Autoreninterview: Judith L. Bestgen

Willkommen in der Interviewabteilung des Bambusblatts. Hier stellen sich künftig verschiedene Autoren vor, um über unser aller gemeinsames Hobby zu sprechen: Bücher.
Den Anfang macht das älteste Mitglied des Bambusblatt-Teams: Judith L. Bestgen, die gerade daran arbeitet, ihren Debütroman Fey zu überarbeiten, damit er via SP veröffentlicht werden kann.
Ab nächster Woche dreht die Sparte sich dann um andere.

0. Zunächst ein paar persönliche Fragen. Hier geben wir Dir Raum, Dich vorzustellen. Zum Beispiel Deinen (Autoren)Namen zu nennen, Deine bereits erschienenen oder bald erscheinenden Werke aufzulisten, etwas über Dein Alter oder Deine Social–Media Kanäle zu sagen:

Mein Name ist Judith Laura Bestgen. Zur Welt kam ich im Juni 1992.
Ostfriesland ist zwar nicht der Ort, an dem ich geboren worden bin, doch hat meine Familie dort bereits Urlaub gemacht, bevor ich das Licht der Welt erblickte, und als ich sieben Jahre alt war, zogen wir dorthin. Es ist also meine (Wahl)Heimat und der Ort, den ich am meisten liebe, wenn ich temporär gerade auch aus privaten Gründen woanders lebe.
Seit meiner frühsten Kindheit besitze ich die verschiedensten Haustiere und bin demnach umso glücklicher in der WG mit meiner besten Freundin seit kurzer Zeit ein Käterchen leben zu haben.
Dem ein oder anderen Aufmerksamen mag der Name Judith bereits auf dieser Seite unter gekommen sein. Ich bin Mitgründerin beim Bambusblatt. Das bedeutet, ich schreibe, plane, bastle und arbeite genauso viel mit wie Roberta. Das Bambusblatt gibt es jetzt schon ein paar Jahre und hat seine Ursprünge daraus gezogen, dass wir unsere Werke veröffentlichen und somit Werbung für uns machen wollten, hat sich mittlerweile allerdings schon ein wenig zu einem größeren Projekt gemausert. Wobei ich sagen muss, dass es vielen nicht schnell genug voran geht, Roberta und ich allerdings auch alles quasi allein machen müssen und wir auf nur mäßige Hilfe, trotz vieler Versprechen, vertrauen können.
Wenn alles klappt, möchte ich dieses Jahr meinen Debütroman namens Fey via Selbstverlag veröffentlichen. Ich behalte meinen Namen dabei und werde unter Judith L. Bestgen zu finden sein.
Privat habe ich Profile auf den meisten Plattformen, die auch ein Profil für das Bambusblatt inne haben, doch bis auf den Twitterkanal sollte dort nichts Interessantes zu finden sein. Bei mir ist meistens, wenn ich denn überhaupt etwas poste oder Merklisten auf Youtube und Pinterest erstelle, alles privat. Nur auf Twitter teile ich euch viele (unnötige) Gedanken mit.

1. Erzähl gern etwas über Dich. Bist Du verheiratet, hast Du Kinder? Was auch immer Du erzählen willst und vielleicht auch, wie sich das in Deinen Autorenalltag mit eingliedert. Zum Beispiel wie Dein Ehepartner Dich beim Schreiben unterstützt.

Ich bin weder verheiratet, noch habe ich Kinder. Ich bin so single, wie ein Mensch single sein kann – zumindest auf eine Partnerschaft bezogen. Kinder habe ich mir schon seit der eigenen Kindheit gewünscht, doch wenn ich sehe, wie sich das alles mit der Klimakrise entwickelt, halte ich lieber Abstand davon. Ich muss kein Kind in eine solche Sache bringen, auch wenn es mir einen wichtigen Wunsch verwehrt.
Ansonsten leide ich unter mehreren Krankheiten, darunter starken Depressionen, die mich manchmal sehr anstrengend machen. Ich arbeite unter anderem deswegen seit vielen Jahren an mir und es ist mit ein Grund, wieso ich mich so ins Schreiben verliebt habe, da es oft das einzige ist, das mir wirklich Frieden schenken kann.
Und ich bin eigentlich starke Legasthenikerin, doch dazu schreibe ich weiter unten mehr.

