Autoreninterview: Christine Li

Danke, dass Du Dich bereit erklärt hast, ein kleines Interview mit uns zu machen! Wir freuen uns sehr auf Deine Antworten und sind gespannt, wie andere Autoren diesen Fragebogen ausfüllen werden.
Nochmal kurz etwas zum Bambusblatt: Wir sind ein Team aus zwei Autoren und einem verfressenen Panda. Wir arbeiten hart daran, dass es von uns kostenlose Geschichten geben wird. Außerdem gibt es den Blog, auf dem wir Rezensionen schreiben und eben auch die Interviews posten werden. Zudem toben wir uns auch im Thema Merch aus – so kann man Armbänder über unseren Etsyshop KeithLeBambou erwerben. Über Spreadshirt gibt es bereits das Motiv von einem Halloweenpanda Keith auf verschiedene Objekte gedruckt.
Natürlich steht es Dir frei, Fragen auszulassen. Das hier ist Dein persönlicher Bogen. Über lange Antworten freuen wir uns besonders, aber manchmal gibt es auch nicht so viel zu erzählen. Lies Dir am besten erst einmal den gesamten Bogen durch.

Viel Spaß!

0. Zunächst ein paar persönliche Fragen. Hier geben wir Dir Raum, Dich vorzustellen. Zum Beispiel Deinen (Autoren)Namen zu nennen, Deine bereits erschienenen oder bald erscheinenden Werke aufzulisten, etwas über Dein Alter oder Deine Social–Media Kanäle zu sagen:

1. Erzähl gern etwas über Dich.

Mein Name ist Christine Li. Ich bin Ärztin für chinesische Medizin, Sinologin und Heilerin. Zusammen mit meiner Freundin Ulja habe ich den Bestseller „der Weg der Kaiserin“ geschrieben. Dieses Buch, genau wie meine Selbsthilfebücher über chinesische Medizin handeln von Selbstheilung und der Magie des weiblichen Körpers.
Wir haben ja alle unser Lebensthema. Wenn ich so zurückblicke, ist meines seit jeher die Frage gewesen, wie wir unseren eigenen Weg finden können und unser angeborenes Potential (=unsere Magie) verwirklichen können.
Am klarsten wird dieses Thema in meiner neuen historischen Fantasy-Serie „die Legende von Abalone“.
Die chinesische Magierin und Schamanin Jungfer Abalone hat wirklich gelebt. Sie entstammt einem Geschlecht von Zauberern und Daoistischen Heiligen. Ihr Mann, ein berühmter Alchemist, ist die Hauptfigur meines Buch „der Tanz des Schamanen“.

Zum erstenMal begegnete ich Abalone, als ich für den „Tanz des Schamanen“ recherierte. Tagsüber wühlte ich in alten chinesischen Büchern, nachts tauchte Abalone in meinen Träumen auf. Eines Tages entzündete sie ein kleines Feuer in meiner Praxis. Während ich die Flammen löschte, huschte sie an mir vorbei. Abalone verfolgte mich jahrelang und zog mich immer mehr in ihren Bann. Ich glaube, sie wollte, dass endlich jemand ihre Geschichte erzählt. Über ihren Mann gibt es viele dicke Wälzer. Über Abalone, die zu Lebzeiten eine berühmte Wunderheilerin und Feuermagierin war, gibt es nur ganz kurze Legenden und Mythen.
In den Jahren, die es dauerte, die magische Geschichte Abalones aufzuschreiben, begriff ich, wie mutig und wunderbar diese Frau war. Für mich ist sie eine große Inspiration. Sie zeigt uns, dass es sich lohnt, den eigenen Weg zu gehen und an Magie zu glauben.

Außerdem gibt es ein Kinderbuch für Erwachsene „Zwerglein und Apfelbaum“, in dem es um die Suche nach Liebe und die Einheit mit allem geht.
„Durchgeknallt“ ist eine Komödie über eine versoffene Physikerin/Hexe aus Sankt Pauli in Hamburg, die ein mittelaltes spießiges Ökopärchen in einen nicht-binären Genderswitch hineinhext. Ich finde das Buch extrem lustig und überarbeite es gerade für eine Neuauflage. Es war mein erster veröffentlichter Roman, und ich wusste damals noch nicht so ganz, wie das funktioniert mit Amazon. (OK. So richtig weiß ich es immer noch nicht.)
Ihr findet mich auf Facebook, Instagram und Youtube.
Mehr Infos, einen Blog und Gratislektüre gibt es auf meiner Webseite http://www.christineli.de

Bist Du verheiratet, hast Du Kinder? Was auch immer Du erzählen willst und vielleicht auch, wie sich das in Deinen Autorenalltag mit eingliedert. Zum Beispiel wie Dein Ehepartner Dich beim Schreiben unterstützt.

