Autoreninterview: Anna Lisa Franzke

Autorenbild von Anna Lisa Frankze
(Copyright: Anna Lisa Franzke)

Danke, dass Du Dich bereit erklärt hast, ein kleines Interview mit uns zu machen! Wir freuen uns sehr auf Deine Antworten und sind gespannt, wie andere Autoren diesen Fragebogen ausfüllen werden.

Nochmal kurz etwas zum Bambusblatt: Wir sind ein Team aus zwei Autoren und einem verfressenen Panda. Wir arbeiten hart daran, dass es von uns kostenlose Geschichten geben wird. Außerdem gibt es den Blog, auf dem wir Rezensionen schreiben und eben auch die Interviews posten werden. Zudem toben wir uns auch im Thema Merch aus – so kann man Armbänder über unseren Etsyshop KeithLeBambou erwerben. Über Spreadshirt gibt es bereits das Motiv von einem Halloweenpanda Keith auf verschiedene Objekte gedruckt.

Natürlich steht es Dir frei, Fragen auszulassen. Das hier ist Dein persönlicher Bogen. Über lange Antworten freuen wir uns besonders, aber manchmal gibt es auch nicht so viel zu erzählen. Lies Dir am besten erst einmal den gesamten Bogen durch.

Viel Spaß

0. Zunächst ein paar persönliche Fragen. Hier geben wir Dir Raum, Dich vorzustellen. Zum Beispiel Deinen (Autoren)Namen zu nennen, Deine bereits erschienenen oder bald erscheinenden Werke aufzulisten, etwas über Dein Alter oder Deine Social–Media Kanäle zu sagen:

Ich bin Anna Lisa Franzke, bin 20 Jahre alt und schreibe vor allem historisches Fantasy. Ich bin eine der Autoren, die schon immer geschrieben haben und sich nichts anderes vorstellen können, als zu schreiben. Meine Leidenschaft zum Geschichten Schreiben lebe ich jedoch erst seit ein paar Jahren wirklich aus, weil ich es neben der Schule kaum geschafft habe. „Die Mädchen von Feenis Alberon“ ist mein erstes (veröffentlichtes) Buch. Es geht um Veenice, die als Auftragsmörderin und Spionin zwischen Adelshäusern lebt und versucht das Schicksal auf ihre Seite zu bringen. Zwischendurch gibt es einige Intrigen, Bälle und in den kommenden Teilen zu der Reihe wird auch Romantik geben. Ich arbeite gerade am zweiten Teil, damit er noch in den nächsten Monaten erscheinen kann.
Ich habe noch eins, zwei andere Manuskripte, die auf meinem „Überarbeiten“-Stapel liegen und zu den ich noch nicht zu viel sagen werde. Das eine ist ein Steampunk Projekt, in dem eine gefährliche Ware geschmuggelt werden soll. In dem anderen Projekt findet eine junge Erwachsene heraus, dass sie eine Nymphe und die griechische Mythologie wahr ist.
Auf Twitter & Instagram bin ich unter @mist_of_ink zu finden und auf Facebook heißt meine Seite Anna Lisa Franzke. Auf meinem Blog (www.annalisafranzke.de ) veröffentliche ich regelmäßig Schreibtipps und Einblicke aus meinem Autorenleben. Zusätzlich gibt es exklusive Einblicke in meine Schreibprojekte.

1. Erzähl gern etwas über Dich.

Bist Du verheiratet, hast Du Kinder? Was auch immer Du erzählen willst und vielleicht auch, wie sich das in Deinen Autorenalltag mit eingliedert. Zum Beispiel wie Dein Ehepartner Dich beim Schreiben unterstützt.
Ich bin seit mittlerweile fast 6 Jahren glücklich vergeben und demnächst läuten bei uns auch die Hochzeitsglocken. Mein Freund unterstützt mich immer beim Schreiben und er ist auch einer der ersten Personen, denen ich meistens meine neuen Ideen erzähle. Er hilft mir viel beim World Building und Plotholes zu stopfen. Außerdem motiviert er mich immer wieder, wenn ich mal wieder ein kreaTief habe. Man könnte also sagen, dass ich den perfekten Partner für mich und mein Schreiben gefunden habe 😀

2. Welche Bücher sind die, die Du am liebsten selber liest?

Ich liebe die Steampunk-Reihe „Frost & Payne“ von Luzia Pfyl. Ansonsten lese ich sehr gerne Urban Fantasy oder Romantasy, aber ich mag es gar nicht, wenn sich die Liebesgeschichte völlig aufdrängt. In meinem Bücherschrank (bzw. auf meinem eBook Reader) habe ich einen bunten Mix aus den verschiedensten Genre. Ich mag es nicht, mich auf ein Genre festzulegen, was ich am liebsten lese, weil es Sachen an jedem Genre gibt, die ich total mag.

