Rezension: Die goldenen Wölfe (Roshani Chokshi)

Roshani Chokshi - Die goldenen Wölfe
(Copyright Cover: Arctis Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

„Die goldenen Wölfe“ von Roshani Chokshi erschien am 23. August 2019 als Hardcover im Arctis Verlag, einem Imprint der Atrium Verlag AG, und bildet den Auftakt zu einer Trilogie rund um den wohlhabenden Hotelier und Kunstexperten Séverin Montagnet-Alarie.

Paris im Jahr 1889 zur Zeit der Exposition Universelle – der Weltausstellung. Séverin gehört zu einem der vier Häuser – Familien, die mit mächtigen Gaben bedacht sind und im Auftrag des Ordens von Babel stehen. Sie sollen die Fragmente des Turms zu Babel schützen, die überall auf der Welt zerstreut sind. Denn würde man diese zusammenbringen, würde man unvorstellbare Macht erlangen.
Séverin wurde damals jedoch um sein rechtmäßiges Erbe gebracht und als er einem magischen Artefakt auf die Spur kommt, das helfen kann, eben jene Babel-Fragmente aufzuspüren, sieht er seine Chance. Wenn er es findet, so das Versprechen der Häuser, wird ihm sein Erbe anerkannt.
Séverin schart also seine Freunde um sich, die passenderweise alle auf irgendeinem Gebiet Experten sind, und macht sich auf die Suche nach dem Horus-Auge. Dass allerdings noch eine Partei ihre Finger mit im Spiel hat, finden sie erst zu spät heraus.

„Die goldenen Wölfe“ wurde mir von unserer befreundeten Buchhändlerin empfohlen und dementsprechend viel habe ich von diesem Buch erwartet. Vielleicht ein bisschen zu viel. An hohe Erwartungen können die meisten Geschichten nicht heranreichen, dennoch muss ich vorneweg sagen: „Die goldenen Wölfe“ hat mir trotzdem Spaß gemacht und ich habe es gerne gelesen.
Der Schreibstil ist eher flapsig und locker, bringt in die ansonsten recht düstere Geschichte damit aber viel Witz.
Anfangs fand ich das Buch sehr verwirrend geschrieben, was sicher zum einen an den Formulierungen lag, zum anderen aber auch daran, dass man direkt in die Story hineingeworfen wird. Eigentlich immer etwas Gutes, wenn man es nicht mit Magie und einem selbst unbekannten Technologien zu tun hat.
Nach einer Weile legt sich dieses Problem jedoch und dann lässt sich das Buch gut runterlesen. Die zweite Hälfte wird sogar ziemlich spannend und birgt hier und da doch einmal eine unerwartete Wendung.
Das größte Manko an diesem Buch sind meiner Meinung nach die zu flachen Charaktere. Sie besitzen alle absolut interessante Grundzüge, sind größtenteils witzig und auch sympathisch und während es natürlich normal ist, dass man die einen lieber mag als die anderen, konnte ich aber mit allen nicht so richtig warm werden. An ihnen hat die Tiefe gefehlt, um Glaubwürdigkeit und Sympathie aufzubauen. Den Facettenreichtum eines Charakters, der andere Geschichten so herausragend macht, habe ich hier leider vermisst. Dabei mochte ich vor allem Tristan wirklich gerne.
Mich nur über dieses Buch beschweren kann ich bei Weitem aber auch nicht, denn wie gesagt, es hat mir ja Spaß bereitet.
Die Weltausstellung 1889 ist ein sehr interessanter Zeitpunkt, um die Geschichte anzusiedeln, wie ich finde, und die Ausstellung gliedert sich wunderbar in die Handlung mit ein.
Und das Cover ist mit seinen Grün- und Goldtönen einfach ein Traum, der perfekt zu eben dieser Ausstellung passt. Es vermittelt den Eindruck eines Märchens und mit all der Magie und dem Erfindungsreichtum der Charaktere mutet das sehr passend an.
Aufgefallen ist mir dieses Buch vor allem deshalb. Und da es trotz Hardcovers einen komplett flachen Buchrücken besitzt, wodurch es auch im heimischen Bücherregal auf jeden Fall ein schicker Blickfänger ist.

Mein Fazit

„Die goldenen Wölfe“ von Roshani Chokshi konnte meine zu hohen Erwartungen leider nicht erreichen, hat mir aber dennoch Spaß beim Lesen bereitet und ist einfach schön anzusehen. Für mich leider zu flach und flapsig geschrieben, kann das aber auch ein Pluspunkt sein, wenn man eben genau das erwartet. Hinter diesem Buch steckte eine interessante und ausgefeilte Geschichte, auf deren Fortsetzung man auch nach der Lektüre noch gespannt sein kann.
Meine Mitbewohnerin konnten die kurzen Szenen, die ich ihr zwischendurch vorgelesen habe, auf jeden Fall locken und auch ich freue mich trotz der Schwächen auf den zweiten Teil.

Geschrieben von Roberta

Linksektion

„Die goldenen Wölfe“ bei Thalia*

1 Kommentar zu „Rezension: Die goldenen Wölfe (Roshani Chokshi)“

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