Autoreninterview Michael Kraft

Danke, dass Du Dich bereit erklärt hast, ein kleines Interview mit uns zu machen! Wir freuen uns sehr auf Deine Antworten und sind gespannt, wie andere Autoren diesen Fragebogen ausfüllen werden.
Nochmal kurz etwas zum Bambusblatt: Wir sind ein Team aus zwei Autoren und einem verfressenen Panda. Wir arbeiten hart daran, dass es von uns kostenlose Geschichten geben wird. Außerdem gibt es den Blog, auf dem wir Rezensionen schreiben und eben auch die Interviews posten werden. Zudem toben wir uns auch im Thema Merch aus – so kann man Armbänder über unseren Etsyshop KeithLeBambou erwerben. Über Spreadshirt gibt es bereits das Motiv von einem Halloweenpanda Keith auf verschiedene Objekte gedruckt.
Natürlich steht es Dir frei, Fragen auszulassen. Das hier ist Dein persönlicher Bogen. Über lange Antworten freuen wir uns besonders, aber manchmal gibt es auch nicht so viel zu erzählen. Lies Dir am besten erst einmal den gesamten Bogen durch.
Viel Spaß!

Zunächst ein paar persönliche Fragen. Hier geben wir Dir Raum, Dich vorzustellen. Zum Beispiel Deinen (Autoren)Namen zu nennen, Deine bereits erschienenen oder bald erscheinenden Werke aufzulisten, etwas über Dein Alter oder Deine Social–Media Kanäle zu sagen:

Mein Name ist Michael Kraft, ich bin 46 Jahre alt und habe ursprünglich nur unter dem Pseudonym Joe Fauntleroy meine Thriller geschrieben. Besondere Umstände haben aber dazu geführt, dass ich 2017 ein Sachbuch über Fakenews und andere Phänomene verfasst habe. Und da ich die Fakten im Titel des Buches verankert habe, wollte ich nicht mit einem “falschen” Namen auftreten — wobei ein Pseudonym (zumindest für mich) weit mehr ist als nur ein falscher Name. Hauptsächlich verfasse ich jedoch Thriller. Joe Fauntleroy ist einfach fleißiger als ich – er hat es auf aktuell vier Bücher sowie einen Sammelband gebracht, das fünfte ist derzeit in der Endfertigung. Begonnen hat es 2014 mit dem ersten Band “Die Rubikon-Kartuschen”, dem zwei weitere Bände folgten (“Kammlers Vermächtnis” und “Sinai antwortet nicht”). Dazu kam besagter Sammelband (Die Rubikon-Trilogie) sowie eine neue Reihe, die auf der Trilogie basiert und fünf Jahre später einsetzt. Die Reihe heißt “Task Force Rubikon”, der erste Band “Lilys Entscheidung” ist bereits erhältlich, der zweite momentan in Arbeit. Ich habe es übrigens so konzipiert, dass man die neue Reihe problemlos ohne Kenntnis der originalen Trilogie lesen kann — damit neuen Lesern der Einstieg leichter fällt. Es ist nicht ganz einfach, ein Genre zu benennen – Thriller sind es, weil sie Spannung aufbauen, Scifi sind sie wegen der Bezüge zu Alientechnologie und auch Krimielemente finden sich darin. Ein Leser hat es mal als “gekonnte Mischung aus Akte-X und Tom Clancy in einem deutschen Setting” bezeichnet — mit der Beschreibung kann ich leben.
Das Sachbuch, das ich unter meinem richtigen Namen Michael Kraft veröffentlicht habe, heißt “Back to the Fact”, was auch vom Covermotiv her eine Hommage an die 80er (und den berühmten Film mit Michael J. Fox) darstellt. Es geht in erster Linie der Frage nach, ob dieses gefühlte “früher war alles besser” wirklich stimmt oder nicht, und nimmt die Leser auf eine kleine Zeitreise quer durch die letzten 40 Jahre mit. Dazu berichte ich aus der (zugegebenermaßen sehr subjektiven) Perspektive meiner eigenen Kindheit und ziehe Parallelen zu aktuellen Entwicklungen, um Vergleiche anzustellen. Darüber hinaus enthält es drei sehr interessante (so habe ich mir sagen lassen) Interviews mit äußerst kompetenten Damen, die mir freundlicherweise Rede und Antwort zu drei der wichtigen Themenbereiche standen, darunter die Journalistinnen Christiane Link und Eva-Maria Lemke. Christiane ist DIE Expertin für alle Fragen zum Brexit, da sie selbst in London lebt und arbeitet und sehr interessante Einsichten gibt. Bemerkenswert ist, dass nahezu alle ihre Prognosen von damals inzwischen eingetroffen sind und ihre Einschätzungen nach wie vor hochaktuell sind. Eva-Maria Lemke kannte man damals als Moderatorin der ZDF-Spätnachrichtensendung heuteplus (deren interaktives Element im Buch ebenfalls eine Rolle spielt). Mittlerweile arbeitet sie für den RBB in Berlin und moderiert dort das Flaggschiff Abendschau sowie im Ersten das Politmagazin “Kontraste” und die Talkshow “Hier spricht Berlin” (zusammen mit Jessy Wellmer). Mit Eva sprach ich vor allem über das Fakenews-Phänomen, das an Aktualität eher noch gewonnen hat. Außerdem geht es in dem Interview auch um ihre Erfahrungen mit Hate Speech und Shitstorms im Internet und wie man als normaler User digitale Zivilcourage in Diskussionen zeigen kann — die bekanntlich immer wichtiger wird. Das dritte Interview befasst sich mit der Frage, wie es zum Aufstieg von Trump kommen konnte und wie es sich mit dem amerikanischen Gesundheitssystem verhält. Bekanntlich war Obamacare eines der Themen, mit denen Trump beim Wähler punkten konnte. In Deutschland herrscht die Meinung vor, dass die Gesundheitsversorgung in den USA einfach nur schlecht ist, was so aber für viele Bürger gar nicht so pauschal stimmt, da das System insgesamt viel zu komplex ist, als es wie in Deutschland in zwei Kategorien (“privat oder Kasse”) einzuteilen. Das hat aus unserer Perspektive viele Nachteile, aber es gibt durchaus auch Dinge, die dort besser organisiert sind als hier. Hierzu sprach ich mit einer Expertin namens Donna Mayne, die lange im US-Gesundheitssystem beruflich tätig war und nicht zuletzt auch als typische Mittelschicht-Patientin ihre Erfahrungen gemacht hat. Das Buch spricht insgesamt natürlich auch die Retro-Nostalgiker an, denn ein Buch, das zum Großteil über die 80er berichtet, kommt an der Pop-Kultur nicht vorbei. Ich bin allerdings keiner Angehöriger dieser Jubelfraktion, die grundsätzlich alles besser findet, was damals so passierte. Ausgenommen die Musik, versteht sich. 😉

Erzähl gern etwas über Dich. Bist Du verheiratet, hast Du Kinder? Was auch immer Du erzählen willst und vielleicht auch, wie sich das in Deinen Autorenalltag mit eingliedert. Zum Beispiel wie Dein Ehepartner Dich beim Schreiben unterstützt.