3. Wen liest Du am liebsten? War er Deine Inspiration?

Wie schon erwähnt, lese ich Luzia Pfyl unglaublich gerne, weil ich auch ihre anderen Bücher extrem gut gelungen finde. Ihre Steampunk-Reihe hat mich auch zu einem Projekt inspiriert, das derzeit in Arbeit ist.
Außerdem liebe ich die Bücher von meiner Schreibkollegin Antje Bremer. Ich habe den Vorteil mit ihr in einer Schreibgruppe zu sein, weswegen ich schon in ihr kommendes Werk reinschnuppern durfte und auch das hat mich durch einen beneidenswert guten Schreibstil und einen originellen Plot überzeugt.

4. Welches Projekt (nicht Buch) würdest Du gern umsetzen?

Ich habe ein Projekt, das sich gerade von alleine plant, in dem es um Geschichten der Griechischen Mythologie geht (und wie sie wirklich passiert ist). Das Projekt ist unglaublich aufwendig, weil es auf etliche Bücher hinauslaufen würde. Neben meiner Buchreihe „Feenis Alberon“ und noch ein paar einzelne Bücher, die ich gerade plane, habe ich leider keine Zeit, ein weiteres großes Projekt anzufangen. Aber wenn ich die Buchreihe beendet habe, werde ich dieser Idee mehr Zeit schenken können.

5. Wenn alles möglich wäre, was wäre Dein erster Wunsch?

Vielleicht ist es etwas klischeemäßig, aber ich hätte gerne genug Zeit, um alle meine Schreibideen schreiben zu können. In meinem Kopf geistern so viele Ideen herum, dass ich es schade finde, wenn ich manche von denen, die ich gut finde, eventuell nie schreiben werde. Leider fehlt oft die Zeit, um wirklich jeder Idee die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient hätte. Neben meinem Studium kann Schreiben oftmals zu kurz kommen.
Ich würde auch sehr gerne mehr von der Welt sehen und fremde Länder bereisen. Das wäre mein Wunsch, wenn ich mir unabhängig vom Schreiben etwas wünschen müsste 😉

6. Was ist die beste Geschichte, die Du nie (fertig) geschrieben hast?

Das Projekt, weswegen ich angefangen habe, zu schreiben. Es ist zu komplex und aufwendig, als dass ich es schreiben könnte. Außerdem wächst je länger ich warte die Angst, dass ich es niemals so schreiben könnte, wie ich es mir vorstelle. Schon seit ich denken kann, begleitet mich diese Geschichte und je älter ich wurde, desto ausführlicher wurde sie. Mittlerweile umfasst die Geschichte mehr als 10 Jahre und hunderte wichtige Charaktere. Aber die Angst, dass niemand die Gesichte so toll finden würde, wie ich, hat sie mich bis jetzt immer doch nicht schreiben lassen.

7. Was möchtest Du als Autor noch erreichen?

Eine weitere klischeehafte, aber wahre Antwort: ich möchte vom Schreiben leben können. Autor zu sein, ist schon immer mein Traumberuf und ehrlich gesagt, gibt es kaum eine Alternative, die ich mir dauerhaft vorstellen könnte. Schreiben macht mir unglaublich Spaß und ich liebe es, Geschichten zu erzählen. Es wäre extrem toll, wenn ich diese Leidenschaft zu meinem Beruf machen könnte.

Zwar stehen oben auch schon Fragen zu Dir als Autor direkt, aber gehen wir da jetzt mal ein wenig mehr drauf ein!

8. Welche Fehler beim Schreiben sind Dir über Dich selbst bekannt und welche ärgern Dich am meisten? Wie versuchst Du, sie loszuwerden, oder akzeptierst Du sie einfach?

