Rezension: Ira – Zorn des Taaffeits (Alexandra Schmidt)

Alexandra Schmidt - Ira: Zorn des Taaffeits
(Copyright Cover: Alexandra Schmidt / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

Das uns von der Autorin Alexandra Schmidt zur Verfügung gestellte Werk „Ira – Zorn des Taaffeits“ – erschienen in der Erstauflage am 13. September 2018 via BoD – ist der Auftakt einer Familiensaga rund um Verbrechen, Drama und eines der wertvollsten Mineralien der Welt. Die Autorin brachte das Buch nicht nur kostenfrei zu uns, sondern auch in einem äußerst hübschen Paket!

Die Fotografin Edda Betony kann eines Tages ihren Ohren kaum glauben, als ihre Tante bei ihr anruft und ihr davon berichtet, dass ihr Cousin, Tewes, nicht vom Training nach Hause gekommen sei, und sie bittet, in das Haus ihrer Kindheit zurückzukehren. Tewes sei entführt worden.
Edda zögert keinen Moment und zweifelt auch nicht an der Aussage ihrer Tante, vor allem, da die Entführer einen Brief mit Forderungen und eine Locke von Tewes, eingeschlagen in ein blutiges Tuch, geschickt haben.
Während Edda versucht, etwas herauszufinden, um ihren Cousin zu finden, muss sie aber nicht nur gegen die Zeit und die Vergangenheit ankämpfen, sondern auch gegen ihren Onkel, der zwar mehr über die Entführer seines Sohnes zu wissen scheint, sich jedoch vor der Familie verschließt und die Sache allein händeln will.
Letztendlich führt dieser Schlangenpfad Edda an einen Punkt, an dem sie sich selbst mehr im Zentrum der Geschehnisse wiederfindet, als sie je für möglich gehalten hätte.

Ich möchte gleich sagen, dass ich keine anderen Geschichten der Autorin kenne, demnach mir auch keine nachfolgenden Teile bekannt sind.
„Ira – Zorn des Taaffeits“ bildet den Auftakt zu einer Familiensaga voller Drama, Verbrechen und Geheimnissen und lässt sich dabei von mir zusammenfassen mit „Sehr gute Ansätze, doch es ist noch mehr möglich, in jede Richtung.“
Was möchte ich damit sagen? „Ira – Zorn des Taaffeits“ hatte auf jeden Fall sehr gute Ansätze. So mochte ich es, dass Edda zum Beispiel eine starke Persönlichkeit ist. Auch war der Spannungsbogen so gut wie die ganze Zeit über gegeben. Und der Schreibstil war zwar noch ein wenig unausgereift und besaß noch dazu hier und da Fehler – zum Beispiel „Wörtliche Rede.“, sagte sie – aber auch diese Fehler hielten sich stark in den Grenzen.
Was sind also meine Kritikpunkte? Nun, neben dem, wie oben erwähnt, unausgereiften Schreibstil, der hier und dort Fehler aufwies, fehlte mir die Balance. Die Balance zwischen eigenständig und Klischee.
So hat der Entführer natürlich zwei Handlanger, die eineiige Zwillinge sind. Edda ist stark, aber ein wenig zu sehr wie diese typisch starken Frauen in der Literatur, die jedem auf die Nase hauen wollen, immer eine große Klappe haben und in Gedanken ohnehin jeden Gegner bereits die Ohren langgezogen haben.
Auch schade empfand ich es, dass die Beziehung zwischen Tewes, seinem Bruder und Edda auch ein wenig zu Klischee war. Tewes war natürlich in dieser Dreier-Beziehung der, der heraussticht. Der, mit dem die anderen beiden sich höchstens geprügelt haben.
Bei dem doch manchmal etwas blumigen Schreibstil empfand ich auch ein paar Kleinigkeiten störend. So beschreibt Edda in ihren Parts auf teils merkwürdige Weise ihr Aussehen. Ein Fehler, der mir selber auch gerne unterläuft und bei dem ich augenblicklich von meiner Lektorin eines auf die Finger bekomme. Kein Mensch denke „Eine Träne lief an meiner doch sehr großen und blassen Nase hinab“. Zudem waren die Namen der Figuren meiner Meinung nach zu oft zu lesen – auch bei dieser Sache bin ich ein wenig gemein und merke dies in vielen Büchern an. Mir persönlich kommen die Charaktere damit nicht näher, sondern es stört mich eher.
Logikfehler haben sich dafür meiner Meinung nach ebenfalls im Zaum gehalten. Zwar habe ich relativ am Anfang einen gefunden – Edda betrachtet ein Blitzen in der Ferne „wie von einem Fernglas“ und sie fühlt sich beobachtet, während ihr Cousin entführt worden ist und die Verbrecher sichergehen wollen, dass die Polizei nicht eingeschaltet wird, bringt den Gedanken jedoch nie zu Ende, dass das vermutlich miteinander zusammenhängt – allgemein sind sie aber eher sehr selten gestreut.

Mein Fazit

„Ira – Zorn des Taaffeits“ ist ein Werk, dem zwar die Balance fehlt, das gleichzeitig aber auch einen spannenden Auftakt in eine Familiensaga bildet.
Zwar bin ich oben sehr auf die Schwächen eingegangen, da ich ehrlich damit umgehen möchte, für Menschen, die jedoch neues Lesefutter im Bereich Krimi suchen und sich nicht allzu schnell von ihren Charakteren trennen wollen, sondern sie über mehrere Teile hinweg begleiten möchten, kann dieses Werk genau das Richtige sein. Abschrecken wollte ich jedenfalls niemanden.
„Ira – Zorn des Taaffeits“ kann man zum Beispiel auf Thalia für 6,99€ neu erwerben und bekommt damit ein nettes 240 Seiten Buch für zwischendurch. Und da die Autorin eindeutig ein Potenzial nach oben hat, kann sich die Reise sogar noch mehr lohnen, wenn man die weiteren Teile lesen darf.

Geschrieben von Judith

Linksektion

Verlagsseite des Buches
„Ira – Zorn des Taaffeits“ auf Thalia*

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