Rezension: Lady Trents Memoiren 01 – Die Naturgeschichte der Drachen (Marie Brennan)

Marie Brennan - Lady Trents Memoiren 1: Die Naturgeschichte der Drachen
(Copyright Cover: Cross Cult Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

„Die Naturgeschichte der Drachen“ ist der erste Band von Marie Brennans fünfteiliger Fantasy-Serie „Lady Trents Memoiren“, der am 06. November 2017 im Cross Cult Verlag als Paperback und als eBook erschienen ist.

Lady Trent, die man in diesem ersten Teil als Isabella kennenlernt, erzählt in dieser Buchreihe ihre Geschichte in Form einer Autobiographie. Zu Beginn ist sie noch ein wissbegieriges Mädchen, vernarrt in Bücher und Drachen, nimmt Vögel auseinander, um ihre Anatomie zu lernen, und schleicht sich auf die Jagd nach einem Wolfsdraken mit. Als dieser Vorfall unschön endet, muss sie vorerst einsehen, dass sich solche Ausflüge für ein Mädchen ihres Alters und ihres Standes nicht gehören. Sie fügt sich in die Rolle, die ihre Eltern für sie vorgesehen haben, und macht sich tatsächlich auf die Suche nach einem geeigneten Heiratskandidaten. Als sie dabei in der Menagerie des Königs, ausgerechnet zwischen den Drachengehegen, Jacob Camherst kennenlernt, ahnt sie noch nicht, dass ihr Leben eine große Wendung nehmen soll.
Gemeinsam mit Lord Hilford und Mr. Wilker reisen sie in das Land Vystrana, genauer gesagt in das Dorf Drustanev, um dort die Drachen zu erforschen.

Die Autorin schafft es, den Leser so sehr in die Geschichte und das Buch eintauchen zu lassen, dass man wirklich das Gefühl hat, man könnte tatsächlich die reale Autobiographie einer berühmten Drachenforscherin lesen.
Die Kapitelunterschriften geben einen kurzen Einblick in das, was in dem Kapitel so passiert, wie das auch in den meisten Biographien in unserer Welt der Fall ist. Zudem hält sich Lady Trent, oder eben Isabella, nicht mit unwichtigen Details auf. Man bekommt nur eine ungefähre Ahnung, wie es in ihrer Kindheit zugegangen sein muss oder auch später in ihrer Ehe. Dafür erzählt sie leidenschaftlich und ausführlich von ihren ersten Forschungen als kleines Mädchen, als sie einen toten Vogel auseinandernimmt, um nachzuschauen, ob auch er einen Wunschknochen besitzt, ebenso wie von ihren späteren Entdeckungen über die Drachen.
Das Buch ist dabei auf interessante Art aufgeteilt. Dass die Autorin die unnötigen Details weglässt, sorgt zu Beginn dafür, dass man Isabellas Kindheit und Jugend auf nicht allzu vielen Seiten erlebt, bevor man sie nach Vystrana begleitet. Dort entfaltet sich die Geschichte dann richtig und man verweilt beinahe bis zum Ende des Buches in diesem Land. Das macht mich persönlich sehr neugierig auf die Folgebände, weil ich mich nun umso mehr frage, welche großen Abenteuer sie in diesen erleben wird.

Die Charaktere in dieser Geschichte sind allesamt sehr menschlich gezeichnet, manche mag man mehr, manche weniger, aber ich muss sagen, dass mir aus der Reisetruppe letztendlich alle sympathisch waren, auch wenn es bei Mr. Wilker ein wenig gedauert hat, da er anfangs doch sehr verschwiegen und mürrisch und nicht unbedingt auf Isabellas Seite ist.
Aber auch Isabella ist eben nicht die strahlende Heldin der Geschichte. Im Gegenteil. Sie ist zum Zeitpunkt der Reise noch sehr jung, gerade einmal 19 Jahre alt, und macht viele Fehler, die in kleinen und größeren Katastrophen enden. Auch menschlich hat sie Fehler. Ihre oberste Priorität scheinen die Drachen und die Wissenschaft zu sein, der sie sich insgeheim verschrieben hat, und somit fallen andere – eigentlich auch wichtige – Dinge manchmal ein wenig hintenüber.

Der Schreibstil ist schlicht, was sehr gut zu Isabellas Charakter passt, an manchen Stellen aber auch sehr humorvoll.
Das wohl Allerbeste an diesem Buch sind aber sicherlich die Illustrationen! Nicht nur ist das Cover wunderschön und lockt damit vermutlich schon jeden Drachenfan aus seinem Loch, auch im Inneren sieht das Buch einfach toll aus. Immer wieder sind Zeichnungen von Drachen eingestreut, passend zur Geschichte, die wohl Isabella – die unter anderem als Zeichnerin auf diese Expedition mitgekommen ist – angefertigt haben wird. Sie vermitteln noch mehr den Eindruck eines Forschungsberichtes und haben bei mir immer wieder dafür gesorgt, dass ich zu ihnen zurückgeblättert habe. Vor allem wenn es um die Anatomie eines Drachen ging.

Mein Fazit

Ich wollte „Lady Trents Memoiren 1 – Die Naturgeschichte der Drachen“ von Marie Brennan schon lange lesen und auch mir ist es wegen des tollen Covers damals ins Auge gefallen. Aber wie das immer so ist, hat man noch viel zu viele andere Bücher auf seinem Lesestapel und so kam ich nie dazu, obwohl ich es mir vor einigen Monaten dann doch endlich einmal gekauft hatte.
Letztendlich kam eine Leserunde mit zwei anderen wundervollen Bloggerinnen zustande, deren Rezensionen unter diesem Beitrag auch verlinkt werden, und unseren Gesprächen über das Buch kann man wohl entnehmen, dass wir alle drei absolut begeistert waren. So ergab es sich dann auch, dass wir Band 2 auch wieder gemeinsam lesen möchten.
Aber zum eigentlichen Fazit: Ich kann diesem Buch nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen, wenn man gerne etwas über Drachen liest! Und kein Problem damit hat, dass es keine klassische Drachenfantasygeschichte ist, sondern mal etwas anderes. Wenn man sich darauf einlassen kann und möchte, bietet einem aber schon der erste Band meiner Meinung nach sehr viel. Eine interessante Welt, ein wenig Wissenschaft, menschlich gezeichnete Figuren, die dennoch sympathisch bleiben, einen humorvollen Schreibstil und eine spannende Geschichte. Nicht zu vergessen all die tollen Illustrationen, die dieses Buch qualitativ noch einmal hervorheben.

Geschrieben von Roberta

Linksektion

Verlagsseite des Buches
„Lady Trents Memoiren 1 – Die Naturgeschichte der Drachen“ bei Thalia*

Weitere Meinungen zu „Die Naturgeschichte der Drachen“ aus unserer Leserunde findet ihr auf dem Blog Roman-Tipps und auf „A Winterstory“.

Unsere Rezension zu Band 2 „Der Wendekreis der Schlangen“

4 Kommentare zu „Rezension: Lady Trents Memoiren 01 – Die Naturgeschichte der Drachen (Marie Brennan)“

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