2. Welche Bücher sind die, die Du am liebsten selber liest?

Meine Lieblingsautorin ist Lynn Raven und je öfter ich meine eigenen Werke lese, desto mehr fällt mir auf, wie viel ich von ihr gelernt habe. Sie hat auch mein Lieblingsbuch – Der Kuss des Kjer – geschrieben.
Außerdem mag ich gerne Bücher, die irgendetwas Gutes, im Sinne einer Aussage, Handlung oder Charaktereigenschaften, an sich haben. Ich mag weder den glorreichen nur guten Helden ohne Fehler noch einen Bösewicht, der einfach nur böse ist, um böse zu sein. Ich mag es, wenn Charaktere Substanz und Gründe haben und ich sie analysieren kann. Nicht nur zum Schreiben. Das ist mir auch bei Games zum Beispiel sehr wichtig. Auch versuche ich Fehlentscheidungen von Figuren in meine Werke einzubauen. Einmal las ich auf Twitter das Zitat „Das Problem an Büchern ist, dass sie perfekter als die Wirklichkeit sein müssen“ und es lässt mich nicht mehr los. Ich möchte nicht, dass jede Figur immer direkt die richtige Entscheidung fällt und ihr Weg absolut gerade verläuft.
Noch dazu ist ein guter Schreibstil wichtig. Ansonsten bin ich relativ offen, wobei ich längst  nicht jedes Genre lese. Ich muss mich hineinversetzen können.

3. Wen liest Du am liebsten? War er Deine Inspiration?

Lynn Raven war definitiv meine Inspiration. Vor allem der Schreibstil.
Ansonsten habe ich als Kind sehr gerne dank meines Vaters Reihen wie Schreckenstein, Drei Fragezeichen, Trixie Belden, Fünf Freunde und allgemein sehr viel von Enyd Blayton gelesen. Allerdings auch Werke und Reihen wie Heartland, Sheltie, Billie und Zottel und dergleichen. Sie waren weniger zum Schreiben meine Inspiration als zum Leben.

4. Welches Projekt (nicht Buch) würdest Du gern umsetzen?

Einen richtigen Comic zeichnen. Ich kann nicht sonderlich gut zeichnen und fühlte mich damals, als ich es noch ein wenig mehr konnte, als müsste ich mich entscheiden. Schreiben oder Zeichnen? Ich habe mich für das Schreiben entschieden und es nie bereut, aber ich komme beim Zeichnen selbst trotz sehr vieler Anläufe einfach nicht wieder richtig rein, bin zu schnell enttäuscht und kann das auch einfach nicht abstellen und einfach weiter machen.

5. Wenn alles möglich wäre, was wäre Dein erster Wunsch?

Die Welt gerade rücken. Ich wünschte, Menschen würden mehr ihren Verstand nutzen, mit dem sie sich immer rühmen. Keine Kriege mehr, kein Artikel 13, keine Waffenexporte, Zwangsehen und dergleichen. Vor allem würde ich den Klimawandel aufhalten wollen. Mitunter würde ich auch am liebsten einfach Geld abschaffen können.

6. Was ist die beste Geschichte, die Du nie (fertig) geschrieben hast?

Ich denke, das wäre Rivers Song. Ich könnte jetzt klischeehaft behaupten „meine eigene Lebensgeschichte“, aber eine Biografie von mir wäre wohl vermutlich nicht der Verkaufsschlager und vieles in meinen Lebensjahren geht auch niemanden etwas an. Deswegen Rivers Song. Ein Buch, das ich leider abbrechen musste. Und ja, der Wortwitz für alle Doctor Who Fans war damals Absicht, obwohl ich den Charakter in der Serie nur mäßig kenne (habe leider sehr lang schon nicht mehr aktiv geschaut und muss es dringend nachholen!). River hieß allerdings vorher schon so und war Sängerin.
Zwar war auch dieses Buch Fantasy, doch die beiden Protagonisten kamen ganz ohne Magie aus, als sie die Sklaven befreien und die Ketten sprengen wollten. Er war ein geschickter Redner, sie eine begnadete Sängerin mit einer Stimme, die von den Göttern selbst gesegnet schien. Das Konzept mochte ich eigentlich.