Was mir immer wieder auffällt, sind Füllwörter. Ich nutze unglaublich viele überflüssige Füllwörter, wodurch meine Texte sich schlussendlich nicht gut lesen lassen. Aber zum Glück kann man das Problem sehr leicht beheben. Nach dem Schreiben schmeiße ich erst mal 80% von denen raus, bevor ich anfange zu überarbeiten.
Eine weitere Sache, die mich noch mehr stört, ist dass ich mich zu leicht ablenken lasse. Mein Schreibtisch muss aufgeräumt sein, damit ich wirklich arbeiten kann und ich nicht ins Prokrastinieren abrutsche.

9. Für uns andere Autoren auch interessant: Wie läuft Dein Schreibprozess bei Dir ab? Von der Idee bis zur Korrektur?

Ideen und Plotbunnys finde ich überall im täglichen Leben. Die meisten davon schreibe ich mir auf, um sie nicht zu vergessen – aber seien wir ehrlich, die besten vergisst man eh nicht. Ideen, die ich sehr gut finde, begleiten mich dann für eine ganze Weile und in meinem Kopf spinnt sich die Idee immer weiter aus. Wenn ich mich entscheide, das Projekt zu schreiben, sammele ich erst einmal alles, was mir dazu einfällt. Im nächsten Schritt ordne ich dann meine Notizen und beginne mit dem Plotting. Da ich absolut von der 3-9-27 Methode überzeugt bin, füge ich nach und nach alles in dieses Schema ein und wenn ich die Welt und die Charaktere geplant habe und es keine weiteren offenen Fragen mehr gibt, beginne ich zu schreiben. Ich lasse meinen Charakteren an vielen Stellen freie Hand und sie dürfen selbst entscheiden, was sie tun wollen und wie sie es tun wollen, jedoch müssen sie sich an den übergeordneten Plot halten.
Wenn ich das Projekt runtergeschrieben habe, lasse ich es für ein paar Tage ruhen und nehme es dann wieder zu Hand. Die erste Überarbeitung ist nur dafür da Rechtschreibung- und Grammatikfehler zu beseitigen und Sätze, die sich doppeln oder ich gar nicht mag, umzuschreiben oder zu löschen. Von Überarbeitung zu Überarbeitung gehe ich immer tiefer in die Details und meistens nach 4 oder 5 Mal bekommen dann meine Testleser die Geschichte. Danach arbeite ich deren Anmerkungen in meinen Text ein und überarbeite noch ein paar Mal. Bei einen der letzten Überarbeitungen drucke ich mir die Geschichte aus oder lese sie auf meinem eBook Reader, um nochmal einen anderen Blick auf den Text zu bekommen. Oft hilft mir auch zwischendurch die Schriftart zu ändern.

10. Wie bist Du auf das Genre gekommen, das Du schreibst?

Da ich kein durchgehendes Genre habe, das ich nur schreibe, ist das etwas schwierig. Wie schon mein Lesegeschmack ist mein Schreibgeschmack sehr durchmischt, weswegen ich ein weitfassbares Genre brauche. Ich liebe es, ganz verschiedenes zu schreiben. Lange Zeit dachte ich, dass Fantasy mein Genre ist, doch vor allem in den letzten Jahren ist mir aufgefallen, dass ich sehr gerne Historisches schreibe, aber ich mir unsicher bin, ob ich genug recherchiere. Deswegen ist historisches Fantasy eine ganz gutes Genre, in dem ich mich wohl fühle und in dem ich auch die meisten meiner Ideen unterbringen kann. Jedoch würde ich nicht auf das Schreiben eines Projekts verzichten, nur weil es nicht ins Genre passt!

11. Warum hast Du mit dem Schreiben angefangen? Erzähl uns die Geschichte!

Ich habe schon immer Geschichten geliebt und die anderen Welten, die sich dadurch ergeben. Angefangen mir selbst Geschichten auszudenken, habe ich noch bevor ich in die Schule kam. Damals waren mir die Gute-Nacht-Geschichten meiner Eltern zu kurz, weswegen ich meinen Kuscheltieren immer weitere Geschichten bis spät in die Nacht erzählt habe. Als ich dann Schreiben in der Schule gelernt habe, habe ich angefangen, sie aufzuschreiben und die Leidenschaft dafür hat nicht wieder nachgelassen. Seitdem ist Schreiben ein wichtiger Teil meines Lebens