Früher war ich als Tropenärztin und chinesische Medizinerin viel in der Welt unterwegs, vor allem China und Südamerika. In Deutschland habe ich dann chinesische Medizin unterrichtet und praktiziert. Dann habe ich Hynose gelernt und mich in verschiedene Geheimlehren einweihen lassen. So wurde meine ärztliche Arbeit zunehmend immer „spezieller“.
Zur Zeit lebe ich als Autorin in einem kleinen Haus im Süden, corona-bedingt zusammen mit meinen erwachsenen Kindern, die normalerweise noch mehr in der Welt herumreisen als einst ich. Wir sprechen (und streiten…) auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Chinesisch, schreiben Geschichten und Drehbücher, machen Filme und Fotos und meditieren ziemlich viel.

2. Welche Bücher sind die, die Du am liebsten selber liest?

Bücher über Ethnologie, fremde Völker, Frühgeschichte, Archäologie, Geheimlehren, Alchemie, Rituale, Magie, Legenden, Mythen und das alte China.

3. Wen liest Du am liebsten? War sie Deine Inspiration?

Meine Lieblingsbücher sind das Dao De Jing und der Zhuangzi. Meine Inspiration sind meine Patienten und die Personen meiner eigenen Bücher, so wie jetzt Abalone, die mich bittet, ihre Geschichte zu erzählen. Zum Teil werden sie so lebendig, dass ich meine, sie seien bei mir im Zimmer. Das sind dann die Augenblicke, in denen meine Kinder oder Freundinnen heimliche Blicke wechseln oder mit den Augen rollen. (Denkt bloß nicht, ich würde das nicht bemerken! Ja. Ihr!)

4. Welches Projekt (nicht Buch) würdest Du gern umsetzen?

Mein Garten grenzt an ein verwildertes Stück Land mit einer eingestürzten Bauruine. Das soll nun verkauft werden und mit hässlichen Reihenhäusern zugepflastert werden. Mein Traum wäre es, das Grundstück selbst zu kaufen und mit einheimischen Wildpflanzen und Blumen zu bepflanzen und in einen verwunschenenUrwald umzuwandeln, in dem alle Vögel, Bienen, Kaninchen und Elfen der Nachbarschaft einen Ort finden, aus dem sie niemand mehr vertreiben kann.

5. Wenn alles möglich wäre, was wäre Dein erster Wunsch?

Ich wünsche mir, dass wir Menschen den Mut finden, unserem Herzen zu folgen. Ich wünsche mir, dass wir in Frieden mit den übrigen Bewohnern der Erde leben und uns selbst nicht mehr so verdammt wichtig nehmen. Ich wünsche mir eine Welt, in der alle gleichermaßen willkommen sind und niemand sich ungeliebt oder einsam fühlt, weil sie anders fühlt, denkt oder aussieht. Ich wünsche mir, dass wir alle unsere Magie wiederfinden, so wie Abalone.

6. Was ist die beste Geschichte, die Du nie (fertig) geschrieben hast?

„Das kleine Mädchen, das keine Bananen mochte“, ist eine Kichergeschichte für glückliche kleine Mädchen, die ich fertigschreiben werde, sobald alle fünf Bücher der Legende von Abalone erschienen sind. Bananen finde ich übrigens wirklich total eklig. Vor allem die matschigen.

7. Was möchtest Du als Autorin noch erreichen?

Ich wünsche mir, dass die Legende von Abalone als chinesisch-internationale Koproduktion verfilmt wird. Ich weiß sogar schon die Regisseurin 😉

Zwar stehen oben auch schon Fragen zu Dir als Autorin direkt, aber gehen wir da jetzt mal ein wenig mehr drauf ein!