7. Was möchtest Du als Autor noch erreichen?

Auf jeden Fall erst einmal meine Trilogie veröffentlichen. Wobei ich gerade am zweiten Band schreibe. Dabei ist Fey selber und die Idee zur Trilogie schon sehr alt. Am allerliebsten hätte ich es natürlich irgendwann davon leben zu können, doch wichtiger ist es für mich, dass Menschen lesen, was ich geschrieben habe. Ich verarbeite viel damit und ich lege euch einen guten Teil meines Herzens damit offen. Mein größter Wunsch ist es mitunter, dass Menschen mein Buch irgendwann einmal empfehlen werden oder ich eine nette Nachricht von einem Leser erhalte, den ich vorher nicht persönlich gekannt habe.

Zwar stehen oben auch schon Fragen zu Dir als Autor direkt, aber gehen wir da jetzt mal ein wenig mehr drauf ein!

8. Welche Fehler beim Schreiben sind Dir über Dich selbst bekannt und welche ärgern Dich am meisten? Wie versuchst Du, sie loszuwerden, oder akzeptierst Du sie einfach?

Mein größtes Problem ist, dass ich als Legasthenikerin oft schwache Tage habe, an denen ich extra aufpassen muss, keinen Murks zu schreiben. Also, ich bin eigentlich eine schnelle Tipperin und mag oftmals auch, was ich fabriziert habe, doch ich habe selbstredend mit mehr Dingen zu kämpfen als andere. Darum ist es mir oft auch peinlich, etwas öffentlich zu schreiben. Und dabei zählt es auch nicht, dass ich mich sogar auf Abiniveau unter die Besten in der Deutschklasse gearbeitet, hunderte Bücher gelesen, sehr viele geschrieben und Kurzgeschichten verfasst habe. Manche Fehler gehen nicht raus und gerade das Internet ist gerne ungnädig mit Fehlern. Vor allem, wenn sie hören, dass ich Bücher schreibe. Das ist teilweise ein echter Kampf gegen mich selbst, der auch beim Schreiben an sich immer wieder vorkommt und meine Tiefphasen in der Depression manchmal verstärkt.
Zudem bin ich ein Kandidat für viele Selbstzweifel und gewisse Wörter, die ich liebe und gleich überdosiere.

9. Für uns andere Autoren auch interessant: Wie läuft Dein Schreibprozess bei Dir ab? Von der Idee bis zur Korrektur?

Mal plotte ich ins kleinste Detail, meistens jedoch habe ich eine grobe Ahnung und fange an. Dabei höre ich eigentlich fast immer Musik. Ich suche mir das oder die richtigen Lieder und fange an. Oftmals höre ich die Musik erst einmal, konzentriere mich, versuche die Emotionen, die ich damit assoziiere (also nicht unbedingt, wie das Lied selbst ist) aufzusaugen und als Atmosphäre um mich her aufzubauen, ehe ich beginne. Ich bin allerdings auch jemand, der teilweise zehn Seiten am Stück locker runter schreibt und an manchen Tagen für jeden Absatz eine kleine Pause braucht, damit ich mich aufladen kann. Ich zeige oft Emotionen beim Schreiben und weine auch nicht selten. Wenn ich allein bin, singe ich dabei auch gern vor mich her (auch wenn ich nicht singen kann).

