Rezension: Seelenkuss (Lynn Raven)

Lynn Raven - Seelenkuss
(Copyright Cover: cbt Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

„Seelenkuss“ von Lynn Raven, erschienen am 9. Dezember 2013 im cbt Verlag, erzählt die Geschichte der Prinzessin Darejan, die vor ihrer eigenen Schwester aus dem Land fliehen muss, an ihrer Seite einen gefangenen Spion ohne Gedächtnis, den sie aus dem Gefängnis befreit hat.

Darejan ist mehr als in ihrer Welt erschüttert. Ihre Schwester, die Herrscherin des Landes, verhält sich auf einmal sehr merkwürdig. Früher waren sie ein Herz und eine Seele, nun ist ihre Schwester herrschsüchtig, bösartig und nicht mehr sie selbst.
Gleichsam gibt es einen Gefangenen tief im Gefängnis, der als Spion der Nordreiche gilt, obwohl die Geschichte hier und dort Kanten hat.
Darejan versucht ihr Bestes, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, bis die Ereignisse sich überschlagen und sie auf einmal nicht nur den Spion aus dem Gefängnis an ihrer Seite hat, der zwar kein Gedächtnis mehr besitzt und sie dennoch hasst, sondern sie muss auch vor ihrer eigenen geliebten Schwester flüchten, die nicht mehr sie selbst ist.
Und dabei lernt Darejan, dass ihre Welt sehr viel mehr zu bieten und zu verbergen hat, als sie je geglaubt hätte.

Lynn Raven ist meine Lieblingsautorin und doch habe ich bisher nur mein Lieblingsbuch von ihr mit einer Rezension ausgestattet. Um das zu ändern, habe ich ein anderes Werk von ihr aus dem Regal gefischt, eines, das ich seit Jahren sehr liebe, und schreibe nun etwas für euch dazu!
Lynn Raven hat in meinen Augen einen absolut schönen Schreibstil und ein Talent dazu, Welten zu zeichnen. Es ist dabei völlig unerheblich, ob sie ihre Charaktere in unserer Welt ansiedelt oder doch in einer eigens für den Roman erfundenen. Die Figuren, die Magie, die Geschichte und der Schreibstil wirken dabei Hand in Hand und entfalten ein wunderschönes Bild.
Sicherlich, es gibt Werke, die gefallen mir von ihr besser als andere, aber „Seelenkuss“ ist nach „Der Kuss des Kjer“ eindeutig mein Favorit von ihr.
Ich habe sehr mit Darejan mitgefiebert. Es tat mir leid, wie ihre ganze Welt auseinanderbricht, und der Spion, der, auch wenn er sich nicht mehr daran erinnern kann, gute Gründe hat, sie zu hassen, ihr nur Wut und Verachtung entgegenbringt. Verachtung auch für Dinge, die Darejan falsch macht, einfach weil sie es nicht besser weiß. Dadurch ergab sich großer Frust beim Lesen. Frust, den ich aber nicht als schlechte Kritik abwerten würde. Ehrlich gesagt, war mir der Spion nie so richtig unsympathisch, eigentlich wollte ich nur wissen, was ihm widerfahren ist – da ging es mir genauso wie ihm.
Lynn Raven setzt bei Seelenkuss auf jeden Fall wieder auf ihre bewerte Methode „Ich mische, was ich gern mache, und überrasche den Leser an anderer Stelle, indem ich aus meinem Muster ausbreche“. Ein Mix, der mir schon immer sehr zugesagt hat!

Mein Fazit

Mit Lynn Raven kann man in meinen Augen nie sehr viel falsch machen. Diese Frau entführt den Leser in eine magische Welt, geleitet von einem fantastischen Schreibstil und sehr menschlichen Figuren, mit Schwächen und Stärken.
Eine Geschichte, in der manche Dinge wie erwartet sind und andere doch das Muster brechen. Und eine Welt, in der die Autorin sich einmal mehr sehr viel Mühe gegeben hat, sie mit Leben zu füllen.
Ich kann „Seelenkuss“ nur eine klare Empfehlung geben und werde, sobald mein Zeitplan es erlaubt, einmal mehr an die Seite von Darejan schlüpfen und mit ihr aufdecken, wieso der Spion kein Gedächtnis mehr hat, wieso ihre Schwester auf einmal so voller Hass ist, wieso die Welt nicht das ist, was Darejan immer glaubte, was sie sei.
Wenn ihr diese Reise ebenfalls verfolgen wollt, dann lasst es mich gerne wissen!

Geschrieben von Judith

Linksektion

Verlagsseite des Buches
„Seelenkuss“ bei Thalia*

Auch „Der Kuss des Kjer“ von Lynn Raven wurde von uns bereits rezensiert.

1 Kommentar zu „Rezension: Seelenkuss (Lynn Raven)“

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