8. Welche Fehler beim Schreiben sind Dir über Dich selbst bekannt und welche ärgern Dich am meisten? Wie versuchst Du, sie loszuwerden, oder akzeptierst Du sie einfach?

Au weia. Gute Frage! Mein größter Fehler ist, dass ich meine Fehler gar nicht akzeptiere und deshalb immer wieder von vorne anfange. Das führt dann dazu, dass ich von allem gefühlte 87 Versionen habe. Als ich noch mit Word geschrieben habe, waren all die Dateien mit entzückenden Namen wie 3kap2großerstreitsep2011vers7verbessertneu3.doc irgendwann überhaupt nicht mehr zu bewältigen. Ich arbeite jetzt mit Ulysses. Seitdem geht es besser.

9. Für uns andere Autoren auch interessant: Wie läuft Dein Schreibprozess bei Dir ab? Von der Idee bis zur Korrektur?

Bei Abalone war es so, dass mir die Hauptperson irgendwann begegnet ist – obwohl sie ja vor 1700 Jahren gelebt hat. Sie hat mich dann ein paar Jahre lang begleitet, während ich alles über das China jener Zeit recherierte und nach und nach die Geschichte in meinem Kopf entstand. Vor lauter Recherche habe ich mich dann hoffnungslos verzettelt (siehe Frage 8).
Inzwischen plotte ich recht genau, vor allem, da es ja fünf Bände sind. Grundsätzlich fällt es mir aber schwer, mich an allzu genaue Pläne zu halten. Meine rechte Gehirnseite rebelliert da leicht. Mein Kompromiss sind kunterbunte Roadmaps auf Packpapier.

Dazu breite ich eine lange Rolle braunes Packpapier auf dem Boden aus. An den oberen Rand male ich mit bunten „Dickies“ Vollmonde, Neumonde und die einzelnen Planeten, Regenwolken für Regenzeiten, Schneeflocken, Sonnenschein und Temperaturen, Bildchen für die ganzen traditionellen chinesischen Feste usw. Am Ende habe ich einen Riesenkalender, auf dem ich sofort erkennen kann, zu welcher Zeit jemand frierend und in vollkommener Dunkelheit im Sumpf hocken könnte und wann ein großes Vollmondritual stattfinden kann.
Besonders wichtig auch sind die chinesischen astrologischen Charts und die Menstruationskalender meiner Hauptpersonen. Schließlich sind es Magierinnen, und da geht nichts ohne Mond und Mondzeit.

Wenn diese Karte einigermaßen fertig ist, verteile ich die Storybeats in Form kleiner Kärtchen darauf. Im Verlauf des Schreibens entstehen aber immer wieder neue Szenen, wofür dann andere gestrichen werden. Ich schreibe charakterorientiert. Wenn eine Figur sich anders entwickelt, als ich es vorhergesehen hatte, erlaube ich das.
Landkarten, Baupläne und unterirdische Höhlenlabyrinthe male ich auch auf braunes Packpapier.
Wenn mir zwischendurch nicht mehr weiter weiß, zünde ich ein paar Kerzen an, verbrenne Unmengen von Räucherkram, rufe meine Helferinnen und breite einen frischen Bogen braunes Papier auf den Boden. Dann beginne ich mit meinen Dickies planlos zu krakeln und zu malen. Am nächsten Morgen steht dann (fast) alles, was ich brauche, auf dem Papier.

10. Wie bist Du auf das Genre gekommen, das Du schreibst?

Da ich als Hypnotiseurin und Heilerin selbst seit vielen Jahren mit Magie, Trance und Traumreisen arbeite, ist Fantasy für mich das einzig denkbare Genre. Magie beginnt in der tiefsten Schicht unseres Unterbewusstseins. Hier entstehen innere Bilder und daraus entsteht unsere äußere Welt.

11. Warum hast Du mit dem Schreiben angefangen? Erzähl uns die Geschichte!

Früher habe ich sehr gern geschrieben. Dann habe ich von heute auf morgen aufgehört, als ich eine Geschichte über den Tod meiner süßen kleinen Katze Molly schrieb und mein Deutschlehrer mir sagte, das wäre alles viel zu melodramatisch. Mit dem Malen ging es mir übrigens ähnlich.
Später schrieb ich Sachbücher und Selbsthilfebücher über magische chinesische Medizin. Das war sicherer. Aber meine Liebe für Geschichten ließ sich nie ganz unterdrücken. Daher beginnen auch in meinen Sachbüchern alle Kapitel mit kleinen Geschichten, die witzigerweise von vielen Leuten geglaubt werden.