10. Wie bist Du auf das Genre gekommen, das Du schreibst?

Auch wenn mein Vater mich eher an Detektivgeschichten und Pferdereihen – ich bin Pferdenärrin – geführt hat, ist mein Genre nun Fantasy. Beim Lesen und beim Schreiben. Ich hatte, wie viele Autoren, schon als Kind eine ungemeine Fantasie und lebe sie gerne auf verschiedenen Wegen aus. Mich an irdische Gesetze und Welten zu halten, befriedigt mich dabei weder beim Lesen noch beim Schreiben. Wie genau der Wechsel damals allerdings zu Stande kam, kann ich nicht mehr sicher sagen. Es war auf einmal so, mein Leseverhalten änderte sich und da ich danach erst richtig mit dem Schreiben anfing, war Fantasy eben auch mein Schreibgenre.

11. Warum hast Du mit dem Schreiben angefangen? Erzähl uns die Geschichte!

Ganz ursprünglich habe ich im Alter von acht Jahren angefangen. Damals habe ich meinen ersten eigenen PC bekommen, litt furchtbar unter meiner Legasthenie und war gerade erst zu einer Leserin geworden. Da habe ich auf einmal im Fernsehen eine Nachricht über ein Mädchen oder einen Jungen gesehen. Die Person war damals als der jüngste Autor verzeichnet worden und an diesem Tag dachte ich mir aus irgendeinem Grund: „Den Platz will ich für mich!“ Ich setzte mich also an meinen PC mit dem hellblauen Anmachknopf und fing an eine Fünf Freunde Geschichte (Fünf Freunde und das goldene Krähenei) zu tippen. Ich kam sogar sehr weit. Aber natürlich war sie nicht nur wegen meines Alters und meiner mangelnden Erfahrung furchtbar und das Ganze hat mich so frustriert, dass ich es ganz bleiben ließ. Ich behielt meine Geschichten im Herzen und das war es.
Dann jedoch lernte ich meine beste Freundin Anke kennen (nicht die, die beim Bambusblatt mit macht, aber sie ist immer noch meine beste Freundin) und die schrieb ein wenig und erzählte davon, wie toll das sei und dass sie so gerne Autorin wäre. Ich beschloss, mich anzuschließen, und fing wieder an. Seither, damals war ich fünfzehn, schrieb ich.

12. Was motiviert Dich?

Die Vorstellung, dass Menschen irgendwann einmal mein Buch loben und es in anderer Menschen Häusern liegt. Die Vorstellung, dass jemand dieses Buch kaufen und verschenken wird, als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk. Und die Tatsache, dass ich meiner Legasthenie damit ein Schnippchen schlagen und einmal mehr aus einer Schwäche eine Stärke machen kann.

13. Wie viel Schreibzeit hast Du?

Mal mehr, mal weniger. Ich achte, ehrlich gesagt, komplett nicht darauf, wie viel Zeit ich wann habe. Wenn ich Zeit und Lust habe, schreibe ich, wenn nicht, dann nicht. So einfach ist meine Rechnung.

14. Lässt du Dich gerne auch mal ablenken?

Oft. Aber ich brauche das tatsächlich dann auch mal. Ich mache gern mehrere Dinge gleichzeitig, ansonsten langweile ich mich schnell. Beim Schreiben habe ich sehr häufig Phasen, in denen ich absolut konzentriert bin. Aber genauso oft kommt es dazu, dass ich alle paar Minuten eine Ablenkung brauche.

15. Welches Deiner Bücher magst Du selbst am liebsten und warum?

Fey. Die Geschichte hat mich selber immer am meisten ergriffen und mitgerissen. Ich habe Fey das erste Mal im Jahr 2010 angefangen, doch kurz vor dem Ende gestoppt. Der Schreibstil meinerseits war dementsprechend und alles war noch sehr jugendlich gehalten. Abgesehen davon, dass ich den Ich-Erzähler genutzt habe, den ich mittlerweile weder beim Lesen noch beim Schreiben sonderlich mag.
Dann habe ich mich dazu entschlossen, Fey neu zu schreiben, ein paar Jahre später. War ein harter Weg, weil ich dem Buch nie gerecht zu werden schien. Mittlerweile ist es fertig geschrieben und befindet sich in der Korrektur, damit ich es per SP veröffentlichen kann.

