Rezension: Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant (Sally Green)

Sally Green - Kingdoms of Smoke: Die Verschwörung von Brigant
(Copyright Cover: dtv Verlag / Copyright Foto: Das Bambusblatt)

„Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant“ aus dem dtv Verlag ist am 20.09.2019 erschienen und wurde uns via vorablesen zur Verfügung gestellt. Der Roman aus der Feder von Sally Green wird in die Jugendliteratur eingegliedert und erzählt aus der Sicht von fünf verschiedenen Protagonisten den Auftakt einer Fantasyreihe, in der neben Krieg auch die Dämonen lauern, deren Rauch als Droge missbraucht wird.

„Kingdoms of Smoke“ wird von fünf Protagonisten erzählt, die im Laufe der Geschichte an verschiedenen Punkten zusammentreffen.

So haben wir die junge Prinzessin von Brigant, Catherine, die demnächst den Prinzen von Pitoria heiraten soll. Pitoria ist, entgegen Brigant, ein Land, in dem Frauen Rechte besitzen und in dem Dämonen hausen, die illegalerweise von Jägern wie Gravell und der jungen Tash, ebenfalls eine Protagonistin, gejagt und getötet werden, um ihren Rauch an Süchtige zu verkaufen. Tash ist dabei der Köder, da sie sehr schnell und flink ist, während Gravell die Biester mit seinen Harpunen tötet.
An Catherines Seite steht normalerweise der junge Ritter Ambrose, der unsterblich in sie verliebt und ihr persönlicher Leibwächter ist. Er möchte ihrer Hochzeit aber nicht im Weg stehen und wird bei einem Hinterhalt des Hochverrats angezeigt und verfolgt. Dabei versucht er, der Hinrichtung seiner Schwester auf die Spur zu kommen, und findet Ungereimtheiten, die ihn letztendlich ebenfalls nach Pitoria führen.
Pitoria, das ist auch das Land, in dem der junge Edyon einigermaßen friedlich lebt, bis der geheimnisvolle March auftaucht und ihm eine unerwartete Botschaft unterbringt. Edyon ahnt dabei nicht, dass March sich eigentlich durch ihn an dem Mann rächen möchte, der sein Volk in den Niedergang geführt hat.

Die Aufmachung des Buches ist unglaublich schön. Unter dem Schutzumschlag ist es, bis auf die glänzende rote Schrift auf dem Buchrücken, komplett weiß. Das Cover ist ein Traum, die Seiten sind weich und dick und zumindest in meiner Vorablesenversion habe ich einen zusätzlichen Schutzumschlag mit einer großen Karte und Protagonistenhinweisen. Und eine Charakterkarte zu Catherine, auf der man sie sehen kann.
Jede Figur hat über ihrem Kapitel ihr eigenes Symbol und bei Catherine hat man auch jeweils ein Zitat aus einem Buch, einem Schwur oder gar einer Werbung eines fahrenden Händlers.

Die Welt ist mit großer Liebe zum Detail gestaltet worden. Das merkt man nicht nur an der Karte, sondern auch zum Beispiel daran, dass die Farbe des Prinzen von Pitoria blau ist und somit seine Wächter blaue Haare haben. Da Catherine sich die Farbe weiß ausgesucht hat und sie sich im Laufe der Handlung eine Armee vorstellt, würden diese laut ihrem Willen kurze weiße Haare tragen.

Teilweise machen die Charaktere auch einen Charakterwandel durch, der eigentlich sehr natürlich wirkt und sich gut eingliedert.

Der Schreibstil ist flüssig, allerdings wiederholen die Worte sich zum größten Teil sehr oft. Gerade die Namen oder gewisse Formulierungen wie zum Beispiel in einer Szene, die rund zwei Seiten in Anspruch nimmt und in der gut vier Mal erwähnt wird, dass „etwas keinen Sinn ergibt“. Zwischendurch hat die Qualität somit nach der Leseprobe sogar deutlich abgenommen, um Richtung Ende immerhin wieder etwas besser zu werden. Aber anstrengend ist es dennoch und hat einen guten Teil des Spaßes beim Lesen fortgewischt.

Positiv dagegen sind auch Aspekte wie Edyons Homosexualität, die ganz selbstredend eingegliedert ist, nicht nervig ausfällt und auch nicht gehetzt wirkt.

