Rezension: Die Spiegelreisende 02 – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast (Christelle Dabos)

Christelle Dabos - Die Spiegelreisende 02: Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
(Cover Copyright: Suhrkamp Insel Verlag / Foto Copyright: Das Bambusblatt)

„Die Spiegelreisende 2 – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast“ von der französischen Autorin Christelle Dabos, übersetzt von Amelie Thoma und in Deutschland am 27.07.2019 im Inselverlag erschienen, ist der zweite Teil der Spiegelreisenden Saga.

Nachdem Ophelia offenbart worden ist, dass sie Thorn von der Arche Pol heiraten würde und demnach ihre Heimat verlassen musste, sind mittlerweile einige Monate vergangen.
Ophelia hatte herausgefunden, wieso die Ehe von Thorn und ihr arrangiert worden war, genauso, wie sie Verbündete und Feinde traf und sich durch die Palastintrigen gekämpft hatte.

Nun steht sie vor der nächsten Herausforderung, die lediglich der Beginn weiterer Verstrickungen sein wird, die ihr Leben bedrohen. Faruk, der Familiengeist von Pol, hat sie zur obersten Geschichtenerzählerin des Hofes erkoren. Und während sie sich dieser Herausforderung stellt, wird der gesamte Palast von Entführungen schockiert, die nicht einmal die niederträchtigsten Intriganten am Hof sich erklären können. Ophelia ist schockiert, als sie hört, dass die Opfer dieselben Drohbriefe bekommen haben, die auch in ihren Briefkasten geflattert kommen. Briefe, so sorgsam behandelt, dass es Ophelia unmöglich ist, mit ihrer Gabe zu lesen, wer der Verfasser ist.
Noch dazu muss sie in all diesem Chaos nicht nur lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen, während die Hochzeit Tag für Tag näher rückt, sie muss sich auch noch um ihre Familie kümmern, die vorzeitig angereist kam. Ihre zukünftige Schwiegertante steht kurz vor der Niederkunft und schlussendlich schafft Ophelia selbst es, Faruk zu erzürnen und von ihm persönlich dazu verdonnert zu werden, die Verschwundenen ausfindig zu machen.

Auf dem Blog findet man bereits die Rezension zum ersten Teil und genau wie jener ist auch der zweite Band unglaublich schön und bekommt eine Empfehlung von mir.

Der Schreibstil hat sich, wenn man ihn mit dem ersten Band vergleicht, kaum geändert, höchstens zum Positiven. Noch immer vermittelt er eine wunderschöne Geschichte in einer Welt, die wir uns nicht vorstellen können. Dieses Mal werden allerdings auch ein paar schöne Aspekte am Pol gezeigt. Ich finde das eine gute Änderung, nachdem Pol die ganze Zeit nur künstlich, düster und ohne die Illusionen unschön gewirkt hat.
Auch hat Ophelias Charakter ein wenig mehr Tiefe bekommen, vermutlich, weil sie sich, wie von der Autorin beabsichtigt, entwickelt.

Mochte ich am Anfang des ersten Bandes die meisten Figuren gar nicht, habe ich viele bereits während „Die Verlobten des Winters“ lieben gelernt. Der Eindruck hat sich in „Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast“ nur verstärkt und allgemein gefiel mir Band 2 genauso gut wie der Auftakt der Reihe, obwohl es nach wie vor dieselben Schwächen gab.
So ist es manchmal zu erzwungen, wie Ophelia von einer Katastrophe in die nächste stürzt und wie Spannung am Ende von manchen Kapiteln aufgebaut wird, auch wenn die Szene selbst meistens – leider – nur sehr kurz gehalten wurde. Ich hätte es lieber gelesen, wenn Ophelia beispielsweise nur ein Mal in die Bredouille gebracht worden wäre, dafür allerdings länger als höchstens vier Seiten.

Ein anderer großer Kritikpunkt aus dem ersten Teil dagegen wurde zumindest etwas gemildert. Es hat mich immer gestört, dass Thorn so wenig vorkommt. Zwar gibt es die Geschichte im gewissen Maße vor, bedeutet allerdings nicht, dass man ihn quasi vollkommen aus dem Rennen nehmen musste.
Im zweiten Band dagegen hatte er endlich mehr Auftritte und Ophelia und er reden sich mehr aus.

Achtung, der nächste Absatz enthält einen nötigen Spoiler! Wer es nicht lesen möchte, überspringt diesen Absatz bitte!

Dass Thorn sich bereits in sie verliebt, merkte man im ersten Teil schon und auch im Zweiten wird das Thema vertieft. Auf eine, wie ich finde, sehr passende Art. Wann genau Ophelia allerdings sich verliebt haben soll, auch noch so ernst, wie es wirkt, ist mir ein wenig schleierhaft, da die beiden kaum etwas miteinander zu tun haben und Thorn sie wenn meistens eher erzürnt.

Spoilerende!

Mein Fazit deswegen

Dieses wunderschön gestaltete Buch, das erneut als Hardcover mit Bändchen um die Ecke tritt, über 600 Seiten hat und dabei lediglich 18€ kostet, macht sich nach dem Lesen nicht nur gut im Regal, sondern lockt jeden Leser an und ist auch jeden Cent wert.

Die Spiegelreisende 2 wartet, wie der erste Teil, erneut mit schön gezeichneten Charakteren, so wie einer starken Protagonistin und einer schönen Story auf, die den Leser von der ersten Seite aus immer tiefer in ein Buch hineinzieht, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Es war eines jener Bücher, die man unbedingt ausgelesen haben möchte. Und gleichzeitig absolut nicht weiter lesen wollte, damit es nicht zu Ende geht.

Das Ende, so viel kann ich bereits verraten, ist spannend. Ich habe die ganze Zeit mitgefiebert und hoffe, dass der November möglichst schnell daher kommt, damit ich endlich Band 3 „Das Gedächtnis von Babel“ lesen kann. Schlagwort: 17.11.2019.

Geschrieben von: Judith

Linksektion

Verlagsseite des Buches
„Die Spiegelreisende 02 – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast“ bei Thalia*

Hier findest Du die Rezension zum ersten Teil der Spiegelreisenden-Reihe: Die Verlobten des Winters
Und auch die Rezi zu Teil 3 gibt es natürlich hier: Das Gedächtnis von Babel
Auch Teil 4 „Im Sturm der Echos“ findet ihr natürlich bei uns.

4 Kommentare zu „Rezension: Die Spiegelreisende 02 – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast (Christelle Dabos)“

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