Nein, nicht verheiratet und, soweit mir bekannt, auch keine Kinder (“Mann” weiß ja nie, ob eine Frau da mal irgendwann was verheimlicht hat… hihi) . Ansonsten möchte ich zu meinem Privatleben lieber nicht so viel sagen — es könnte sonst Mecker von der Chefin geben. Meinen Autorenalltag integriere ich so gut wie möglich in mein restliches Leben, wobei ich als hauptberuflicher Texter da weniger Schwierigkeiten haben dürfte als jemand, der im Dayjob acht Stunden an einer Maschine arbeitet. Mein Umfeld hat lange nicht gewusst, dass ich überhaupt Bücher schreibe, nicht zuletzt wegen des Pseudonyms. Das hat sich natürlich mit dem Sachbuch geändert. Ich habe das Glück, sehr fähige und meinungsstarke Menschen in meiner Nähe zu haben, die mir ehrliches und sehr nützliches Feedback zu meinen Schriften im Frühstadium geben. Das ist natürlich wichtig – denn so schön Lob ist, hilft es einem Autor ja nichts, wenn die Familie und der Freundeskreis alles toll finden und es in Wirklichkeit richtig schlecht ist. Das kennen wir zur Genüge von den zahllosen gescheiterten DSDS-Kandidaten mit schrägem Gesang. Man tut niemandem einen Gefallen, wenn man ihn über den Klee lobt, das aber objektiv schlicht nicht den Tatsachen entspricht. Natürlich ist manches auch Geschmackssache, aber ein schiefer Ton bleibt ein schiefer Ton, um bei dem Bild zu bleiben.

Welche Bücher sind die, die Du am liebsten selber liest?

Ich bin ein ausgesprochener Viel- und Querleser. Ich habe eine kleine Bibliothek (also im Prinzip ein Zimmer mit einem großen Bücherregal), in der sich insgesamt einige tausend Bücher angesammelt haben. Die meisten hab ich auch wirklich gelesen. So gern ich gedruckte Bücher mag, finde ich aber meinen Kindle inzwischen unverzichtbar, weil es damit wesentlich einfacher ist, viele Bücher überallhin mitzunehmen. Außerdem finde ich nicht, dass man jedes Buch, das man vielleicht sowieso nur einmal im Leben ernsthaft in die Hand nimmt, ressourcenverschwendend auf Papier gedruckt werden muss. Ich lese also eine Menge Bücher aus unterschiedlichen Genres. Manchmal lass ich mich von anderen inspirieren, die mir ein Buch empfehlen, manchmal stöbere ich auch einfach mal in den Rubriken (auch ein Vorteil des E-Books) und lese spontan etwas. Obwohl ich nicht auf bestimmte Genres festgenagelt bin, lese ich in erster Linie gerne spannende Bücher. Thriller und alles, was ungewöhnliche und neue Ideen verarbeitet — also weniger den 27. Lokalkrimi aus Buxtehude. Natürlich auch klassische und zeitgenössische SciFi und überhaupt gerne mal einen Klassiker. Ich greife sehr gerne ältere Bücher aus meinem Regal auf, die ich vielleicht vor vielen Jahren schon mal gelesen habe — ich finde es spannend, ein gutes Buch mehrmals zu lesen, weil man in der Regel immer wieder neue Aspekte findet, die einen faszinieren können.

Wen liest Du am liebsten? War er Deine Inspiration?

Schwierige Frage, weil ich bei der großen Zahl an Büchern eine Reihe von Autoren habe, die ich gerne lese. Als Kind habe ich — wie viele andere auch — Astrid Lindgren gemocht. Ich glaube, Ronja Räubertochter war das erste Buch von ihr, das ich wirklich selbst gelesen habe. Ihre Art und Weise, für Kinder zu schreiben, ohne sie von oben herab zu behandeln, hat mich immer beeindruckt, denn das ist eine hohe Kunst, die längst nicht jeder beherrscht, der Kinderbücher produziert. Ich könnte das zum Beispiel nicht. Dennoch bin ich durch Lindgren-Bücher durchaus inspiriert worden, weil sie der Fantasie keine Grenzen gesetzt hat. Leser meiner Thriller ziehen oft den Vergleich zwischen mir und Tom Clancy oder auch Dan Brown, was mich natürlich ehrt, wenngleich ich mir nicht sicher bin, ob der Vergleich wirklich passt. Aber tatsächlich habe ich insbesondere alle frühen Clancy-Bücher immer wieder gerne gelesen, die Werke seiner letzten zehn bis fünfzehn Jahre dann allerdings weniger, weil ich sie nicht mehr so gut fand. Seine Erzählweise und der Aufbau von Spannungsbögen hat mich sicherlich auch in gewisser Weise beeinflusst, ebenso wie Dan Brown seine Mystery-Stories gekonnt aufzieht, um dann am Ende alles im furiosen Finale aufzulösen. Ich versuche nach Möglichkeit, keinen Stil zu kopieren, aber es wäre Unfug zu behaupten, dass man als Autor nicht von anderen Autoren beeinflusst wird, so wie Maler sich auch meist an bestimmten Vorbildern orientieren. Die schöpferische Inspiration für meine Geschichten ist aber definitiv eher das Filmgenere. Wer meine Bücher liest, stellt fest, dass sie relativ viel Dialog enthalten und die Szenenwechsel, ähnlich wie bei einem rasanten Actionfilm, zahlreich und nach Möglichkeit am spannendsten Punkt erfolgen. Da ich früher eine Zeitlang bei Filmproduktionen als Aushilfe tätig war, hat mich die Produktionsweise sicher sehr beeinflusst. Die größte Inspiration ist jedoch mit Sicherheit Star Wars von George Lucas. Den Film habe ich mit vier Jahren das erste Mal gesehen und war seither davon gefesselt. Obwohl meine Geschichten auch Scifi-Elemente enthalten, haben sie mit diesem Vorbild jedoch nichts direkt zu tun — ich halte nichts davon, dieselbe Story immer wieder neu zu erfinden. Aber Star Wars war der Zündfunke, der in mir die Leidenschaft geweckt hat, meiner Fantasie Ausdruck zu verleihen. Dazu kommen viele andere Bücher und Filme, denen ich in Form von kleinen Easter Eggs in meinen Geschichten gerne Tribut zolle. Wer aufmerksam liest, dem fallen sicher ein paar mehr oder weniger geistreiche Sprüche oder andere Bezüge auf, denen meine Figuren ausgesetzt sind. Ich mag es einfach, wenn man als Zuschauer (oder eben auch als Leser) Referenzen und Hommagen an große Werke des Genres wiedererkennt.

Welches Projekt (nicht Buch) würdest Du gern umsetzen?

Da meine Thriller ganz gut für das berühmte Kopfkino geeignet sind, wäre eine Verfilmung natürlich ein Projekt, das ich gerne realisieren würde. Allerdings müsste die dann recht dicht an der Vorlage bleiben — nichts finde ich schlimmer als eine Verfilmung, in der man das Buch kaum wiedererkennt. Insofern wäre ich ein sehr unbequemer Autor, der seine Rechte diesbezüglich nicht einfach abgeben möchte. Das macht es nahezu unmöglich, jemanden zu finden, der dazu bereit wäre. Wesentlich realistischer wäre da schon der Wunsch, Hörbuchversionen zu gestalten und zu produzieren. Das ist aber vor allem ein Zeitproblem. Ich weiß, Ihr wolltet etwas anderes hören als Bücher — aber andere Projekte stehen derzeit nicht auf meiner Agenda.

Wenn alles möglich wäre, was wäre Dein erster Wunsch?

Den kann ich unmöglich öffentlich darlegen, da es ein sehr privater Wunsch wäre, der auch andere Menschen betrifft. Davon abgesehen wäre es natürlich schön, wenn einige Grundprobleme der Welt gelöst werden könnten. Tatsächlich glaube ich, dass dazu nicht einmal Wünsche notwendig sind, sondern nur gemeinsames Handeln. Auch das ist ein Punkt, den ich in meinen Geschichten immer wieder aufgreife. So wichtig das Engagement einzelner Personen ist und im Extremfall auch entscheidend sein kann, so unverzichtbar ist konstruktive Zusammenarbeit in allen Lebensbereichen.

Was ist die beste Geschichte, die Du nie (fertig) geschrieben hast?