Zum Romanschreiben hatte ich lange Zeit nicht mehr den Mut. Dann trat Abalone in mein Leben und ermutigte mich, meinen Weg zu gehen.
Ich habe es ja oben schon kurz erzählt. Es war ziemlich gespenstisch. Hier also noch einmal ausführlicher:

Eines Nachts, als ich gerade meine Praxis, die sich in einer großen modernen Klinik befand, zuschließen wollte, fühlte ich, dass da noch jemand war. Es war Abalone – eine chinesische Magierin und Ärztin aus dem 4. Jahrhundert. Abalone wollte, dass ich ihre Geschichte erzählte. Sie blieb lange Zeit in meiner Praxis und mischte sich zunehmend in meine Behandlungen ein. Zu jener Zeit wurden meine Behandlungen immer magischer. Meine Patienten hatten während der Akupunktur fremdartige Visionen und hörten Stimmen. Dann flammte eines Tages eine Moxazigarre (Teil der chinesischen Feuermedizin) ganz von allein auf, obwohl niemand sie entzündet hatte. Es rauchte und knisterte. Aus demAugenwinkel sah ich Abalone. Da ahnte ich, dass ich die Praxis schließen musste, um mich ganz auf die Magie einzulassen und nebenbei Abalones Geschichte aufzuschreiben.
Da ich so lange Zeit Ärztin gewesen war, war das ein ziemlich schwierigerProzess. Vieles davon habe ich damals auf meinem alten Blog (www.bodenschatz-li.de) geteilt. Dann wurde ich sehr krank. Da gab ich das Zweifeln auf und überließ mich ganz dem magischen Prozess des Schreibens.

12. Was motiviert Dich?

Die kostbaren Augenblicke, wenn eine Szene mich so berührt, dass ich selbst lachen oder weinen muss.

13. Wie viel Schreibzeit hast Du?

Meist genug. Zur Zeit geht es aber leider drunter und drüber, da ich in ein verwunschenes, und ziemlich kaputtes, Haus gezogen bin. (Eine andere magische Geschichte)

14. Lässt du Dich gerne auch mal ablenken?

Wenn ich längere Zeit etwas anderes mache, was oft genug vorkommt, fühlt es sich richtig schrecklich an. Oft geht es nicht anders. Noch öfter rede ich es mir ein (das typische „Fensterputzen“).

15. Welches Deiner Bücher magst Du selbst am liebsten und warum?

Am liebsten mag ich immer das Buch, an dem ich gerade arbeite. Es gibt einige Bücher, zu denen die Liebe abgekühlt ist, bevor ich sie beendet hatte. Die liegen noch heute auf meiner Festplatte herum.
Eine besondere Liebesbeziehung habe ich zu meinem gechannelten Minibuch „Zwerglein und Apfelbaum“. Wenn ich wirklich lieben, offenen und herzigen Menschen ein Kompliment machen will, sage ich: „Du bist sooo ein Zwerglein!“

16. Wie sieht in Deinen Augen der Alltag einer Autorin aus? Die meisten nur Leser können sich nichts darunter vorstellen.

Ein ganz normales Leben, aber mit sehr wenig Geld und mit dem Kopf ständig in den Wolken. Verdammt viel vor dem Bildschirm sitzen. Dauernde Rückenschmerzen. Ständiges Nachgrübeln darüber, wie ich meine Personen, die ich ja eigentlich liebe, in möglichst große Schwierigkeiten bringe, ihnen das Leben zur Hölle mache und sie dann wieder daraus befreien kann. Einfach immer. Und beim Selbstpublizieren, das viel Freiheit gibt, leider auch viel Kopfzerbrechen, wie es technisch funktioniert. Wir Autoren (und erst recht wir Hexen-Autorinnen) sind ja meist eher introvertiert – und das ist nicht gerade förderlich beim Marketing.

