Rezension: Die Stadt der gläsernen Träume (Linda Rottler)

Linda Rottler - Die Stadt der gläernen Träume
(Copyright Cover: dtv Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

Linda Rottler schaffte es, mit ihrem Roman eine Autorin beim dtv Verlag zu werden und diesen am 02.03.2020 als eBook zu veröffentlichen. Die gedruckte Version, rund um Nevyas Suche nach ihren gestohlenen Träumen, beglückt den Buchmarkt ab dem 23.10.2020 und steht für euch bereit, um in die Bücherregale gestellt zu werden und euch mit einer wunderschönen Geschichte verzaubern zu dürfen.

Angelockt wurde ich bei diesem Werk von zwei Dingen: Die Autorin ist Teil meiner persönlichen Twittertimeline und das Cover. Bei Covern bin ich wie eine Motte, sieht es gut aus, lasse ich mich allzu schnell verleiten.
Dennoch, aus Geldmangel, musste dieses Buch erst einmal Geduld üben und ich auch. Dann habe ich entdeckt, dass es das eBook gerade günstiger gab, und ich musste es kaufen, ganz ohne den Schreibstil zu kennen – die Inhaltsangabe klang aber allzu vielversprechend. Nevya ist eine Träumerin, kommt sie dort nicht nur besser mit dem Leben klar als in der wirklichen Welt, sondern kann sie ihre Fantasien auch steuern. Doch eines Tages versiegt dieser Strom und Nevya sieht sich nicht nur der kalten grauen Welt entgegen, sondern auch den traumlosen Nächten. All ihre Freunde, ihre Wunder, ihre ganze Welt: einfach fort.
Das kann sie so nicht stehen lassen. Als es zu leisen Hoffnungen kommt, geht sie augenblicklich jeder Spur nach und verstrickt sich dabei halb bewusst, halb unterbewusst immer weiter in ein grausames Geschäft mit Träumen.
Der Schreibstil ist an manchen Stellen ein wenig unausgereift, wartet allerdings dennoch mit sehr guten Sätzen auf, und auch Nevyas wiederholte Zweifel wenn es um die Existenz der Alben geht – vor allem die dabei immer wieder aufkeimenden Fragen an sich selbst – fallen ein wenig negativ ins Auge, können der Spannung, der Magie der Geschichte und den tollen Charakteren aber keinen wahren Abbruch geben. Das Buch hat von Anfang an sehr viel Spaß gemacht und je mehr ich las, umso mehr wurde ich in diese Welt hineingezogen. Vor allem, da ich, wie Nevya, von Natur aus luzide Träume habe und die Farbe Blau liebe. Selbstredend nicht so stark wie die Protagonistin, aber genug, um mehr als mitbestimmen und formen zu können. Was mich in der ganzen Debatte um Klarträumer und Trübträumer doch ein wenig geehrt hat.
Doch selbst wenn man nicht zu den luzid veranlagten Menschen gehört, ist die Geschichte sehr mitreißend. Meine Lieblingsfigur ist trotz allem zwar nicht Nevya, sondern Ryan, aber die Protagonistin war mir an keinem Punkt unsympathisch. Tatsächlich finde ich die Charakterentwicklungen gelungen, vor allem die von Nevya selbst.
Das ganze Werk ist zum dahin fliegen und mitfiebern. Die Seiten fließen nur so dahin und schon im privaten Kreis und auf Twitter habe ich mich mehr als begeistert gezeigt. Vor allem das Ende war an die Seiten fesselnd und ließen mich halb glücklich, halb traurig zurück. Mittlerweile halte ich mein Lesematerial in einem Notizbuch fest und in diesem Steckbrief kam die Frage auf, wie das Ende anders hätte aussehen können. Zunächst wollte ich darüber protestieren, aber schlussendlich war es, wie es sein sollte.

Mein Fazit

Normalerweise vergebe ich keine Sterne und habe es auf dem Blog selbst auch erst ein Mal gemacht. Aber mein Notizbuch möchte immer gerne eine Einteilung und dieses Mal gebe ich sie euch mit: „Die Stadt der gläsernen Träume“ von Linda Rottler hat bei mir vier von fünf Sternen bekommen. Ich habe lange mit mir gekämpft, wie viele Sterne es genau werden sollten. Nicht jedoch, weil mir das Buch, wie ihr oben lesen könnt, nicht gefallen hätte. Ganz im Gegenteil.
Aber fangen wir nochmal von vorne an. Das Cover ist ein wirkliches Lockmittel, so schön, ich hadere mit mir selbst, ob ich dieses Buch nochmal als Printausgabe kaufen soll oder nicht. Es ist auch perfekt an die Geschichte angepasst, sowohl von den Motiven her als auch den Farben. Für jeden, der dieses Buch gelesen hat, wird es Sinn machen
Die Inhaltsangabe hält, was sie verspricht, was leider auch nicht immer der Fall ist. Hier wird einem präsentiert, was man bekommt.
Die Charaktere machen eine Wandlung durch, die sehr sinnvoll und nachvollziehbar ist. Die Geschichte macht sehr viel Spaß und reißt einen mit. Man kann „Die Stadt der gläsernen Träume“ mit drei Worten zusammenfassen (keine Träume mehr), aber das kommt nicht einmal ansatzweise an all das dahinter dran.
Warum also keine vollen fünf Sterne? Zunächst fällt es mir sehr schwer, die volle Punktzahl zu vergeben. Das haben bei mir nicht einmal die Krähenbücher oder King of Scars geschafft und eigentlich gibt es da auch nur sehr wenige, die sich da einreihen können.
Aber dieses Buch hat auch Schwächen. Der Schreibstil ist an manchen Stellen unausgereift oder schnell abgehandelt. Ich war ein wenig vom Zeitsprung beim dritten Kapitel verwirrt und vor allem, als jemand, der sich Namen so gut merken kann wie das ein Stück Toast könnte, war ich von all den Leuten mit C verwirrt. Besonders, als sie am Ende alle zusammenkamen. Und auch Nevyas wiederholte Fragen an sich selbst, ob sie an die Alben glauben solle oder nicht, waren irgendwann ein wenig viel für mich. Besonders, als sie mehr in diesen ganzen Ranken verstrickt war.
Trotz all dem ein großartiges Buch, das ich für seine 9,99€ als eBook (laut Verlagsseite wird das Printexemplar 10,95€ kosten) mehr als wärmstens ans Herz legen kann. Und wer mehr von der sympathischen Autorin hören will und Twitter hat, kann sie dort unter @schreibselinda finden.

Geschrieben von Judith

Linksektion

Verlagsseite des Buchs
„Die Stadt der gläsernen Träume“ auf Thalia*

Eine weitere Rezension zu „Die Stadt der gläsernen Träume“ findet ihr auf „Nicht noch ein Buchblog“.

3 Kommentare zu „Rezension: Die Stadt der gläsernen Träume (Linda Rottler)“

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