Es gibt da ein paar Anekdoten, die wirklich passiert sind, aber sich so unwahrscheinlich anhören, dass sie keiner glauben würde. Insofern würde ich das nie in der tatsächlichen Form niederschreiben. Ich kann auch leider nicht ins Detail gehen, weil sich einige Menschen wiedererkennen könnten, denen das unangenehm wäre. Wer weiß, vielleicht irgendwann einmal.
Davon abgesehen hätte ich vermutlich meinen ersten Thriller, den ich 2014 geschrieben habe, fast nicht veröffentlicht, weil aktuelle Ereignisse immer wieder meinen Plot durcheinander gebracht haben. Man muss dazu sagen, dass Teile der Geschichte und einige der agierenden Charaktere schon seit meiner Schulzeit in meinem Kopf herumspuken. Dinge, die damals innovativ erschienen und als Story völlig überzeichnet waren, sind (leider) später zur (manchmal grausamen) Wirklichkeit geworden. Meistens waren es politische und historische Ereignisse, die meine Geschichte ausgebremst haben. Selbst in der heutigen Version ist mir die Realität wieder dazwischen gekommen, da die Ukraine einer der Schauplätze in meiner Geschichte ist und die Ereignisse im Veröffentlichungsjahr einige Änderungen in meinem Buch erforderten, damit es nicht so aussieht, als hätte ich einfach von der Wirklichkeit “abgeschrieben”.

Was möchtest Du als Autor noch erreichen?

Vielen Autoren gilt ein Verlagsvertrag als heiliger Gral. Ich sehe das etwas anders. Natürlich wäre es schön, wenn ein großer Verlag mit einem tollen Angebot anfragen würde, aber ich bin als Selfpublisher mittlerweile recht zufrieden. Ich kann vom reinen Bücherschreiben zwar (noch) nicht leben, aber dafür, dass ich als völlig unbekannter Autor ohne nennenswertes Marketingbudget in einen stark umkämpften Markt gestartet bin, ist die Zahl der verkauften Bücher durchaus in Ordnung. Ich hätte natürlich nichts gegen einen klassischen Durchbruch inklusive nachhaltige Top-Platzierung als Bestseller, aber das ist nicht meine eigentliche Triebfeder. Vielmehr ist es mir wichtig, dass Menschen meine Bücher gerne lesen und mir ehrliches und konstruktives Feedback dazu geben. Nur so kann man sich als Autor wirklich verbessern. Die bereits erwähnte Verfilmung meiner Trilogie wäre eine schöne Sache, aber das ist wirklich unwahrscheinlich. Während ich mit meiner Thriller-Leserschaft sehr zufrieden bin, würde ich mir für mein Sachbuch etwas mehr Aufmerksamkeit wünschen. Nicht, weil es so unglaublich toll ist, dass es jeder gelesen haben müsste. Vielmehr möchte ich erreichen, dass die Leser über das nachdenken, was ich dort sage — was nicht notwendigerweise gleichbedeutend mit Zustimmung ist. Es ist aber wichtig, dass wir in der heutigen Zeit aufhören, die Vergangenheit übermäßig zu glorifizieren und uns nach angeblich besseren Zeiten zu sehnen, während wir genau in der Gegenwart leben, für die wir damals die Weichen gestellt haben. Wenn es uns heute also nicht gefällt, liegt es vor allem daran, dass wir in der “guten alten Zeit” offenbar doch nicht alles richtig gemacht haben. Insbesondere der Niedergang einer faktenbasierten Welt macht mir Sorgen. Egal, welcher politischen oder sonstigen Meinung jemand ist: Unabhängige und faktenorientierte Berichterstattung in den Medien ist nicht nur wichtig, sondern unverzichtbar für eine funktionierende Demokratie. Ich muss nicht jede Meinung teilen und ganz gewiss nicht alles toll finden, was aus der Feder oder dem Mund von Journalistinnen und Journalisten kommt. Aber unter dem Strich kann ich mir nur dann ein vernünftiges Urteil über einen Sachverhalt bilden, wenn ich möglichst viele Fakten dazu kenne. Darauf verzichten viele Menschen heute leider zugunsten populistischer Einfach-Lösungen, die gar keine sind, aber dem eigenen Weltbild entgegenkommen. Insofern würde es mich einfach als Autor freuen, wenn ich mit “Back to the Fact” dazu beitragen könnte, dass mehr Menschen mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen und nicht einfach Parolen nachbeten, deren Hintergründe sie nicht hinterfragen.

Zwar stehen oben auch schon Fragen zu Dir als Autor direkt, aber gehen wir da jetzt mal ein wenig mehr drauf ein!

Welche Fehler beim Schreiben sind Dir über Dich selbst bekannt und welche ärgern Dich am meisten? Wie versuchst Du, sie loszuwerden, oder akzeptierst Du sie einfach?

Ich habe ein Problem damit, mich kurz zu fassen, um komplexe Sachverhalte darzustellen. Ich weiß nicht, ob das unbedingt ein Fehler ist, denn gerade bei Thrillern mögen die meisten Leser eine hohe Seitenzahl… aber wie man schon an diesem Interview merkt, fallen meine Antworten und Aussagen häufig recht ausschweifend aus — das mag nicht jeder. Insofern hasse ich auch das Verfassen von Exposés. Wenn ich einen Thriller mit 700 Seiten auf 3 Seiten zusammenfassen könnte, würde ich ihn gar nicht schreiben müssen. Wirkliche Fehler beim Schreiben sind Wortwiederholungen oder bestimmte Formulierungen, die ich gerne (und damit zu oft) verwende. Das nervt mich selbst und ich achte darauf, dass solche Formulierungen sich im Endprodukt nicht zu sehr häufen. Alles, was mir da durchrutscht, ärgert mich natürlich. Über die Jahre entwickelt und verbessert man als Autor aber auch seinen eigenen Stil — es wäre schlimm, wenn das anders wäre. Insofern ist mein erstes Buch sicherlich nicht mein bestes gewesen. Das finde ich aber auch normal. Menschen, die beim ersten Versuch ihren besten abliefern, gehen bestenfalls als One-Hit-Wonder in die Geschichte ein, denn wie könnte man sich da noch steigern? Für mich hat es sich bewährt, durch das Lesen vieler Bücher den Stil vieler verschiedener Autoren zu erfassen und zu vergleichen. Dinge, die mir selbst als Leser gefallen, versuche ich, in meinen eigenen Stil zu übernehmen (ohne irgendjemanden dabei plump zu kopieren); Dinge, die mich selbst nerven, versuche ich als Autor zu vermeiden. Da ich das gesamte Leben als Lernprozess begreife, gilt das letztlich auch für die Arbeit als Autor — und insofern akzeptiere ich meine Schwächen, versuche sie jedoch zu umgehen oder nach Möglichkeit abzustellen. Wirklich ärgern können mich plumpe Grammatik- und Rechtschreibfehler, weil ich weiß, dass ich es eigentlich besser kann. In meinem Dayjob muss ich als Texter immer 100% abliefern, selbst Tippfehler sind inakzeptabel. Umso schlimmer, wenn ich in meinen eigenen Büchern nach Fertigstellung noch welche finde. Ich weiß natürlich, dass selbst ein perfekt lektoriertes Verlagsbuch nicht 100% fehlerfrei ist (jedenfalls ist mir noch kein Buch untergekommen, in dem ich keinen Fehler entdeckt hätte), aber das ist kein Grund, Fehler im eigenen Buch zu tolerieren. Nun ist es für Selfpublisher immer schwierig, ein ordentliches Lektorat zu finanzieren, denn das wird richtig teuer, wenn man vernünftige Qualität haben möchte. Zudem finde ich es immer wieder bestürzend, welche offenkundig schlechten Ergebnisse manche Lektoren abliefern. Nun bin ich als professioneller Texter in der glücklichen Lage, meine Texte größtenteils selbst lektorieren zu können, aber bei eigenen Werken wird man nun einmal betriebsblind. Wer kennt nicht das Problem, dass man einen einfachen Geschäftsbrief am Rechner zehnmal auf Fehler kontrolliert hat und prompt nach dem Ausdrucken einen Tippfehler findet? Bei einem Buch ist das im Prinzip genauso. Funfact am Rande: Ausgerechnet in “Back to the Fact” haben sich einige sehr dämliche Fehler eingeschlichen. Das liegt allerdings zum Großteil daran, dass der Dienstleister für die Printausgabe eine nicht freigegebene Version für den Druck verwendet hat, wo beispielsweise fehlerhafte automatische Worttrennungen auftauchen. Das hätte nicht passieren dürfen und ist nach Aussage des Kundensupports technisch auch eigentlich gar nicht möglich, weil besagte Datei nun mal nicht freigegeben war, aber es ist nachweislich passiert. Lustig ist, dass selbst heute immer noch neue Bücher ausgeliefert werden, die diese nicht freigegebene Druckdatei enthalten. Beim E-Book sieht das anders aus und natürlich habe ich die richtige Druckdatei auch umgehend für den Print freigegeben, so dass das heute eigentlich nicht mehr vorkommen dürfte. Seltsam ist es obendrein, weil ich nur on-demand produzieren lasse und somit keine fehlerhaften Bücher “auf Halde” produziert wurden. Aber offenbar haben einige Onlinehändler tatsächlich auf Vorrat bestellt, damit sie ihre Kunden per 24-Stunden-Service bedienen können, das kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Jedenfalls geistert diese Version immer noch herum. Fehldruck-Erstausgaben können irgendwann natürlich mal wertvoll werden – insofern nehme ich das mit Humor. Aber es nervt, wenn man selbst einen anderen Anspruch an Professionalität hat. Es nützt auch nichts, mich immer wieder beim Dienstleister zu beschweren oder denselben zu wechseln — denn was im Umlauf ist, ist im Umlauf. Es ist aber nun auch nicht so gravierend, dass es jedem gleich auffällt, denn die Beschwerden darüber halten sich (zumindest bei mir) in Grenzen. Es ärgert mich persönlich aber trotzdem speziell deswegen, weil ich bei den Interviews echte Vollprofis am Start habe und die für ihre Unterstützung etwas Besseres verdient haben als einen Fehldruck. Wäre das bei einem meiner Romane passiert, würde es mich daher vermutlich weniger umtreiben. Mittlerweile habe ich für neue Bücher den Dienstleister gewechselt und wende natürlich umso mehr Zeit und Arbeit für Korrektorat und Lektorat auf, inklusive Feedback von versierten Beta-Testern. Die Lektion habe ich also gelernt.