17. Wie stehst Du heute zu Deinen ersten Geschichten?

Wenn ich in meinen alten, niemals beendeten, Sachen herumblättere, staune ich oft selbst: Da gab es sooo viele interessante Anfänge und Ideen – auch wenn sie niemals eine Chance hatten, das Licht der Welt zu erblicken, weil ich mich damals einfach nicht mehr traute. Dann werde ich traurig, dass ich so ein Schisshase war und muss mich liebevoll daran erinnern, dass ein paar Jahrzehnte als magische Hexenärztin und Hypnotiseurin eine ziemlich gute Grundlage für viele spannende Bücher sein kann.

18. Was würdest Du jetzt gern an dieser Geschichte ändern?

Sie sind unabdingbar und gerne zickig. Die Figuren. Wir lieben und wir hassen sie und meistens kann sich der Leser gar nicht vorstellen, welches Leid wir manchmal mit ihnen erdulden mussten. Ohne sie geht es aber dennoch nicht. Erzähl uns gerne von ihnen!

19. Magst Du alle Deine Figuren?

Ich mag all meine Figuren. Ich hab sie richtig doll lieb. Sogar die nervigen. Über letztere zu schreiben, macht oft am meisten Spaß. Durch und durch böse Menschen gibt es bei ohnehin mir nicht. Selbst die allerbösesten und allerschwärzesten Bösewichte haben einen Platz in meinem Herzen und sind oft besonders cool, sexy oder zumindest gut nachvollziehbar. Vielleicht liegt das daran, dass ich Daoistin bin und weiß, dass es ohne tiefste Nacht keinen Tag geben kann.

20. Gibt es für die Figuren reale Vorbilder?

Viele meiner Hauptfiguren waren ursprünglich historische Personen. Dann entwickelten sie ein Eigenleben und wurden immer magischer und fantastischer, bis ich sie umbenennen musste, um die historischen Personen nicht zu verärgern.

21. Fällt es Dir leicht, schwierige Figuren zu schreiben? Ganz gleich, weshalb genau sie schwierig sind.

Manchmal erfinde ich Personen nur, um die Handlung voranzutreiben. Das geht meistens schief. Am Anfang erfand ich außerdem auch Leute für Dialoge, da Abalone selbst nämlich stumm ist. Diese Personen weigerten sich standhaft, lebendig zu werden. Das kam, weil sie von Anfang an gar nicht im Spiel sein wollten. Am Ende mussten wir uns leider voneinander verabschieden.

22. Wann genau ist eine Figur schwierig für Dich?

(s. 21)

23. Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

Ich wollte einmal, nur um es auch mal auszuprobieren, einen kitschigen Liebesroman schreiben, aber die männliche Hauptperson ging mir zunehmend auf die Nerven. Er war ein wandelndes Klischee. Zuletzt wurde der Herr so peinlich, dass einfach niemand sich jemals in ihn verliebt hätte. Ich habe daraus gelernt, dass „Liebe“ nur um der „Liebe“ willen, also LIEBE in großen Buchstaben und mit rosa Luftballons, bisher nicht mein Ding ist.

24. Welche ist der Liebling Deiner eigenen Figuren? Wo kommt sie vor und magst Du sie uns vorstellen?

In der Legende von Abalone gibt es eine Köchin, die „alte Mali, die niemals schläft“, die selbstgebrauten Schnaps säuft, schimpft und flucht und selbst in der schlimmsten Lage ihren trockenen Humor nicht verliert. Sie hat einen unsichtbare Krähe und macht die allerbesten süßen Dampfbrötchen. Sogar ihre Feinde wollen sie unbedingt als Köchin. Es könnte aber auch sein, dass sie ahnen, dass sich hinter Malis rauher Maskerade eine große Magierin verbirgt.
Aber vielleicht ist „Kleine Wolke“ noch beliebter, das Sklavenmädchen, mit den wippenden Zöpfen, die mit ihrem Lied die giftigsten Schlangen der Welt besänftigen kann. Viel lieber freilich würde sie Lesen und Schreiben lernen und die Fingernägel wachsen lassen wie eine richtig feine Dame. Das durften Sklavinnen damals natürlich nicht – was Kleine Wolke nicht so ohne weiteres hinnimmt.

25. Hier geben wir Dir Raum, selber noch etwas zu Deinen Charakteren zu erzählen.

Die Hauptfigur der Legende von Abalone heißt Abalone. Als junges Mädchen hat die Magierstochter aus Versehen die ganze Welt gerettet und in den Augen eines magischen Tigers die Liebe gesehen. Diese Geschichte erzähle ich in „Abalone und das Tigergesicht“. Ihr könnt den Kurzroman gratis auf meiner Website herunterladen.