16. Wie sieht in Deinen Augen der Alltag eines Autors aus? Die meisten nur Leser können sich nichts darunter vorstellen.

Ähnlich wie mein Alltag jetzt. Hauptsächlich Verrücktheiten, spontane emotionale Anfälle oder Plottideen, Nutzung von allem, was man entdecken kann. Genervt von den Charakteren sein und oft erwähnen, dass man schreibt, und dennoch nichts zeigen wollen.

17. Wie stehst Du heute zu Deinen ersten Geschichten?

Ich nehme mal bewusst nicht „Fünf Freunde und das goldene Krähenei“, da ich mich daran kaum mehr erinnere. Ich habe dieses Werk leider auch nicht mehr. Also entscheide ich mich für das erste richtige Buch, das ich verfasst habe. So weit man es ein Buch nennen kann, mit der minderen Erfahrung, die ich damals beim Schreiben hatte. Ich liebe es und habe im November 2018 angefangen, es neu zu schreiben, damit es irgendwann über das Bambusblatt erscheinen kann.
Die Arbeiten stagnieren natürlich gerade sehr, da ich mich auf anderes konzentriere. Doch ich bin immer noch so dankbar, es nach wie vor zu haben. Ich habe es damals nämlich auf einem kleinen Netbook geschrieben und das ging auf einmal kaputt. Keine Datensicherung mehr möglich, da es nicht anging. Hatte auch kaum eine Sicherung von davor. Als ich es zum Hersteller geschickt habe, sagten sie mir, sie könnten die Daten noch erfassen. Dann bekam ich es jedoch ohne wieder. Auf meine Nachfrage hin wurde eingeräumt, sie hätten es „versäumt“. Also sind alle meine Sachen, bis auf eine Kurzgeschichte und mein erstes Buch, weg. Hunderte Seiten die ich verfasst habe, einfach verschwunden. An dem Tag habe ich bitterlich geweint.

18. Was würdest Du jetzt gern an dieser Geschichte ändern?

Wie gesagt, ich schreibe es jetzt ohnehin neu. Ein besserer Schreibstil, stärkere und tiefere Charaktere, mehr Logik und Verstand, Substanz und weniger Klischees. Das also, was die meisten Schreiber an ihrem ersten Werk ändern wollen.

Sie sind unabdingbar und gerne zickig. Die Figuren. Wir lieben und wir hassen sie und meistens kann sich der Leser gar nicht vorstellen, welches Leid wir manchmal mit ihnen erdulden mussten. Ohne sie geht es aber dennoch nicht. Erzähl uns gerne von ihnen!

19. Magst Du alle Deine Figuren?

Mehr oder minder. Ich mag alle, bis auf eine Figur. River.

20. Gibt es für die Figuren reale Vorbilder?

Nein. Eigentlich nicht, auch wenn ich immer scherze. Allerdings nehme ich wahr, was um mich herum passiert, und lasse sicherlich die eine oder andere Sache mit einfließen und sich vermischen. Dennoch, richtige Vorbilder gibt es nicht. Höchstens aus anderen Werken wie Bücher oder Games.

21. Fällt es Dir leicht, schwierige Figuren zu schreiben? Ganz gleich, weshalb genau sie schwierig sind.

Kommt darauf an, wieso genau sie schwierig sind. Ich habe Charaktere, die mir nicht alles sagen, welche, die wegen Kleinigkeiten ausrasten und andere, die absolut nicht machen, was sie sollen. Was mich aufregt, meistens jedoch in etwas Gutes umschlägt.

22. Wann genau ist eine Figur schwierig für Dich?

Wie oben erwähnt, es gibt verschiedene Arten von schwer. An manche Figuren traue ich mich auch nicht dran und lasse sie noch in der Schublade, wenn sie beispielsweise eine Krankheit haben, mit der ich mich nicht auskenne oder die ein schweres Schicksal erlitten haben.