Für uns andere Autoren auch interessant: Wie läuft Dein Schreibprozess bei Dir ab? Von der Idee bis zur Korrektur?

Bei mir entsteht die gesamte Geschichte zunächst im Kopf. Klar, wo auch sonst? Aber ich plotte nicht schriftlich, schreibe keine zig Entwürfe oder benötige irgendwelche Spezialsoftware. Nicht falsch verstehen: Wenn Autoren mit solchen Hilfsmitteln oder Strategien zum Plotten besser zurecht kommen, ist das toll. Ich wehre mich nur gegen diese in manchen Gruppen und Foren vorherrschende Meinung, man könne ohne bestimmte Schreibprogramme oder Plot-Verfahrensweisen gar kein Buch schreiben. Das konnten Generationen von Autoren und Schriftstellern schließlich sehr gut. Ich plotte also sozusagen nur in meinem Hirn. Da ich eine Art teileidetisches Gedächtnis habe, muss ich mir nichts aufschreiben. Ich feile an den jeweiligen Szenen und Dialogen in meinem Kopf so lange herum, bis ich logische Fehler eliminiert habe und mit dem Erzählstrang einverstanden bin. Dann schreibe ich die Kapitel in einem Zug herunter. Aus Zeitgründen kann ich immer nur an einzelnen Kapiteln arbeiten. Natürlich braucht das auch seine Zeit — das Plotten im Kopf muss schließlich auch erst einmal wachsen. Ist das jedoch geschehen, brauche ich für die eigentliche Niederschrift nicht sehr lange, da ich ein recht schneller Schreiber bin (ich bin seit dem sechsten Lebensjahr mit Schreibmaschinentastaturen vertraut und erreiche eine sehr hohe Zahl von Anschlägen pro Minute). Dann habe ich natürlich auch erstmal nur einen Entwurf und noch nicht die fertige Version. Mittlerweile lasse ich zwischendurch vertrauenswürdige Betatester einen Blick auf bestehende Kapitel werfen, um ihre Meinung zu hören — da geht es vor allem um die Frage, ob die Geschichte Sinn macht und die Erzählstränge spannend miteinander verknüpft sind. Schreibblockaden kenne ich überhaupt nicht. Es gibt Zeiten, zu denen ich einfach keine Lust habe oder mir schlicht die Zeit fehlt, aber ich habe noch nie vor dem berühmten leeren Blatt Papier gesessen und wusste nicht, was ich draufschreiben soll. Da das alles vorab im Hirn passiert, ist das handwerkliche Umsetzen für mich nur noch eine Fingerübung. Stimmt die Story von Anfang bis Ende, erfolgen mehrere Korrekturgänge — wieder unter Einbeziehung des Betatester-Inputs. Die bereits erwähnte Betriebsblindheit gegenüber eigenen Werken ist natürlich ein Problem, weil man als Autor schließlich weiß, was im Dialog gesagt wird oder wie der Satz endet, den man gerade liest. Manche Autoren empfehlen, die Sätze von hinten nach vorne rückwärts zu lesen, damit man gezwungen ist, jedes Wort einzeln aktiv zu erfassen. Damit findet man sicher auch viele Tippfehler (sofern die Rechtschreibprüfung diese nicht eliminiert hat), aber Grammatik und Sinn sowie Plotzusammenhänge kann man damit natürlich nicht korrigieren. Ich bin dazu übergegangen, mir immer wieder die bereits fertigen Kapitel per Text-To-Speech vorlesen zu lassen. Dadurch bekomme ich einen guten Eindruck, ob Sätze sich zu sperrig anhören oder irgendein Logikfehler offensichtlich wird. Selbst Tippfehler lassen sich auf diese Weise gut aufspüren. Dazu setze ich mich an den Rechner und lasse TTS den TExt komplett vorlesen, während ich ihn simultan am Textprogramm verfolge. Damit kann ich die Fehler sofort korrigieren und erhalte eine Endversion, die mehr oder weniger frei von Fehlern ist. Diesen Vorgang wiederhole ich mehrmals und lasse das Endergebnis nochmals gegenlesen vom Betatester. Bin ich dann zufrieden, folgen die notwendigen Formatierungen für E-Book bzw. Print und das Werk geht in den Verkauf. Für mich funktioniert das inzwischen sehr gut und einigermaßen reibungslos, für andere Autoren ist das sicher nicht unbedingt die beste Herangehensweise. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Hätte ich nicht so ein gutes Gedächtnis, müsste ich mir natürlich wesentlich mehr Notizen machen und würde eventuell auch auf ein Plot-Modell umstellen. Solange mein Hirn das aber so mitmacht, mache ich es so, wie es für mich am besten funktioniert. Was ich mir tatsächlich aufschreibe, sind Namenslisten. Gerade, wenn man an einer Trilogie und einer Folgeserie arbeitet, bei der Nebencharaktere irgendwann wieder auftauchen können, möchte man unnötige Kontinuitätsfehler und Logiklöcher vermeiden. Daher führe ich Listen mit Namen und den wichtigsten Charakter-Rahmendaten (Alter, ggf. Aussehen, sofern das relevant ist, Fähigkeiten, besondere Ereignisse im Lebenslauf etc.). Auch wenn diese Rahmendaten nicht zwangsläufig in einem Buch erwähnt werden, ist es für mich wichtig, sie als Autor zu kennen, denn auch der Hausmeister, der mit dem Besen über den Hof läuft, hat schließlich ein echtes Leben innerhalb der Geschichte. Für mich ist es dann viel einfacher, die Leute glaubwürdig einzubinden. Damit sich da keine Fehler in den Folgebänden einschleichen, führe ich also Listen und Charakter-Sheets. Aber ansonsten passiert fast alles nur in meinem Schädel.