12. Was motiviert Dich?

Tatsächlich das Schreiben selbst. Es gefällt mir, mit Worten Situationen und Personen entstehen zu lassen und zu sehen, wie sie sich verhalten und miteinander agieren. Die Geschichten in meinem Kopf müssen erzählt werden und oft fließen die Wörter wie von alleine aufs Blatt – an guten Tagen. An schlechten Tagen bekomme ich mich selbst kaum motiviert und ich schaffe es kaum ein paar Wörter zu schreiben. Wie ich an einem schlechten oder echt schlechten Tag zum Schreiben komme, habe ich immer noch nicht komplett herausgefunden. Meistens mache ich dann etwas anderes und versuche es später nochmal oder starre das Dokument an, bis meine Finger sich erbarmen, etwas zu tippen.

13. Wie viel Schreibzeit hast Du?

Ganz unterschiedlich. Auf die Woche gesehen sind es meistens 5-10 Stunden, die ich durchschnittlich zum Schreiben oder Überarbeiten komme. Es gibt jedoch auch Zeiten, zu denen ich gar nicht schreiben kann. Zum Beispiel in der Prüfungszeit oder wenn ich eine Hausarbeit schreiben muss. Oder es gibt Zeiten (wie zum NaNoWriMo), in denen ich wirklich jede freie Minute schreibe. So kam ich vermutlich auf eine Zeit von fast 20 Stunden in der Woche im letzten November.

14. Lässt du Dich gerne auch mal ablenken?

Das passiert leider immer viel zu schnell. Mir hilft es meistens sehr, wenn ich vorher meinen Schreibtisch aufräume, mein Handy auf stumm stelle und versuche mich gedanklich nur auf das Schreiben zu konzentrieren.

15. Welches Deiner Bücher magst Du selbst am liebsten und warum?

Schwierige Frage. Bis jetzt habe ich nur „Die Mädchen von Feenis Alberon“ veröffentlicht, jedoch habe ich noch ein paar Manuskripte, die bei mir herumliegen und auf den Feinschliff warten. Tatsächlich muss ich sagen, dass mein erst kürzlich geschriebenes Steampunk Projekt eines meiner liebsten Bücher ist. Ich mag meine zwei Hauptcharaktere unglaublich gerne und saß beim Schreiben wie ein kleines Fangirl vor dem Bildschirm. Außerdem mag ich einfach Steampunk. Mit etwas Glück habe ich demnächst genug Zeit, um mich an die Überarbeitung zu setzen, dann kann ich es noch dieses Jahr an einen Verlag bringen.

16. Wie sieht in Deinen Augen der Alltag eines Autors aus? Die meisten nur Leser können sich nichts darunter vorstellen.

Dadurch dass ich selbst nicht Autor in Vollzeit bin, weiß ich das auch nicht komplett. Jedoch denke ich, dass es sehr aufwendig sein kann. Es gibt immer Projekte, die geplant, geschrieben und überarbeitet werden müssen. Dazu kommen Dinge wie Social Media und den eigenen Blog. Ich merke es oft, wie ich sehr viel Zeit mit diesen Dingen verbringe und am Ende des Tages doch nur sehr wenig geschrieben habe.
Aber grundsätzlich kann man sicher sagen, dass Autoren sehr viel schreiben und überarbeiten.

17. Wie stehst Du heute zu Deinen ersten Geschichten?

Meine erste Geschichte habe ich im Alter von 6 Jahren geschrieben und sie handelte von Lollis, die nicht gegessen werden wollten. Ich finde es irgendwie putzig. Leider habe ich als Teenager viele meiner frühen Geschichten weggeschmissen, weil ich sie zu peinlich fand. Das bereue ich mittlerweile sehr.
Doch auch Jahre später mit etwas mehr Planung und Erfahrung sind meine ersten Manuskripte in der Schublade gelandet, weil ich sie niemanden antun wollte. Die Ideen waren gar nicht schlecht, aber die Umsetzung hat noch zu wünschen übriggelassen. Vielleicht grabe ich sie irgendwann nochmal aus, überarbeite sie und schaue mal, was sich entwickelt.

