Rezension: Elian und Lira – Das wilde Herz der See (Alexandra Christo)

Alexandra Christo - Elian und Lira: Das wilde Herz der See
(Cover Copyright: dtv Verlag / Foto Copyright: Das Bambusblatt)

„Elian und Lira – Das wilde Herz der See“ ist der Debüt-Roman der englischen Schriftstellerin Alexandra Christo und 2018 in der deutschen Ausgabe im dtv Verlag erschienen.

Wie der deutsche Titel des Jugendbuches bereits verrät, geht es in der Geschichte um die beiden Protagonisten Elian und Lira. Elian ist der Prinz des Landes Midas, würde sein Leben jedoch viel lieber mit seiner Mannschaft auf See verbringen und segelt so als Pirat auf der Suche nach Sirenen um die Welt.
Lira ist eine dieser Sirenen, die Tochter der Meereskönigin, gefürchtet als Fluch der Prinzen. Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag raubt sie einem Menschen das Herz, wie es Brauch bei den Sirenen ist. Für sie kommen allerdings nur Prinzen in Frage.
Und genau deswegen will Elian sie töten, ebenso wie sie ihn jagt, um ihrer Mutter sein Herz zu präsentieren und sich nach einem Fehler ihre Gunst zurückzukaufen.
Natürlich nimmt alles einen anderen Verlauf, als die beiden geplant hatten, und Lira findet sich plötzlich in menschlicher Gestalt auf Elians Schiff wieder.

„Das wilde Herz der See“ wurde uns von einer Buchhändlerin empfohlen, als wir auf der Suche nach Geschichten über Sirenen und Meerjungfrauen bei ihr nachfragten. Wir hatten drei Bücher zur Auswahl, aber nicht nur hat uns bei diesem Exemplar der Klappentext am meisten zugesagt, auch das wunderschöne Cover, von Carolin Liepins gestaltet, lockte uns bereits. Kurz entschlossen haben wir das Buch gekauft und sobald ich die Zeit dazu hatte, habe ich es gelesen.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich anfangs Probleme hatte, in die Geschichte hinein zu kommen, und etwas enttäuscht war. Aber nach den ersten 100 Seiten war ich doch ganz froh, durchgehalten zu haben, da die Geschichte kontinuierlich besser wurde. Es handelt sich um ein typisches Jugendbuch, das lediglich in einem anderen Setting spielt, was es aber wiederum spannend macht. Und auch, dass es ein Debüt-Roman ist, merkt man ihm meiner Meinung nach an.
Der Schreibstil ist sehr schlicht und flapsig, an manchen Stellen dadurch etwas holprig, und ich habe eine Weile gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Ebenso daran, dass es aus der Ich-Perspektive und im Präsens geschrieben ist, was beides nicht meine bevorzugten Varianten sind, doch da das in Jugendbüchern häufiger der Fall ist, komme ich langsam besser damit zu Recht.
Die Geschichte wird aus der Sicht beider Protagonisten erzählt, wobei mir sehr gut gefallen hat, dass für die beiden unterschiedliche Schrifttypen genutzt wurden. So konnte nie ein Zweifel aufkommen, wer gerade seine Sicht mit dem Leser teilt, und aus gestalterischer Perspektive macht das Buch damit einen etwas verspielten Eindruck, der gut passt.

Sowohl Lira als auch Elian wollen anfangs besonders taff und böse wirken, aber vor allem bei Lira ging mir diese Art nach einiger Zeit wirklich auf die Nerven. Zum Glück legt sie das nach und nach ab, als sie auf Elians Schiff kommt. Und auch bei Elian fügt es sich Stück für Stück besser in sein Charakterbild ein.
Dafür dass die beiden sich bis aufs Blut hassen, ist es gut gemacht, wie sie sich einander langsam annähern und vor allem Lira anfängt, sehr nachvollziehbar zu handeln. Sie macht die größte Charakterentwicklung durch, wodurch ich sie schließlich doch sehr gerne mochte.
Auch die Nebencharaktere werden nicht aus den Augen gelassen und bekommen ihre kleinen Auftritte. Obwohl es wirkt, als würde Elians Mannschaft nur aus Kye, Madrid und Torik bestehen, da niemand sonst je erwähnt wird. Nur der Schiffsarzt, der nicht einmal einen Namen bekommt.

Die Handlung an sich ist nicht sehr verstrickt, aber das ist ja auch nicht immer nötig. Sie ist nachvollziehbar und passt gut zu den Charakteren. Lediglich, dass Elian eine wichtige Sache sehr lange für sich behält und sie immer wieder nur andeutet, obwohl man Kapitel aus seiner Sicht liest, ist mir hierbei etwas auf die Nerven gegangen.
Zum Ende kann ich, ohne zu spoilern, nur sagen, dass ich es schön, jedoch auch ein wenig klischeevoll fand. Das hat der ganzen Geschichte aber keinerlei Abbruch getan.

Gestalterisch fand ich auch die Kapitel sehr hübsch und niedlich gemacht. Jedes ist mit der entsprechenden Nummer benannt und mit der Muschel geschmückt, die auch auf dem Cover und dem Buchrücken zu sehen ist. Solche kleinen Verbindungen gefallen mir immer sehr.
Der Originaltitel des Buches lautet im Übrigen „To Kill a Kingdom“, was ich vor allem nach Beenden der Lektüre sehr passend finde. Die deutsche Variante hat mir jedoch auch von Anfang an zugesagt.

Mein Fazit

Im Großen und Ganzen ist es vielleicht nicht das beste Buch, das ich gelesen habe (aber mal ehrlich, das ist auch sehr schwer), aber nach anfänglichen Schwierigkeiten hat es mir wirklich Spaß bereitet und mich gut unterhalten. Wer liebevolle und phantastische Jugendbücher mag und vielleicht gerade im Sommer gerne etwas mit Sirenen lesen möchte, ist hier bestens bedient.
Ich bin jedenfalls gespannt, was in Zukunft noch von Alexandra Christo erscheinen wird.

Geschrieben von Roberta

Linksektion

Verlagsseite des Buches
„Elian und Lira – Das wilde Herz der See“ bei Thalia*

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