Wie bist Du auf das Genre gekommen, das Du schreibst?

Da ich selbst am liebsten Thriller und andere spannende Geschichten lese, war es naheliegend, auch dort mit der Fiktion anzusetzen. Schließlich liegt für die meisten Autoren ein Teil der Motivation darin, eigene Geschichten zu erzählen, die man selbst gerne gelesen hätte (jedenfalls geht es mir so). Bei meinem Sachbuch habe ich nach wie vor Probleme, es in ein konkretes Genre einzuordnen, weil es thematisch einige Überschneidungen gibt. Insofern suche ich da noch nach der perfekten Genre-Einordnung.

Warum hast Du mit dem Schreiben angefangen? Erzähl uns die Geschichte!

Ich mochte schon immer spannende Geschichten (wer nicht?). Da ich ein Familienumfeld hatte, das mir schon in frühen Jahren viel vorgelesen hat und ich dank der Sesamstraße lange vor meiner Einschulung selbst lesen konnte, habe ich entsprechend viel Literatur (auch in Form von Comics, die ich eindeutig dazu zähle) konsumiert. Hinzu kamen alle möglichen Arten von Hörspielen und Filmen, wie das für Kinder so war, die in den 70ern und 80ern aufgewachsen sind. Insbesondere mein erster Kinobesuch (mit meinen Eltern und meinem Bruder im Autokino) hat mich nachhaltig geprägt, denn es war 1978, also die Zeit, in der man in Deutschland erstmals “Krieg der Sterne” (heute nur noch als Star Wars bekannt) sehen konnte. Danach war ich so infiziert von Scifi und anderen Heldengeschichten, dass ich beinahe zwangsläufig irgendwann selbst mit dem Schreiben anfing. Wie bereits erwähnt, habe ich schon mit sechs Jahren auf der alten Reiseschreibmaschine meiner Mutter herumgetippt, was vielleicht erklärt, warum ich mit der Tastatur so flott und ausschweifend umgehe (man kann das an diesem Interview ganz gut erkennen…). Später taten dann die diversen Heimcomputer das ihre, diese Fähigkeiten zu verbessern. Mit 12 begann ich erstmals ernsthaft, romanähnliche Geschichten am Computer zu verfassen, aber das führte zu nichts – man hatte damals nun auch noch nicht die Möglichkeit, seine Geschichten über das Internet einem größeren Publikum zu offenbaren. Allerdings gibt es einige Storylines und vor allem auch Charaktere, die ich bereits damals erdacht habe und immer wieder in meine heutigen Geschichten einarbeite.

Was motiviert Dich?

Die Hauptmotivation ist sicherlich, eine Geschichte aus meinem Hirn zu Papier (oder auch zu E-Book) zu bringen. Danach hilft das Feedback der Leser selbstverständlich, die Motivation zum Weitermachen zu erhalten. Würde ich nur negatives Feedback erhalten, hätte ich vermutlich nicht eine komplette Trilogie samt Fortsetzung in Angriff genommen, sondern nach dem ersten Roman aufgehört. Aber da ich immer wieder höre, dass Leser wissen möchten, wie es weitergeht, motiviert das natürlich enorm. Und solange mir etwas einfällt, das ich erzählen möchte, ist das Motivation genug, es in entsprechende Projekte umzusetzen. Bei meinem Sachbuch kam die Motivation aus einer anderen Ecke, denn da war es mir letztlich egal, was andere dazu sagen. Es kam mir darauf an, meine Meinung zu den dort behandelten Themen zu äußern und fühlte, dass es einfach etwas war, das ich tun musste. Natürlich freut es mich auch bei diesem Buch, positives Feedback zu erhalten, aber es liegt in der Natur der Sache, mit einem solchen Werk in der heutigen Zeit vor allem zu polarisieren. Ich kann das also auch nicht uneingeschränkt empfehlen, denn neben den “normalen” positiven und negativen Feedbacks gibt es leider immer auch wieder Entgleisungen mit Beleidigungen bis hin zu handfesten Bedrohungen, was alles andere als witzig ist. Aber auch das war mir vor der Veröffentlichung klar, denn insbesondere die Erfahrungen in den Sozialen Netzwerken zu aktuellen politischen Themen legten solche Reaktionen (leider) nahe. Ich bin allerdings der Ansicht, dass man sich davon in keinem Fall abschrecken lassen darf — denn wenn man das tut, hat die Meinungsfreiheit keine große Zukunft mehr. Im Vergleich zu anderen, die jeden Tag Shitstorms, Morddrohungen, Vergewaltigungswünschen und Schlimmerem wegen ihrer täglichen Arbeit als JournalistInnen ausgesetzt sind, nimmt sich meine Belastung diesbezüglich aber immer noch relativ gering aus.

Wie viel Schreibzeit hast Du?

Da ich meinen Lebensunterhalt als freier Texter bestreite, verbringe ich naturgemäß einen großen Teil meiner Zeit vor der Tastatur. Wenn es allerdings darum geht, an meinen eigenen Büchern zu arbeiten, fehlt mir tatsächlich oft die Zeit. Wobei es da nicht immer nur um die Nettoberechnung der verfügbaren Zeit pro Tag geht. Bei kreativen Prozessen ist entscheidend, dass man im richtigen Moment vor der Tastatur sitzt und dem Hirn freien Lauf lassen kann. Ich lese manchmal Tipps für Autoren, man solle sich eine feste Zeit pro Tag vornehmen, in der man unbedingt irgendwas schreiben muss — das würde bei mir nicht funktionieren. Um auf die Frage zurückzukommen: Leider nicht so viel, wie ich gerne hätte, aber sollte ich irgendwann nur noch von meinen Büchern leben können, würde ich mich auch nur noch darum kümmern.

Lässt du Dich gerne auch mal ablenken?

Absolut. Tatsächlich glaube ich, dass ein gewisses Maß an Prokrastination unerlässlich ist, um das Hirn anzuregen. Ich erlebe es insbesondere in meinem Day-Job häufig, dass ich bei vorgegebenen Themen die Ergebnisse der Recherche (besonders bei größeren und komplexen Themen) die Informationen erst einmal im Hirn “sacken” lassen muss. Wie das genau funktioniert, weiß ich nicht, aber mein Gehirn spuckt eher etwas Brauchbares aus, wenn ich mit etwas Abstand an die Sache herangehe. Dann widme ich mich zwischendurch mal anderen Dingen, lasse mich durch Social-Media oder andere Dinge ablenken, formuliere aber quasi im “Hintergrund” schon mal bestimmte Passagen vor. Vor allem dann, wenn ich nicht auf Anhieb einen guten Einstieg für einen Artikel finde, ist das hilfreich für mich. Wenn ich dann aber mit dem eigentlichen Schreiben begonnen habe, lasse ich mich nicht mehr freiwillig ablenken oder stören — da muss dann schon jemand Sturm klingeln oder das Haus brennen, damit ich meinen Arbeitsfluss unterbreche. Manchmal tun mir nach ein paar Tausend Wörtern am Stück auch die Hände weh – dann wird es Zeit für Entspannung. Damit ich meine Arbeit nicht bis zum St. Nimmerleinstag aufschiebe, setze ich mir gerne auch mal eigene Deadlines (Auftraggeber tun das ohnehin). Ich arbeite unter Druck besser – warum auch immer. Also nutze ich bei den meisten Büchern die Möglichkeit, bei Amazon die “Vorbesteller-Option” zu nutzen. Dabei kann der Autor einen fixen Veröffentlichungstermin einstellen. Kunden können dieses Buch dann bereits vorbestellen. Da Amazon großen Wert darauf legt, dass diese Kunden dann auch zum Stichtag beliefert werden, muss man diesen Termin unbedingt einhalten — schafft man das nicht, kann man die Vorbestell-Option nicht mehr nutzen (und verärgert natürlich auch die wartenden Leser, die bereits vorbestellt haben). Insofern habe ich mir bei vielen Projekten diese Art von Motivation gegönnt. Manchmal war es recht knapp, aber ich habe es immer geschafft. Besonders knapp war es damals bei “Back to the Fact”, wobei das nur zum Teil an mir lag. Ich bekam das Interview von Eva-Maria Lemke erst 45 Minuten vor Abgabetermin in der finalen Form zugeschickt (bei Amazon bedeutet das immer Mitternacht GMT, es war also in Deutschland längst nach Mitternacht, als die ersehnte E-Mail von Eva eintraf) — also war das mal wirklich knapp. Ich bin ihr aber nach wie vor sehr dankbar, dass sie es damals überhaupt noch geschafft hat. Grund für die Verzögerung war nämlich ein aktuelles Nachrichtenereignis, das für sie natürlich beruflichen Vorrang hatte. Dass sie sich an einem Feiertag dann auch noch zu später Stunde die Zeit genommen hat, ihr Versprechen für das Interview einzulösen, werde ich nie vergessen — denn ich hätte jedes Verständnis dafür gehabt, wenn sie es nicht mehr geschafft hätte. Für diesen Fall hatte ich eine Version des Buches ohne das Interview vorbereitet (das hätte natürlich etwas anders ausgesehen, da ich auch im Fließtext verschiedener Kapitel Bezug darauf nahm), aber zum Glück kam es ja noch rechtzeitig. Diese Form der Selbstmotivation ist nicht für jeden geeignet – aber bei mir hilft der Extra-Schub ungemein, das Beste aus meinen Hirnwindungen zu kitzeln.

