Rezension: Das Licht in meiner Dämmerung (Sarah Saxx)

„Das Licht in meiner Dämmerung“ ist ein von Sarah Saxx geschriebener Frauen- und Liebesroman, den sie durch Selbstveröffentlichung an den Markt gebracht hat und der am 22.01.2019 erschienen ist. Dieses Buch wurde mir via Vorablesen als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Die Geschichte des Romans dreht sich vor allem um die beiden sich abwechselnden Protagonisten Ethan und vor allem um Eleonore, die das Schicksal auf steinigen Wegen zueinander führt und schließlich auch aneinander bindet.
So beginnt das Buch mit einer Flucht Eleonores vor ihren Entführern, die sie, zunächst zum scheinbaren Vergnügen, quer durch einen Wald hetzen, bis sie es schafft, zu einer Straße zu gelangen.
Dort wird sie von dem zufällig vorbeifahrenden Ethan aufgelesen und unter seinen Schutz gestellt, solange die Polizei den Verbrechern noch auf den Fersen ist.
Im Verlauf der Geschichte geht es vor allem darum, wie Eleonore sich nun in der neuen Situation einleben und sich bedeckt halten muss, während es ihr untersagt ist, mit Menschen aus ihrem eigentlichen Leben Kontakt aufzunehmen.
Allerdings sind diese Umstände nicht nur für sie eine neue Herausforderung, sondern auch für den eher düster angehauchten Ethan, der selber bereits schlechte Erfahrungen mit der Gegenseite des Gesetzes gemacht hat und darum sehr in sich gekehrt ist.

Wie wohl typisch für einen Frauen- bzw. Liebesroman dreht sich die Handlung mehr um die beiden Protagonisten, die sich aneinander gewöhnen müssen und sich ineinander verlieben, als tatsächlich um die Verbrecher und Eleonores neues Leben, das in Gefahr ist.



Das Buch hat mir leider weniger zugesagt und ich kann damit keine Kaufempfehlung abgeben.
Bis auf kleine Aussetzer, zum Beispiel beschreibt Eleonore einen „Jump“, statt eines Sprunges, den sie vollführt, ist die Sprache zwar in sich schlüssig und einfach zu lesen. Der Sprachstil ist nichts Besonderes und unterscheidet sich nicht wirklich von dem Durchschnitt in diesem Genre.
Es gibt auch keine sonderlichen Stilmittel, die sie verwendet hat, außer, dass El, wie Ethan Eleonore meistens nennt, bei den meisten Kapiteln kleine Notizen an den Anfang geheftet hat, die sie im Verlauf der Geschichte sogar an Ethan weiter gibt und die noch einmal wieder geben, was auf den letzten Seiten passiert ist.
Während ich die Idee gut fand, war die Durchführung in meinen Augen weniger gelungen. Letztendlich waren es dieselben Sachen, die bereits ersichtlich gewesen waren. Da die Protagonisten mit dem Ich- Erzähler geschrieben worden sind und die Autorin sich nicht die Mühe gemacht hat, damit nochmal mehr zu beleuchten, was El in diesen Momenten durch den Kopf ging, waren die Notizen recht überflüssig.
Zudem hat die Autorin einen Narren an gewissen Formulierungen oder Wörtern gefressen, die sie recht oft wiederholt.
Zum Beispiel ist am Anfang stetig das Wort „Hämatom“ zu lesen, was zwar an sich in die Szene passt, aber ermüdend zu lesen ist. Auch „hantieren“ oder, dass die Protagonisten den Blick des anderen nicht deuten können, sind ziemlich oft verwendete Begriffe, die man teils hätte weglassen oder teils mit Synonymen hätte ersetzen können und müssen. Zudem bezeichnen sowohl El, als auch Ethan, die Verbrecher gerne mit einem gewissen Ausdruck, den hier zu verwenden, leider einen Spoiler ausmachen würde.
Sowohl der Plott, als auch die Protagonisten und Nebencharaktere, sind jedoch geleitet von Logikfehlern und Klischees, die man auch nicht für einen typischen Frauen- und Liebesroman durchgehen lassen kann.
Es fehlt jeglicher Spannungsbogen, da die Hintergrundgeschichten schnell verraten werden und der Rest sehr vorhersehbar ist.
Zum einen hat die Autorin leider auf das, in diesem Genre, immergleiche Pferd gesetzt: Die Charaktere haben einen Leidensbogen hinter sich, mit dessen Maß sie immer wieder versuchen zu konkurrieren.
Nebenher ist Ethan natürlich düster angehaucht und mürrisch, das Zweite stört mich im Übrigen nicht, und will niemanden an sich heranlassen, bis natürlich sie, Eleonore, um die Ecke kommt und Gefühle in ihm weckt, die er bis dahin entweder nicht kannte oder schon lange nicht mehr gefühlt hat. Bei ihm wohl eher, dass er sie bis dahin nicht auf diese Art kannte.
Und sie muss natürlich eine starke Persönlichkeit haben, die sich von ihm angezogen fühlt, ganz gleich wie er sie behandelt. Sie wird nur in den falschen Momenten zickig und damit äußerst unsympathisch und unselbstständig.
Zum anderen ist die komplette Geschichte nur zierendes Beiwerk, um die Liebesgeschichte der beiden weiter voran zu bringen und macht dabei nicht einmal Sinn.
Ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern, aber auch nur ein einziges Wort hineinwerfen: Zeugenschutzprogramm. Und mit einer Erweiterung: Vor allem nach einem gewissen Zwischenfall.

Wie gesagt, kann ich damit nicht ruhigen Gewissens eine Kaufempfehlung abgeben.
Mir fehlen einfach die Charakterentwicklungen und ein Spannungsbogen, beziehungsweise eine Liebesgeschichte, die für mich auf logischeren Festungen basiert, als dass El sich nach allem Ethan an den Hals wirft, ganz gleich, wie er sich ihr gegenüber verhält. Auch seine „Heilung“ geht zu schnell vonstatten, davon ab, dass sie den Tag ihrer Entführung und was an ihm alles passiert ist, viel zu leicht vergisst.
Einzig, dass die Charaktere einige Wochen zusammenwohnen, ehe sie miteinander anbandeln, ist ein guter Punkt in der Entwicklung zwischen den beiden.
Die Autorin erwähnt in der Danksagung, dass sie erst seit fünf Jahren schreibt und das ihr 20. Buch sei, doch das liest man auch eindeutig.
Das Buch ist höchstens für Leser, die eine seichte Lektüre haben wollen, mit der man gut entspannen kann. Der Schreibstil ist flüssig und nicht verwirrend geschrieben, die Geschichte gut zu verstehen.

Geschrieben von: Judith

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