Rezension: Plötzlich Shakespeare (David Safier)

David Safier - Plötzlich Shakespeare
(Copyright: Rowohlt Verlag)

Der Roman „Plötzlich Shakespeare“, der am 1. Juni 2011 beim Rowohlt Verlag erschien und von im Jahr 1966 geborenen David Safier geschrieben worden ist, erzählt die teils wirklich amüsante Geschichte von Rosa, die lernen muss, wie man anfängt, sich selbst zu lieben, damit auch andere einen akzeptieren können. Dabei, eher unfreiwillig, an ihrer Seite ist Shakespeare, mit dem sie sich auf dieser Reise einen Körper teilen muss.

Rosa ist eine Grundschullehrerin, die nicht nur ihren Job nicht leiden kann, sondern auch die Liebe ihres Lebens verloren hat.
Jan und sie waren, allem zum Trotz, ein wahres Traumpaar, nachdem sie ihn vor dem Ertrinken gerettet hatte. Doch da Rosas Selbstbewusstsein durch seine Verwandten und Freunde und ihr eigenes Aussehen und ihre Herkunft nicht gerade das Beste ist, hat sie eines Tages einen schwerwiegenden Fehler begangen und kann jetzt, zwei Jahre später, nur noch dabei zusehen, wie Jan seine wirkliche Liebe des Lebens heiratet.
Frustriert und bemüht, wagemutig zu sein, lässt sich Rosa hypnotisieren. Mit ungeahnten Folgen. Denn statt eine Erleuchtung zu haben oder zu gackern wie ein Huhn, wacht sie im Körper von William Shakespeare auf und kontrolliert nun diesen. Sie darf erst wieder ihr normales Leben weiter leben, wenn sie es schafft, herauszufinden, was wahre Liebe wirklich bedeutet.
Und als wäre das alles noch nicht genug, hat sie die ganze Zeit Williams Gedanken im Kopf, der selbstredend alles andere als angetan von dem Eindringling in seinem Körper ist und noch nicht ahnen kann, dass dies keine Lektion ist, die nur Rosa erteilt werden soll.
Auf ihrer Reise machen beide die Entdeckung, dass man manchmal wichtige Entscheidungen in seinem Leben treffen und dieses auch einmal ändern muss, um glücklich zu sein.

Der Stil ist einfach gehalten. Gespräche und Szenen sind relativ rasch verarbeitet und die Geschichte wird sehr schnell vorangetrieben. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive.
Dennoch hat „Plötzlich Shakespeare“ mich bereits vor Jahren mit seinem einfachen Schreibstil und dem trockenen Humor in den Bann geschlagen.
Es ist eines jener Bücher, die einem indirekt eine Moralpredigt halten und zum Nachdenken anregen. Denn wie bei David Safier üblich, ist die Protagonistin taff und stark, aber keine wahre Schönheit und nichts unbedingt Außergewöhnliches. Sie kommt nicht als die perfekte Frau daher. Im Gegensatz zu ihrer großen Liebe Jan. Diese Sache erinnert mich an das andere Buch von David Safier, das ich ein paar Jahre später gelesen habe. In Traumprinz ist die Protagonistin ebenfalls eine recht unscheinbare Frau, die Liebeskummer wegen ihres gut aussehenden Gegenstücks hat. Und beide Damen kämpfen auf gewisse Weise damit, mit sich selbst ins Reine zu kommen.
Trotzdem sind beide Bücher dank ihrer Geschichte eigenständig genug, um ein individuelles Lesevergnügen zu bereiten.
„Plötzlich Shakespeare“ klang beim Buchhändler, bei dem ich es entdeckt und erworben hatte, äußerst spannend und amüsant. Und beim Lesen vertiefte sich dieser Eindruck nur noch mehr. Der Autor schreibt oft außerhalb der gängigen Klischees, ja nimmt diese oft gern auf die Schippe, und beschert einem damit eine Geschichte, die man nicht bereits nach dreißig Seiten im Buch direkt vorhersehen kann.
Seine Charaktere wachsen beim Lesen mit und durch den lockeren Schreibstil wird man gut durch die Geschichte geführt und bleibt nirgends hängen.
Gespickt ist das Ganze dann mit sehr viel Sarkasmus und trockenem Humor, der zumindest mir immer wieder Freude bereitet.

Mein Fazit

Neben der Tatsache, dass ein Nebencharakter denselben Vornamen wie ich besitzt und ich mich schon ein klein wenig zu sehr darüber gefreut habe, ist dies einer dieser „Frauenromane“, die einen mit einem Tee oder Kakao und einer kleinen Leckerei für den Nachmittag auf dem Sofa oder alternativ im Bett fesseln. Aber auch nicht eines jener Bücher, die nur lediglich mit Kitsch und Knutschereien bestechen. Mehr als um die Liebe an sich geht es darum, sich selbst zu respektieren und sein Leben abzuändern, wenn man wirklich unglücklich ist.
Der Schreibstil ist nicht anspruchsvoll, die Szenen und Dialoge hätten ruhig ein wenig ausgearbeiteter sein können. Aber dafür sind die Charaktere liebenswert und wachsen im Laufe der Handlung weiter.
An manchen Stellen fühlt es sich an, als würde man sich selbst in ihnen reflektieren können, denn sind wir einmal ehrlich, die meisten sind oft genug unzufrieden mit sich selbst oder unglücklich wegen einer Tatsache, die sie nicht ändern können. So geht es auch den Protagonisten in diesem Buch und sie lernen, wie man selber aus dieser Sache herauskommen kann.
Wen also der Schreibstil nicht abstößt und wer keine Probleme mit dem Sarkasmus der Charaktere hat, dafür aber Freude am trockenen Humor besitzt und sich für eine gute Charakterentwicklung interessiert, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen!

Geschrieben von Judith

Linksektion

Verlagsseite des Buches
„Plötzlich Shakespeare“ bei Thalia*

Weitere Rezensionen zu Büchern von David Safier:
Jesus liebt mich
Traumprinz

2 Kommentare zu „Rezension: Plötzlich Shakespeare (David Safier)“

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