Rezension: Drei Wünsche hast Du frei (Jackson Pearce)

Jackson Pearce - Drei Wünsche hast du frei
(Cover Copyright: PAN Verlag / Foto Copyright: Das Bambusblatt)

„Drei Wünsche hast du frei“ von Jackson Pearce ist ein Jugendroman, der am 10. September 2010 beim PAN Verlag erschien und von Christine Gaspard aus dem Englischen übersetzt worden ist.
Er erzählt auf eher lockere Weise die Geschichte eines Dschinns, der auf unsere Welt geschickt wird, um seiner temporären Meisterin insgesamt drei Wünsche zu erfüllen.
Viola, so lautet ihr Name, hat sich dieses Privileg durch einen tiefsten Herzenswunsch verdient, ist zunächst aber nur schockiert über den bildschönen Jungen, den nur sie zu sehen scheint.
Während sich der Dschinn nichts sehnlicher herbeisehnt, als dass Viola endlich ihre drei Wünsche ausspricht, er sie erfüllen und wieder verschwinden kann, ist es für sie gar nicht so leicht, zu entscheiden, was sie wirklich möchte.

Viola ist wohl mehr oder minder ein normales Schulmädchen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie fühlt sich durchschnittlich und durchsichtig und hat gerade eine schmerzliche Trennung hinter sich, die sie jeden Tag an ihren eigenen Qualitäten zweifeln lässt.
Lawrence, ihr Sandkastenfreund und ihre erste Beziehung, hat festgestellt, dass er schwul ist und deswegen die Beziehung, die so märchenhaft sein sollte, beendet.
Während er an der Schule beliebt ist und in den oberen Rängen mitspielt, versucht er, sich weiterhin um seine beste Freundin zu kümmern. Aber Viola blockt ihn ab. Mehr als alles andere wünscht sie sich, wieder vollständig zu sein.
Ihr Wunsch ist so groß, dass sie damit unwissentlich einen Dschinn beschwört, den am Anfang nur sie wahrnehmen kann.
Der Dschinn ist mürrisch, schlecht gelaunt und hofft einfach nur, dass seine neue Meisterin schnell ihre Wünsche ausspricht, sodass er wieder nach Hause, in seine Welt, kann und sie ihn vergisst.
Doch während das magische Wesen sich sicher ist, was es möchte, kann Viola sich nicht recht für auch nur einen Wunsch entscheiden und schiebt die Bedenkzeit immer mehr nach hinten. Auch, wenn sie damit den Dschinn in dieser Welt gefangen hält. Eine Welt, in der die Zeit voranschreitet und alles sich verändert.
Denn, wenn man wirklich zu fast allem die Macht hat, was möchte man am Ende dann wirklich haben?
Während Viola bemüht ist, diese Frage für sich selbst zu beantworten, lernt sie den Dschinn besser kennen und, da er keinen eigenen Namen hat, erklärt sie schlussendlich „Dschinn“ nicht nur als seine Gattung, sondern auch als seinen Namen. Die beiden freunden sich an und auf einmal findet Dschinn es gar nicht mehr so schlimm, nicht mehr in sein perfektes Heim voller Anonymität zurückzukehren.

Dass es sich um einen Jugendroman handelt, liest man ganz deutlich. Die Charaktere sind allerdings sehr intelligent und interessant gestaltet, der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach zu lesen.
Obwohl ich das Buch schon seit acht Jahren besitze und damals noch achtzehn war, lese ich es auch heute noch sehr gern.
Die Zeitform, Gegenwartsform, ist für mich mein größter Kritikpunkt.
Hinzu kommt, dass die Charaktere anstatt ‚Ja’ andauernd ‚Yeah’ sagen, was vermutlich an der Übersetzung liegt, die ansonsten aber sehr gut gelungen ist.
Die Kapitel sind abwechselnd aus den Sichten der Protagonisten, Viola und Dschinn, geschrieben und werden mit dem Namen des Erzählers als Überschrift eingeleitet. Besonders schön hierbei fand ich, dass zunächst bei Dschinn ‚Ein Dschinn’ als Überschrift, bald dann jedoch einfach ‚Dschinn’ als Name dort stand.
Mein erster Eindruck wurde im Laufe des Lesens damit nur noch verstärkt. Das Buch ist sehr schlüssig und regt hier und da auch zum Nachdenken an, wenn man ihm die Chance gibt, zu wirken.
Die Geschichte, aber auch die Charaktere erleben eine sehr wichtige Entwicklung, bei der die Autorin sich allerdings noch ein wenig mehr Zeit hätte lassen können.
Sie ist spannend und mitreißend, eingepackt in einem einfachen, doch sehr passenden Schreibstil, geschrieben worden.
Beim Stil habe ich ansonsten nur einen weiteren Kritikpunkt: Ich finde es in der Tat schade, dass Viola „den Dschinn“ einfach nur „Dschinn“ nennt, statt ihm einen anderen Namen zu geben. Mir ist die Schwierigkeit daran bewusst, denn wie möchte man ihn nennen? Tom? J.D. oder doch lieber Bert? Aber gerade da die beiden Welten aufeinanderprallen, die Perfekte und die Unvollkommene, wäre es eine wunderschöne Symbolik gewesen, dem Dschinn einen tragreicheren Namen zu verleihen als „Dschinn“.

Mein Fazit

Was soll man sich wünschen, wenn einem alles offen steht? Denn letztendlich kann man sich nicht einfach nur glücklich wünschen und dann ist man es auch.
Diese Frage beschäftigt Viola und sie reflektiert dabei alles, was in ihrer Umgebung herum geschieht. Sie versucht, den Schlüssel herauszufinden, und hält dabei den Dschinn in unserer Welt auf, der davon nicht begeistert ist.
Denn während Viola sich als typisches Schulmädchen mit „Unsichtbarkeit“ und Perfektionismus herumschlagen muss, stammt Dschinn aus einer Welt, die zu vollkommen ist. Niemand hat einen Namen, Beziehungen sind zum Scheitern verurteilt. Die Dschinn sind in ihrer Welt unsterblich. Alles ist, wie es sein sollte. Und dort will er wieder hin. Zumindest am Anfang.
Denn irgendwann treffen sie sich in der Mitte. Das Mädchen aus einer unperfekten Welt und der Dschinn aus einer scheinbar Makellosen.
Und diese Ansichten haben dafür gesorgt, dass mir dieses Buch ans Herz gewachsen ist und auch nach Jahren auf dem zweiten Platz steht.
Viola, Dschinn und ihre Freunde wirken damit viel erwachsener als so mancher Erwachsene selbst. Wir müssen nicht nach Perfektion streben. Nur weil wir nicht der Norm entsprechen, sollten wir uns nicht verstecken müssen.
Ich kann damit dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der sich vielleicht manchmal selbst ein wenig unvollständig fühlt oder einfach auf der Suche nach einer schönen Liebesgeschichte ist. Wenn ihr nicht von einem einfachen, aber kompakten, Schreibstil abgeschreckt werdet.
Allein die Gestaltung des Covers regt schon zum Lesen an. Das Buch kommt in einem kleinen Hardcoverformat daher und passt damit in die meisten Hand- oder Reisetaschen.

Und eine kleine Anmerkung: Die Autorin hat auf Amazon (zumindest auf Englisch) eine kleine Fortsetzung veröffentlicht, mit dem Namen „Things about you“.

Geschrieben von: Judith

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