18. Was würdest Du jetzt gern an dieser Geschichte ändern?

Vor allem, dass sie zu offensichtlich geplottet ist und die Charaktere kaum Tiefe besitzen. Heißt, wenn dann muss ich das gesamte Projekt neu schreiben… Außerdem hat sich mein Schreibstil in dem Laufe der Zeit ziemlich verändert.

Sie sind unabdingbar und gerne zickig. Die Figuren. Wir lieben und wir hassen sie und meistens kann sich der Leser gar nicht vorstellen, welches Leid wir manchmal mit ihnen erdulden mussten. Ohne sie geht es aber dennoch nicht. Erzähl uns gerne von ihnen!

19. Magst Du alle Deine Figuren?

Nein, ich habe auch einige Figuren, die mir gar nicht sympathisch sind, aber das kommt nur selten vor. Ich habe leider die Angewohnheit, mich mit den Figuren, die sterben sollen, besonders anzufreunden und meistens ist der Antagonist einer meiner liebsten Charaktere… J Auseinandersetzungen habe ich aber immer wieder mit allen Charakteren, weil sie früher oder später meistens ihren eigenen Willen entwickeln. Einmal wollte meine Protagonistin mit dem Gehilfen des Antagonisten durchbrennen. Wäre eine spannende Geschichte geworden, aber hätte mir die gesamte Geschichte zerschossen. Wir haben lange darüber gestritten und schlussendlich hat sie es eingesehen 😀

20. Gibt es für die Figuren reale Vorbilder?

Teilweise ja, aber vor allem in den letzten versuche ich das zu lassen. Es kann ganz interessant sein, Figuren nach realen Vorbildern zu schreiben. Vor allem, wenn diese Figuren dann Dinge tun und die reale Person kurze Zeit später ähnliches tut. Das hatte ich alles schon. Jedoch mag ich es lieber Figuren ganz frei zu gestalten, weil ich einfach mehr Freiheiten habe.

21. Fällt es Dir leicht, schwierige Figuren zu schreiben? Ganz gleich, weshalb genau sie schwierig sind.

Kommt darauf an. Der Antagonist fällt mir meistens unglaublich leicht. Mit den Protagonisten streite ich mich hin und wieder. Nebencharaktere sind meistens auch nicht schwer. Es ist schwieriger, dass sich nicht ständig Motive wiederholen. Zum Beispiel schlage ich mich oft mit der Frage rum, wie ich einen Mentor designen kann, der nicht der klischeehafte alte, weise Mann ist. Aber ansonsten fällt es mir oftmals recht leicht. Schwieriger werden dann tragische Hintergrundgeschichten.

22. Wann genau ist eine Figur schwierig für Dich?

Wenn sie sich nicht an den übergeordneten Plot halten will. Ich lasse vielen Charakteren viel Freiraum, um zu sehen, wie sie sich verhalten würden, wenn niemand eingreift. Jedoch gibt es so ein paar Punkte, die immer fest sind. Zum Beispiel, wenn meine Hauptperson eine Entscheidung treffen soll, die ihr gesamtes Leben verändert. Dann steht vorher schon fest, wie sie sich entscheidet. Wenn die Person sich aber dann denkt: „Ne, mache ich anders“ kann das ziemlich anstrengend werden.

23. Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

Ja. Der Plot sah vor, dass eine bestimmte Person sterben sollte und ich konnte es einfach nicht übers Herz bringen. Das ist einer meiner liebsten Charaktere, die ich je hatte und ich habe mich von Seite zu Seite mehr mit ihm angefreundet, sodass ich die Geschichte abbrechen musste, bevor ich ihn ans Messer geliefert hätte.

24. Welche ist der Liebling Deiner eigenen Figuren? Wo kommt sie vor und magst Du sie uns vorstellen?

Besagte Person von einer Frage vorher. Er ist ein alter, weiser Mann, der der Mentor meiner Hauptperson wurde. Es ist schwer ihn in wenigen Worten zu beschreiben, weil seine Geschichte unglaublich umfangreich ist. Die Geschichte spielt in einer Welt, in der die Elementare durch Bändiger befehligt werden können. Seine Geschichte beginnt während der Gründung des Landes, in der die Geschichte spielt. Durch Zufall wurde er auserwählt, die Geschichte des Landes aufzuschreiben. Im Gegenzug erhielt er Unsterblichkeit, solang er eben diese Aufgabe gewissenhaft ausführt. Über die Jahrtausende hat er viel gesehen und erlebt, was ihn jedoch immer mehr hat verbittern lassen. Erst als eine Prophezeiung erfüllt werden soll, die die gesamte Welt auf dem Kopf stellen würde, fängt er wieder an sich zu positionieren und Stellung zu übernehmen. Dabei trifft er auf meine Hauptfigur, die eine wichtige Schlüsselrolle bei der Prophezeiung übernehmen soll. Weil er sie jedoch nicht einfach ausliefern will, entscheidet er sich gegen den Befehl der Elementare zu handeln, was ihn sein Leben kostet.
Ich kann nicht einmal sagen, was mich am meisten an ihm fasziniert, jedoch hat er eine Art, die mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat.

