Rezension: Red Dead Redemption 2

Bewertung: 5 von 5.

„Red Dead Redemption 2“, von Rockstar Games entwickelt und nach mehrmaligem Verschieben im Oktober 2018 endlich gepublished, ist bereits der dritte Teil der „Red Dead“ Reihe, auch wenn der Titel nicht darauf schließen lässt.
Im ersten Teil „Red Dead Revolver“ begleiten wir Red Harlow auf seinem Rachefeldzug gegen die Mörder seiner Eltern. In „Red Dead Redemption“, dem zweiten Teil, ist es John Marston, mit dem wir gemeinsam für Agent Edgar Ross und die Pinkertons einige alte Freunde zur Strecke bringen sollen, um unsere Familie wieder zu bekommen.

„Red Dead Redemption 2“ konzentriert sich nun auf die Vorgeschichte von „Red Dead Redemption“. Dieses Mal ist unser Protagonist nicht mehr John – obwohl wir den auch häufig genug zu Gesicht bekommen – sondern Arthur Morgan.
Wir lernen, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass John von seiner alten Bande und seinem ehemaligen Mentor und Ziehvater Dutch van der Linde während eines Zugüberfalls zurückgelassen wurde, aber wir setzen weit vorne an.

Die Van der Linde Gang hat eine Fähre in Blackwater überfallen und eine Menge Geld gemacht, aber anscheinend ist dabei alles schief gegangen, was nur schief gehen konnte. Sie mussten fliehen und ihre Beute zurücklassen, ebenso wie einige gefallene Gefährten. Nun haben sie sich in die schneebedeckten Berge zurückgezogen und müssen dort Hunger, Kälte und den eisigen Schneestürmen trotzen, während sie sich von ihrer Niederlage und ihren Verwundungen erholen.
Das ist der Punkt, an dem das Spiel mit einem atmosphärischen Intro einsetzt. Und es schont den Spieler keineswegs, wobei es gleich einmal die Charaktere auf sehr stimmige Art vorstellt. Eine unserer ersten Aufgaben? John Marston wiederfinden, der sich offenbar im Schneesturm verirrt hat.
So wirst du direkt zu Beginn des Spiels in eine Familie geworfen, in der Arthur Morgan schon seit 20 Jahren lebt und die genau das auch für dich wird. Eine Familie, wo sie im ersten Teil noch nichts anderes als eine Gang war, mit der du früher mal geritten bist. Nach und nach lernst du die Männer und Frauen der Dutch van der Linde Gang besser kennen.
Bill Williamson, von dem man vielleicht kein Fan ist, den man aber mit der Zeit auch akzeptieren und irgendwie mögen lernt.
Javier Escuella, der im ersten Teil wie ein Feigling wirkte, im Zweiten aber zu einem unserer besten Freunde geworden ist.
Hosea Matthews, Sean MacGuire, Charles Smith und viele andere.
Und natürlich Dutch van der Linde selbst, dessen Geschichte neben Arthurs und Johns die wohl Tragischste ist und dessen Wahnsinn man langsam schleichend miterlebt, was letztendlich zu den Geschehnissen aus dem ersten Teil führt. Eigentlich hat Dutch nur einen großartigen Plan, wenn ihm nicht alle Welt immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen würde (und das zehrt sichtbar an seinen Nerven). Wir können gar nicht zählen, wie oft wir an diesem Idealisten und seinen Plänen während des Spiels verzweifelt sind.
Und auch über John haben wir in diesem Spiel mehr erfahren, als es im Vorgänger jemals möglich gewesen wäre. Sein Charakter bekommt richtig Tiefe und plötzlich versteht man ihn in allen Belangen so viel besser. Gelacht haben wir über ihn allerdings auch sehr viel.

„Red Dead Redemption 2“ ist ein Open World Spiel, wie es besser kaum sein könnte. Es bietet einem eine riesige Spielwelt, die so voller Details und Liebe steckt, dass sie nahezu real wirkt. An jeder Ecke lassen sich Geheimnisse oder Gespräche mit Personen finden, die nicht selten zu einer ganzen Questreihe führen. Selbst nach inzwischen anderthalb Jahren kennen wir noch nicht alle Geheimnisse, entdecken immer noch etwas Neues und lernen noch viel dazu. Bis hin zu dem Punkt, dass wir manchmal das Gefühl haben, dieses Spiel gar nicht zu kennen.
Das Lager der Van der Linde Gang existiert völlig dynamisch neben dem Spieler und oft genug haben wir uns dabei ertappt, wie wir ganze Ingame-Tage einfach nur im Camp verbracht haben, um auch ja nichts zu verpassen. Dabei hätte man auch auf Schatzsuche oder jagen gehen können, wenn man schon keine Storymissionen spielen will, um nur mal einige Beispiele zu nennen.
Besonders positiv ist uns auch aufgefallen, wie die Spielwelt sich innerhalb der Handlung verändert.
Das Karma-System aus „Red Dead Redemption“ wurde ausgearbeitet und hat nun auch tatsächlich Auswirkungen auf die Welt und auf Arthur, ebenso auf das Ende der Story, obwohl das natürlich in gewisser Weise gleich bleibt.


Mein Fazit

Das Spiel selbst ist schon wundervoll mit seiner offenen Welt und den Möglichkeiten, die diese einem bietet, aber es ist die Gang, die Familie, die es wirklich zu einem Meisterwerk macht. Wegen der man es am liebsten niemals beenden würde.
Wenn man mit den anderen gemeinsam reitet, hat man wirklich das Gefühl, Teil von etwas zu sein.
Uns hat dieses Spiel so oft den Tag gerettet und wir haben wirklich viel Zeit in der Welt von „Red Dead Redemption 2“ verbracht, nachdem wir vom Vorgänger gar nicht so sehr begeistert waren, es aufgrund seines Settings aber doch irgendwie gerne gespielt haben. Mit „Red Dead Redemption 2“ haben wir allerdings eines unserer absoluten Lieblingsspiele gefunden.
Man fühlt sich dort mit dieser Gang wirklich Zuhause und umso heftiger treffen einen manche Ereignisse. „Red Dead Redemption 2“ ist auf jeden Fall kein Spiel, das einen kalt lässt, und obwohl natürlich jedes Spiel seine Fehler hat, macht dieses hier eine Menge richtig und nur sehr wenig falsch.


Geschrieben von Roberta

Linksektion

Das Spiel selbst gibt es auf Thalia leider nicht, aber es woanders zu finden, dürfte keinerlei Problem darstellen.
Dafür können wir euch den fantastischen Soundtrack* ans Herz legen.

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