Welches Deiner Bücher magst Du selbst am liebsten und warum?

Auch hier muss ich wieder die Antwort etwas aufteilen. Bei meinen Romanen mag ich persönlich den dritten Teil meiner Rubikon-Trilogie (“Sinai antwortet nicht”) am liebsten, weil es die Vollendung eines Projekts ist. Außerdem finde ich es vom Schreibstil her “gereifter” als die ersten beiden Bücher — aber es wäre ja auch schlimm, wenn man mit dem ersten Werk bereits die beste Leistung abliefert. Der dritte Teil ist quasi die Auflösung der ganzen Spannung, die sich (auch bei mir) über Jahre hinweg angesammelt hat. Obwohl ich als Autor natürlich immer wusste, wo die Reise am Ende hingeht, hat sich der Weg, den die Charaktere dorthin einschlugen, immer wieder verändert — was mich selbst mindestens ebenso oft überrascht hat wie den geneigten Leser. Es ist tatsächlich so, dass manche Figuren ein Eigenleben entwickeln. Davon abgesehen mag ich mein Sachbuch “Back to the Fact” aber ebenfalls sehr. Nicht, weil es ein so toller literarischer Wurf wäre, wie gesagt. Aber einfach deshalb, weil es mir ein persönliches Bedürfnis war, dieses Buch zu schreiben. Und weil es mir gelungen ist, so tolle Interviewpartnerinnen dazu zu bewegen, mir dabei zu helfen, obwohl sie zu dem Zeitpunkt nicht wirklich wissen konnten, was ich damit anfangen würde, weil sie mich noch nicht persönlich kannten. Obwohl BTTF also so manche Macke hat, mag ich es vermutlich noch mehr als meine Romane, weil es einfach Auswirkungen auf meine reale Welt hatte und hat. Durch BTTF habe ich viele unglaublich tolle Menschen kennengelernt und Erfahrungen gemacht, die es ohne das Projekt nicht gegeben hätte.

Wie sieht in Deinen Augen der Alltag eines Autors aus? Die meisten nur Leser können sich nichts darunter vorstellen.

Der Alltag ist recht unspektakulär. Ich stehe auf, werfe irgendwann den PC an und erledige meine Arbeit als Auftragstexter. Solange ich die Termine einhalte, die von den Auftraggebern gewünscht werden, kann ich mir die Arbeit mehr oder weniger frei einteilen, was bisweilen ein großer Luxus ist. Es kommt also auch schon mal vor, dass ich mitten in der Nacht schreibe oder auch mal einen Tag auslasse, wenn die Termine noch nicht so dringend sind und ich etwas anderes zu tun habe. Wenn an meinen eigenen Werke arbeite, dann schreibe ich immer dann daran, wenn ich gerade Zeit und Muße dazu habe — was nicht immer deckungsgleich auftritt. Dann aber schreibe ich in der Regel immer mindestens ein ganzes Kapitel herunter, damit das aus meinem Hirn rauskommt und wieder Raum für neue Kreativität ist. Das kann mitunter einige Stunden dauern, manchmal ist es (wenn es besonders gut läuft), auch nach einer Stunde erledigt.

Wie stehst Du heute zu Deinen ersten Geschichten?

Wie bereits erwähnt, habe ich (unveröffentlichte) Geschichten schon als Teenager geschrieben — und viele dieser Ideen waren damals unausgegoren und einfach schlecht. Andere Ideen haben es aber bis in meine aktuellen Bücher geschafft — und einige der Charaktere sind mit mir erwachsen geworden, auch wenn das den Lesern nicht auffallen wird. Meine erste echte Veröffentlichung war “Die Rubikon-Kartuschen – Operation Northern Star”. Stilistisch würde ich das mit der Erfahrung von heute vermutlich etwas anders angehen, aber im gesamten Kontext der Trilogie passt es meiner Meinung nach auch heute noch sehr gut zu den Nachfolgebänden. Ohne dieses Buch würde es die anderen Romane nicht geben, von daher möchte ich es nicht missen. Überhaupt ist das Gesamtwerk der Trilogie ein Projekt, das ich sehr lange Zeit mit mir herumgetragen habe und daher bin ich froh, es tatsächlich realisiert zu haben. Dass es obendrein auch eine (für einen reinen Self-Publisher ohne großes Marketing-Budget) recht gute Resonanz beim Publikum gefunden hat, freut mich umso mehr. Denn nur deshalb gibt es jetzt auch die Nachfolgereihe.

Was würdest Du jetzt gern an dieser Geschichte ändern?

An der Geschichte selbst nichts, denn die ist genau so, wie sie sein soll. Allerdings habe ich mittlerweile an meinem Stil gearbeitet und schreibe etwas anders als damals — aber das ist ein fortwährender Entwicklungsprozess. Müsste ich die Bücher heute nochmal schreiben, würden sie an manchen Stellen vermutlich etwas gestraffter und stilistisch angepasster ausfallen, aber ich sehe keinen Grund, deswegen eine Neubearbeitung zu machen. Kurzum: Ich habe nicht vor, wie George Lucas eine “Special Edition” zu erschaffen, die von manchen Fans nicht mehr wiedererkannt wird. Natürlich wäre es theoretisch möglich, dass irgendwann ein Verlag an mich herantritt und dann im Zuge eines Lektorats Änderungen wünscht — aber ich wäre da vermutlich sehr zurückhaltend. Sprachlich lässt sich immer etwas verbessern. Inhaltlich würde ich nur ungern irgendetwas ändern.

Sie sind unabdingbar und gerne zickig. Die Figuren. Wir lieben und wir hassen sie und meistens kann sich der Leser gar nicht vorstellen, welches Leid wir manchmal mit ihnen erdulden mussten. Ohne sie geht es aber dennoch nicht. Erzähl uns gerne von ihnen!

Magst Du alle Deine Figuren?

Nein. Einige davon treiben mich zur Verzweiflung mit ihren Eigenheiten. Aber sie gehören dazu und machen die Sache spannend. Ich mag natürlich irgendwo alle, aber wenn es darum geht, jeden Charakter sympathisch zu finden, muss ich die Frage verneinen. Man kommt nicht ohne Stinkstiefel aus, sonst wäre ein Thriller nicht sonderlich spannend. Ohne brauchbare Antagonisten kann der beste Protagonist kein Held werden. Aber es ist auch nicht notwendig, seine Figuren alle zu mögen. Es reicht, wenn man sie erschafft und sie das tun, wozu sie erschaffen wurden. Allerdings machen sie auch manchmal nicht einmal das.