Seit einem längst vergessen Unglücksfall hat Abalone die Stimme und damit ihre Magie verloren. Nun versteckt sie sich hinter hohen Mauern. Doch nicht zu wissen, wer sie ist, macht Abalone unsagbar traurig und einsam. Dann kommt jene verhängnisvolle Mondfinsternis und Abalone beschließt, trotz eindringlicher Warnungen, herauszufinden, wer sie ist. Hier beginnt die eigentliche Legende von Abalone.
Das erste Buch – „Abalone und die Schlangengöttin“ erzählt, wie die stumme und verschüchterte Abalone beginnt, sich zu erinnern, viele alte und neue Freunde in der Welt der Außenseiter und Magiere wiederfindet und zugleich erneut ins Visier ihrer alten Feinde gerät.

Und da sind wir auch schon fast durch. Jetzt bitten wir Dich darum, ein Projekt oder DAS Projekt vorzustellen. Dabei wollen wir Dir viel Raum lassen.

Viele Leserinnen spüren die magische Wirkung der Legende von Abalone, obwohl sie bisher nur das kostenlose Prequel oder den 1. Band „Abalone und die Schlangengöttin“ gelesen haben. Sie schreiben mir, dass Abalone ihre Träume verändert hat und sie inspiriert, ganz neue Wege zu gehen. (hihi) Zugleich wünschen sich viele, noch mehr über Abalones Welt, die Kommunikation mit Geistern und die Entfaltung der inneren Magie zu erfahren.
Während „Die Legende von Abalone“ wächst, spüre ich, dass sie Teil eines umfassenderen Projektes werden will, einer Art „Schule der Magie“. Für mich ist Magie nicht nur unterhaltsamer „Hokuspokus“. Sie wirkt. Viele versuchen heutzutage mit simplen Affirmationen und „Bestellungen beim Universum“ oder irgendwelchen Ritualen aus dem Internet auf ihre Welt einzuwirken. Wenn sie scheitern, verlieren sie den Glauben an Magie.
Über diese Schule der Magie denke ich schon seit Jahren nach. Bisher war die Zeit noch nicht reif. Magie ist ein spiritueller Weg, der von uns verlangt, dass wir die Dunkelheit, die wir in unserem tiefsten Inneren finden, mit unserem Licht vereinen. „Erkenne dich selbst“, heißt es in den Mysterienschulen.
Die Briefe meiner Leserinnen ermutigen mich, meine Erfahrungen mit Magie, innerer Alchemie und Transformation mit der Welt zu teilen. Wenn es soweit ist, wird es auf meiner Homepage stehen – wer das nicht verpassen will, kann meine „Abalone-Briefe“ abonnieren und erfährt dann als erste/r vonder Schule.

26. Extra eine gemeinere Frage: Weshalb sollten Leser auf jeden Fall Dein Buch kaufen?

Wenn mich jemand so fragte, würde ich antworten: „Sind dir Zauberstabgefuchtel und blutige Magierkriege wirklich genug? Spürst du eine tiefe Sehnsucht nach einer anderen Welt, der Traumzeit, in der die wirkliche Magie, die wir alle in uns spüren, wieder zur Realität wird? Wünschst Du dir eine Welt, in der fremdartige und eigenartige Menschen, Tiermenschen, Kinder und Alte sich gegenseitig respektieren und vergnügt miteinander leben können?
Ich erzähle dir die Geschichte von Abalone, die einst ihr goldenes Gefängnis in der patriarchalen Welt des alten China verließ, um mit ihren GefährtInnen eine vollkommen neue und andere Welt zu finden.“

27. Was sollen sich Leute am Ende Deiner Geschichte denken?

Am liebsten wäre es mir, wenn die Leute am Ende der Geschichte für eine Weile das Denken sein lassen. Viele Leserinnen schreiben mir, dass sie nach dem Lesen einen Energieschub erlebt haben, eine Art magisches High, in dem sie sich inspiriert gefühlt haben, alte Projekte wieder in Angriff zu nehmen, zu malen oder Musik zu machen. Ich habe am eigenen Leibe erfahren, wie sehr es schmerzt, wenn wir uns entmutigen lassen und unsereTräume aufgeben. Deshalb freue ich mich, wenn Menschen durch meine Bücher inspiriert werden, auf ihr Herz zu hören und den ersten Schritt in ihr wahres Leben zu machen.

