Rezension: Vicious – Das Böse in uns (V.E. Schwab)

V. E. Schwab - Vicious - Das Böse in uns
(Copyright Cover: Fischer Tor Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

Am 27.11.2019 erschien im Fischer Tor Verlag der Auftakt der „Vicious and Vengeful“ Reihe der Autorin V.E. Schwab und führte somit auch die deutschen Leser in die spannende Geschichte um Victor Vale und Eli Ever ein. Die beiden Freunde sind Medizinstudenten, die es im Götterspiel um Leben und Tod ein wenig zu weit getrieben haben. In ihrem Experiment, um EOs – Extrem Ordinäre – zu erschaffen, schrappten sie selbst am Tod vorbei und kamen wieder. Jeweils mit einer Fähigkeit, die kein Mensch besitzen sollte und sie zu dem macht, was sie erforschen wollten. Und zu Feinden, die sich bis aufs Blut bekämpfen wollen. Gar nicht so leicht, bedenkt man die Tatsache, dass Eli sich innerhalb weniger Augenblicke heilen kann und Victor in der Lage ist, Schmerz verschwinden zu lassen oder zu erzeugen.

Als erstes hat mich im Laden, in dem ich eigentlich ein anderes Buch hatte mitnehmen wollen, das Cover angesprochen, das mich ein wenig an Dante aus Devil May Cry und an das Buch erinnert, das ich zu dieser Spielereihe besitze. Nachdem auch die Inhaltsangabe und ein längerer Blick hinein mich überzeugten, musste dieses Werk mit, statt des anderen – das ich mir jedoch auf jeden Fall auch noch holen werden.
Bereut habe ich meine Entscheidung zu keinem Moment. V.E. Schwab lässt einen mitunter wissen, dass sie dieses Manuskript eigentlich gar nicht zur Veröffentlichung, sondern lediglich für sich selbst geschrieben hat, dann allerdings überredet worden ist. Und das bemerkt man, auf positive Art. Der Schreibstil ist locker, äußerst solide, gut. Hin und wieder sind es zu viele Namenswiederholungen, allgemein aber hat man sehr viel Spaß.
Die Geschichte ist trotz allem sehr durchdacht, gerade die Erschaffung von EOs ergibt im richtigen Licht betrachtet absolut Sinn, genauso wie die Fähigkeit, die dieser Mensch dann mit sich bringt.
Vor allem Victor ist mein Favorit. Ich liebe seine verrückte, verschrobene Art und wie er weitere Menschen um sich herum sammelt. Aber auch Eli, mit dem ich in seinen Parts teilweise erst warm werden musste, ist interessant.
Allem voran hat es mir sehr zugesagt, dass das Zerwürfnis der beiden auf besondere Weise zu Stande kam. Eli hält sich für einen Helden, von Gott persönlich erwählt, da er sich heilen kann, bemerkt jedoch, dass nach seiner Nahtoderfahrung etwas in ihm fehlt, und sieht dies als Zeichen an, dass EOs keinesfalls mehr menschlich sind. Bestätigt fühlt er sich durch eine Tat, die Victor losgelöst hat, ungewollt und nur halb verschuldet zwar, doch das ist Eli nicht bekannt.
Aus diesen ganzen Wurzeln ergibt sich ein tiefer Konflikt, der weder die eine noch die andere Seite als hell oder dunkel erscheinen lässt, obwohl sich immer wieder die Frage gestellt wird, wann man ein Held ist und wann nicht. Was wiederum zum Titel führt: „Vicious – Das Böse in uns“. Ein jeder von uns besitzt die Kraft zu guten und zu schlechten Taten.
Dabei ist neben dem Ernst eine leichte Humoristik und Aberwitzigkeit auszumachen, da die Autorin einen eher flapsigeren Schreibstil nutzt und einige Dinge so gebogen hat, wie sie es gerade wollte. So haben die Medizinstudenten verpflichteten Kunstunterricht, über den Victor sich regelmäßig auslässt.
Am meisten war ich jedoch von den letzten Kapiteln begeistert, die Seiten sind förmlich dahin geschmolzen. Es war spannend, sehr spannend. Und das Ende war unglaublich gut und lässt mich ungeduldig auf den Folgeband warten.

Mein Fazit

Für 16,99€ (eBook 14,99€) bekommt ihr ein wunderschön gestaltetes Paperback mit rund 400 Seiten – samt Leseprobe zum nächsten Teil – erworben. Knappe 17€, die ihr für ein Lesevergnügen investieren könnt, denn die spaßigen Charaktere gliedern sich herrlich in eine gut durchdachte und spannende Geschichte ein, die einem mit einem flapsigen, doch sehr soliden Schreibstil präsentiert wird. Man merkt, wie ungezwungen die Autorin war, und das überträgt sich auch auf den Leser.
Würden wir hier Sterne verteilen, würde dieses Buch von mir 4 ½ /5 Sternen erhalten. Einzig, dass die Szenen manchmal doch zu rasch waren und der Schreibstil von häufigeren Namenswiederholungen gespickt war, kostet einen halben Stern. Ich würde sagen „gute Laune garantiert“, aber das möchte ich nicht, denn jeder hat wieder eigene Vorstellungen von Spaß. Dennoch kann ich euch „Vicious – Das Böse in uns“ nur wärmstens ans Herz legen und kann für alle begeisterten Leser gleich eine weitere gute Nachricht präsentieren: Am 29. April diesen Jahres soll bereits die Fortsetzung auf uns warten. „Vengeful –Die Rache ist mein“ verspricht neue und alte Charaktere und eine weitere prickelnd spannende Story.

Geschrieben von Judith

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Verlagsseite des Buches
„Vicious – Das Böse in uns“ bei Thalia*

Eine weitere Rezension zu „Vicious – Das Böse in uns“ findet Ihr auf dem Blog Roman-Tipps.

2 Kommentare zu „Rezension: Vicious – Das Böse in uns (V.E. Schwab)“

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