Gibt es für die Figuren reale Vorbilder?

Teilweise ja. Natürlich fließt in nahezu jeden glaubhaften Charakter irgendetwas von einem selbst oder anderen Personen ein, mit denen man Erfahrungen gemacht hat, die zu der jeweiligen Figur passen. Aber in der Regel ist es eine Mischung aus mehreren Eigenschaften, aus denen ich dann neue Figuren erschaffe. Es gibt aber tatsächlich auch einige (welche das sind, verrate ich nicht), die eine Hommage an echte Vorbilder sind. Sei es über die Verwendung eines bestimmten Namens oder über die Beschreibung verschiedener Eigenschaften — diese Figuren haben oft sehr konkrete Vorbilder. Oft werde ich gefragt, ob bestimmte Figuren (insbesondere Hauptfiguren) nach dem Vorbild meiner eigenen Person entstanden sind. Dazu sage ich klar nein. Keiner meiner Protas (oder auch Antas) ist eine Verkörperung meiner selbst. Ein paar meiner eigenen Eigenschaften und Erfahrungen teile ich mit verschiedenen Figuren, weil ich es wichtig finde, über Dinge zu schreiben, von denen man selbst Ahnung hat, aber nichts davon entspricht meinem Ich wirklich zu 100 Prozent (oder auch nur annähernd). Wer also glaubt, der eine oder die andere Charakter sei eine Version meiner selbst, liegt falsch. Trotzdem tragen sie alle in ihrer literarischen DNA einen Teil von mir in sich.

Fällt es Dir leicht, schwierige Figuren zu schreiben? Ganz gleich, weshalb genau sie schwierig sind.

Es fällt mir nicht schwerer als bei “einfachen” Figuren. Ich bemühe mich, selbst Nebencharakteren einen umfassenden Background zu geben. Den bekommt der Leser nicht immer zu Gesicht (tatsächlich sind die meisten biografischen “Fakten”, die ich mir für jede Figur ausdenke, für die Geschichte nicht relevant und werden daher nicht erwähnt. Für die Kreation einer glaubhaften, komplex angelegten Person finde ich es aber wichtig, dass zumindest ich als der “Schöpfer” darüber Bescheid weiß, um sie glaubhaft agieren lassen zu können). Es macht es mir einfacher, zu beurteilen, ob eine Handlung wirklich plausibel ist, wenn ich die Motivationen und Absichten der Figur kenne, auch wenn ich sie vielleicht nie konkret benenne.

Wann genau ist eine Figur schwierig für Dich?

Es gibt hin und wieder grenzwertige Figuren, die in einer Art und Weise handeln, die ich weder billigen noch nachvollziehen kann, was aber ihrer “Persönlichkeit” entspricht. Aber auch die muss man schreiben können — wir könnte ein Krimiautor ohne Mörder oder Vergewaltiger auskommen? Manche Handlungen schreibe ich also nicht unbedingt gerne, aber sie müssen nun mal in die Geschichte rein. Schwierig wird es für mich als Autor, wenn das, was ich mir ursprünglich ausgedacht habe, nicht so ganz zu der Figur passt. Das mag für Nichtautoren seltsam klingen, aber Figuren haben ab einem gewissen Punkt eine Persönlichkeit und damit auch eine Art Eigenleben. Natürlich ist man als Autor quasi allmächtig. Wenn ich verfüge, dass die Figur dies und jenes tut, muss sie das zwangsläufig ausführen. Spüre ich aber, dass es nicht zur bisherigen Charakterentwicklung passt, hinterfrage ich meine Idee und überlege, was die Figur mit ihren Eigenschaften in der jeweiligen Situation vermutlich tun würde und was nicht. Überraschenderweise unterscheidet sich das ziemlich oft von dem, was ich ursprünglich im Sinn hatte. Es hat sich aber gezeigt, dass es den Charakteren gut tut, sie nicht gegen ihre Natur zu verbiegen. Einfacher wäre es für mich, meinen Willen durchzusetzen, aber der Qualität der Geschichte würde es schaden.

Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

Nein.

Welche ist der Liebling Deiner eigenen Figuren? Wo kommt sie vor und magst Du sie uns vorstellen?

Aus meiner ursprünglichen Trilogie mag ich Sarah Ravensdale besonders. Sie ist unkonventionell und entspricht dem Typus einer Heldin, die zynisch und durchaus nicht immer auf der “hellen Seite” wandelt. Sie hat ihre Dämonen und Grenzen, die sie nicht überschreiten würde — geht aber ziemlich weit, um das zu schützen, was ihr wichtig ist. Ich mochte sie übrigens nicht von Anfang an — das hat sich erst nach und nach entwickelt. Sie hatte ihren ersten Auftritt in “Kammlers Vermächtnis” und ist nicht mehr wegzudenken. In meinem neuen Projekt “Task Force Rubikon” – also quasi die Fortsetzung der Trilogie, die fünf Jahre nach dem letzten Band spielt – ist die Protagonistin Lily meine Lieblingsfigur. Sie wird völlig ahnungslos ins kalte Wasser geschmissen. Keiner hat sie gefragt, ob sie das will, keiner hat ihr eine Wahl gelassen. Also so, wie im echten Leben. Anders als die sonstigen Protagonisten, die aufgrund ihrer Berufswahl als Soldaten beispielsweise irgendwann eine Entscheidung für einen bestimmten Weg getroffen haben, zwingt das Leben Lily einiges auf, was sie so nie geplant hatte. Und da das nach meiner Erfahrung der Regelfall im menschlichen Dasein ist, mag ich sie besonders. Nicht, weil sie alle Herausforderungen mit Bravour meistern würde, sondern eher im Gegenteil damit hadert und manchmal auch verzweifeln möchte — es aber letztlich nicht tut, weil sie keine andere Wahl hat, als durchzuhalten. Wer Lily bereits kennt, mag ahnen, dass ihr Leben in Zukunft kaum leichter werden wird. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass Sarah Ravensdale ihr nach Kräften hilft, die Herausforderungen zu bewältigen. Aber auch nur vielleicht…

Hier geben wir Dir Raum, selber noch etwas zu Deinen Charakteren zu erzählen.
Ich glaube, ich habe dafür bereits bei den anderen Fragen einiges an Raum verbraucht — ich würde mich hier also vermutlich nur wiederholen.

Und da sind wir auch schon fast durch. Jetzt bitten wir Dich darum, ein Projekt oder DAS Projekt vorzustellen. Dabei wollen wir Dir viel Raum lassen.

Extra eine gemeinere Frage: Weshalb sollten Leser auf jeden Fall Dein Buch kaufen?