23. Musstest Du auf Grund einer Figur schon einmal ein Werk abbrechen?

Einmal, ja. River. River ist äußerst naiv und wirkt dadurch dümmlich und an sich ist das auch in Ordnung, vor allem weil der Protagonist der Reihe das gut ausgleichen konnte. Leider hatte sie aber auch die Angewohnheit, nie das zu machen, was sie sollte. So sorgte sie zum Beispiel dafür, dass beide direkt am Anfang der Story gefangen genommen worden sind, und sie verhinderte auch die Befreiung. Ich musste das Buch abbrechen, habe aber Teile und Ideen in die neue Version von Fey eingepflanzt, obwohl das Grundmanuskript wesentlich älter als Rivers Song ist.

24. Welche ist der Liebling Deiner eigenen Figuren? Wo kommt sie vor und magst Du sie uns vorstellen?

Da ich Fanfiktionfiguren mal nicht mit einrechne, sind es tatsächlich die drei Protagonisten aus Fey, wobei ich mich nicht entscheiden könnte, wen ich am meisten liebe. Eine ganze Weile lang war es Yron, dann wurde es Fey, jetzt gerade ist es Jeremiah.
Yron ist der erwählte Erbe eines ganzen, riesigen Königreiches, der seinen Thron jedoch nicht besteigen kann, da seit Jahrhunderten eine falsche Königin dort sitzt. Sie hat den Menschen etwas Wichtiges aus dem Herzen gestohlen und ohne das zerbrechen die meisten, werden krank und sterben oder begehen aus Verzweiflung Selbstmord. Er möchte das ändern, erliegt aber stetig wieder seinen Zweifeln.
Jeremiah ist mit Yron befreundet, seit die beiden laufen können. Sie sehen sich vor allem als Brüder. Er versucht Yron immer wieder aufzumuntern und verdeckt seinen eigenen Schmerz und die eigenen Zweifel mit einem gut gelaunten Gemüt.
Fey ist eigentlich kein Mensch, sondern ein ganz besonderes Wesen, um das es sich in dem Buch dreht. Sie muss erst lernen, einen Körper zu haben, zu handeln und zu fühlen. Am Anfang ist sie demnach noch sehr hilfsbedürftig und angewiesen auf ihre beiden männlichen Begleiter, doch nach und nach schafft sie es, sich selbst zu finden, stark zu werden und nicht mehr ewig beschützt werden zu müssen. Das mag ich so besonders an ihr. Sie fängt unnütz an, wird aber ein in meinen Augen sehr starker Charakter.

25. Hier geben wir Dir Raum, selber noch etwas zu Deinen Charakteren zu erzählen.

Wie oben schon einmal erwähnt, gebe ich mir Mühe, meine Charaktere menschlich zu machen. Sie sind bewegt von dem, was mich bewegt. Das bedeutet nicht, dass ich immer ihrer Meinung bin. Aber darum geht es meiner Meinung nach auch nicht. Charaktere dürfen nicht perfekt sein. Weder perfekt gut noch perfekt schlecht, sie dürfen nicht alles für ihren Weg direkt wissen oder richtig machen. Sie müssen wanken, Fehler machen, Zweifel haben, Gründe besitzen. Das versuche ich umzusetzen. Ob mir das gelingt, weiß ich nicht, doch zumindest ich liebe sie sehr. Bis auf River…

Und da sind wir auch schon fast durch. Jetzt bitten wir Dich darum, ein Projekt oder DAS Projekt vorzustellen. Dabei wollen wir Dir viel Raum lassen.

26. Extra eine gemeinere Frage: Weshalb sollten Leser auf jeden Fall Dein Buch kaufen?

Wieso nicht, ist meine Gegenfrage. Ich weiß noch nicht genau, wie viel Fey kosten wird oder wie dick genau es wird. Es sollte über 500 Seiten haben und das Softcover möchte ich gern für 10€ herausbringen. Mir geht es erst einmal nicht ums Verdienen. Bücher sind gerne zu teuer. Sicherlich muss ein Verlag auch überleben, das will ich absolut nicht anzweifeln. Aber viele Menschen können es sich heutzutage nicht mehr leisten, stetig neues Lesewerk zu kaufen. Also verkauft der Verlag auch weniger. Alle sind unglücklich. Und nein, ich will keinerlei Diskussion jetzt damit anfangen. Die werden von mir kategorisch ignoriert. Es geht hier um mein Buch und ich will, dass Fey von möglichst vielen Leuten gekauft werden kann. Sie sollen das Buch mögen, ja vielleicht sogar lieben und empfehlen. Sie sollen es zumindest testen können.
Wenn ihr mein Buch kauft, dann würde mich das äußerst glücklich machen. Das ist ein guter Grund, finde ich. Jeder von euch, der es kauft, würde meinen Tag erhellen! Mehr sogar als meinen Tag.