Ein weiterer negativer Punkt ist allerdings, dass viele Charaktere einem schnell auf die Nerven fielen. Catherine macht eine gute Entwicklung durch. Am Anfang war sie anstrengend und lästig, zum Ende hin jedoch war sie selbstständiger und ihre Kapitel machten mehr Spaß.
March und Edyon waren ein Duo, das ich zusammen sehr mochte. Einzeln waren sie mir zu weinerlich – noch immer stört es sehr, wenn Figuren den ganzen Part über nur jammern, egal wie viel Schlimmes ihnen widerfahren ist – und waren die einzigen Charaktere, die mich vielleicht einen zweiten Teil kaufen lassen würden.
Ambroses Kapitel hätte ich schon recht bald am liebsten nur überspringen können, denn er hat das Jammern auf einen neuen Punkt gebracht.
Tash fand ich am Anfang noch witzig, wurde mit der Zeit aber einfach nur zur nervigen Pre-Teenie-Göre. Vor allem ihre Obsession mit Stiefeln war am Anfang noch charmant und süß, bis die Autorin es übertrieben hat. Auch ihre ewigen Erwähnungen, wie schön der Dämon eigentlich gewesen war, und ihre stetigen eher zufälligen Blicke auf irgendwelche männlichen Geschlechtsorgane passen natürlich zu einem Mädchen ihres Alters, wirkten von der Autorin jedoch absolut erzwungen. Hinzukommt, dass zumindest ich kein Freund von störenden Mädchen/Jungs bin, die von allen anderen aber nur milde belächelt werden. Als wäre es etwas Gutes, einem Mädchen mit vorlauter Klappe alles durchgehen zu lassen.

Der nächste große Kritikpunkt ist die Einteilung in einen Jugendroman. Dabei beanstande ich nicht einmal die Erwähnungen von Nacktheit, sondern eher die unnötig brutalen Szenen, die manchmal eingebracht werden und erstens so gar nicht in das Buch selbst passen wollen, erneut erzwungen wirken – möglichst brutal sein wollen, obwohl das nicht sein muss – und ist auch nicht das Wahrhaftige für einen Jugendroman. Vor allem dabei fallen mir die Hinrichtung und die dazugehörigen Erwähnungen von Lady Annes Folter ein, als auch das „Geschenk“, das Ambrose am Ende der Geschichte bekommt.

Mein Fazit ist damit heute ein etwas länger gehaltener Punkt

Ich habe mich sehr über „Kingdoms of Smoke“ gefreut, weil die Inhaltsangabe und die Leseprobe sowie das bezaubernd schöne Cover mir eine tolle Geschichte versprochen haben, in der der Schreibstil vielleicht nicht perfekt sein mag, die Handlung aber dennoch ein Abenteuer bietet.
Leider wurde ich allerdings enttäuscht. Kleine Logikfehler – Tash rennt zum Beispiel stundenlang mehreren Pferden hinterher und dass sie es neuerdings kann, ergibt vielleicht mit allem drum und dran Sinn, aber nicht die Tatsache, dass sie sich nicht über diese Fähigkeit wundert – kann ich verschmerzen.
Aber nicht einen sich immerzu wiederholenden Schreibstil ohne Pfiff oder Tiefe, ganz gleich wie locker er sich ansonsten runterlesen lässt. Wobei ich hier anmerken muss, dass ich selber Bücher schreibe, es mir also mehr auffällt und ich dem Durchschnittsleser demnach eher zu einer Leseprobe vorher raten würde!
Irgendwann nach der Leseprobe hat der Schreibstil allerdings einen Durchhänger, um dann wieder besser zu werden.

Des Weiteren ist es leider so, dass Ambroses Kapitel nur durchjammert sind und auch die Charaktere allgemein es einem das Buch über immer wieder schwer machen, sich auf das Lesen zu freuen. Hinzu kommen die brutalen oder die völlig erzwungenen Szenen, wie oben angemerkt.

Doch nicht alles ist schlecht. Die Welt ist wirklich schön gemacht. Die Autorin hat sich an ein homosexuelles Männerpärchen gewagt und die beiden sind wirklich süß miteinander und der einzige Grund, wieso ich mir irgendwann vielleicht einmal den nächsten Teil kaufen würde.

Ich denke, dass das der größte Punkt ist, wieso ich eigentlich enttäuscht bin. Über die brutalen Szenen kann ich noch hinwegsehen. Doch nicht über das Gejammer und vor allem nicht über den Schreibstil. Dabei bieten mir die Geschichte und auch das Pärchen, sowie Catherine am Ende, eigentlich genug, um weiter lesen zu wollen. Ich glaube es nicht, sollte sich allerdings der Schreibstil im nächsten Band ändern, wäre ich gerne als Leserin wieder mit an Bord.

Und so kann ich euch weder eine Leseempfehlung geben, noch euch von einem Kauf abraten. Am besten wäre es, wenn jeder von euch, der dennoch Interesse hat, sich eine Leseprobe schnappt und schaut, ob er es verschmerzen kann. Wenn ja, dann wünsche ich euch allen Spaß der Welt beim Lesen.

Geschrieben von Judith

Linksektion

Verlagsseite des Buches
„Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant“ bei Thalia*

2 Kommentare zu „Rezension: Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant (Sally Green)“

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