Damit ich mich möglichst bald zur Ruhe setzen kann 🙂
Nein, ernsthaft — meine Romane sollte ein Leser dann kaufen, wenn er oder sie Lust auf spannende Unterhaltung und rasante Szenenwechsel wie im Kino hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst Leute, von denen ich nie erwartet hätte, in diesem Genre überhaupt ein Buch zu lesen (und schon gar nicht meins), plötzlich davon gefesselt waren. Mein Sachbuch sollte man kaufen (aber vor allem LESEN), weil das, was ich darin sage, meiner Ansicht nach gesagt werden musste. Ich erwarte nicht unbedingt Zustimmung oder Applaus dafür — aber es wäre schön, wenn ich damit den einen oder die andere zum Nachdenken bewege und den Blick auf die ach-so-tolle Vergangenheit ohne die Verklärung der Nostalgie schärfen kann. Nur dann, wenn wir uns realistisch unserer Vergangenheit stellen, können wir die Zukunft vernünftig gestalten. Was nämlich oft übersehen wird: Wenn es früher immer besser und so toll war, wie es in unserer Erinnerung scheint, warum haben wir dann damals die Weichen für unsere Zukunft (also die heutige Gegenwart) nicht anders gestellt? Wenn die Vergangenheit wirklich besser war (was ich zumindest als allgemeingültige Wahrheit verneine), dann ist es unsere eigene Schuld, wenn es heute schlechter ist. Tatsächlich glaube ich aber, dass viele einfach ausblenden, was früher wirklich los war und welchen Herausforderungen wir uns stellen mussten. Warum das so ist? Die meisten haben kein Elefantengedächtnis wie ich und erinnern sich nur an positive Dinge. Es ist ein bisschen wie im Familienalbum: Fotos hat man früher nur zu besonderen Anlässen geschossen, weil die Filme teuer waren. Heute dokumentiert man hingegen jeden Schritt im Leben. Versucht doch mal, einfache Fotos aus dem Alltag Eurer Kindheit zu finden. Also keine Weihnachts-, Geburtstags- oder Urlaubsbilder. Kaum jemand besitzt so etwas. Heute nehmen wir nahezu jeden Tag mit dem Handy alle möglichen Dinge auf — und das lässt den Alltag banaler und weniger schön erscheinen. Letztlich ist dieses Abbild aber realistischer als das der Vergangenheit, aus denen viele Menschen ihre Erinnerungen beziehen. Es ist nun mal nicht jeden Tag Weihnachten.

Was sollen sich Leute am Ende Deiner Geschichte denken?

Bei meinen Romanen ist es toll, wenn die Leser mit der Geschichte zufrieden waren — und gleichzeitig Hunger auf mehr bekommen. Bei meinem Sachbuch sollten sie sich einfach ehrlich die Frage beantworten, ob meine Argumente und Beschreibungen Hand und Fuß haben — auch, wenn sie ihnen inhaltlich nicht zwangsläufig zustimmen mögen.

Was auch immer die Beweggründe dafür waren, wieso Du dieses Interview gemacht hast, bestimmt war da auch die Hoffnung, Werbung für Dich machen zu können, ganz gleich, ob du Deinen Lesestoff kostenfrei anbietest oder nicht. Diesen Raum wollen wir Dir hier gerne geben. Berichte uns über Dein Projekt oder die Projekte. Sag noch ein paar abschließende Worte. In welchem Format gibt es Dich zu lesen? Und zu welchem Preis? Hau in die Tasten!

Also: Sämtliche Bücher von mir sind als E-Book und Taschenbuch erhältlich. Bei den E-Books beschränke ich mich allerdings auf Amazon Kindle, da mir die anderen E-Book-Alternativen in der Vergangenheit so gut wie keine Absätze gebracht haben. Dafür bekommt man (zumindest bislang) alle meine Bücher im KindleUnlimited-Abo kostenlos. Wer kein solches Abo hat oder die Printversionen kauft, zahlt “normale” Preise. Ich versuche, bei der Preisgestaltung fair zu sein. Ich finde zum Beispiel, dass ein E-Book aufgrund des geringeren Aufwands (z. B. keine Druckkosten oder physischer Vertrieb) spürbar günstiger sein sollte, ohne dass man es deswegen gleich verschenken muss. Immerhin enthält es ja den gleichen Inhalt wie die Printversion (oft sogar mehr, wenn man die Möglichkeiten der interaktiven Verlinkungen nutzt). Einen Festpreis habe ich nicht. Die Einzelbände bewegen sich immer abhängig vom Umfang in einem branchenüblichen Rahmen. Bei der Taschenbuchversion kommen natürlich immer die Produktions- und Vertriebskosten hinzu — hier variiert der Preis der verschiedenen Bände vor allem wegen der Seitenzahlen. Immerhin biete ich die Rubikon-Trilogie auch als günstigen Sammelband an. Wer die Trilogie komplett kauft, spart im Vergleich zu den einzelnen E-Books rund ein Drittel. Bei der Printversion waren die Produktionskosten aufgrund der enormen Seitenzahl leider etwas höher, doch im Vergleich zu den Einzelbänden spart man hier sogar rund 50 Prozent. Dafür hat man dann aber auch einen ziemlichen Brocken Papier in der Hand. Hin und wieder mache ich natürlich auch Preisaktionen für die E-Books und biete kurzfristig Preissenkungen oder gar Gratis-Aktionen für einzelne Bände an. Das mache ich aber nicht allzu oft und nur sehr zielgerichtet, weil ich auch nicht die Kunden vor den Kopf stoßen möchte, die vielleicht gerade erst Geld für meine Bücher ausgegeben haben. Die neue Reihe “Task Force Rubikon” ist etwas anders konzipiert als die Trilogie. Die einzelnen Stories sind kürzer (aber immer noch zwischen 250 und 350 Seiten stark), dafür aber auch günstiger. Zudem erscheinen die neuen Geschichten in deutlich kürzeren Abständen als die langen Teile der Trilogie. In der weiteren Planung möchte ich auch noch einige Spin-Off-Bücher zu Rubikon veröffentlichen, die mehr auf die Hintergrundgeschichte einzelner Charaktere eingehen, eine Art “Origins”-Reihe. Das ist aber noch nicht spruchreif.

Hier noch eine Auflistung meiner gegenwärtig erhältlichen Bücher mit aktuellen Preisen (Stand: 06.01.2020)

BACK TO THE FACT – weil früher auch nicht alles besser war
Eine persönliche Zeitreise in die 80er und zurück

von Michael Kraft
(Finalist bei den PlanetAwards 2018 von Radioplanet Berlin in den Kategorien “Buch des Jahres” und “Autor des Jahres”)

Kindle-Version: 2,99 Euro
Taschenbuch: 11,99 Euro
ASIN: B06XC8SVNY
Amazon Link

Die Rubikon-Kartuschen 1: Operation Northern Star
von Joe Fauntleroy

Kindle-Version: 4,99 Euro
Taschenbuch: 9,99 Euro
ASIN: B01MSV27WY
Amazon Link

Die Rubikon-Kartuschen 2: Kammlers Vermächtnis
von Joe Fauntleroy


Kindle-Version: 4,99 Euro
Taschenbuch: 13,99 Euro
ASIN: B01E69TF5G
Amazon Link

Die Rubikon-Kartuschen 3: Sinai antwortet nicht
von Joe Fauntleroy
(ausgezeichnet mit dem 3. Platz bei den PlanetAwards von Radioplanet Berlin, Kategorie “Thriller des Jahres” 2018)

Kindle-Version: 4,99 Euro
Taschenbuch: 14,99 Euro
ASIN: B075SKMWM2
Amazon Link

Die Rubikon-Trilogie: Alle Teile in einem Band
von Joe Fauntleroy
(ausgezeichnet mit dem 2. Platz bei den PlanetAwards von Radioplanet Berlin, Kategorie “Thriller des Jahres” 2018)

Kindle-Version: 7,99 Euro
Printversion: 21,00 Euro
ASIN: B07CWFN444
Amazon Link

Task Force Rubikon: Lilys Entscheidung
von Joe Fauntleroy


Kindle-Version: 3,99 Euro
Taschenbuch: 9,99 Euro
ASIN: B07TRWRDJH
Amazon Link

Task Force Rubikon: Hornblower über Hongkong
von Joe Fauntleroy

Kindle-Version: 4,99 Euro
Taschenbuch: 9,99 Euro
Amazon Link

Ich bin übrigens auch auf Facebook mit dem Autorenprofil Joe Fauntleroy vertreten. Auf der Facebook-Seite gibt es immer aktuelle Infos zu meinen Projekten und natürlich auch Raum für Kommentare, Feedback und mehr.
Zu dem Buch Back to the Fact existiert ebenfalls eine Facebook-Seite.
Und auf Twitter bin ich unter @JoeFauntleroy erreichbar.
Vielen Dank für die tollen Fragen!

Hinweis: Die meisten Fragen sind aus der Community gefischt worden.

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