27. Was sollen sich Leute am Ende Deiner Geschichte denken?

Während ich geschrieben habe, die neue Version geschrieben habe, ist mir aufgefallen, dass ich mit Fey hauptsächlich meine Depression verarbeite. Ich will aber nicht, dass das Buch Menschen traurig macht. Ich möchte, dass sie es am Ende zuklappen, vielleicht kurz an die Wand blicken oder lächeln oder irgendetwas und sich gut fühlen, weil sie es gelesen haben. Ich will, dass sie vielleicht eine kleine Lektion für sich übernehmen. Welche das ist, das müssen sie entscheiden. Eventuell, dass es hin und wieder nicht mehr als eine gute Geschichte braucht, um jemanden zumindest kurzzeitig ein wenig glücklicher zu machen. Oder, dass Gemeinsamkeit mehr bewirkt als Einsamkeit. Vielleicht ja auch, dass jeder von uns Verantwortung für sein Handeln nehmen muss.

28. Was auch immer die Beweggründe dafür waren, wieso Du dieses Interview gemacht hast, bestimmt war da auch die Hoffnung, Werbung für Dich machen zu können, ganz gleich, ob du Deinen Lesestoff kostenfrei anbietest oder nicht. Diesen Raum wollen wir Dir hier gerne geben. Berichte uns über Dein Projekt oder die Projekte. Sag noch ein paar abschließende Worte. In welchem Format gibt es Dich zu lesen? Und zu welchem Preis? Hau in die Tasten!

Also ich mache das Interview, damit ihr mal jemanden vom Bambusblattteam kennenlernt. Aber Werbung kann ich natürlich auch gern für mein Werk machen.
Wie gesagt, der Preis ist noch nicht sicher. Aber wenn alles klappt, wird es Fey als eBook, Paperback und Hardcover geben.
Und wie oben bereits erwähnt, habe ich mit Fey meine Depression ein wenig verarbeitet. Es ist der erste Band einer Trilogie. Der Zweite wird den Namen „Jeremiah“ tragen und „Yron“ wird die Reihe abschließen. Übrigens heißt die Reihe „Der Erbe der Macht“, wegen Yrons Vermächtnis. Klingt ein wenig klischeevoll, aber die Entscheidung ist eigentlich uralt. Ich habe sie zwar nochmal überdacht, aber ich komme davon nicht los.
Und obwohl ich eigentlich nicht gern zu früh Informationen herausgebe, nachdem mir Werke gestohlen worden sind, gibt es für die Leser des Bambusblogs eine exklusive SneakPreview! Den Klappentext (falls es jemanden interessiert):

Menschen können ohne Liebe leben,
doch es ist ein kümmerliches Leben.

Menschen können ohne Hass leben,
und der Frieden würde herrschen.

Aber nur wenige Menschen können
ohne das Gefühl der Freiheit leben

und nicht zerbrechen…

Um die Macht über das Land an sich zu reißen, bannte Dilara, die falsche Königin, einst das Gefühl der Freiheit in einen menschlichen Körper und riss es somit jedem Menschen aus dem Herzen.
Nun, viele Jahre später, nimmt der wahre Erbe des Throns das Leid seines Volkes nicht mehr länger hin und macht sich auf den Weg, um zurückzuholen, was ihnen allen gestohlen wurde.
Sein anfänglicher Erfolg jedoch wird schnell von einer Reise überschattet, die sein Wissen auf den Kopf stellt und letztendlich von seinen Begleitern und ihm ein Opfer fordern wird.

Hinweis: Die meisten Fragen sind aus der Community gefischt worden.

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