25. Hier geben wir Dir Raum, selber noch etwas zu Deinen Charakteren zu erzählen.

Und da sind wir auch schon fast durch. Jetzt bitten wir Dich darum, ein Projekt oder DAS Projekt vorzustellen. Dabei wollen wir Dir viel Raum lassen.

26. Extra eine gemeinere Frage: Weshalb sollten Leser auf jeden Fall Dein Buch kaufen?

Eine Nicht-Adlige, die sich in den Reihen von Adligen versteckt und Auftragsmorde ausführt, findet man nicht oft in Büchern. Zwischen Adelshäusern, Intrigen, Bällen und ein bisschen Romantik kommen die Spannungen der machthungrigen Personen nicht zu kurz.

27. Was sollen sich Leute am Ende Deiner Geschichte denken?

Natürlich, dass sie begeistert sind 😉  Mich würde es extrem freuen, wenn meine Geschichten begeistern und Freunde schenken. Natürlich auch, dass sie mehr von mir lesen wollen. Und vielleicht habe ich es ja auch geschafft, dass ein Leser mehr mitnimmt als nur ein gutes Gefühl.

28. Was auch immer die Beweggründe dafür waren, wieso Du dieses Interview gemacht hast, bestimmt war da auch die Hoffnung, Werbung für Dich machen zu können, ganz gleich, ob du Deinen Lesestoff kostenfrei anbietest oder nicht. Diesen Raum wollen wir Dir hier gerne geben. Berichte uns über Dein Projekt oder die Projekte. Sag noch ein paar abschließende Worte. In welchem Format gibt es Dich zu lesen? Und zu welchem Preis? Hau in die Tasten!

Danke für das Interview!
Mein erstes Buch „Die Mädchen von Feenis Alberon“ (das Auftaktbuch zu meiner Buchreihe „Feenis Alberon“) gibt es in jedem eBook Store für 2,99€ zu kaufen. Ich arbeite derzeit am zweiten Teil und wenn ich ihn (hoffentlich bald) veröffentlicht habe, wird es auch eine Printversion geben, die Teil 1 & 2 umfasst.
Es würde mich freuen, wenn ich den ein oder anderen neugierig gemacht habe. Wer noch mehr zu mir, meinen Projekten oder einfach Schreibtipps lesen will, kann das kostenlos auf meinem Blog unter http://www.annalisafranzke.de machen.
Ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen: danke für deine/eure Zeit und ich hoffe mach liest sich demnächst mal wieder.

(Copyright Anna Lisa Franzke)

Inhaltsangabe:
Feenis Alberon ist die wohl reichste Handelsstadt, die es je gab. Sie thront auf Felsen mitten auf einem reißenden Fluss. Über die Zeit haben sich sieben Adelsfamilien in der Stadt angesiedelt, die im ständigen Wettstreit um Macht und Geld untereinander leben.
Veenice kennt diese Stadt wie ihre Westentasche. Als bezahlte Spionin und Auftragsmörderin lebt sie als Nicht-Adlige in den Reihen der Reichsten und Mächtigsten. Bei ihrem letzten Auftrag jedoch wurde sie beobachtet von jemanden, den seine Stellung gefährlich macht. Veenice muss sich entscheiden, ob sie aufhört oder weitermacht und damit nicht nur ihr Leben in Gefahr bringt. Sie wird auf einen weiteren Auftrag angesetzt, der gefährlicher und bedeutender wird, als sie jemals geglaubt hätte.


Anna Lisa Franzke

Hinweis: Die meisten Fragen sind aus der Community gefischt worden.

1 Kommentar zu „Autoreninterview: Anna Lisa Franzke“

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