen danken? Ihnen hier eine Spalte zur Verfügung stellen?
  1. Wie beim letzten Mal möchten wir Dir hiermit die Möglichkeit geben, Dich anzubringen, Deine Werke anzupreisen, Werbung zu machen. Und/oder ein Schlusswort hinzuzufügen.

Vergesst nicht, euer Herz zu wärmen. Das hält die Albträume fern!

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