Rezension: Love Letters to the Dead (Ava Dellaira)

Ava Dellaira - Love Letters to the Dead
(Copyright Cover: cbt Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

„Love Letters to the Dead“ von Ava Dellaira erschien am 09. Januar 2017 in Deutschland im Verlag cbt der Randomhouse Gruppe als Softcover.

Auf 407 Seiten erzählt uns Laurel ihre Geschichte – und das auf eine für ein Buch sehr untypische Art. Im Englischunterricht soll sie einen Brief an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben und wählt dafür Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die wie er sehr früh starb.
Die Geschichte baut sich aus weiteren Briefen an verstorbene Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger auf, in denen Laurel von ihrem Leben erzählt und dabei nach und nach immer mehr ihrer Gefühle und den Tod ihrer Schwester preisgibt, bis sie schließlich einen letzten Brief an May schreiben kann.

Für uns als Leser gibt es keine langen Beschreibungen, wie man sie in anderen Büchern findet, denn „Love Letters to the Dead“ besteht tatsächlich nur aus diesen Briefen. Das mag im ersten Moment seltsam und vielleicht auch langweilig oder wie ein Chatroman klingen, macht die ganze Geschichte aber einfach nur sehr persönlich und mitreißend. Laurel entwickelt sich anhand ihrer Briefe weiter, reflektiert sich selbst, die Geschehnisse und sogar die Personen, an die sie schreibt. Es ist ein bisschen so, als würde sie mit diesen Liebesbriefen an die Toten erwachsen werden. Auf jeden Fall findet sie mit ihrer Hilfe aber den Weg zurück ins Leben.

Anfangs war die Erzählart auch für mich etwas seltsam und gewöhnungsbedürftig, aber ich finde, man kann schnell in die Geschichte eintauchen und die Autorin schafft es, auch die Handlung gehörig voranzubringen und dabei eine gute Mischung zwischen eben jener und den Gefühlen der Protagonistin zu halten.
Sie erzählt eine Jugendgeschichte vom Erwachsenwerden, von Liebe und vom Überwinden von Trauer. Themen, mit denen sich viele Jugendbücher auseinandersetzen. Ava Dellaira hat es dabei aber gewagt, eine andere Perspektive zu wählen, und sticht damit für mich aus dieser Masse heraus.

Ich könnte nicht behaupten, die Charaktere durchgehend sympathisch zu finden, denn sie sind sehr menschlich. Sie machen Fehler, müssen an diesen, an sich selbst und an anderen erst lernen und ihren eigenen Weg finden. Wir alle wissen, dass dies gerade als Jugendlicher nicht immer besonders leicht ist.

Das Cover und auch das Innere des Buches sind sehr schön gestaltet und machen meiner Meinung nach schnell auf sich aufmerksam. Das ganze Buch macht einen etwas verträumten Eindruck und passt damit tatsächlich gut zu Jay Ashers (Autor von „Tote Mädchen lügen nicht“) Kommentar „Ein Liebesbrief an das Leben“.

„Love Letters to the Dead“ ist übrigens Ava Dellairas Debütroman, der laut eigener Aussage vermutlich seinen Anfang fand, als sie zum zweiten Mal in ihrem Leben ein Album kaufte – nämlich Nirvanas „In Utero“ – und beim Hören auf Dauerschleife ihr Tagebuch vollschrieb.

Mein Fazit

Ich habe „Love Letters to the Dead“ sehr gerne gelesen und mich von Erzählart und Geschichte mitreißen lassen. Ich muss gestehen, dass diese Lektüre schon ein wenig länger her ist, aber damals war es eines der wenigen Bücher, die mich für Tage immer und immer wieder an die Seiten gefesselt haben, bis ich meine Leselust mit dem Blog wiedergefunden habe.
Natürlich muss man abwägen, ob das Thema Verlust das Richtige für einen in einem Buch ist, aber wer damit umgehen kann und gerne solche Jugendbücher liest, sollte unbedingt einmal einen Blick in „Love Letters to the Dead“ werfen.

Geschrieben von Roberta

Linksektion

Verlagsseite des Buches
„Love Letters to the Dead“ bei Thalia*

1 Kommentar zu „Rezension: Love Letters to the Dead (Ava Dellaira)“

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