Rezension: „Avatar – Der Herr der Elemente“

Bewertung: 5 von 5.

Nickelodeon strahlte in den USA am 21. Februar 2005, und am 08. Januar 2006 in Deutschland, erstmals die erste Folge zu „Avatar – Der Herr der Elemente“ aus. Die erste Folge von einer US-Zeichentrickserie, die drei Staffeln umfasst und nicht nur von der Thematik her an die fernöstlichen Länder angepasst ist, sondern auch vom Zeichenstil her an Animes erinnern soll.


Die Reise von Aang hatte ich bereits als Jugendliche gern verfolgt. Sobald sie im deutschen Raum waren, bin ich auf die Folgen aufmerksam geworden, kam allerdings nie dazu, die letzte Staffel zu sehen. Und nachwirkend kann ich gar nicht mehr genau sagen, weshalb eigentlich, nur, dass ich es immer sehr bereut hatte.
Also hatte ich die Folgen vor ein paar Jahren nochmals alle geschaut und dieses Mal auch die dritte Staffel dazu und ich war genauso begeistert wie damals im Jahr 2006.
Zwar kam mir der Humor damals schon sehr kindisch vor und das hatte sich vor ein paar Jahren auch nicht geändert, aber es war in Ordnung, schließlich ist es ja auch eine Kinderserie.
Dann, vor ein paar Monaten, habe ich die Legende von Korra gesehen, dazu schreibe ich auch noch eine Meinung, und diese Serie hat mir so gar nicht zugesagt, also musste ich mich bei meiner Mitbewohnerin beklagen, die nicht einmal die Legende von Aang kannte. Das hatte ich vorher schon gewusst und ich hatte immer die leise Hoffnung gehabt, sie dahingehend zu überreden, fürchtete dabei allerdings den kindischen Humor.
Dennoch, Roberta, die beste Mitbewohnerin, die ich mir für mich vorstellen kann, nahm meinen Kummer ernst, wurde neugierig auf Aang und versprach, mit mir die ersten beiden Folgen zu schauen (Pilotfolgen sind ja immer etwas speziell).
Keiner von uns beiden ging mit großer Hoffnung daran, dass es ihr gefallen könnte. Doch siehe da. Der Humor kam mir selbst auf einmal nicht mehr so kindisch vor und sie verfiel, wie so viele andere im Internet, der Avatarsucht. Wir teilten dieselben Vorlieben bei Charakteren und als wir die letzte Folge angesehen hatten, hätte Roberta gleich am liebsten nochmals von vorne begonnen.


Man kann also sagen, Aang und seine Freunde, seine Reise und seine Welt zogen sehr viele Kinder in den Bann, doch ich sehe auch viele Erwachsene, die es erst jetzt anfangen und sich ebenso gleich verlieben. Warum?
Ich denke, es ist die Mischung aus Unschuld und ernsten Themen. Avatar ist für Kinder gemacht, das ist klar. Das bedeutet jedoch nicht, dass dort keine tieferliegenden Themen versteckt sind, die eher uns Erwachsenen auffallen. Man liebt und leidet mit den Charakteren und während alles noch recht harmlos anfängt, steigert es sich von Folge zu Folge.
Aang selbst verliert irgendwo seine Unschuld und aus Kindern oder jungen Jugendlichen werden ältere Menschen. Die Zeit von nur einem Jahr kommt einem dabei viel zu kurz vor. Wo Katara am Anfang lediglich ein Mädchen mit leichten Bändigungskräften war, musste sie an sich selbst wachsen, sich sogar gegen Bräuche stellen, die einem Mädchen verbieten, das Bändigen zu erlernen. Aus einem unschuldigen Mädchen wuchs eine junge Frau heran, die eine mächtige Kriegerin wurde.
Auch ihr Bruder Sokka, der selber als Einziger im Team Avatar nicht bändigen kann, bringt sich sehr gut ein. Er ist der Witzige, aber auch der Stratege. Auch er sucht sich im Laufe der Serie einen Meister und erlernt die Schwertkunst.
Es gibt so viele Namen, die ich nun hier aufzählen könnte.
Die blinde Toph, die sich gar nicht als Opfer darstellen lassen möchte und für sich selbst einsteht, dem Avatar noch einiges über das Erdbändigen beibringt und dabei dennoch ab und an Schwäche zeigen kann.
Prinz Zuko, der lernt, über seinen Hass hinauszublicken und der Vernunft zu folgen. Alten Groll abzulegen.
Selbstredend auch Aang selbst, der seine Naivität und seine Unschuld an einen Krieg verliert, der seine Welt in den Untergang zu reißen droht.


Diese Liste könnte noch sehr lang geführt werden, aber ich möchte auch nicht alles spoilern, falls ihr die Serie noch nicht kennt.
Zudem gibt es noch viel mehr, das zu erwähnen wäre. Die Musik bereitet Gänsehaut, die Welt ist sehr durchdacht, die Szenen leben von kleinen Details. So ist zum Beispiel der Kampf zwischen Zuko und seiner Schwester nicht mit epischer, sondern eher trauriger Musik unterlegt. Dieses Mädchen ist auf gewisse Weise dem Wahnsinn verfallen und kratzt oft an den Nerven des Zuschauers und doch kann man beim Ende ihrer Storyline nur Mitleid empfinden. Sicher, auch immer noch Wut neben dem Mitleid, aber man muss bedenken, dass sie zu der Zeit rund vierzehn Jahre alt ist, und wenn man sich als Erwachsener all diese Szenen und Gemüter zur Genüge führt, dann sieht man, wie viel hinter all den bunten Farben und fröhlichen Folgen verborgen liegt.
Und wenn das noch nicht überzeugen konnte, dann seht euch die Bändigerkämpfe an. Die Choreografie ist bis ins kleinste Detail durchdacht. Je nach Element passen sich die Bewegungen an und das gibt der ganzen Sache eine schöne Dynamik und der ohnehin sehr durchdachten Welt noch eine schöne Tiefe dazu.

Mein Fazit

„Avatar – Der Herr der Elemente“ hat sehr viel zu bieten, sodass nicht nur junge Menschen an den Bildschirm gebannt werden.
Musik, Farben, Welt, Dynamik und Details errichten ein wundervolles Drumherum für tiefgreifende Charaktere, eine schöne Handlung und wichtige und ernste Themen, die nicht immer einfach so abgespeist werden können.
Der Humor ist teils kindisch, aber das tut der ganzen Sache keinen Abbruch. Man leidet mit den Figuren und sie erklären die Welt auf so fantastische Art, dass man sich als Zuschauer niemals außen vor fühlt.

Geschrieben von Judith

Linksektion

„Avatar – Der Herr der Elemente“ bei Thalia*

1 Kommentar zu „Rezension: „Avatar – Der Herr der Elemente““

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