Rezension: Die Chroniken von Alice – Die schwarze Königin (Christina Henry)

Christina Henry - Die Chroniken von Alice: Die schwarze Königin
(Copyright Cover: Penhaligon Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

„Die Chroniken von Alice – Die schwarze Königin“ ist bereits der zweite Band der „Dunklen Chroniken“ von Christina Henry aus dem Penhaligon Verlag und ebenfalls der zweite Teil ihrer Alice im Wunderland Adaption. Band 1 erschien als Ebook am 01. Februar 2020 und als Hardcover am 16. März 2020. Band 2 erschien nun am 31. August 2020 und wurde uns vom Bloggerportal als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Alice ist immer noch gemeinsam mit Hatcher unterwegs. Sie haben es geschafft, den Jabberwock zu besiegen, ebenso wie das Kaninchen und das Walross, und sind nun aus der Stadt geflüchtet. Nun heißt es, Jenny finden, die entführte Tochter Hatchers. Hinter den Mauern der Stadt und dem Tunnel, durch den sie entkommen sind, erwarten sie eigentlich, weite grüne Wiesen zu finden, doch alles, was sich vor ihnen erstreckt, ist eine verbrannte Wüste.
Enttäuscht kämpfen sie sich durch das Ödland, um schließlich in ein anscheinend verzaubertes Dorf und dahinter in einen Wald zu gelangen, in dem ebenfalls nichts mit rechten Dingen zuzugehen scheint.

Wie auch schon im ersten Band „Finsternis im Wunderland“ werden auch in Teil 2 bekannte Figuren aus dem Vorbild „Alice im Wunderland“ aufgegriffen und anders dargestellt. So spielt zum Beispiel die weiße Königin eine zentrale Rolle in diesem Teil und auch die schwarze Königin wird nicht vergessen. Auf ein kleines Wiedersehen mit Grinser dürfen wir uns auch freuen.

Ich habe Band 2 gemeinsam mit Kristin vom Blog Roman-Tipps und Vivka von A Winterstory als private Leserunde gelesen und wir waren uns alle drei einig, dass dieser Teil ruhiger und weniger brutal ist als Band 1. Das macht ihn aber keinesfalls schlechter. Christina Henry versteht es sehr gut, Spannung aufzubauen und vor allem auch Alice‘ Wahnsinn lebhaft darzustellen, so dass man mit der Protagonistin richtig mitfiebert. Immer wieder gibt es Szenen, in denen Alice sich nicht sicher sein kann, was der Realität entspricht und was sie sich nur einbildet, und auch als Leser zweifelt man.
Die Geschichte selbst lässt sich dieses Mal mehr Zeit, ist ruhiger und Alice und Hatcher stolpern nicht so sehr von einer absurden Situation in die Nächste. Noch immer gibt es diese Situationen natürlich, doch in das ganze Buch kommt ein bisschen mehr Ruhe rein. Die Brutalität hat auf jeden Fall nachgelassen, doch eine harmlose Geschichte sollte man auch hier nicht erwarten. Die Autorin geht nicht gerade zimperlich mit ihren Charakteren um, aber genau das macht auch den Reiz dieser Reihe aus. Man kann sich nie ganz sicher sein, ob am Ende alle heile aus der Situation hinauskommen werden. Oder besser gesagt: Eigentlich kann man sich sicher sein, dass es vermutlich nicht alle schaffen werden.
Ein bisschen unheimlich wurde es zwischendurch im Wald auch, aber der Fokus liegt ganz klar nicht auf diesem Aspekt, sondern viel mehr auf der Geschichte und dem Wahnsinn der Protagonisten, wobei auch „Die schwarze Königin“ lediglich aus Alice‘ Sicht erzählt wird. Die junge Frau wächst dabei immer wieder an sich selbst und entwickelt sich weiter, was es sehr angenehm zu lesen macht. Auch bin ich im zweiten Band besser mit dem lockeren Schreibstil klargekommen und der Mangel, den ich beim ersten Band angemerkt habe (dass man manchmal nicht genau wisse, welche Figur was sagt) wurde hier auch beinahe komplett ausgemerzt.

Ich muss zugeben, dass Christina Henry es nicht immer geschafft hat, mich mit ihren Wendungen zu überraschen, aber für mich war das auch in Ordnung. Wir haben in der Lesegruppe mitgerätselt, was wohl als Nächstes passieren könnte, was es mit der Königin wohl auf sich haben mag und wie die Geschichte vielleicht zu Ende geht. Manches kam unerwartet, aber vieles konnten wir eben auch vorher bereits vermuten.
Gegen Ende hatten wir alle ein wenig Sorge, dass der große Konflikt zu leicht aufgelöst werden könnte, aber für meinen Geschmack war das letztendlich nicht der Fall.

Zur Gestaltung des Buches muss ich sagen, dass ich den ersten Band nur als Ebook gelesen (und mir später erst als Hardcover zugelegt) habe, Band 2 aber direkt als Hardcover bekommen habe – auch wenn auf unserem Foto nur das digitale Cover zu sehen ist. Die ganze Gestaltung ist wieder wundervoll geworden. Das Cover passt perfekt zum ersten Teil, ist wirklich wunderschön und der Buchschnitt wird von Wolfsspuren geziert, wo es bei Band 1 noch jene eines Kaninchens waren. In beiden Fällen äußerst passend zur Geschichte.
Kapitel sucht man bei Alice vergebens, was die Einteilung in Abschnitte für die Leserunde etwas verkompliziert hat, doch beim Lesen selbst fiel es mir überhaupt nicht negativ auf.

Mein Fazit

Ich habe mich sehr auf „Die Chroniken von Alice – Die schwarze Königin“ gefreut und wurde keinesfalls enttäuscht. Dadurch dass mehr Ruhe in die Geschichte hereingekommen ist und sie sich somit mehr Zeit gelassen hat, hat mir Band 2 sogar noch besser gefallen als der erste Teil. Er ist weniger düster und brutal, aber immer noch magisch und verwunschen. Auch hier sucht man eine fröhliche Geschichte vergebens. Zumindest ich würde Alice und Hatcher auf ihrer Reise gerne noch weiter begleiten und ich bin sehr gespannt auf den Kurzgeschichtenband, der im kommenden Jahr zu Alice erscheinen soll. Aber auch auf „Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland“ freue ich mich wirklich sehr und würde es am liebsten jetzt schon lesen.

Geschrieben von Roberta

Linksektion

Verlagsseite des Buches
„Die Chroniken von Alice – Die schwarze Königin“ bei Thalia*

Auf Vivkas „A Winterstory“ findet ihr ebenfalls eine wunderbare Rezension zu „Die schwarze Königin“.
Auch auf Roman-Tipps findet ihr noch eine schöne Rezension zu diesem Teil.

Auch Band 1 „Finsternis im Wunderland“ haben wir bereits rezensiert.
Unsere Rezension zum Nachfolger Band 03 „Dunkelheit im Spiegelland“

Unsere Rezension zu „Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland“

5 Kommentare zu „Rezension: Die Chroniken von Alice – Die schwarze Königin (Christina Henry)“

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