28. Was auch immer die Beweggründe dafür waren, wieso Du dieses Interview gemacht hast, bestimmt war da auch die Hoffnung, Werbung für Dich machen zu können, ganz gleich, ob du Deinen Lesestoff kostenfrei anbietest oder nicht. Diesen Raum wollen wir Dir hier gerne geben. Berichte uns über Dein Projekt oder die Projekte. Sag noch ein paar abschließende Worte. In welchem Format gibt es Dich zu lesen? Und zu welchem Preis? Hau in die Tasten!

Seit 2020 erscheinen nach und nach die fünf Bände der historischen Fantasyserie „Die Legende von Abalone“. Die stumme Magierin Abalone hat sich dreizehn Jahre lang hinter hohenMauern versteckt. Als sie sich endlich hinauswagt, setzen die Mächte der Dunkelheit sich erneut auf ihre Spur. Sie muss herausfinden, was damals geschehen ist oder sie wird alles verlieren, was sie liebt.

Band 1: „Abalone und die Schlangengöttin“ ist am 1. Mai 2020 bei Amazon und Tolino erschienen. Es kostet zur Zeit 6,99.
Ein Papierbuch erscheint im Sommer.

Band 2 „Abalone und die Spinnenprinzessin“ wird gerade editiert.

Gratislektüre gibt es natürlich auch: das Prequel „Abalone und das Tigergesicht“ über Abalone als junges Mädchen:
China im Jahr 310. Das Mädchen Abalone lebt in vollkommener Harmonie mit ihrem inneren Wissen. Verschlossene Türen öffnen sich von selbst. Weder missgelaunte Drachen noch zärtliche Tiger können sie davon abhalten, ihre Bestimmung zu erfüllen: Die größte Magierin aller Zeiten zu werden.

Dann beschließt ihr Vater, sie zu verheiraten. Damit beginnt der Ärger – und eine ungewöhnliche Liebe.

Ihr bekommt „Abalone und das Tigergesicht“ gratis auf meiner Webseite http://www.christineli.de !

Eine Taschenbuchausgabe gibt es für 9,99 bei Amazon. Das Buch ist mein persönlicher Geschenktipp zur für junge Mädchen: In „Abalone und das Tigergesicht“ begegnet ihr einer jungen Magierin, deren magische Kräfte mit der ersten Menstruation so richtig in Fahrt kommen.

(Copyright: Christine Li)

Wenn ihr eines meiner Bücher besprechen will, schicke iches euch gratis.
Vor allem wenn im Herbst Band 2 „Abalone und die Spinnenprinzessin“ erscheint, freue ich mich wieder über ganz viele TestleserInnen.
Schreibt mir an christine@christineli.de !

Für alle Fans des Bambusblattes habe ich außerdem noch ein Geschenk: Weil wir immer noch viel mehr zuhause sitzen als sonst und vielleicht ab und zu Angst vor der Zukunft haben (brauchen wir aber nicht!!!), habe ich eine kostenlose und erweiterte „Sonderedition für Freunde“ meines beliebten Trostbuches erstellt:
„Zwerglein und Apfelbaum“ ist ein Geschenk der Naturwesen zum Glücklich-machen trauriger und einsamer Seelen. Ich bekomme viel Post, von Menschen, die sich bedanken, weil das tapfere kleine Zwerglein und seine süßen Freunde Eichhörnchen, Pferd und Eule ihnen durch eine schwere Zeit geholfen haben. Trotz der Intrigen von Spinne und dem Gemaule von Frosch.

Ihr bekommt euer kostenloses „Zwerglein und Apfelbaum“ hier:
https://landing.mailerlite.com/webforms/landing/s6p6b0

Als letztes wollte ich den Schöpferinnen von „Das Bambusblatt“ und ihrem kleinen Keith von Herzen alles Liebe und viel Erfolg bei all ihren Aktionen wünschen. Danke, dass ihr uns Schreibenden die Möglichkeit gebt, neugierigen Leseratten von unseren Büchern zu erzählen!


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